Katja und Janine

Bei den Mädels machte sich langsam Frust breit. Benjamin war ja eigentlich in die Gruppe geholt worden, um zu ficken und ihnen beim Leviathan zu helfen. Doch er machte sich immer rarer. Gelegentlich kam es sogar vor, dass er nur kurz bei den Mädels in der Werkstatt auftauchte, ein paar knappe und missverständliche Angaben machte und wieder verschwand, um am nächsten Tag zu maulen, weil da nicht wirklich alles so gemacht wurde, wie er es haben wollte.

An dem Tag, als Benjamin die ersten Tests auf dem Aussengelände der geheimen Werkstatt in Angriff nahm, war er sogar überhaupt nicht in der Werkstatt der Mädels aufgetaucht. Tatenlos und voller Frust machten die sich auf den Heimweg. Der Fahrstuhl hielt jedoch zu früh und als die Türen sich öffneten, stand eine grimmig dreinschauende Janine davor.

»Katja, wir haben zu reden!«

Katja, die sich keiner Schuld bewusst war, schaute zuerst ihre Freundinnen an, stieg dann aber aus. Sie war sich sicher, nachdem sie sogar Amy an den Rand einer Niederlage gebracht hatte, könne Janine ihr nicht wirklich etwas antun. Die Türen schlossen sich wieder und der Fahrstuhl setzte seine Reise ohne Katja fort.

»Um was geht es denn?«

Janine zeigte nur auf die Tür zu ihrer Wohnung. Katja hob resignierend die Schultern und ging hinein. Nachdem Janine drin war und die Tür geschlossen hatte, ging das Feuerwerk sofort los. Dabei war Janine laut und aggressiv.

»Was soll diese verdammte Scheisse Katja? Hast du nicht genug Männer? Musst du jetzt auch noch meinen von mir fernhalten?«

Katja verstand überhaupt nichts mehr und schaute entsprechend.

»Bitte was? Es ist ewig her, seit ich Kincaid gesehen habe!«

»Boah, doch nicht Kincaid! Ich spreche von Ben!«

Diese Aussage verbesserte Katjas Verständnis für die Lage kein bisschen.

»Ben? Willst du mich jetzt irgendwie verarschen? Seit wann ist der dein Mann und was nehme ich dir da bitte weg?«

»Er ist noch nicht mein Mann, aber verdammte Scheisse, ich will das er es wird! Aber nein. Die liebe Katja knallt ihn ja dauernd! Ich bekommen bestenfalls ein paar kurze Nachrichten von ihm und dann heisst es schon, dass du gleich kommst.«

Katja hob abwehrend die Arme.

»Moment Mal Janine! Er ruft mich! Nicht ich ihn! Ich weiss ja auch gar nicht, wann der denn zuhause ist. Da kommt dann eine eindeutige Nachricht und, auch wenn es mir ja leid tut, bei seinem Schwanz muss ich da einfach zusagen! Ich kann ja nichts dafür, aber der fickt einfach so geil!«

»Ach, dein Mann nicht?«

Katja stemmte die Fäuste in die Hüften und hob eine Augenbraue.

»Du weisst wie gut mein Schnabeltier ist! Aber, du könntest aus Ottos Schwanz drei Schwänze von Perry schnitzen. Da kann er so gut sein wie er will, er wird nie so tief in mich rein kommen wie Otto!«

»Ach. Soll mich das jetzt beruhigen?«

»Keine Ahnung. Ich weiss ja nicht einmal, worüber du dich aufregst! Zumindest mal nicht in meine Richtung. Ich schreibe nicht mit Otto, ich frage ihn nicht ob er ficken will, ja selbst wenn er im Tierheim ist sitze ich bei meinem Schnabeltier auf dem Schoss. Ich treib es nur mit dem, wenn er mich ruft. Also mach ihm die Szene und nicht mir!«

»Du musst aber irgendwas an dir haben, dass er immer dich ruft und nicht mich.«

Katja fing an zu lachen.

»Ja, klar hab ich das. Ich brauche vielleicht zehn Minuten zu ihm. Wie lange brauchst du?«

Janine verschränkte frustriert die Arme.

»Da ist wohl was dran. Trotzdem. Ich bin jetzt hier in der Stadt und bleibe ein paar Tage. Da wird sich dann ja zeigen, mit wem er seine Zeit verbringen will.«

Katja nickte.

»Das ist ein super Plan! Ich garantiere dir, ich baggere ihn nicht an, oder lade ihn in mein Bett ein. Das geht alles von ihm aus und wenn er mich nicht ruft, dann ist es eben so. Wobei es eigentlich schade ist. Hinterher fickt mich mein Schnabeltier immer so hart durch, dass ich kaum noch laufen, sitzen, oder liegen kann.«

Janines Gesichtsausdruck verlor die Wut und die Frustration.

»Da beneide ich dich ja voll drum!«

»Worum?«

»Das Perry so tickt! Das es ihn so geil macht, wenn andere Kerle dich ficken!«

In Katjas Gesicht tauchte ein verträumtes Grinsen auf.

»Ja, da ist er definitiv unschlagbar. Es kam schon einige Male vor, dass ich mit einem Kerl geknattert hab und mich gefragt hab, warum ich damit meine Zeit verschwendet habe. Doch kaum spreche ich das bei meinem Schnabeltier an, wird der voll zum Stier und zeigt mir, dass es keine Zeitverschwendung war.«

»Denkst du, man kann Kerle zu so einer Einstellung umpolen?«

»Hmm. Gute Frage. Da habe ich mir eigentlich noch nie Gedanken drum gemacht. Wer weiss, vielleicht!«

»Geil wäre es, wenn Ben so wäre. Dann würde ich ihn wahrscheinlich vom Fleck weg heiraten.«

»Warum denn das?«

»Keine Ahnung Katja. Ich kann dir das alles gar nicht wirklich erklären. Er kam, ich hab ihm diese Wette angeboten und seither denke ich drüber nach, wie er als Mann wäre und je mehr ich nachdenke, desto mehr weiss ich, ich will es. Ich will mit ihm vor den Altar treten, seine Frau werden, mit ihm eine geile Hochzeitsnacht verbringen und dann mit ihm glücklich werden. Aber na ja, monogam will ich deshalb jetzt nicht werden. Ich meine Viper, oder Perry, nee. Also monogam geht gar nicht. Ben hat damit auch meines Wissens nach keine Probleme. Er wird dabei aber auch nicht geil!«

Katja dachte nach.

»Weiss er, dass du in der Stadt bist?«

Janine nickte.

»Okay. Ich bin mal gespannt, wen er dann nachher zu sich ruft. Wenn ich es bin, habe ich schon einen Plan.«

Sie zückte ihr Handy und fing an zu schreiben, bevor Janine etwas sagen konnte.

»Wem schreibst du?«

»Meinem Schnabeltier.«

»Und was schreibst du dem?«

»Das du hier in eurer Wohnung bist und falls mich Otto nachher zu sich ruft, dass er sich um dich kümmern soll.«

Janine schaute skeptisch.

»Sei mir nicht böse, aber ich bin eigentlich hier, um mit Ben zu schlafen und nicht mit deinem Mann.«

»Schon klar. Vertrau mir einfach.«

»Dir vertrauen? Dann geht doch sicher eine Versicherung pleite!«

Beide fingen an zu lachen.

»Nein, im Ernst. Ich hab einen Plan. Falls mich als Otto haben will, gehe ich hin. Dieses Mal werde ich ihm dabei aber erzählen, dass du gleichzeitig von meinem Schnabeltier gefickt wirst und das der das mit Sicherheit sehr gut machen wird.«

»Ach so, ich verstehe. Du denkst, damit kannst du ihn vielleicht für das Thema sensibilisieren?«

»Genau! Ich kann mir zwar nicht vorstellen, dass er dadurch dann direkt notgeil angesprungen kommt, aber vielleicht ist es der erste Schritt. Sagen wir mal, spätestens wenn er meinen Mann fragt, wie er seine neuen Gefühle interpretieren soll, haben wir es geschafft.«

Janine schüttelte den Kopf.

»Amy hat schon Recht!«

Wieder zog Katja eine Augenbraue hoch.

»Womit?«

»Mit dir! Du bist so etwas wie ihr Zwilling könnte man sagen. Bist immer für deine Freunde da, hast immer ein offenes Ohr und böse kann man dir auch nicht lange sein.«

Katja lachte.

»Amy hat dir gesagt, dass ich sie fast umgehauen hab, oder?«

Janine nickte.

»Du bist quasi die Amy aus Heinzfort.«

Nun schaute Katja grimmig.

»Moment! Wenn, dann ist Amy die Katja aus Neunburg!«

Janine lachte wieder.

»Sie hat mit der ganzen Geschichte aber angefangen.«

»Ja und? Dafür habe ich meine Mädels schon viel länger als sie euch!«

»Gut, da ist was dran. Wie dem auch sei. Du bist ihr so unglaublich ähnlich! In dich …«

Katja hob abwehrend die Hand.

»Nein, nein, nein! Auch wenn es mir schmeichelt und ich mittlerweile hin und wieder tatsächlich auch Spass mit Frauen habe, mit eine geheimen Beziehung, oder was in der Art, brauchst du mir echt nicht zu kommen. Ich bin restlos bedient!«

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