Beweist Wifesharing die Liebe?

Ich bin schon darauf eingegangen, dass man den Menschen, die ihren Partner teilen wollen gerne unterstellt, sie würden den Partner nicht wirklich lieben. Im Beitrag »Was ist mit der Liebe?« habe ich schon gezeigt, dass eine solche Aussage totaler Blödsinn ist.

Dieses Mal will ich jedoch zeigen, dass Wifesharing dem Sharer sogar beweisen kann, dass sein Partner ihn wirklich liebt!

Es gibt zwei Zitate aus Filmen, die ich im Bezug auf Liebe wirklich grossartig finde.

„Was ist mit der Liebe?“

„Überschätzt! Biochemisch gesehen nichts anderes als riesige Mengen Schokolade zu vertilgen!“

Aus »Im Auftrag des Teufels«

Es ist überaus bemerkenswert wie ähnlich das Muster der Liebe dem Muster des Wahnsinns ist. 

Aus »Matrix Revolution«

Zwei Zitate die, wenn man sich mal wirklich Gedanken darüber macht, durchaus zutreffend sind! Wenn dem so ist, warum sollte man dann in den von der Gesellschaft aufgelegten Bahnen denken und sich nicht so der Liebe gegenüber verhalten, wie man es selbst für richtig hält? Denn gerade Wifesharing bietet da einige Punkte, die in meinen Augen ein wirklicher Vorteil darstellen!

Den Partner akzeptieren

Das trifft natürlich nicht auf jeden Partner zu, denn natürlich gibt es auch Menschen, vorwiegend Frauen, die ausschliesslich dann Sex wollen, oder ihrem Wunsch nachgeben, wenn Gefühle im Spiel sind. Da gibt es also nichts zu akzeptieren!

Doch was, wenn der Partner in der Zeit, in der er Single ist, seine Sexualität voll ausschöpft und seinen Spass daran hat?

Die Gesellschaft verlangt, dass dieses Verhalten mit Beginn einer Beziehung endet, denn in unseren Breiten gehört es zum guten Ton, dass man treu ist. Doch nimmt man es genau, dann verlangt die Gesellschaft damit von Menschen, die ungebunden frei ihrem sexuellen Trieb nachgehen, dass sie sich wegen einer Beziehung ändern.

Genau da haben wir aber auch schon einen Punkt, wo sich die Sitten ganz schön selbst in den Schwanz beissen! Denn einerseits wird verlangt, dass man in sexueller Hinsicht sein Verhalten ändern soll, auf der anderen Seite soll man seinen Partner aber so akzeptieren, wie er ist!

Hallo? Was denn jetzt? Soll man seinen Partner so akzeptieren, wie man ihn kennengelernt hat, oder soll der sich jetzt mal schnell verändern, um der Treue die Ehre zu erweisen? Wie passt das denn bitteschön zusammen?

Es gibt da noch so ein Fall, den ich immer wieder beobachte. Da lernen sich zwei kennen. Der Eine ist Raucher, der Andere nicht. Es entstehen Gefühle, die Beiden kommen zusammen und auf einmal soll der Eine mit dem Rauchen aufhören. Sehr interessant, oder? Zudem ist das kein Einzelfall! Alleine in der Zeit, in der meine Frau in der Gastronomie arbeitet, habe ich diese Situation schon viele Male so miterlebt! Das Ende vom Lied war auch immer das Gleiche. Der Raucher versprach, mit dem Rauchen aufzuhören und kaum war sein Partner ausser Sicht, steckte da schon eine Fluppe im Mund.

Vielleicht verstehe ich da auch etwas nicht richtig. Wenn ich mich in einen Menschen verliebe, dann doch in das komplette Paket, oder? Als ich zum Beispiel meine Frau kennengelernt habe, widersprach sie einigen Punkten meines Geschmacks. Sie hatte kurze Haare und trug für meinen Geschmack etwas zu viel Schmuck. Dennoch entwickelten sich die Gefühle und schliesslich kamen wir zusammen. Hätte ich danach dann fordern sollen, dass sie sich die Haare wachsen lässt und den Schmuck entfernt? Meiner Meinung nach nicht und das habe ich auch nicht von ihr verlangt. Wir hatten aber darüber gesprochen und sie hat den Schmuck schliesslich auch abgelegt. Aber, weil sie es wollte und nicht, weil ich es von ihr verlangt hatte! Das ist in meinen Augen ein großer Unterschied! Denn ich bin der Meinung, ich akzeptierte sie so, wie sie war und hatte nicht versucht sie zu verändern!

Gut, beim Sex ist es das gleiche Spiel! Wenn man sich in einen Menschen verliebt, der als Single wie ein Weltmeister durch die Gegend vögelt und Spass dabei hat, dann sollte man auch in der Hinsicht nichts verlangen! Man hat sich schliesslich in diesen Menschen verliebt und zu dem gehört eben auch diese Art!

Hat man nun die Neigung, seinen Partner teilen zu wollen, will man gar nicht, dass der sich verändert! Das heisst, er kann so bleiben, wie man ihn kennengelernt hat und in meinen Augen ist das ein gewaltiger Vorteil. Einer, der zudem auch beweist, dass man diesen Menschen wirklich liebt! Man akzeptiert ihn so, wie er ist! Sollte es nicht genauso sein, in einer guten Beziehung?

Da hätten wir also schon einen Punkt, wo Wifesharing der Liebe gegenüber als Beweis angesehen werden kann!

Wifesharing schafft Sicherheit!

Wenn ich diese Aussage in einem Gespräch treffe, werde ich immer wieder total schief angeschaut. Kaum einer kann verstehen, wie die sexuelle Freiheit für Sicherheit sorgen kann. Das liegt aber unter anderem daran, dass viele einfach über das Konzept der Treue nicht hinwegsehen können. Viele dieser Menschen schaffen sich Sicherheit, indem sie eifersüchtig sind und damit ihren Partner teilweise sogar in einen Käfig sperren.

Nun bliebe aber die Frage, was davon verspricht mehr Sicherheit? Seinen Partner einzusperren, oder ihm die Freiheit zu lassen?

Eifersucht

Wie oft habe ich das schon erlebt? Da ist ein Paar und einer, vielleicht auch beide dürfen nicht einmal zulange zu einem Vertreter des anderen Geschlechts schauen, ohne dass gleich eine massive Szene folgt. Es kommt zum Streit, Besitzansprüche werden geltend gemacht und was weiss ich nicht noch alles.

In der Tat, so bindet man den Partner ganz fest an sich, denn Menschen sehnen sich nach Streit, wollen kontrolliert werden und wünschen sich nichts mehr, als Regeln aufgestellt zu bekommen.

Bei einigen Paaren funktioniert das nach einer Zeit. Da wird sich damit arrangiert und es heisst schliesslich, lieber verzichten sie auf etwas, als die Partnerschaft zu verlieren. Nun, in gewisser Hinsicht ist es ganz schön zu sehen, dass einige Menschen tatsächlich noch die Mühe auf sich nehmen, eine Beziehung am Leben zu halten und nicht bei den ersten Problemen die Notbremse ziehen. Andererseits, wie stark kann eine Beziehung denn sein, wenn die Partner in einigen Punkten ein Schloss vor die Nase gesetzt bekommen?

Andere Partnerschaften zerbrechen daran und oft ist es dann die Person, welche die ganze Zeit die Regeln aufgestellt hat, die hinterher heult und schwört, dass sie sich ändern wird? Die Erfahrung zeigt, da wird sich nichts ändern! Vielleicht eine Zeit lang, bevor dann das alte Muster wieder auftritt und es bei einer zweiten Chance dann doch wieder zu den altbekannten Problemen führt.

Teilen

Mit ein Argument, welches Wifesharing als Vorteil ausschliesst ist immer wieder, dass beim teilen die Gefahr besteht, dass sich der Partner vielleicht neu verliebt.

Gut, dagegen kann ich natürlich nichts sagen, doch muss das ja nicht heissen, dass er die Partnerschaft deshalb aufgeben will, oder?

Davon aber mal ganz abgesehen, wenn man seinen Partner einsperrt, kann der dann keine Gefühle mehr entwickeln? Nun, wenn man ihn wirklich einsperrt und jeglichen Kontakt zu anderen Menschen unterbindet, dann funktioniert es wahrscheinlich schon. Aber wenn man nicht so weit geht, was der Partner wahrscheinlich auch nicht lange mitmachen würde, dann ist da soziale Interaktion mit anderen Menschen und natürlich können sich da auch Gefühle entwickeln.

Hier haben wir dann den Fall, wo Wifesharing mehr Sicherheit verspricht, als Eifersucht und Regeln. Denn während bei Eifersucht mit aufkeimenden Gefühlen der Gedanke kommen kann, dass diese neue Person vielleicht nicht so besitzergreifend ist und deshalb reizvoller erscheint, sieht die Sache beim Wifesharing ganz anders aus! Da wird man nicht eingesperrt und schau mal an, vielleicht würde der Partner diese Freiheit verlieren, wenn er eine Beziehung mit einer neuen Person eingeht!

Betrachtet man es aus dieser Perspektive, dann ist die vermeintlich sicherere Methode mit der Kontrolle weit gefährlicher, als dem Partner seine Freiheit zu lassen!

Das Problem in beiden Varianten

Eine Sache übersehen die Menschen jedoch allzu gerne. Wenn sich Gefühle entwickeln, was in beiden Varianten passieren kann, dann ist es mit der Sicherheit vorbei! Wenn der Partner diesen Gefühlen nachgeben will, dann kann man ihn sowieso nicht mehr halten! Egal, ob man ihn weiter zu kontrollieren versucht, oder ihm seine Freiheit lässt. Der wird gehen!

Hier unterscheiden sich die Varianten nur in einem Punkt. Bei Eifersucht treibt man den Partner vielleicht eher zu einer anderen Person, während beim Wifesharing der Partner vielleicht etwas verlieren würde.

Doch egal wie es auch sein mag, wenn der Partner den Gefühlen nachgeben will, ist die Sache vorbei!

Wifesharing beweist Liebe!

Kommen wir zum Hauptpunkt des Artikels! Wieso beweist Wifesharing denn Liebe?

Nun, wie wir ja schon gesehen haben, durch das Teilen akzeptiert man seinen Partner so, wie er ist. Insofern er natürlich ein sexueller Freigeist ist und man ihn nicht dazu nötigt, sich teilen zu lassen. Damit kann man also seinem Partner beweisen, dass man ihn wirklich so liebt, wie er ist.

Aber durch Wifesharing kann auch der Partner beweisen, dass da wirklich Liebe im Spiel ist!

Folgende Situation. Man weiss, dass der Partner vor der Beziehung sexuell sehr aktiv war und sich voll ausgelebt hat. Nun ist er jedoch aufgrund der gesellschaftlichen Gepflogenheiten treu. Liegt der dann nachts vielleicht bei einem im Bett und träumt davon wie es war, als er noch frei war? Vermisst er vielleicht diese Zeit? Gibt es da vielleicht mittlerweile eine andere Person, die seine Aufmerksamkeit erregt hat und er sich eigentlich wünscht, wieder frei zu sein?

Man kann nicht in die Köpfe anderer Menschen schauen und deshalb, gerade wenn es in sexueller Hinsicht eher mau aussieht, schleichen sich da gerne mal solche Gedanken ein. Gut, es gibt natürlich auch Menschen, die sich darüber keine Gedanken machen, aber eben auch jene, die sich einer Sache nie 100% sicher sind.

Teilt man nun seinen Partner, sieht die Sache schon ganz anders aus. Denn da ist eben das Risiko, dass sich Gefühle einschleichen können! Aber! Erbringt der Partner nicht den unwiderlegbaren Beweis, dass dem nicht so ist?

Verändern wir die Situation ein wenig und sagen, der Partner liegt nachts im gemeinsamen Bett, hat sich aber zuvor schön mit einer anderen Person ausgetobt. Auf einmal ist da kein Spielraum mehr für Zweifel! Der Partner beweist es ganz simpel damit, dass er nach solchen Abenteuern immer wieder zurückkommt! Offensichtlich ist ihm die Partnerschaft so wichtig, dass er sie nicht aufgeben will und deshalb immer wieder dahin zurückkehrt!

Durch die Freiheit gibt man dem Partner also ein Instrument an die Hand, mit welchem ehr seine Liebe weit besser unterstreichen kann, als mit allen Worten der Welt! Natürlich kann man seine Zweifel nennen und der Partner kann sagen, dass die unbegründet sind. Aber, was sind schon Worte? Eine Lüge ist eine so simple Sache! Der Partner kann einem das Blaue vom Himmel versprechen und gleichzeitig etwas ganz anderes denken!

Da spreche ich aus Erfahrung! Auch ich habe schon die Situation erleben dürfen, in der mir an dem einen Tag noch die Liebe ausgesprochen wurde, Pläne für das Wochenende gemacht wurden, sie in Wirklichkeit aber quasi schon mit einem anderen Mann zusammen war! Also, was sind schon Worte? Da war es dann schon viel deutlicher, als die Beziehung schliesslich endete und ich erfahren hatte, dass sie jede Nacht, wenn es ans schlafen ging inständig hoffte, ich würde nichts wollen! Sie lag also mit mir im gleichen Bett, sprach sogar von Liebe und dachte in Wirklichkeit nur daran, dass sie viel lieber woanders wäre und ich doch bitte die Finger von ihr lassen sollte. Also. Worte? Nein, da kann man nicht viel drauf geben.

Teilt man jedoch, dann sieht die Welt ganz anders aus! Denn der Partner hat ja ganz offen die Wahl das zu tun, was er will! Man lässt ihm seine Freiheit und geht damit das Risiko ein, dass er von einem Abenteuer nicht zurückkehren möchte. Tut er es aber doch, dann weil er es will! Er geht also ins gemeinsame Bett, weil er dort sein will! Weil er seinen Partner spüren will und auch, weil er Sex von ihm will! Denn würde er es nicht wollen, warum sollte er es dann tun?

Wenn man mich fragt, besser kann man die Gefühle und den eigenen Willen nicht demonstrieren!

Natürlich kann man hier den Einwand erheben, dass der Partner vielleicht noch nicht ganz dazu bereit ist, neuen Gefühlen nachzugeben. Das ist natürlich richtig, doch sollte man schon eine Änderung im Verhalten feststellen. Denn während in einer „normalen“ Beziehung, das Fremdgehen geheim gehalten wird und man gar nicht weiss, wann es passiert, oder wie oft, sollte das beim Wifesharing offensichtlich sein. Da wäre es dann schon sehr auffällig, wenn der Partner auf einmal dauernd mit einer anderen Person sexuell aktiv ist, zuhause aber immer Kopfweh hat.

Das ist übrigens auch ein Beweis für Liebe. Na ja, eher für mangelnde Liebe. Doch, es ist ein Beweis! Denn beim Teilen kommt es ja auch immer darauf an, es sei denn der Fetisch ist entsprechend entwickelt, dass der Sharer nicht zu kurz kommt. Wenn der Partner das ignoriert und dennoch munter seinen Spass bei einer anderen Person hat, muss man nicht mehr gross zweifeln, denn dann ist was im Busch und allgemein, wie auch in einer monogamen Beziehung, ist die Sache dann auch bald vorbei.

Fazit

Sicherheit ist eine Illusion! Egal ob man eine monogame Beziehung führt, oder teilt. In beiden Fällen können Gefühle entstehen und der Partner kann den Wunsch verspüren, diesen nachzugeben. Von daher, egal was man macht, wenn der Partner gehen will, dann hält ihn nichts!

Doch bin ich der Meinung, sperrt man ihn ein und verursacht durch Eifersucht und Streit immer wieder Stress, dann treibt man ihn eher von sich weg, als ihn zu halten!

Ausserdem ist man in einer monogamen Beziehung immer darauf angewiesen, Worten zu vertrauen. Doch Worte sind so ein flüchtig Ding! Sie sind schnell ausgesprochen und können das komplette Gegenteil von dem wiederspiegeln, was der Sprecher eigentlich denkt. Da ist es in meinen Augen doch deutlich beruhigender zu wissen, mein Partner ist bei mir, weil er das will! Er hat die Wahl und entscheidet sich dafür, bei mir zu sein! Das sind keine banalen Worte! Das sind Taten, knallharte Fakten!

Von daher bin ich der Meinung, Wifesharing bietet viel mehr Möglichkeiten für den Partner, die eigenen Gefühle und vor allem sein eigenen Willen zu zeigen, als es Treue und Eifersucht tut!

Ausserdem bietet Wifesharing die Möglichkeit, einen Partner voll und ganz zu akzeptieren. Auch dann, wenn er sexuell gesehen nicht monogam sein will, oder kann!

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