Nach der ersten Nacht

Der Abend klang noch mit viel Spass und natürlich auch viel Sex aus. Maia schien dabei genau ins Team zu passen, auch wenn da etwas was, was noch keiner so richtig einordnen konnte. Zu spüren war es jedoch.

Schliesslich kam der erste Morgen seit langem, wo die Bewohner der WGs tatsächlich wieder zuhause angekommen waren. Vieles lief nach seinem gewohnten Gang. Waldemar erwachte, stand auf und nahm sich Frühstück, bevor er mit Mario Kontakt aufnahm und mit der Arbeit begann. Die Software würde noch ein paar Tage pausieren, zumindest hatten die Jungs das so beschlossen.

Katja wurde wach und freute sich sehr darüber, neben Perry zu liegen. Sie drehte sich zu ihm, legte ihren Arm um ihn und bemerkte da, dass sie perfekt lag. Denn legte sie ihre Hand auf seine Brust, konnte sie ihren Ehering bewundern, der sie deutlich daran erinnerte, dass sie nun verheiratet war. Wobei, man musste das noch in Deutschland bekannt machen, aber da wollte sich ja Perry drum kümmern. Nach einiger Zeit ging sie in die Küche, begrüsste zuvor Waldemar und machte sich an die Arbeit, um ihrem Schatz und sich einen guten Start in den Tag zu verschaffen.

Tatsächlich schien alles so, als wäre es zwischenzeitlich nie anders gewesen. Mit einer Kleinigkeit. Kurz nachdem Katja aufgestanden war, erreichte schon jemand AAA. Dort war aber noch niemand wach, also wanderte sie ins Tierheim. Janine, die Einzige aus Neunburg, die nicht mit nach Amerika geflogen war, kam rein und lümmelte sich sofort auf einen freien Sessel.

»Na Janine? Alles fit bei dir?«

»Fit ja, aber irgendwie sehr ungewohnt. Kommt eigentlich nie vor, dass ich meine Leute nicht um mich hab.«

»Na, ein Teil hast du ja um dich und die Anderen kommen ja auch wieder.«

»Klar. Ungewohnt ist es trotzdem.«

»Und du gehst nachher zu Kincaid? Oder kommt der her?«

»Ich habe keine Ahnung Katja. Ich bekomme auf keine Nachricht eine Antwort.«

»Meine liebe Janine. Wenn ich dir meine neu gewonnene Erfahrung als Liebhaber kundtun darf, dann sollte ich dich darauf hinweisen, wenn du Gefühle für diesen Mann entwickelt hast, dann solltest du sie ihm auch mitteilen und zeigen. Sich einfach eine ganze Zeit nicht melden und abwesend sein ist einfach kontraproduktiv!«

Katja und Janine schauten sich ungläubig an. Waldemar gab Tipps aus seiner Erfahrung als Liebhaber? Unglaublich!

»Da ist wohl was dran Waldi. Aber wenn ich in Neunburg, oder sonst wo bin, denke ich normalerweise gar nicht an ihn. Nur wenn ich hier bin und da ist es ganz schön brutal.«

»Dann möchte ich dir einen weiteren Ratschlag geben. Kincaid ist, soweit meine Informationen noch korrekt sind, um diese Uhrzeit auf der Arbeit. Ich könnte die Adresse hier auf einen Zettel schreiben, den du zufällig findest und als Wegweiser nutzt.«

»Damit du nichts damit zu tun hast?«

»Korrekt, liebe Janine.«

»Dann schreib mal!«

»Woher weisst du das eigentlich von dem Waldi?«

»Ganz einfach, liebe Katja. Wir leben hier in einer offenen Wohngemeinschaft. Sprich, weder eure, noch unsere Tür sind abgeschlossen. Fahrstuhl, wie auch Treppenhaus für alle Personen, die am Eingang vorbeikommen, frei zugänglich. Zudem befindet sich nun unter uns eine Commune mit wechselten Anwesenden. Die wären also durchweg in der Lage, hier hoch zu kommen und da möchte ich mir einfach ein Bild darüber machen, wer das alles ist!«

Katja verstand und fand diese Vorgehensweise gar nicht mal so unlogisch. Janine hingegen lachte.

»Wenn da was gefährliches dabei wäre, hätte Pascal das schon gesagt. Ausserdem, wenn hier einer hoch kommt, den verklopp ich einfach!«

»Ja du, meine liebe Janine.«

»Dabei fällt mir ein. Könnt ihr mir eigentlich auch das Kämpfen beibringen?«

Janine schaute sich Katja an.

»Klar. Ich quatsch mit unserem Trainer. Nur du, oder die beiden Anderen auch?«

»Müssen wir sie fragen, wenn sie wach sind.«

Waldemar notierte etwas auf einem Zettel. Janine stand auf, schaute darauf und nahm das Papier an sich.

»Denkst du, Donald wäre sehr böse, wenn ich mir sein Auto ausleihe?«

Waldemar wollte zu einer missbilligenden Antwort ansetzen, doch Katja kam ihm zuvor.

»Selbst wenn. Blas ihm nachher einen und lass dir ins Gesicht spritzen, dann ist ihm das egal.«

»Das kann er auch so haben. Aber klar, wenn das der Preis fürs Auto ist, solls mir egal sein.«

Waldemar schüttelte den Kopf, dann verschwand Janine.

»Was hast du für ein Problem Waldi?«

»Sehr einfach. Auch wenn ich mittlerweile eine etwas modifizierte Sicht auf das Thema Sex habe, so finde ich es sehr fragwürdig, es immer als Zahlungsmittel, wenn du mir den Ausdruck verzeihst, einzusetzen. Es degradiert uns Männer!«

»Weil?«

»Weil es den Anschein macht, dass egal was passiert, eine Frau uns nur eine sexuelle Gefälligkeit erbringen muss und schon ist alles gut.«

»Das ist aber kein Privileg von euch Männern! Wenn bei mir ein Kerl Mist baut und fickt mich danach zu ein paar geilen Höhepunkten, bin ich auch versöhnt.«

Waldemar schüttelte den Kopf. Dann ging die Tür auf und ein noch eher unbekanntes Gesicht schaute herein.

»Hey. Darf ich stören?«

Katja, die sich gerade ihr Frühstück anschaute und überlegte, ob sie ohne ihren Mann essen sollte, erkannte Maia.

»Maia, hallo. Hast du einen Schlüssel von der Bude?«

»Öhm, ja? Wegen der Kommune?«

Katja grinste.

»Ah. Klar, komm rein und setzt dich.«

Das tat Maia, was Waldemar etwas missfiel.

»Wo sind denn die beiden anderen Jungs?«

»Eine interessante Frage, liebe Maia. Ohne es kontrolliert zu haben würde ich sagen, sie schlafen noch.«

»Ah, okay. Macht nichts, soweit ich weiss, bist du ja der Logiker im Team.«

»Das will ich annehmen.«

»Gut. Kann ich dir ein Angebot machen, was Veronika bitte nicht erfährt?«

Waldemar unterbrach seine Arbeit und dreht sich um. Auch Katja war neugierig.

»Das kannst du.«

»Gut. Ich habe mir euer Projekt sehr genau angeschaut. Auch die Zahlen. Beeindruckend, was ihr da auf die Beine gestellt habt. Ich würde gerne investieren, wenn das möglich ist.«

»Selbstverständlich ist das möglich! Doch frage ich mich, liebe Maia, warum sollte Veronika es nicht erfahren?«

»Weil ich zwar das Konzept ihrer Erweiterung grossartig finde, nicht jedoch ihre Art, ein Unternehmen zu führen. Man bekommt den Eindruck, dass sie ein Sklaventreiber ist. Ihre Mitarbeiter werden bis aufs Blut ausgebeutet und wenn sie pfeift, hat dann einer zu kommen und sie zu befriedigen. Alles zu einem Gehalt, was fast schon ein Witz ist!«

Waldemar war schockiert. So hatte er Veronika nicht eingeschätzt.

»Aber sie ist deine Freundin und du willst nicht, dass sie wegen dem Angebot beleidigt ist?«

»Ganz genau Katja. Ich bin ihre Freundin und das will ich auch bleiben, denn als Freund ist sie spitze. Nur eben, investieren will ich lieber bei den Jungs hier.«

»Über welche Summe sprechen wir?«

Maia schaute Waldemar an.

»50.«

»50 Euro? Meine liebe Maia. Damit kannst du einem Blog unter die Arme greifen. Aber einem Unternehmen wie dem unseren nützt das nichts!«

Maia schüttelte den Kopf.

»50.000 Euro! Ich dachte, dass wäre selbsterklärend!«

Waldemar horchte auf.

»50.000 Euro? Einfach so? Was willst du dafür?«

»Ein Meeting! Eines in welchem ich meine Vorschläge vorbringen kann. Ohne Anspruch auf Umsetzung. Oben drauf will ich einmal Sex mit Perry!«

Katja riss die Augen auf.

»Mit meinem Perry?«

»Ja. Ich will wissen, ob er wirklich so gut ist!«

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2 Kommentare

  1. Interessante Wendung/Weiterentwicklung – Waldi „taut“ auf und Perry wird zum „Wunschobjekt“. Da können wir uns schon heute auf die nächsten Folgen freuen!

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