Waldemar, wieder am foschen

Der liebe Waldemar genoss die Zeit, in der sich alles um Katja, Perry, oder was auch immer drehte. Dann blieb er aussen vor und konnte beobachten.

Ja, der Forscher war wieder voll uns ganz bei ihm geweckt. Hier gab es aber auch so viel zu erforschen! Zum Beispiel die Sache mit dem Wasserski. Logisch betrachtet, war es ein nutzloses unterfangen. Man wurde von einem Boot in der Gegend herum gezogen. Ja, es war einfach frei jeglichen Sinns. Dennoch rivalisierten Viper und Phillip. Warum? Was hatte Phillip nun, der zumindest halbwegs eine gute Figur gemacht hatte, was Viper nicht hatte?

Es zeigte aber auch, wie der Mensch doch vom Affen abstammte. Waldemar musste Viper einfach mit einem Affen vergleichen, den man mit einer Banane fangen konnte. Total einfaches Prinzip. Man legt eine Banne in einen Baumstamm mit Loch. Dabei muss das Loch recht klein sein. Greift der Affe nun mit ausgestreckten Fingern hinein, klappt das prima. Hat er dann aber die Banane und die Hand damit dann zur Faust geballt, kriegt er diese nicht mehr durchs Loch und ist gefangen. Was er ja eigentlich nicht ist, denn er könnte die Banane ja loslassen und wäre frei. Aber nein, bis da ein Mensch kommt, bleibt der Affe gefangen.

Bei Viper war es ja genauso gewesen. Er hatte quasi sofort seine Ski eingebüsst und die Lage war nicht mehr zu retten. Dennoch hielt er sich an der Leine fest. Egal ob er untertauchte, wie ein Geschoss durch die Luft flog und egal wie viel Wasser er verschluckte und wie schmerzhaft es war. Er liess nicht los. Genauso, wie diese Affen eben. Ein Indiz dafür, dass da irgendwo die gleichen Gene waren, denen man eine Aktivität nicht absprechen konnte.

Waldemar stellt dann aber auch noch die These auf, ein Urlaub würde die Menschen simplifizieren. Er hatte auch schon Dinge gefunden, die diese These zu untermauern schienen. Dazu reichte es ihm vollkommen aus, seine Freunde zu beobachten.

Da war beispielsweise Federball. Zuhause vertrieben sich die Freunde ihre Zeit, indem sie mit viel Geld an super teuren Autos schraubten, oder sonstigen eher ausschweifenden Hobbys nachgingen. Hier hingegen waren ganz kleine Dinge anscheinend absolut dazu in der Lage, keine Langweile aufkommen zu lassen. Egal ob Federball, Boule, oder was auch immer. Ganz einfache Dinge hatte hier grosse Wirkung.

Aber Waldemar erkannte auch, dass hier die Einfachheit auch im Kleidungsstil zu erkennen war. Die Mädels trugen ihre Bikinis, die Jungs Badehosen. Wenn die Sonne richtig brannte vielleicht noch ein Shirt. Nichts da wie daheim, wo gerade die Mädels sich zu übertrumpfen versuchten, wer die geilsten Klamotten anhatte. Hier wäre es ein totes Rennen gewesen, wenngleich Waldemar der Meinung war, dieser Bikini von Katja, lila Feinripp mit breitem, schwarzem Bund und weisser Aufschrift hatte optische Reize.

Auch in sonstigen Belangen war hier alles viel entspannter. Wie er zum Beispiel eben Elena beobachtet hatte. Sie ging da hinten zum Geländer und redete mir irgendjemand. Perry, so vermutete Waldemar, oder Maia, die war auch abwesend. Alles wirkte einfach viel zwangloser. Um an der Geländer zu kommen musste Elena zwischen zwei Zelten hindurch. Die Leute sahen es, sagten aber nichts. Zuhause hätten einige mit Sicherheit nach Hausfriedensbruch geschrien.

Waldemar erkannte das sogar an sich selbst. Hier auf dem Campingplatz gab es keine Nachtruhe um 22 Uhr. Hier hörte man Leute lachen, andere irgendwas singen und Gitarre spielen. Auch noch mitten in der Nacht. Zuhause hätte Waldemar das mit Beweisen protokolliert und die Polizei verständigt. Hier empfand er es in gewisser Hinsicht sogar als angenehm.

Als dann Elena zurück war und natürlich Claudia neugierig sein musste, entdeckte Waldemar noch etwas an sich. Eifersucht! Oder war es doch nur Neid? Elena erzählte Claudia, was sie da mit Perry und Maia geredet hatte und das gefiel Waldemar nicht. Genau genommen war sie doch irgendwie seine Freundin und dementsprechend müsste sie doch seine Leistung über die aller Anderen stellen. Doch nein, Elena blieb bei ihrer Aussage. Perry war eine echte Wucht!

Eifersucht. Schon wieder etwas, was Waldemar analysieren konnte und ihm wurde schlagartig die Sinnlosigkeit dieser Emotion klar. Er spürte es direkt in sich aufsteigen. Da war ein Gefühl, welches ihn aufbrachte. Sein Puls stieg, seine Gedanken wollten nur noch um das Problem kreisen. Aber, warum? Was spielte es denn für eine Rolle, wie gut Elena Perrys Leistung im Bett bewertete? Sie wollte ja schliesslich zu ihm in sein Bett und nicht zu Perry. Vielleicht mal zum vögeln, aber nicht um wirkliche Intimitäten zu teilen. Oder das Gefühl der Zugehörigkeit zu verspüren.

Ach, was hatte er da nicht schon alles gelesen und wie viele Gedanken hatte er sich schon darum gemacht. Es war einfach eine total unlogische Emotion, die eigentlich auch das Gegenteil von dem bewirkte, weshalb sie auftauchte. Denn, wenn man den Grundgedanken mal verfolgte, sollte die Eifersucht ja davor warnen, man könne seinen Partner verlieren, zum Beispiel. Wenn man dem dann aber eine Szene macht, ihn anschreit und beschuldigt, ihm dann am Besten noch irgendwas verbietet, kann man dann tatsächlich erwarten, diesen Partner da durch zu halten?

Natürlich nicht! Die Königsklasse war dann wohl noch Mord aus Eifersucht. Egal ob dabei nun der geliebte Partner getötet wurde, oder ein dritte Person, die Auslöser für die Eifersucht war. In beiden Fällen konnte man davon ausgehen, es ging in den Knast und das für längere Zeit. Hatte man vorher noch den Partner umgebracht, musste man sich natürlich keine Gedanken machen, von dem verlassen zu werden. Aber, wenn man aus dem Knast kam, war der Partner trotzdem tot. Totaler Schwachsinn.

Waldemar versuchte sich ein Szenario vorzustellen, wie Eifersucht wirklich eine Beziehung retten konnte. Doch wenn man beiden Partnern grundlegend logisches Denkvermögen bescheinigte, konnte es nur in einer Trennung enden. Der Partner machte es vielleicht noch eine Zeit lang mit, liess sich Freiheiten beschneiden und so, aber irgendwann war dann definitiv der Punkt erreicht, wo es in die Hose ging.

Mit Schrecken erkannte Waldemar, dass Perry in der Tat eine Form der Beziehung pflegte, die viel, viel logischer war, als Monogamie. Das gefiel ihm nicht, denn rein durch Erziehung sah er in der Monogamie den richtigen Weg. Wie konnte also Perry mit seiner Art Recht haben?

Eine schnelle Analyse folgte. Genau genommen war Perry ja monogam! Er liebte Katja und wollte keine andere Frau an seiner Seite haben. Umgekehrt genauso bei Katja. Sie hatte Perry geheiratet und sonst keinen. War da der Sex dann wirklich so wichtig?

Wie Filme liefen Begebenheiten vor Waldemars Augen ab, die Szenen von Perry und Katja zeigten. Wie Katja immer die Nähe zu Perry gesucht und dabei Donald ignoriert hatte. Wie Katja sich von Anfang an immer gerne bei Perry auf den Schoss gesetzt hatte, oder bei ihm schlafen wollte. Es gab so unglaublich viele Moment, die Waldemar alle gespeichert hatte, die eine wirklich monogame und wundervolle Beziehung zeigten.

Nur eben, sexuell waren die Beiden sich nicht treu. Doch war das schlimm?

Auch hier hatte Waldemar schnell Beispiele im Kopf. Damals, als er noch zuhause lebte, waren seine Nachbarn immer wieder ein Ärgernis für ihn gewesen. Dauernd schlug er sie und sie erduldete es brav. Sie hatte sich ein neues Haushaltsgerät vom Munde abgespart, er sah es und warf es aus dem Fenster. Sie hatte alles mit sich machen lassen, doch als sie ihn beim fremdgehen erwischte, liess sie sich sofort scheiden.

Was ein irrsinniger Wahnsinn! Der Kerl war der Inbegriff eines miesen Partners gewesen und dennoch hielt sie zu ihm. Er war ihr ja treu! Dann aber der Moment, wo er die Treue brach und schon flog er raus. Welche Logik steckte dahinter?

Nein. Tatsächlich war es so, wie Perry es tat, viel, viel logischer! Aber, wäre eine Beziehung wie Perrys sie hatte mit sexueller Treue nicht noch besser gewesen?

Waldemar spielte es in Gedanken durch. Natürlich konnte er die Evolution und Biologie dabei nicht ausser Acht lassen und wenn er die mit ins Boot holte war die Antwort klar. Nein! Der Mensch war für sexuelle Treue eigentlich nicht gemacht! Zu lange Trage- und Aufzuchtszeit! Monogam wäre die Menschheit schon in den Anfängen untergegangen. Für sexuelle Treue gab es eigentlich nur eine wirkliche Begründung. Die Überbevölkerung! Wenn nach wie vor Männer und Frauen von möglichst vielen Partnern Nachwuchs in die Welt setzen würden, wären die Ressourcen bald futsch.

Aber, die Sache hatte einen Hacken! Die Biologie liess sich nicht einfach so überlisten! Da waren hormongesteuerte Triebe, die keinen Schalter hatten und die nicht auf Logik hörten. Das hatte Waldemar mittlerweile voll akzeptiert. Tatsächlich war es da logischer, den Trieben weiter nachzukommen und Geburtenkontrolle zu verwenden. Pille, Kondome, was auch immer. Es gab genug davon, die man ja auch in Kombination einsetzen konnte. Ja. Wie Perry es machte, schien gegenwärtig tatsächlich die logischste Variante zu sein!

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5 Kommentare

  1. Auch Waldemar ist ein Chara denn ich sehr lieb gewonnen habe der auch innerlich eine Wandlung vollzogen hat und ich bin froh daß er inzwischen die Balance gefunden hat zwischen neuem und altem Leben.

    Ich denke aber auch das du noch etwas ihn fordern solltest , denke an die Wette, könnte spaßig werden.

    Vielen herzlichen Dank auch für deine Mühen und um diese Geschichte die ich sehr Liebe und natürlich auch den Blog.

    LG
    Maia

      1. Na die Waldemar hatte mit Pascal und verloren hatte, der Einsatz daß dieser mit jeder Frau Sex haben muss die es möchte das wäre echt witzig denke ich die Umsetzung.

        Danke.

        LG
        Maia

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