… gefährlich?

Wie ich im Beitrag »Was ist wichtig?« bereits beschrieben habe, kann teilen durchaus auch eine Gefahr darstellen. Weniger für Leib und Leben, aber durchaus für die Beziehung und die Gefühle! 

Aus diesem Grund möchte ich nun meine Erfahrungen wiedergeben, was beim teilen gefährlich sein kann und welche Probleme mitunter dabei auftreten können.

Unwissenheit

Ich habe es in einigen Beiträgen schon gesagt und kann es nur noch einmal betonen. Man muss wissen, was man eigentlich will!

Ich bin zwar ein grosser Freund davon, zusammen mit meiner Frau neue Dinge auszuprobieren, aber nur dann, wenn es rein um sie und mich geht! Sobald da noch eine Person ins Spiel kommt, muss man definitiv wissen, was man eigentlich will! Ansonsten kann es zu echten Problemen und sogar dem Abbruch der Beziehung kommen!

Als Beispiel:

Man hat seinen Partner gefunden und der will versuchen, den Fetisch zu bedienen. Das muss aber vom Partner aus kommen, aber dazu später noch mehr. Nun begibt es sich, dass der Partner eine entsprechende Zielperson gefunden hat und alle Zeichen stehen auf Erfolg.

Was, wenn man ausgerechnet in dem Moment merkt, dass man doch zu unsicher ist? Das man das Risiko vielleicht gar nicht eingehen will? Dann kann es gut sein, dass der Partner schon Feuer und Flamme für das Thema ist und es auch durchziehen will. Da dann zurückzurudern, kann ernsthafte Konsequenzen nach sich ziehen!

Der Partner könnte nun so begeistert von der Zielperson sein, dass er es auf jeden Fall machen will! Dann kann es dazu kommen, dass der Partner es heimlich macht, aus teilen fremdgehen wird und wie sagte ich schon so oft? Fremdgehen ist mit der Beziehungskiller überhaupt!

Oder, der Partner akzeptiert es, lässt es bleiben und beim nächsten Wunsch, den man gerne erfüllt hätte, bekommt man den Vogel gezeigt. Nicht, dass es hinterher wieder einen Rückzieher gibt, oder ähnliches. Ebenfalls keine gute Ausgangsbasis, für eine glückliche Beziehung.

Deshalb ist es unglaublich wichtig zu wissen, was man will. Das muss man so genau wissen, dass man im Falle des Falles auch möglichst ausschliessen kann, dass es zu einem Rückzieher kommt!

Genauso muss man sich aber der Tatsache bewusst sein, dass noch andere Menschen involviert sind und man vielleicht eine Lawine los tritt, wenn man seinen Fetisch erfüllt haben möchte. Man muss sich im Klaren darüber sein, dass es den Point-Of-No-Return gibt! Ist man in der Lage, die Konsequenzen zu überstehen? Das muss man wissen, wenn man nicht leichtfertig eine gute Beziehung aufs Spiel setzen will!

Egoismus

Egoismus ist eigentlich nie eine gute Idee! Man lebt mit anderen Menschen zusammen und sollte nicht versuchen, nur seine Vorstellungen durchzusetzen. Da wären wir wieder beim Thema Toleranz und der Tatsache, dass man niemand zu etwas zwingen sollte.

Das gilt natürlich auch fürs teilen. Es ist legitim und wichtig, seinem Partner von seinem Fetisch zu erzählen. In gewisser Hinsicht ist es auch okay, den Partner zur Preisgabe von Erlebnissen mit einem Ex aufzufordern. Was jedoch überhaupt nicht geht, ist den Partner drängen, oder es sogar verlangen! Wenn, dann muss es vom Partner kommen!

Warum das so ist, sollte auf der Hand liegen. Wenn der Partner keinerlei Interesse, oder sogar Abneigung bei dem Thema hat, wird man schnell als Egoist identifiziert. Will der Partner nun aber mit einem egoistischen Menschen zusammen sein? Es könnte passieren, dass er nachgibt. Ich sage aber jetzt schon, es wird nicht die Erfüllung sein, die man sich erhofft! Wobei, es mag Formen dieses Fetisch geben, in welchen genau das den Reiz auslöst. Dazu kann ich aber nichts sagen, mich würde es nicht reizen! Ganz und gar nicht!

Schlimmer ist jedoch der Fall, wenn der Partner vielleicht schon darüber nachgedacht hat, dem Fetisch nachzukommen, der eigene Egoismus nun aber ein Riegel vorschiebt. Der Partner könnte sich Gedanken machen, wenn er in dem Punkt nachgibt, was kommt als Nächstes? Alleine deshalb kann Egoismus schon kontraproduktiv sein und das Bild von einem selbst beim Partner nachhaltig beschädigen.

Man könnte Gefahr laufen, dass da eine andere Person kommt, der Partner Interesse an diesem entwickelt und anstatt dem Fetisch nachzugehen, sich lieber trennt, um mit dieser Person zusammen zu sein! Vielleicht sogar, weil diese Person eben nicht egoistisch ist! Ein riskantes Spiel, welches man auf keinen Fall spielen sollte! Alleine schon aus Respekt vorm Partner!

Gefühle

Ach ja, die lieben Gefühle. Fluch und Segen der Menschheit! Man könnte nun philosophieren, wie weit es die Menschheit ohne Gefühle vielleicht schon gebracht hätte. Aber, wir haben sie und müssen damit leben!

Gefühle bilden natürlich das Grundgerüst eines Fetischs. Hat man keine Gefühle, können sie auch nicht durch eine bestimmte sexuelle Handlung stimuliert werden.

Sie sind aber auch gefährlich und können zu echten Problemen führen!

Nehmen wir mal an, man hat einen Partner und der ist dem Fetisch zugetan. Der Partner macht sich auf die Suche und findet eine entsprechende Zielperson. Man ist natürlich happy und erhofft sich schöne, aufregende Stunden. Doch was, wenn daraus nichts wird? Der Partner den Versuch startet und abgelehnt wird? Das kann nicht nur das Ego des Partners angreifen, sondern auch seine Gefühle! Der Partner könnte sich unattraktiv fühlen und je nachdem, wie robust der Partner ist, können dadurch sogar Depressionen ausgelöst werden. Besonders dann, wenn es öfter passiert!

Schlimm dabei ist dabei, es muss nicht einmal am Partner liegen, sondern in der Partnerschaft begründet sein! Im Beitrag über die Toleranz habe ich es bereits geschrieben. Es gibt durchaus Menschen, die intolerant sind, was solche Situationen angeht und die nichts mit einer Person in einer festen Beziehung machen! Dem Ego ist das in aller regal aber egal. Das sagt dem Partner nur, dass er unattraktiv ist und nicht gewollt wird. Nicht gut!

Gefühle können aber noch in anderer Hinsicht ein Problem sein. Besonders in jungen Beziehungen, wo noch keine lange, gemeinsame Zeit dahintersteht. Der Partner könnte sich verlieben und entscheiden, dieser Liebe nachzugehen! Was dann? Dann hat man gelitten. Die Beziehung ist vorbei und zumindest bei diesem Partner muss man sich keine Gedanken mehr über den Fetisch machen. Sollte das neue Paar auch noch im Umfeld sein, muss man sogar dabei zuschauen, was man da angerichtet hat! Ein echtes Problem!

Dummerweise können solche Gefühle beim Partner für einen selbst hoch erregend sein, wie es bei mir der Fall ist. Nur kann ich mir den Luxus leisten, zusammen mit meiner Frau auf eine lange Beziehung zurückzublicken und mit ihr ein eigenes Leben aufgebaut zu haben. Sicher kann natürlich auch ich mir nicht sein, aber die Gefahr einer Trennung wegen der rosa-roten Brille ist weit weniger präsent, als bei Paaren mit noch kurzer Geschichte. Vor allem, wenn man nicht einmal zusammen wohnt und ähnliches.

Aber, man selbst hat auch Gefühle und je nach Fetisch, können die einem ganz schön in den Hintern treten!

Ich selbst finde es sehr erregend, wenn ein anderer Mann in diversen Punkten besser ist als ich. Längeres Genital, besseres Aussehen und ähnliches. Für mich wäre es also eher praktisch, wenn da ein Adonis mit dem Genital eines Pferdes daher käme und Interesse an meiner Frau hätte. Für andere, bei denen der Fetisch nicht diese Richtung eingeschlagen hat, kann es aber ein Schlag in die Magengrube bedeuten!

Auf einmal kommen da so Gedanken:

Findet sie den vielleicht geiler als mich?

Was, wenn der besser ist als ich?

Und ähnliches eben. Auf einmal wird der Reiz einfach so durch Selbstzweifel abgelöst und was eigentlich Spass machen sollte, wird zur Qual. Wobei wir wieder beim Punkt mit dem Wissen wären. Wenn man nicht weiss, was man wirklich will, kann man auf einmal in so einer Situation stecken und wenn man kein Egoist ist, muss man da durch und sich seinen Selbstzweifeln stellen. Ist man es hingegen doch, dann macht man einen Rückzieher und ich verweise an den Anfang des Beitrags.

Gefühle sind schon ein gar schlimmes Ding! Aber, wir müssen damit leben!

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