Es muss nicht immer Hummer sein!

Die meisten Fetische haben ein Problem. Sie zu bedienen, bedarf relativ eng gefasster Bedingungen. Nehmen wir zum Beispiel meinen Fetisch, was Schuhe angeht. Die Absätze dürfen nicht zu klein sein, die Sohle nicht zu hoch. Die Schuhe dürfen vorne nicht spitz sein und es sollten keine Badelatschen mit Absatz sein usw. Beim Wifesharing, dem Wunsch den Partner zu teilen, ist das deutlich flexibler!

In diesem Beitrag wollen wir uns einmal anschauen, welche Möglichkeiten es für den Partner gibt, ohne dass es wirklich zu einer sexuellen Handlung kommt. Einige Punkte habe ich schon in anderen Beiträgen angesprochen, doch ich finde es praktisch, alles in einem Beitrag zusammenzufassen!

Worauf kommt es eigentlich an?

Hier werden mir die meisten Sharer wahrscheinlich zustimmen. Es sind die Gefühle des Partners, welche die grösste Rolle bei diesem Fetisch spielen! Er muss es wollen, muss damit glücklich sein und es geniessen! Es gibt wohl auch Formen des Fetischs, wo man selbst nur dann Erfüllung findet, wenn man bei dem Schauspiel zuschauen kann. Da spielen die Gefühle des Partners eher eine untergeordnete Rolle, doch im allgemeinen sind es dessen Gefühle, welche die Erregung auslösen. Das ist auch durchaus logisch. Je mehr der Partner es will, je mehr er sich darauf freut und je mehr Spass er dabei hat, desto mehr kommen Verlustängste auf und der Masochist kann diese benutzen!

Vertrauen ist auch wichtig, doch in anderer Form, als es bei der Treue der Fall ist. Bei der Treue vertraut man darauf, dass der Partner seine Wünsche ignoriert und eben nicht mit einer anderen Person sexuell aktiv wird. Beim Wifesharing vertraut man darauf, dass egal wie gut es war, wie gross die Gefühle für den anderen Menschen sind, der Partner dennoch keine Trennung anstrebt und auch das gemeinsame, sexuelle Glück bestehen bleibt!

Die Sache mit den Ex!

Viele sehen gar nicht das Potential, welches Ex-Partner in einer Beziehung mit dem Fetisch Wifesharing überhaupt bieten! Das liegt unter anderem daran, dass sich viele zu wenig Gedanken um ihren Fetisch machen und gar nicht wirklich wissen, worauf sie da eigentlich so abfahren! Wer aber verstanden hat, dass die Gefühle des Partners in aller Regel den Ausschlag geben, der kann seinen Partner auch anleiten, Geschichten vom Ex so zu erzählen, dass sie sehr wohl grossen Einfluss auf den Fetisch ausüben können. Das sei hier mal verdeutlicht:

Falsch:

Und dann sind wir ins Bett, haben gevögelt und so. War schon gut!

Ganz ehrlich? Da wird der Fetisch und auch der Masochist nur müde im Eck liegen und schlafen. So kann man es seinem Partner erzählen, wenn der keine besondere Neigung hat. Mit Fetisch ist es jedoch eine beiläufige, nutzlose Aussage, dabei steckt da so viel Potential drin!

Richtig:

Wir sind ins Bett und ich war total aufgeregt. Wie der mich angefasst und berührt hat, wie er mich ausgezogen hat, ich hab unter Strom gestanden. Als ich dann zum ersten Mal seinen kleinen Freund berührt hab und der schon so hart war …

Na, da kommt der Fetisch doch sofort zum Vorschein! Wie jetzt, sie war aufgeregt? Ihr ist es abgegangen, dass er einen Ständer hatte und wurde noch heisser beim berühren? Sie hat unter Strom gestanden?

Das geht natürlich auch umgekehrt. Da ich aber eben ein Mann bin fällt es mir leichter, die Dinge aus meiner Sicht zu schreiben.

Was genau passiert denn jetzt bei einer Aussage in dieser Deutlichkeit? Ganz einfach! Man merkt, dass es für den Partner ein besonderes Erlebnis war. Das er es genossen hat und dabei glücklich und erregt war. Anders ausgedrückt, der Partner empfand genau das bei dem Ex, was er ja hoffentlich auch bei einem selbst empfindet! Da ist also ein anderer Mensch, welcher die gleichen Emotionen erwecken konnte und folglich besteht die Gefahr, dass diese Person den Partner wegnehmen könnte. Verlustangst + Masochist = Erregung!

Je nachdem, wie der Fetisch ausgedrückt ist, kann der Partner das aber noch deutlich intensivieren! Wie in meinem Fall zum Beispiel. Das Überding für mich wäre, wenn meine Frau es so beschreiben würde:

Wir sind zusammen ins Bett, haben uns viel geküsst und gestreichelt. Ich hab den so geliebt, dass ich so unglaublich glücklich war. Wir haben auch nicht gevögelt, sondern uns geliebt! Er hat mich dabei immer wieder geküsst und mich festgehalten, mich gestreichelt und ich hab seine Liebe gespürt …

Amok! Das Beschreiben ihrer Liebe und ihrer Gefühle dabei, bringt mich schon beim schreiben halb aus der Fassung! Wie gesagt, es geht um die Gefühle des Partners und je besser er diese beschreibt und je grandioser es für ihn war, desto besser für den Fetisch!

Fazit:

In den meisten Beziehungen wird es zumindest einen Ex geben. Der wird, in aller Regel, vom Partner auch geliebt worden sein und es gab eine glückliche Zeit zusammen und höchst wahrscheinlich auch guten Sex. Es sind also alle Zutaten beisammen! Man muss nur wissen, wie man es einsetzt und es müsste auch für jene Partner, die mit der Erfüllung des Fetischs so gar nicht klar kommen machbar sein, zumindest auf dieser Art den Fetisch zu bedienen!

Aber Achtung! Auch wenn alle Zutaten vorhanden sind, es ist NICHT das Gleiche, wie eine aktuelle Begebenheit! Denn, egal wie gut der Partner es beschreibt, es ist Vergangenheit und es wird einen Grund geben, warum der Partner mit dieser Person nicht mehr zusammen ist! Von daher, dass weiss auch der Masochist und deshalb werden die Verlustängste niemals so gross sein, wie wenn es aktuell passiert!

Kleine, gemeine Anspielungen

Eine weitere Möglichkeit, wie man den Fetisch zumindest etwas kitzeln kann, besteht in Anspielungen! Das kann einen ziemlich grossen Effekt erzielen, wenn der Partner es richtig macht!

Kondome:

Der Partner kommt nach dem Einkaufen nachhause und hat eine Packung Kondome dabei. Das kann in einigen Beziehungen nicht unbedingt ungewöhnlich sein, in anderen jedoch schon. Dabei muss der Partner eigentlich gar keine Absichten haben! Es reicht schon, dass er, durch diese Verhüterli, die Möglichkeit in den Raum stellt! Natürlich geht das auch noch besser, wenn sich der Partner, natürlich unter Beobachtung, auch zwei davon in die Tasche steckt, bevor er das nächste Mal das Haus verlässt! Zwei wirken dabei tatsächlich besser als eins, während gleich mehrere irgendwie unrealistisch wirken!

Der Effekt ist grossartig! Der Partner verschafft sich die Möglichkeit und es könnte ja dann auch tatsächlich dazu kommen! Man wird es beim nächsten Liebesspiel mit nahezu absoluter Sicherheit dem Partner zurückgeben, zumindest war es bei mir so!

Einkaufen:

Aber selbst das Einkaufen kann durchaus seinen Reiz bieten! Gehen wir einfach mal davon aus, der Partner ist einkaufen und es dauert deutlich länger als normalerweise. Das kann durchaus passieren, vielleicht gibt es Stau auf den Strassen, es sind zu wenige Kassen für zu viele Leute offen, man trifft einen Bekannten und redet usw. Gründe dafür gibt es viele, doch wird der Fetisch im Kopf einen bestimmten Grund natürlich am bereitwilligsten akzeptieren. Der Partner hat Sex!

Das wird schon bei der Wartezeit spürbar und der Partner kann es auf die Spitze treiben. In einer Zeit, wo man jedoch von jedem Eck aus eine Nachricht schreiben kann, muss der Partner das natürlich berücksichtigen und es wäre fatal zu schreiben, dass man im Stau steht, oder ähnliches. Einfach mal eine Zeit nichts von sich hören lassen und schon geht beim Fetisch die Party ab!

Nach der Rückkehr des Partners, können ganz allgemeine und eigentlich unerotische Aussagen bereits das Fass zum überlaufen bringen.

Bin ich froh, dass wir ein grosses Auto haben!

Oder auch

Das war so anstrengend, ich kann kaum noch laufen!

Die Aussagen sind banal und können der Wahrheit entsprechen! So könnte der Partner sich darüber freuen, den ganzen Einkauf ins Auto bekommen zu haben und die schmerzenden Beine könnten von viel Lauferei beim Einkauf entstanden sein.

Daran wird sich der Fetisch nicht stören. Der ergänzt die Aussagen sofort so, dass der Partner Sex hatte. Ganz automatisch! Das Liebesspiel wird es danken!

Fazit:

Der Partner kann sehr wohl viel für den Fetisch machen, ohne dass er dabei wirklich etwas machen muss! Geschickte Wortwahl, hier und da mal eine gewisse Zeit schweigen und ähnliches, kann wahre Wunder bewirken und dem Fetisch sehr entgegenkommen. Im Bett wird es sich ausdrücken, solange die Zeit zwischen den Aussagen und dem Liebesspiel nicht zu gross ist!

Aber auch hier Achtung! Langeweile droht, wenn es zu oft passiert und darüber hinaus besteht auch die Gefahr, dass der Fetisch irgendwann einfach mehr will und man dazu geneigt ist, ein bisschen zu drängen! Also bitte darauf achten, wie man damit umgeht! Es wird einen Grund haben, warum der Partner es auf diese Form der Erfüllung reduziert und nicht weitergegangen ist! Das muss man akzeptieren!

Fantasie

Fantasie ist da so eine Sache, die ebenfalls oft nicht genutzt wird! Es mag ja sein, dass der Partner wirklich treu ist und das auch sein will. Das heisst aber noch lange nicht, dass ihn nicht hier und da eine andere Person erregt und sich Fantasien bilden! Evolutionär gesehen absolut logisch und auch nicht verwerflich!

Verwerflich ist hingegen, wenn der Partner diese Fantasien aus falschen Moralvorstellungen zurückbehält! Dann hätte er Dinge im Kopf, die vorzüglich dem Fetisch dienlich sein könnten und nutzt sie nicht, verweigert dem Partner also diesen Genuss!

Fantasie gibt es in zwei Formen. Einmal, denkt sich der Partner etwas aus, erzählt es während des Liebesspiels und versucht damit den Fetisch zu bedienen. Das kann durchaus funktionieren, doch fehlt etwas! Die Gefühle! Es kann natürlich sein, dass gewisse Fantasien das Lustzentrum des Partners genug stimulieren, um körperliche Reaktionen hervorzurufen. In dem Fall wird der Fetisch sich freuen. Denkt der Partner sich jedoch nur die Dinge aus, von denen er annimmt sie gefallen besonder gut, selbst aber nicht dadurch erregt wird, dann ist es fast vergebene Mühe! Der Fetisch wird mit dem Kopf schütteln und nicht darauf reagieren!

Da sind die Fantasien, die der Partner durch eine andere Person im Kopf hat, schon deutlich nutzbringender! Sie sorgen schliesslich für zum Teil heftige Reaktionen und Fetisch nebst Masochist freuen sich tierisch! Der Partner wird einen damit nicht verletzten, eher im Gegenteil und in aller Regel findet der Partner auch heraus, wie erfüllend es für ihn sein kann, während des Liebesspiel offen und ehrlich an diese Fantasien denken zu können! Habe ich selbst erlebt!

Aber wieder Achtung! Ist der Partner so an die Treue „gewöhnt“, dass er dennoch in seinem Verhalten etwas falsches sieht, kann es zu Komplikationen kommen! Zum Beispiel kann der Partner, während des Liebesspiels, an seine Fantasie denken und sie aussprechen. Dabei hat diese Fantasie dem Partner gegenüber einen Vorteil. Sie ist neu! Neues ist in aller Regel etwas aufregender und das bedeutet schlussendlich nichts anderes, als dass man stärker darauf reagiert!

Es ist also nicht ausgeschlossen, dass der Partner durch diese Fantasie einen mächtigen Höhepunkt erreicht. Vielleicht heftiger, als mit einem selbst! Auch wenn es uns Sharern oftmals in die Hände spielt, der Partner könnte Schuldgefühle entwickeln, vielleicht sogar schlimmeres! Das gemeinsame Liebesspiel könnte beendet sein und man selbst hat nun die Aufgabe, wie es sich für einen guten Partner gehört, für den Partner da zu sein und ihm Trost und Halt zu spenden! Auch wenn das bedeutet, dass man selbst auf halber Strecke liegengelassen wird. Damit muss man leben! Die Gefühle des Partners sind in dem Moment wichtiger!

Allgemeines Fazit:

Allgemein kann man also sagen, es muss wirklich nicht immer Hummer sein! Analog, der Partner muss nicht immer fremdgehen! Er hat ein breites Spektrum an Möglichkeiten, wie er mit dem Fetisch umgehen kann, ohne selbst untreu werden zu müssen!

Auch hier spielt Ehrlichkeit und Wissen eine Rolle! Wenn man weiss, was einen erregt und dem Partner gegenüber ehrlich ist, wird er sich die Dinge schon zurechtlegen können, wie er dem Fetisch entsprechen kann, ohne untreu zu werden! Wichtig dabei ist aber auch, der Partner muss es wollen! Es mag Menschen geben, die selbst damit ihre Probleme haben und wie wir bei der Toleranz ja gesehen haben, muss man das schlussendlich auch akzeptieren!

Auf jeden Fall sei eins gesagt. In einer guten, starken Beziehung sollte es genug Wege geben, dem Fetisch gerecht zu werden! Solange gegenseitige Toleranz besteht und die Liebe gross genug ist, gibt es so viele Wege, wie der Partner einen glücklich machen kann und aus meiner Erfahrung kann ich sagen, der Partner ist in aller Regel auch bereit dafür!

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