Benjamin, alles Schritt für Schritt

Benjamin war total fasziniert. Wenn das hier kein Traum, oder doch eine Form von Koma war, hatte sich sein Leben, seit dieser weibliche Superheld in in der Gasse gerettet hatte, dramatisch verändert. Nichts war mehr so, wie es einmal war. Er hatte mittlerweile Sex und es gab gleich ein ganzer Haufen Frauen, die mit ihm ficken wollten, er hatte irgendwie Freunde gefunden, man schätzte sein Wissen und anscheinend hatte er auch keine Geldsorgen mehr.

Tja. Da bliebe nur noch eine Sache. Janine! So wie es ja aussah, stand er tatsächlich unweit einer Hochzeit mit ihr. Doch das war nicht das, was er wollte. Sie wollte er zwar schon, zumindest verstärkte sich dieses Verlangen immer mehr, doch wollte er sie nicht geschenkt bekommen. Ihm war in letzter Zeit alles in den Schoss gefallen, so dass er dieses eine Mal auch etwas dafür tun wollte.

»Mario, wo ist eigentlich deine Wohnung? Wenn ich den Schnitt mal betrachte, dann bietet dieses Haus Platz für vier Wohnungen. Amy und Phillip wohnen zusammen, da ist noch dieser Derrick, Janine, Rebekka und die Hütte ist voll.«

Mario lachte.

»Im Keller!«

Benjamin schaute doof.

»Wieso im Keller?«

Das beantwortete Amy.

»Weil er ein Kellerkind ist. Wir waren am planen. Ich wollte da noch eine Etage drauf haben. Mario wollte aber lieber nach unten. Also gut, ich zwinge ja niemand. Wir haben dann einfach noch eine Etage unten drunter gebaut und da drunter kommt erst der eigene Keller mit der Garage.«

»Mit der Garage?«

Benjamin war verwirrt. Er war sich sicher, zwischen den beiden Eingängen ein grosses Rolltor gesehen zu haben, inklusive Zufahrt.«

»Ja.«

Rebekka schüttelte den Kopf.

»Amy. Du kannst nicht davon ausgehen, dass jeder sofort versteht, wie hier alles aufgebaut ist. Otto, unsere Autos fahren wir oben in die Garage rein. Da ist ein Aufzug drin. Damit fahren die Autos runter und dort, unter unserem Innenhof, ist eben die Garage. Wenn Viper und Co mal hier sind. Damit die auch Platz haben und so.«

Benjamin verstand und war fasziniert.

»Mario, zeigst du mir das mal?«

Mario schaute verwundert. Normalerweise wollten die Leute von Amy eine Führung. Manchmal auch von Janine. Aber, er stand auf. Alle Anderen grinsten. Die konnten sich schon denken, was Benjamin wirklich im Schilde führte. Janine hatte dabei sogar ein hoffnungsvolles Leuchten in den Augen.

Kurz darauf waren Benjamin und Mario in Marios Wohnung. Sie war genau unter Amys Wohnung, hatte den exakt gleichen Schnitt, nur gab es hier kein Licht von aussen. Alles hatte auch eher Bunker Charakter und wie Benjamin sehen konnte, Mario hatte es weder mit Ordnung, noch schien er besonders oft hier zu sein.

»Das ist also deine Wohnung?«

»Nein. Das ist die Demo-Wohnung. Hier führen wir immer Leute rein, um ihnen alles vorzuführen.«

Benjamin zog eine Augenbraue hoch.

»Ja was? Klar ist das meine Wohnung! Warum würde ich dich sonst her führen wenn du mich fragst, ob ich die meine Wohnung zeige?«

»Ja, ist ja schon gut. Ich frage nur weil, hier sieht es nicht so belebt aus.«

»Ist ja auch so. Was ich hier in aller Regel tue ist schlafen. Nur wenn Luigi hier ist, bin ich wirklich oft hier drin und mache auch mehr wie nur schlafen. Ansonsten bin ich im Büro, oder in der Werkstatt. Wenn nicht, dann bin ich zumeist oben bei einem und komme dann nur hier her zum duschen und eben zum schlafen.«

Benjamin fiel im Wohnzimmer jedoch auf, dass da ein offensichtlich fetter Computer mit drei riesigen Monitoren stand.

»Du bist fast nie hier, hast da aber so ein Trümmer stehen?«

»Ja. Ich sagte ja fast, oder? Es kommt immer mal vor, dass ich schnell was machen will, oder eben wenn Luigi da ist. Auch wenn wir hier feiern, wenn die Leute aus Brücken hier sind. Dann muss ich ja irgendwie auch meiner Arbeit nachgehen können und immer ins Büro fahren ist mir zu blöd.«

»Ich nehme mal an, du kannst Remote dann auf die anderen Rechner zugreifen?«

Mario schüttelte den Kopf.

»Ihr denkt alle in so kleinbürgerlichen Kategorien. Ich habe nicht hier einen Computer, da einen Computer und dort ein Computer. Das sind alles nur physische Terminals. Die sind aber allesamt so zusammengeschaltet, dass sie ein einziger Rechner ergeben. Selbst die Autos, oder unser Flugzeug ist hiermit direkt verbunden. Das heisst, egal an welchen Terminal ist gehe, es ist immer der gleiche Computer.«

Benjamin war stark beeindruckt. Er kannte die Möglichkeit, Computer über grosse Distanzen zusammen zuschliessen und damit quasi einen Supercomputer zu bauen. Aber alle funktionierten immer nach dem Prinzip, dass sie sich bestimmte Aufgaben, genannt Jobs holten, diese verarbeiteten und das Ergebnis zurück übermittelten. Man konnte sich nicht an irgendeinen dieser Computer setzen und es war so, als wäre man an dem zentralen Gerät. Das machte ihn neugierig.

»Wie machst du das? Auch wenn ihr eigen wahrscheinlich super Anbindung habt, es gibt doch mit Sicherheit Verzögerungen.«

Wieder lachte Mario.

»Und wieder denkst du so unglaublich kleinbürgerlich. Wenn ich so etwas mache, dann mache ich das auch richtig! Ich habe eine Anlage gebaut, die mit den umher schwirrenden Satelliten aus der Amateurfunkszene kommuniziert. Da schiesse ich meine komplette Kommunikation drüber. Habe also immer und nahezu überall Empfang, ganz ohne Internet.«

Nun schaute Benjamin abschätzend.

»Ach, hört doch auf! Ich kenne diese Satelliten und bei vielen muss man froh sein, dass sie überhaupt noch funktionieren. Ausserdem ist bei vielen auch Kommunikation, da würdest du gar nicht durchkommen. Von der Datenübertragungsrate mal ganz abgesehen.«

»Na ja. Zugegeben, die Datenübertragungsrate war bis vor kurzem echt nicht so toll. Steuerung und so ging, aber mal eben ein Video öffnen hat sich schon geschleppt. Waldi hat mir aber bei meinen Protokollen geholfen. Da ist er ein echter Magier. Mittlerweile werden so kleine Pakete mit so viel komprimiertem Inhalt transportiert, das man keinen Unterschied merkt egal wo man sitzt. Selbst vom Computer im Flugzeug in einer total abgelegenen Gegend. Das flitzt alles so störungsfrei da durch und ist dabei dann auch noch massiv verschlüsselt, eigentlich will mein Kopf immer noch sagen, dass es unmöglich ist. Aber, es funktioniert ja, wie man sieht.«

»Waldi? Das ist der Typ aus Heinzfort gell? Der muss ja echt ein Supermann sein, so wie alle von dem schwärmen.«

»Eifersüchtig?x

Fragte Mario und lachte dabei.

»Nein. Weil ich denke, mit dem hast du noch nie Händchen gehalten, oder?«

Mario fühlte sich ertappt.

»Nein. Habe ich nicht. Tue ich normalerweise auch nicht, ausser mit Luigi. Aber im Moment, ich habe irgendwie massiven Notstand. Luigi hatte schon länger keine Zeit mehr für einen Besuch und na ja, mit den Mädels kann ich nicht so. Donald, der macht mir hin und wieder schöne Augen, aber irgendwie ergibt sich da auch nichts.«

Benjamin sah seine Chance gekommen.

»Und was würdest du jetzt gerne machen? Ich meine, wir sind hier ja ganz alleine und …«

Weiter kam er nicht. Mario stürzte quasi auf ihn zu und drückte ihm die Zunge. Das war ungewohnt. So von einem Mann und so. Aber schlecht war es auf keinen Fall. Mario hätte ein bisschen besser rasiert sein können, davon aber mal abgesehen war es durchaus schön.

Der Kuss dauerte auch nicht so lange. Dann stand Mario vor ihm und seine Augen stellten die Frage, ob sein Handeln okay war, oder nicht.

»Wow. Mein erster Kuss von einem Mann.«

»Mein erster Kuss der nicht an Luigi ging seit ewigen Zeiten.«

»Luigi ist ein Glückspilz. Das kannst du echt gut, muss ich sagen. Also absolut auf einer Linie mit den Mädels.«

»Und dir macht das nichts aus?«

Mario schien verunsichert. Benjamin hingegen sah alles entspannt.

»Was? Das du ein Mann bist?«

Mario nickte.

»Nö. Damit hab ich wirklich so gar kein Problem. Wahrscheinlich werde ich zwar Frauen bevorzugen, aber du kannst das auf jeden Fall immer gerne bei mir machen. Wer weiss? Vielleicht kannst du mir ja auch noch ein paar Dinge beibringen?«

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