… mit mir?

Auch hier möchte ich wieder anmerken, der Fetisch ist dynamisch und flexibel! Deshalb spiegelt dieser Beitrag meine eigene Erfahrung und den Grossteil der Erfahrungen meiner Gesprächspartner wieder! Er kann jedoch auf einige Sharer nicht zutreffend sein! Dennoch scheint es auf den Grossteil der Sharer anwendbar zu sein und ich finde auch, es sollte angesprochen werden! Sollte sich also jemand nicht damit identifizieren können, kein Problem, der Fetisch spielt eben nicht immer nach den gleichen Regeln!

Wifesharing als Alibi?

Nicht selten wird man, auch vom eigenen Partner, vor eine besondere Frage gestellt:

Willst du mich teilen, damit du selbst freie Bahn hast?

Natürlich muss es nicht genau dieser Wortlaut sein, aber sinngemäss kann eine solche Frage auftauchen. Das kann dann folgende Gründe haben:

  1. Der Partner will klare Verhältnisse haben und wissen, ob man selbst auch geteilt werden will
  2. Der Partner sieht in dem Fetisch eine Finte, damit man selbst auch mit anderen Menschen aktiv werden kann.

Der erste Fall ist gut! Der Partner macht sich Gedanken um den Fetisch und möchte die Rahmenbedingungen ergründen. Absolut legitim und der Punkt sollte auch durchgesprochen und geklärt werden.

Häufiger ist jedoch der zweite Punkt. Der Partner wittert hinter dem Fetisch ein abgekartetes Spiel! Vielleicht wird er ja doch nicht so geliebt und der Partner will sich auf diese Weise nur ein Türchen offen halten, um selbst seinen Spass zu haben? Die Lizenz zum fremdgehen also. Wenn ich es dir erlaube, dann darf ich es auch!

Wie der Grossteil der Sharer darauf reagieren könnte, kläre ich später. Wichtig dabei ist jedoch eins. Wenn der Partner sich schon diese Gedanken macht, sollte man es dann wirklich darauf anlegen, den Fetisch zu befriedigen? Es kann zu unerwünschten Komplikationen führen!

Angenommen der Partner ist einverstanden und begibt sich in die Arme einer anderen Person. Kann er es dann geniessen? Oder spuken ihm die ganze Zeit Gedanken durch den Kopf, welche Konsequenzen das haben könnte?

Aus eigener Erfahrung kann ich da leider nicht sprechen, da ich bislang immer glaubhaft meine Beweggründe darlegen konnte. Doch aus einigen Gesprächen habe ich erfahren, so etwas kann böse ins Auge gehen! Der Partner bricht den Spass ab, macht sich Gedanken und bekommt Zweifel. Es kann soweit kommen, dass der Partner so viele Probleme damit bekommt, dass er sogar die Beziehung beendet, da er damit nicht klar kommt!

Daraus folgt, wenn der Verdacht besteht, dass der Partner hinter dem Fetisch ein krummes Ding vermutet, sollte man das entweder wirklich ausreichend klären, oder vielleicht sogar Abstand von der Erfüllung nehmen! Lieber alles soweit reduzieren, dass der Partner nichts schlimmes dahinter vermutet und abwarten, ob er Vertrauen aufbaut, als eine Beziehung für einen Fetisch zu riskieren!

Das kann auch durchaus funktionieren! Sagen wir, der Partner hat so seine Probleme damit, die Ehrlichkeit des Fetischs zu akzeptieren. Man könnte dem Partner dann vorschlagen, zumindest von vergangenen Abenteuern und Lieben während des Liebesspiel zu berichten. Vielleicht erkennt der Partner dann ja, dass man es tatsächlich ehrlich meint und es einen tatsächlich hochgradig erregt, wenn man davon erzählt bekommt, ohne selbst etwas erzählen zu wollen. Vertrauen ist ein Gut, welches man sich erst verdienen muss und auf diese Weise kann es gelingen!

Vielleicht wird der Partner dadurch mutiger und gesteht irgendwann, dass es da tatsächlich jemand gibt, der überaus reizvoll ist! Auch hier kann die eigene Reaktion wieder beweisen, dass der Fetisch keine Spinnerei, sondern real ist! Stück für Stück kann das zum Ziel führen, auch wenn die Zeitspanne gross sein kann! Doch was will man? Schnell den Fetisch bedienen, oder eine lange, glückliche Beziehung führen, die vielleicht irgendwann dann auch den Fetisch mit einbezieht? Sex ist nicht das wichtigste in einer Beziehung und deshalb solle man sich lieber für eine lange, gute Beziehung entscheiden, als schnell den Fetisch durchzudrücken.

Will man selbst geteilt werden?

Hier ist nun der Punkt, wo der Fetisch auseinanderdriften kann! Wie schon erwähnt, es gibt eine vorherrschende Meinung dazu, die anscheinend auf die meisten Sharer zutrifft:

Nein! Man will es nicht!

Wie kann man das nun erklären? Das sollte man wissen, denn der Partner wird danach fragen! Warum will man also teilen und selbst nicht geteilt werden?

Die Frage hat mich, mal wieder, sehr lange beschäftigt! Warum will ich meinen Partner teilen, aber selbst nichts mit anderen machen? Finde darauf mal eine Antwort! Es ist nicht leicht und auch im Kontakt mit Gleichgesinnten waren nie wirklich befriedigende Antworten dabei.

Allerdings, ich gebe bei so etwas nicht auf! Alleine schon wegen der Tatsache, wenn ich danach gefragt werde, dann will ich auch eine Antwort geben können! Alles andere wäre peinlich. Man will etwas, kann aber noch nicht einmal sagen, was wirklich in einem vorgeht. Das kann durchaus auch dazu führen, dass der Partner an der Ernsthaftigkeit des Fetischs zweifelt und schon wären wir wieder beim Alibi.

Ich habe schlussendlich auch eine für mich zufriedenstellende Antwort gefunden! Teilen heisst, man teilt den Partner. Man will, dass der Partner fremdgeht und dadurch einen anerzogenen Schmerz auslöst. Einen Schmerz, der vom Masochisten aufgegriffen und in Lust umgewandelt wird. Das bedeutet, auch wenn man eigentlich nichts davon hält, es nur anerzogen und biologisch inkorrekt ist, es bedarf der Treue! Treue, die der Partner schliesslich brechen soll, damit man Lust gewinnt. Alternativ kann man die Treue auch weglassen und es mit Verlustangst erklären. Auch hier hat der Masochist seinen Spass!

Würde man aber nun selbst gerne geteilt werden, würde alles in eine Art offene Beziehung abgleiten. Verlustangst und Treue wäre auf einmal hinfällig, denn wenn ja jeder munter durch die Gegend vögeln kann, dann bricht man ja auch keine Treue, oder hat Angst vor Verlust. Man muss es sich mal so vorstellen, der Partner hat Interesse an jemand anderem gefunden und ist das gerade am aufbauen, oder schon am geniessen. Gleichzeitig hat man selbst Interesse an jemand anderem und konzentriert sich darauf. Wo bitte wird an dieser Stelle ein Fetisch bedient? Das funktioniert so nicht und folglich will man selbst auch nicht geteilt werden.

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, seit meine Frau sich um meinen Fetisch kümmert, wirken andere Frauen auf mich überhaupt nicht mehr! Das soll jetzt nicht heissen, dass ich vorher Interesse gehabt hätte. Aber, ich habe ja mehrere Fetische, die zuweilen durchaus angesprochen werden konnten. Eine richtig gute Frisur, oder tolle Schuhe, da habe ich definitiv hingeschaut. Aber auch nicht mehr! Seit meine Frau sich nun mit meinem Fetisch befasst, hat sich das komplett geändert! Klar sehe ich noch die Frisuren, oder die Schuhe. Aber mein einziger Gedanke ist, dass ich das an meiner Frau sehen will, vielleicht auch, wenn sie ein Date hat! Andere Frauen treten seither nicht mehr als Frauen für mich in Erscheinung und könnten noch so heiss aussehen, noch so tolle Frisuren, oder Outfits tragen, sie würden gegen eine Wand rennen! Nicht einmal Gedanken würde ich mir darum machen!

Von daher kann ich aus meiner Erfahrung nur sagen, wer teilen will ist selbst treu, so merkwürdig das auch klingen mag! Nimmt man es also genau und will einen treuen Partner, dann sollte man sich einen Sharer suchen, seinen Fetisch bedienen und in den meisten Fällen sorgt man dadurch dafür, dass der Partner an anderen Personen wirklich jegliches Interesse verliert. Ist eigentlich schon lustig, wenn man darüber nachdenkt!

Können zwei Sharer glücklich sein?

Sagen wir mal, sie werden es nicht einfach haben! Aber, es kann funktionieren! Wirklich kompliziert sollte es eigentlich nur am Anfang werden, wo beide Fetische noch unbedacht geblieben sind.

Man steht natürlich vor den gleichen Problemen, die auch sonst auftreten. Man selbst will eigentlich gar nicht geteilt werden, doch will man vielleicht seinen Partner auch glücklich machen. Wie gesagt, an diesem Punkt kann es durchaus kompliziert werden, denn einer müsste ja den Anfang machen, obwohl er ja gar nicht geteilt werden will.

Hier könnte wieder die Zeit zu Hilfe kommen. Klar, in der Zwischenzeit kann man sich mit Berichten von Abenteuern über Wasser halten, oder Fantasien entwickeln und erzählen. Das sollte auch gehen, wenn man eigentlich nicht geteilt werden will. Irgendwann könnte dann einer der Partner doch den Wunsch verspüren, etwas mit einer anderen Person zu machen. Nicht unmöglich, denn der Fetisch wird ja nur teilweise bedient. Das wird natürlich auf Anklang stossen und der Trieb könnte erfüllt werden.

Gut, ab dem Moment wird ein Fetisch bedient. Betreffende Person wird treu sein und es vollends geniessen, während die andere Person ihren Spass haben kann. Schon einmal ein Sieg für einen der beiden Fetische.

Nun hat sich auch schon gezeigt, hat der Partner sich ausgetobt, was nach einem Mal schon der Fall sein kann, aber auch länger dauern kann, ist in der Hinsicht erst einmal Ruhe. Klar, der evolutionäre Auftrag wurde ja erfüllt. Das bedeutet aber auch, der Fetisch des anderen Partners wird wieder brach liegen und nun kann es bei ihm durchaus dazu kommen, dass eine andere Person einen Reiz ausübt. Dem kann dann wieder nachgegeben werden und der zweite Fetisch kommt zur Erfüllung!

Kann, wenn, vielleicht. Natürlich ist es ungleich komplizierter, zwei Partner mit diesem Fetisch zu befriedigen. Unmöglich ist es jedoch keineswegs und wie mir gesagt wurde, kann eine solche Beziehung durchaus hochgradig erfüllend sein. Man muss aber bedenken, die Zeitspannen können gross sein! Man benötigt also Geduld und die sollte nicht zu knapp bemessen sein!

Bekommt man irgendwann Langeweile?

Das ist nicht unmöglich! Nehmen wir an, der Partner kommt mit dem Fetisch klar und hat eine Person gefunden, mit der es auch klappt. Geht das über einen längeren Zeitraum und es pendelt sich eine gewisse Gewohnheit ein, kann es durchaus langweilig werden und den Fetisch vielleicht nicht mehr ausreichend bedienen.

Hier hängt es nun vom Partner ab. Stellt sich eine Regelmässigkeit ein, wird es langweilig. So könnte es sein, dass der Partner sich jeden Freitag Abend mit der Person trift, vögelt und dann nachhause kommt und eigentlich nur das selbe berichten kann. Ausziehen, ein bisschen Vorspiel, erst die Stellen, dann eine andere Stellung, fertig. Jede Woche grüsst das Murmeltier. Was soll daran aufregend sein?

Im Gegenteil, es kann auch zu Problemen führen! Sagen wir, der Partner schafft es, drei Mal im Monat mit der anderen Person intim zu sein. Nur drei Mal, da in aller Regel eine Frau irgendwie involviert sein wird und Frauen haben bekanntlich einmal im Monat die Regel. Bei gutem Timing geht es natürlich auch vier Mal, ganz klar.

Das heisst aber, die andere Person kann sich auf regelmässigen Sex einstellen. Muss das auch für einen selbst gelten? Nein! Vielleicht läuft eine Zeit etwas nicht so rund und der Partner verspürt kein Interesse an Sex. Wohl aber mit der anderen Person, vielleicht sogar, um dem Stress zu entkommen! Eine Zeit wird der Masochist dabei eine Party feiern, doch irgendwann steht auch der nur noch mit verschränkten Armen da und streikt. Nicht gut!

Da sollte man dann nicht vergessen, es geht um Sex! Sex hat so viele verschiedene Ausdrucksformen, die kann man eigentlich gar nicht aufzählen. Es gibt unzählige Spielarten, Spielzeug und Dinge, die man ausprobieren kann. Denn, alles, was in der Beziehung bekannt und vielleicht schon gewohnt ist, ist mit einer anderen Person neu! Im Prinzip ist es natürlich das Gleiche, aber durch einen neuen Mitspieler drückt es sich anders aus und was in der Beziehung vielleicht nicht so gut funktioniert hat, kann mit der anderen Person erfüllend sein!

Schon kann auch die selbe Zielperson über längere Zeit dem Fetisch behilflich sein, wenn der Partner immer mal wieder von Experimenten und vor allem von den Gefühlen dabei berichtet. Vielleicht hat die Zielperson ja auch einen Fetisch und der Partner versucht diesen zu bedienen? Aufregend!

Einfacher geht es jedoch mit wechselnden Zielpersonen. Einfach schon deshalb, weil da alleine die Berührungen, der Anblick beim ausziehen und so weiter aufregend sind. Erlebt der Partner es schliesslich zum ersten Mal bei dieser Person. Berichte darüber werden den Fetisch hervorragend zufriedenstellen, solange es nicht schlecht für den Partner war. Da wird sich also so schnell keine Langeweile einstellen.

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