Ist Wifesharing ein Fetisch?

Auf diese Frage bin ich in einem sozialen Netzwerk aufmerksam geworden. Dort wurde gesagt, Wifesharing sei kein Fetisch. Gut, nur weil ich das anders sehe muss es nicht heissen, dass ich damit auch richtig liege! Wer schon mehr in diesem Blog gelesen hat dürfte wissen, solche Fragen beschäftigen mich und ich will eine Antwort darauf haben!

Nehmen wir uns also dem Wifesharing mal genauer an und fragen, ist es ein Fetisch, oder nicht? Wenn nicht, was ist es dann?

Was ist ein Fetisch?

Klären wir zuerst, was eigentlich ein Fetisch ist. Dazu ziehe ich Wikipedia zu Rate. Wahrscheinlich würden nun gerne einige von euch sagen, Wikipedia sei nicht unbedingt vertrauenswürdig, schliesslich kann da jeder was reinschreiben. Das ist soweit auch richtig, doch macht euch mal den Spass und versucht es! Sucht euch irgendein Thema aus und schreibt einfach etwas dazu. Ihr werdet sehen, es dauert nur Minuten, da wird es diskutiert und wenn es Schwachsinn sein sollte, dann fliegt es schneller wieder raus, als ihr es getippt habt. Vielleicht ist Wikipedia nicht die beste Quelle, aber ich persönlich halte sie für ausreichend!

Als sexueller Fetischismus wird in der Regel eine sexuelle Devianz verstanden, bei der ein meist unbelebter Gegenstand (vgl. Objektsexualität), der sogenannte Fetisch, als Stimulus der sexuellen Erregung und Befriedigung dient.

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Was sagt uns das? Nun, ein Fetisch ist offensichtlich etwas, was die sexuelle Erregung stimuliert und befriedigt. Wer hätte es gedacht? Weiter steht da auch, dass ein meist unbelebter Gegenstand die Stimulation und Befriedigung auslöst. Wohl gemerkt, meist unbelebt!

Das es nicht immer unbelebt sein muss, zeigt der Artikel ebenfalls!

Das fetischistische Verhalten unterscheidet sich individuell stark und kann sich auf einen einzigen Gegenstand, auf mehrere Objekte, Materialien oder auch auf Körperteile (auch solche des Partners) beziehen.

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Es kann sich also auch auf Körperteile, auch welche vom Partner beziehen und die sollten ja hoffentlich noch lebendig sein.

Netterweise bestätigt es auch, dass mein Haar-Fetisch tatsächlich ein Fetisch ist ;).

Das heisst also, ein Fetisch ist alles, was von der sexuellen Norm abweicht und durch das man stimuliert wird. Sei es ein Objekt, oder etwas an seinem Partner. Das heisst aber nicht, dass eine sexuelle Handlung ausgeschlossen ist! Ich werde zum Beispiel erregt, wenn meine Frau sich tolle Frisuren macht. Genauso werde ich aber auch erregt, wenn sie Interesse an einem anderen Mann hat! Falls da jemand einen Unterschied erkennt, rein in die Kommentare!

Was tut Wifesharing?

Ich möchte noch einmal betonen, dass ich in diesem Blog Wifesharing als Oberbegriff für alles nehme, wo man durch das fremdgehen des Partners sexuelle Erregung verspürt!

Was tut Wifesharing nun mit mir?

Nun, ich werde bei dem Gedanken erregt, dass meine Frau sexuelles Interesse an einem anderen Mann hat. Das drückt sich auf die gleiche Weise aus, wie es zum Beispiel ein Dutt bei ihr tut. Ich sehe es, oder denke daran und werde erregt.

Wie drückt sich die Erregung aus?

Das ist sehr einfach zu erklären. Ich werde aufgeregt, nervös, würde am liebsten über sie herfallen und von ihr hören, was sie empfindet. Auch das kann man mit meinem Haar-Fetisch vergleichen. Ich sehe zum Beispiel einen Dutt und werde heiss. Ich will sie ins Bett kriegen und will das Ding anfassen.

Okay, ein wenig unterscheidet es sich. Beim Wifesharing möchte ich hören was sie empfindet, während ich beim Dutt anfassen möchte. Ist das aber ein ausschlaggebender Faktor?

Ich denke nicht! Man kann es eben nicht anfassen, wenn der Partner fremdgeht. Ich würde es einfach als Varianz ansehen. Das Eine will ich anfassen, bei dem Anderen will ich was hören. Nein, ich glaube nicht, dass dieser Unterschied wirklich gravierend ist.

Bin ich von Wifesharing abhängig?

Dazu wieder etwas aus Wikipedia:

Häufig wird bereits eine Neigung als Fetischismus bezeichnet, bei der die Betroffenen keinem Leidensdruck unterliegen. Diese Definition des Fetischismus setzt nicht voraus, dass die Neigung eine notwendige Sexualpräferenz ist, und kann auch eine oder mehrere Vorlieben umschreiben. Hier kann der Ausdruck auch Neigungen bezeichnen, die sowohl nach wissenschaftlichem Verständnis als auch nach dem Selbstbild von Praktizierenden Bestandteil einer normalen Sexualität sind und die die Praktizierenden nicht beeinträchtigen.

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Genauso empfinde ich es! Wifesharing ist eine Sache, die meine sexuelle Lust massiv steigern kann. Das heisst aber noch lange nicht, dass ich es brauche, um sexuell stimuliert zu werden! Nein, ich kann auch ganz „normal“ mit meiner Frau intim sein, nur sie und ich. Keine Gedanken an andere Männer, keine Fantasien, keine Berichte. Dennoch macht es mir sehr viel Spass und steigert den Wunsch nach mehr.

Verglichen mit dem Haar-Fetisch kann ich sagen, es verhält sich genauso! Meine sexuelle Lust wird gesteigert, wenn meine Frau eine aufregende Frisur trägt. Ich werde aber auch von ihr angezogen, wenn die Haare offen, oder gar kurz sind.

Ist Wifesharing nun ein Fetisch?

Machen wir es doch mal wissenschaftlich. Eine Theorie muss an der Erfahrung scheitern können. Meine Theorie ist, Wifesharing (das sexuelle Teilen des Partners zur Luststeigerung) ist ein Fetisch. Ich gehe mal durch den Wikipedia-Artikel und suche Dinge, die passen und die, die eben nicht passen.

Punkt 1

Als sexueller Fetischismus wird in der Regel eine sexuelleDevianz verstanden, bei der ein meist unbelebter Gegenstand (vgl. Objektsexualität), der sogenannte Fetisch, als Stimulus der sexuellen Erregung und Befriedigung dient.

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Wifesharing ist definitiv eine sexuelle Devianz, denn nicht jeder empfindet dadurch einen Lustgewinn. Die Meisten sehen darin wohl eher das Gegenteil!

Zur Stimulierung der sexuellen Erregung und der Befriedigung dient jedoch kein unbelebter Gegenstand. Jedoch wird hier von »meist« unbelebt gesprochen! Weiter unten findet sich dazu noch etwas:

Andere Forscher halten auch abstraktere Gegenstände wie Worte für ein mögliches Ziel fetischistischen Verhaltens, demnach wäre Dirty Talk ebenfalls eine Form sexuellen Fetischismus.[

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Wie in einigen Beiträgen in diesem Blog nachzulesen ist, können die Erzählungen über einen Akt mit einer anderen Person sehr wohl die Kriterien erfüllen. Demzufolge muss einem Fetischisten zugestanden werden, dass sich sein Fetisch nicht auf ein lebloses Objekt beziehen muss! Folglich kann auch das Teilen einen Fetisch ausdrücken!

Hinzu kommt noch, dass auch Körperteile des Partners ein Fetisch sein können. Sein Handeln mag nun kein Körperteil sein, aber es gehört dennoch zum Partner, oder? Demnach ist es ebenfalls ein Indiz dafür, dass Wifesharing sehr wohl ein Fetisch ist!

Punkt 2

Der umgangssprachliche Gebrauch schließt neben dem Wortspiel mit der sexuellen und religiösen Konnotation des Fetischismus auch sexuelle Neigungen über die wissenschaftliche Definition hinaus ein.

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Zumindest im umgangssprachlichen Gebrauch scheint Wifesharing also ein Fetisch zu sein, denn da werden auch sexuelle Neigungen über die wissenschaftliche Definition hinaus eingeschlossen.

Häufig wird bereits eine Neigung als Fetischismus bezeichnet, bei der die Betroffenen keinem Leidensdruck unterliegen.

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Genauso ist es auf jeden Fall bei mir! Ich finde es toll, wenn Wifesharing ins Spiel kommt, kann aber auch damit leben, wenn es denn nicht vorkommt! Allerdings, wie ich auch schon in anderen Beiträgen geschrieben habe, es kann durchaus sein, dass Wifesharing irgendwann in den Vordergrund drängt!

Im ICD-10-GM wird dem Begriff des Fetischismus keinerlei belebtes Objekt zugeordnet, dies gilt analog auch für Körperteile des Partners. Alle fetischistischen Verhaltensweisen, die sich nicht auf ein unbelebtes Objekt richten sind demnach nicht dem F65.0 zuzuordnen, obwohl sie durchaus zu den Paraphilien gehören können. Nach DSM-IV umfasst sexueller Fetischismus sowohl den Gebrauch unbelebter Objekte als auch die erotische Simulation durch Körperteile, der DSM-IV-Code für diesen Begriff ist 302.81. Die diagnostischen Kriterien unterscheiden sich darüber hinaus nicht, sind aber nicht hierarchisch zu verstehen.[12] Durch die sich unterscheidende Definition und die vertikale beziehungsweise horizontale Anordnung der Diagnosekriterien kann es aber insbesondere bei statistischen Werten und beschreibenden Publikationen aus verschiedenen Ländern zu Missverständnissen kommen, da Fetischismus nach DSM-IV ein weiteres Feld umfasst. Erotische und sexuelle Vorlieben, beispielsweise für blonde Haare, werden nicht von den medizinisch-psychologischen Definitionen des sexuellen Fetischismus abgedeckt.

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Autsch! Da steckt Wifesharing aber eine ordentliche Schlappe ein! Aus medizinischer Sicht scheint er wohl doch kein Fetisch zu sein, zumindest nicht nach den zur Diagnose herangezogenen Definitionen!

Punkt 3

Im Begriff der Subkultur werden keine klaren Grenzen des Fetisches gesetzt; ein Rollenspiel kann genauso wie das Tragen von Damenwäsche als Fetisch verstanden werden. In dieser Definition wird der Fetisch in der Regel als eine legitime und gleichberechtigte sexuelle Spielart verstanden, die nicht geheilt oder behandelt werden muss. Die Anwendung der wissenschaftlichen Definition im Sinne des ICD-10-GM wird in diesem Zusammenhang häufig als diskriminierend verstanden.

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In subkultureller Hinsicht wird aus Wifesharing dann wieder ein Fetisch! Wenn ein Rollenspiel ein Fetisch sein kann, dann auch das Teilen des Partners!

Neben den klassischen Medien zur Kontaktaufnahme und Information über verschiedene Bereiche des Fetischismus, beispielsweise Zeitschriften wie Bizarre, hat sich mit Entstehen des Internets eine eigene, oft vom jeweiligen Fetisch abhängige Szene entwickelt. Dadurch finden Fetischisten Unterstützung und Gleichgesinnte in Foren, Communitys und Subkulturen. Der Fetischbegriff wird in der jeweiligen Gruppe definiert und es werden zum Teil eigene Begrifflichkeiten für spezielle Fetische entwickelt.

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Wenn man sich diese Passage anschaut, dann ist das Thema ja eigentlich schon durch! Ich habe mich schon viel mit anderen „Betroffenen“ ausgetauscht und einstimmig war die Rede von einem Fetisch. Damit wird der Punkt erfüllt, dass jeweilige Gruppen den Fetischbegriff definieren!

Punkt 4

In der Sexualwissenschaft und der Psychologie wird begrifflich in manchen Betrachtungen zwischen einem partiellen Fetischismus und einem kompletten Fetischismus unterschieden.  […] Ist ein Orgasmus ohne Zuhilfenahme eines Fetisch nicht erreichbar, wird von einem kompletten Fetischismus gesprochen. Andere Formen, bei der der Fetisch nur der Erregung dient, aber nicht zwingend zur Erfüllung der sexuellen Befriedigung notwendig ist, werden als partiell bezeichnet.

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Das trifft zu! Ich für meinen Teil kann sehr wohl auch ohne die Erfüllung des Fetischs mit meiner Frau intim werden und zum Höhepunkt gelangen. Ich halte es aber auch nicht für ausgeschlossen, dass es Ausprägungen gibt, bei denen die Erfüllung für einen Orgasmus zwingend erforderlich ist. Auch hier passt Wifesharing also ins Bild!

Punkt 5

Für manche Fetischisten sind alle Sinne für die Erregung notwendig, andere werden bereits durch den Anblick erregt. Einige Fetische wirken durch ihre Koppelung mit bestimmten Szenarien, es kann eine Übertragung der Eigenschaften der Umgebung auf den Gegenstand selbst stattfinden.

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Für manche Fetischisten sind alle Sinne für die Erregung notwendig. Okay, dass trifft nicht so ganz zu, doch immerhin teilweise! Es zu sehen, wenn der Partner flirtet, oder fremdgeht ist natürlich sehr stimulierend! Genauso wie die Empfindungen, wenn man davon erzählt bekommt. Fühlen spielt auch eine wichtige Rolle! Man denke mal an den „Lügendetektor“, also das Sexualorgan, welches gerne zum Verräter wird, kommt eine andere Person ins Spiel. Auch hier kann es unglaublich erregend sein, die Erregung beim Partner durch Erzählungen zu spüren! Beim Geruch bin ich mir allerdings nicht so sicher. Ob es nun Erregung verursacht, den Geruch der anderen Person am Partner zu riechen? Ich weiss es nicht!

Einige Fetische wirken durch ihre Koppelung mit bestimmten Szenarien! Indem Fall wäre das Objekt der Partner und das Szenario das Fremdgehen. In meinen Augen passt das hervorragend!

Fetische können sich im Laufe der Zeit verändern. Dabei wird entweder der vorhandene Fetisch abgewandelt oder es kommen weitere Fetische hinzu; ein dauerhafter Rückgang des Fetischismus ohne äußere Einflüsse kommt in aller Regel nicht vor. Gelegentlich können äußere Ursachen für eine solche Änderung benannt werden, im Allgemeinen ist dies jedoch nicht der Fall.

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Da ich Wifesharing als hoch dynamisch und flexibel ansehe, sollte auch dieser Umstand hinreichend erfüllt sein!

Fazit

Bringen wir die Sache mal zum Schluss und ziehen ein Fazit. Ist Wifesharing nun ein Fetisch? Leider kann ich da keine klare Aussage treffen.

Aus medizinischer Sicht ist es definitiv kein Fetisch! Da gibt es nichts schön zureden. Es ist keiner und Punkt!

Davon abgesehen erfüllt Wifesharing eine ganz grosse Zahl an Punkten, welchen diese sexuelle Spielart als Fetisch auszeichnen. Auch Wikipedia sagt, dass der Begriff Fetisch von Gruppen der Betroffenen geprägt wird und das zusammengenommen weist Wifesharing eindeutig als Fetisch aus!

Deshalb bleibe ich hier im Blog dabei, dass Wifesharing in allen seinen Ausprägungen ein Fetisch ist!

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