Ist Wifesharing unnormal oder ein Trend?

Zwei Dinge hört man beim Wifesharing immer wieder. Beim Wifesharing und allen anderen Varianten, bei denen man seinen Partner teilen, oder selbst geteilt werden möchte. Einerseits wird viel von Trend gesprochen, andererseits wird gesagt, es sei unnormal.

Was ist denn da nun dran? Ist man unnormal, wenn man den Wunsch verspürt seinen Partner zu teilen? Ist es ein Trend, von dem man in einigen Monaten nichts mehr hört?

Ist Wifesharing ein Trend?

Da müssen wir erst einmal klären, was unter Trend verstanden wird. Allgemein beschreibt ein Trend etwas, was eine Zeit lang aktuell ist und dann wieder verschwindet. Bei Kleidung sieht man das ja immer wieder gerne, aber auch bei Frisuren ist es nicht neu. Waren es zu Zeiten meiner Eltern vorwiegend Pferdeschwänze, welche die Köpfe der Frauen zierten, ist es heute zum Beispiel eher dieser gewöhnungsbedürftige Sidecut. Bei den Männern scheint es momentan die Gesichtsbehaarung zu sein, die ja schon fast Überhand nimmt.

In dem Fall muss ich sagen, Wifesharing ist ganz sicher kein Trend! Ich selbst habe diesen Fetisch seit Beginn meiner sexuellen Laufbahn, auch wenn ich es damals so noch nicht erkannte. Das heisst, dieser Fetisch begleitet mich seit etwa 29 Jahren (Stand 2019). Es passt also nicht zu dem, was man landläufig als Trend bezeichnen könnte. Auch empfinde ich diesen Fetisch als viel zu tiefgreifend, als dass er eine zeitweilige Geschichte sein kann! Wie sollte man eine Zeit lang Interesse daran haben, seinen Partner zu teilen und das verschwindet dann wieder? Nein! Ein zeitweiliges Auftreten dieses Fetischs halte ich für unmöglich!

Nun will ich aber die ganzen Autoren, die im Wifesharing und seinen Varianten einen Trend sehen, nicht diskreditieren. Ich gehe eher davon aus, dass diese Personen entweder nicht genug Zeit in die Recherche investiert haben, bzw. investieren konnten, oder sie bezeichnen diesen Fetisch als Trend im eigentlichen Sinne!

Die Anatomie eines Trends
Ein Trend (von engl. to trend ‚in einer bestimmten Richtung verlaufen‘ bzw. ‚drehen‘ oder ‚wenden‘[1]) ist ein Instrument zur Beschreibung von Veränderungen und Strömungen in allen Bereichen der Gesellschaft. Die Beschreibung und die Randbedingungen erlauben eine Aussage über die zukünftige Entwicklung.

Wikipedia

In diesem Fall beschreibt „Trend“ etwas, was auf eine zukünftige Entwicklung schliessen lässt! Kann das möglich sein? Wäre es vielleicht wahrscheinlich, dass sich dieser Fetisch durchsetzt?

Das glaube ich schon! Sieht man sich alleine die sozialen Netzwerke an, so scheint es immer mehr Menschen zu geben, welche diesem Fetisch verfallen. Gut, es mag auch sein, dass es nur immer mehr Menschen gibt, die es offen zugeben! Vielleicht auch sich selbst gegenüber. Nun habe ich keine Statistiken, welche meinen Verdacht belegen würden, doch glaube ich wirklich, diese Art eine Beziehung zu führen wird sich immer stärker verbreiten!

Ist das nun gut, oder eher schlecht? Nun, die „normalen“ Menschen werden es als schlecht, verwerflich, unmoralisch, vielleicht sogar abstossend ansehen. Klar, die Monogamie wird einem schliesslich von Kindertagen an eingeimpft und auch in Filmen sieht man es immer wieder, wie zwei Menschen sich treffen, verlieben und dann auf ewig glücklich sind. Selbst bei »50 Shade Of Grey« ist Monogamie ja ein extremes Thema, obwohl man Wifesharing ja nur zu gerne in die BSDM-Ecke schiebt.

Ich für meinen Teil finde diese Entwicklung grossartig! Aus meiner Sicht hat man einfach zu viele Vorteile bei diesem Fetisch, als dass man darin etwas schlechtes sehen müsste. In meinem Beitrag »Bringt Wifesharing Vorteile?« habe ich ja ein paar Punkte dazu angesprochen. Wenn ich ganz ehrlich bin, sehe ich eine Zukunft als durchaus positiv an, in welchem Wifesharing eher die Regel, als die Ausnahme darstellt!

Meine Prognose zu einer solchen Zukunft sieht deutlich weniger Scheidungen, gute, starke Beziehungen, die nicht wegen Sex in die Brüche gehen und so weiter voraus. Bedenkt man dann, wie viele Kinder in einem stabilen Umfeld aufwachsen würden, vielleicht würde das sogar die Jugendkriminalität senken! Vielleicht, dass sage ich deutlich.

Also, wenn es um den eigentlichen Sinn des Wortes »Trend« geht, dann hoffe ich stark, dass Wifesharing wirklich einer ist!

Ist Wifesharing unnormal?

Was ist denn eigentlich normal? Selbst Wikipedia will mir darauf keine Antwort geben. Normal ist wohl so etwas wie der Durchschnitt. Sagen wir also, die meisten Meschen sind monogam. In dem Fall wäre der Fetisch tatsächlich unnormal! Das sagt aber nichts aus! Es sagt einfach nur, man weicht von der breiten Masse ab. Ist das aber schlimm?

Nun, gehen wir mal in ein anderes Beispiel. Die meisten Menschen gehen in den Kindergarten, dann die Grundschule, weiterführende Schulen, vielleicht Gymnasium und dann wird studiert. Wofür? Um sich danach eine Arbeit zu suchen, dieser bis zum 65. oder 70. Lebensjahr nachzugehen, dann die Rente und zum Schluss dann irgendwann abzutreten. Man kann also sagen, dass ist normal.

Was ist aber mit denen, die ihre Fähigkeiten anders einsetzen? Die vielleicht nur eine Zeit lang ihrer Arbeit nachgehen und sich dann mit Erfolg selbstständig machen? Genau, sie weichen von der Normalität ab und sind demzufolge unnormal! Soweit sollten wir alle auf dem gleichen Nenner sein, nehme ich mal an.

Jetzt bliebe aber die Frage, sind diese Menschen deshalb schlechter, als die „Normalen“? Die normalen Menschen werden sich in ihrem Leben nicht all zuviel leisten können. Deshalb müssen sie kein schlechtes Leben führen, aber es wird immer Wünsche geben, die einfach unerfüllbar sind. Viel schlimmer noch, es werden auch Probleme auftreten, die viele Sorgen verursachen! Die Menschen, die jedoch eine erfolgreiche Firma ins Leben gerufen haben, haben dieses Problem nicht, oder eher selten, zumindest im privaten. Die können sich in aller Regel deutlich mehr leisten! Also, was ist denn im Prinzip erstrebenswerter?

Bleiben wir mal bei dem Beispiel Studium. Normal ist es, sein Studium mit einem Abschluss zu beenden. Folglich ist es unnormal, wenn man abbricht.

Gibt es nun mehr Menschen, die nach einem Abbruch erfolgreich sind, oder sind sie eher erfolglos und machen schlussendlich nichts anderes wie jene, die vielleicht schon nach einer weiterführenden Schule ins Arbeitsleben gegangen sind? Wenn das die Normalität ist, dann ist Marc Zuckerberg definitiv unnormal. Aber ganz ehrlich, mit so vielen Milliarden auf dem Konto, kann es doch eigentlich gar nicht so schlimm sein, wenn man unnormal ist, oder?

Bezeichnet „unnormal“ also lediglich den Umstand, dass man nicht der Norm entspricht, dann ist Wifesharing tatsächlich (noch) unnormal!

Unnormal im Sinne einer Krankheit, oder Störung.

Anders verhält es sich jedoch, wenn mit „unnormal“ so etwas wie eine Krankheit, oder eine Störung gemeint ist! In dem Fall kann ich nur klar sagen, es ist nichts in dieser Hinsicht!

Warum nicht? Weil man dadurch in keinster Weise behindert wird! Ich kann mit meiner Frau auch ganz normal intim werden, ganz ohne fremde Männer! Das macht mich nicht weniger glücklich, ist nicht weniger erregend und erfüllt mich nicht weniger! Sehr wohl werde ich von meiner Frau erregt, wenn sie sich auszieht, mich berührt und ähnliches. Man könnte also sagen, wer diesen Fetisch hat ist nicht unnormal, sondern eher so etwas wie normal+! Mit diesem Fetisch kann man ein ganz „normales“ Leben führen, aber auch die Vorteile geniessen, insofern man den richtigen Partner dazu hat.

Wo ist es also eine Störung, oder eine Krankheit? Ist man krank, dann funktioniert etwas nicht mehr richtig. Schon bei einer einfachen Erkältung können die Symptome schon sehr viel beeinträchtigen. Bei einer richtigen Grippe liegt man sogar flach! Bei einer Störung ist es genauso! Irgendetwas funktioniert nicht so, wie es soll. Impotenz zum Beispiel, man wird zwar spitz, aber der kleine Freund bleibt schlaff.

Demzufolge ist es also ganz logisch, dass dieser Fetisch nicht unnormal ist! Man ist eben so und komme wer da wolle, es ist nicht falsch! Man ist eben anders und mehr nicht!

Fazit

Das Fazit ist ganz einfach! Ja, man ist nicht wie die breite Masse! Nein, dass ist überhaupt nicht schlimm! Sollte euch jemand begegnen und auf abwertende Art behaupten, ihr seit unnormal, dann könnt ihr ihm ja widersprechen! Sagt doch einfach, ihr seit vielleicht unnormal, aber eher in Hinsicht wie ein Superheld! Das sind auch „normale“ Menschen, die noch eine Extra-Fähigkeit haben. Gut, wir können nicht fliegen, nicht die Wände hochkrabbeln und ähnliches, dafür können wir unserem Partner Freiheit schenken und belohnen ihn dazu noch mit bedingungsloser Hingabe! Damit retten wir vielleicht nicht die Menschheit vor irgendwelchen Superschurken, aber vielleicht ja unsere Beziehungen und bieten Kindern eine stabile Familie? Sollte man vielleicht mal in Betracht ziehen, oder?

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