… der Reiz beim Teilen?

Diese Frage habe ich mir schon oft gestellt und sie ist mir auch schon oft gestellt worden. Natürlich auch von meinen Partnern und auch meiner Frau. 

Darauf zu antworten ist jedoch gar nicht leicht! Ich habe mir eine sehr lange Zeit darum Gedanken gemacht und mich auch mit Gleichgesinnten ausgetauscht, um der Sache auf die Spur zu kommen. Das war anfangs wenig produktiv, da auch meine Artgenossen darauf eigentlich keine befriedigende Antwort hatten.

Ich neige jedoch dazu hartnäckig zu sein. Dank meiner Frau habe ich auch genug Unterstützung erfahren, um meine Emotionen überprüfen zu können. Heraus kam folgendes:

Sharer sind Masochisten!

Einige werden jetzt wahrscheinlich sofort sagen, es wäre doch klar, dass es so ist. Das mag stimmen, doch anscheinend denken die meisten Menschen mit diesem Fetisch nicht an so etwas! Ich zum Beispiel. Ich bin normalerweise beim besten Willen keiner, der gerne Leid zugefügt bekommt. Im Gegenteil! Ich bevorzuge es, mit meinen Mitmenschen Spass zu haben! Also Spass im Sinne von, es ist lustig und ähnliches.  Ich kann sogar ausgesprochen negativ reagieren, wenn jemand übertrieben kritisch zu mir ist! Also von daher ist es nicht immer offensichtlich, dass jemand mit diesem Fetisch ein Masochist ist!

Hat man das jedoch für sich realisiert, so entdeckt man schnell, so war es in meinem Fall, was besonders gut auf den Fetisch wirkt. Da gibt es allerdings eine ganze Menge feiner Abstufungen. Es gibt die einen Sharer, also die, die teilen möchten, bei denen ist der Gipfel des Fetischs schon erreicht, wenn der Partner „schmutzige“ Nachrichten mit einem Aussenstehenden schreibt. Dem entgegen steht die krasseste Variante, die mir bekannt ist. In dem Fall will der Sharer von seinem Partner gedemütigt, quasi misshandelt werden. Keuschheitsgürtel, äusserst abwertende Titulierungen und ähnliches bilden für diese Gruppe an Sharern den ganz grossen Reiz!

Wo man sich nun selbst einordnen muss, muss wohl jeder für sich selbst in Erfahrung bringen. Ich habe die Erfahrung gemacht, da gibt es kein richtig und kein falsch. Es ist, wie es ist und damit sollte man sich arrangieren! Schlimm finde ich es, wenn man in Schubladen denkt. Falscher geht es in meinen Augen eigentlich nicht!

Ich möchte mich als Beispiel nehmen. Ich selbst würde mich irgendwo in der Mitte, mit Tendenzen zum harmlosen ansiedeln. Ich stehe sehr darauf, wenn meine Frau mehr Lust auf einen anderen Mann hat, als auf mich. Auch wenn sie von einem fremden Genital mehr erregt wird, oder sich bei einem anderen Mann Dinge wünscht, die ich selbst von ihr nicht bekomme. Auch würde mir der Gedanke gefallen, dass sie während dem Sex einen Anruf, oder eine Nachricht bekommt, den Sex deshalb abbricht und verschwindet, um Sex mit einem anderen zu haben. Auch gefällt es mir, wenn sie gelegentlich nur deshalb Sex mit mir hat, weil sie spitz auf einen anderen ist, den sie aber gerade nicht zu fassen kriegt. Kürzlich habe ich auch entdeckt, mir würde es gefallen, wenn sie selbst die Dinge, die sie nicht mag, bei einem anderen Mann machen würde, nur um dem zu beweisen, was sie alles drauf hat und das sie die Beste im Bett ist.

Darüber hinaus will ich aber der Mann sein, mit dem sie ihr Leben verbringen will. Ich will nicht gedemütigt werden, will keinen Keuschheitsgürtel tragen und auch nicht dominiert werden. Definitiv soll mir meine Frau zeigen, dass ich der Mann in ihrem Leben bin und sie auch mit mir Sex haben möchte, der ihr auch Spass macht! 

Fazit

Der Mensch ist individuell und das gilt auch für seinen Fetisch! Niemand sollte der Meinung sein, irgendwelchen bestimmten Regeln folgen zu müssen, um volle Erfüllung zu erlangen! Es sollte sich auch niemand reinreden lassen, was er als Sharer zu tun und zu lassen hat! Einzig dem Sharer obliegt es, seine Grenzen abzustecken und zu ergründen, was ihn reizt und was nicht. Tut er das in der Gewissheit, dass in seinem Innersten ein Masochist schlummert, so sollten ihm einige Dinge klar werden, wenn er sich mal wieder fragt, worin da eigentlich der Reiz liegt!

Wichtig für mich ist auch, mutig zu sein! Man kann diesen Fetisch nicht bedienen, indem man alles für sich behält! Da gehört einfach ein Partner dazu, ob man es will, oder eben auch nicht! Man sollte offen und ehrlich mit seinem Partner darüber sprechen und der Partner sollte es akzeptieren, wie man ist! Respekt würde ich es nennen! Man darf aber nicht erwarten, dass jeder Partner bei diesem Fetisch mitmachen will! Auch das muss man akzeptieren! 

Schlussendlich sei gesagt, Spass ist, was gefällt! Wenn der Partner bei der Sache dabei ist, dann kann es unglaublich erregende Stunden geben. Erregung, die man auf keine andere Weise erfahren kann und die sich, zumindest bei mir, so deutlich von den Emotionen bei „normalem“ Sex unterscheidet, dass man sie überhaupt nicht vergleichen kann! Das regelt der Masochist! Lust, die eigentlich Schmerz sein sollte, drückt sich derart anders aus, dass man kaum Möglichkeiten findet, direkte Vergleiche zu ziehen!

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