Perry erfährt Geheimnisse

Der Tag schritt voran. Nachdem das mit der Pyramide und der Sphinx soweit geklärt war, kam auch die Gruppe vom Strand zum Ort des Geschehens. Mario und Waldemar rückten mit Messgeräten an wurden von Pascal unterstützt, der eine beeindruckende Kenntnis von der ganzen Thematik zu haben schien, während sich die anderen um die Planung für die Hochzeit kümmerten.

Es würde unspektakulär bleiben. Klar, Alexis würde ihr Hochzeitskleid tragen, während auch alle Anderen natürlich entsprechend gekleidet waren, dann würde ein Priester die Zeremonie abhalten und der ganze Rest sollte durch die Umgebung wirken. Hier gross etwas aufzubauen würde, so die Meinung von Alexis und Jerry, zu viel von der Szenerie ablenken. Allgemein gesagt hiess das, sie mussten sich nur anziehen, hier anrücken, dann war alles schon erledigt.

So fanden sich die Freunde bald schon wieder unter dem Flugzeug wieder. Mario und Waldemar waren in der Maschine im Wohnbereich, wo sie mit der Datenerfassung und Auswertung begannen. Doch einer fehlte. Pascal war irgendwie nicht zu finden. Das störte jedoch niemand. Es gab wohl auf der Welt nichts, was diesen Mann irgendwie in Gefahr hätte bringen können und von daher war es wohl sein Wunsch, nicht auffindbar zu sein.

Perry verspürte jedoch bald ein dringendes Bedürfnis. Das kannte er so von sich nicht. Es war wirklich eilig und er hechtete fast schon die Treppe des Flugzeugs nach oben. Dort eilte er in das kleine WC und gab dem Druck schliesslich nach. Was war das nur? Hatte er sich hier etwas eingefangen?

Als er sein Geschäft verrichtet hatte, ging er raus und schloss die Tür. Dabei viel sein Blick ins Cockpit, wo er zwei Beine zu erkennen glaubte. Neugierig schaute er nach und erblickte schliesslich Pascal, wie er da im Besuchersitz sass und seine Beine über den Kontrollen der Mittelkonsole positioniert hatte.

»Perry, hat aber ganz schön gedauert!«

»Was hat gedauert?«

»Alter. Ich hab dir Gedanken ans Cockpit geschickt. Ich hab dir Versucht Lust zu machen, irgendwas am Computer zu spielen und erst, wenn ich dir Darmdrücken verpasse, rückst du an.«

Perry grinste. Offensichtlich hatte Pascal einen über den Durst getrunken und war voll.

»Ach ja, hast du. Schon klar.«

»Ja was? Denk doch nach!«

Perry grinste weiter und tat ihm den Gefallen. Dabei viel ihm auf, er hatte wirklich unten gesessen, Katjas Hand gehalten und dabei ans Cockpit gedacht. Dann hatte er wirklich den Wunsch gehabt, eine Runde mit seinen Freunden Online zu zocken. Dann war da ja wirklich dieses Darmdrücken. Nun wurde er stutzig und setzte sich seitlich auf Marios Platz, so dass er Pascal anschauen konnte.

»Und du sagst mir, dass du mich so gerufen hast?«

»Ja, genau Alter. Du bist der Einzige, mit dem ich reden kann!«

Unwillkürlich schaute Perry zur Tür vom Cockpit und fragte sich, warum Pascal nicht auch mit den Anderen hätte reden können. Das musste er in Erfahrung bringen.

»Warum bin ich der Einzige?«

»Ganz einfach. Du bist der Einzige, der mir unvoreingenommen glaubt!«

War das so? Nun, dann sollte Pascal mal erzählen, er würde seine Aussage prüfen.

»Dann erzähl mal, was dich bedrückt.«

Pascal schaute ihn an und nickte.

»Alter, ich sehe die Zukunft, die Vergangenheit. Ich weiss, was kommen kann und kann ziemlich genau vorhersagen, was kommen wird. Dummerweise habe ich niemand, mit dem ich darüber reden könnte. Mein Onkel weiss zwar, dass ich keinen Schwachsinn erzähle, aber der hat auch kein Bock darüber zu reden. Der weiss das selbst und das noch viel genauer als ich.«

Oha. Mal angenommen, Perry würde ihm das glauben. Was konnte er da nun für Nutzen aus der Sache ziehen können?

»Ach, kannst du? Wie sind denn die Euro-Jackpot von nächster Woche?«

»Acht, 16, 22. Mehr verrate ich dir nicht. Schreib sie auf und kontrollier sie, vielleicht stärkt das meine Glaubwürdigkeit!«

Gut, hätte Perry auch gerne gemacht, doch hatte er nichts, wo er es aufschreiben hätten können.

»Okay. Dann erzähl mal weiter. Was bringt denn die Zukunft?«

Pascal sog viel Luft ein und fing an.

»Alter, du kannst es dir nicht vorstellen! Vielleicht denkst du ja, ich sei gemein. Wenn ich die Zahlen kenne, warum gebe ich sie dir nicht? Die Antwort ist ganz einfach. Du brauchst sie nicht! Dir geht es jetzt schon finanziell recht gut und ich garantiere dir, in spätestens zwei Jahren ist eure Firma so finanzstark wie die von Markus!«

Perry schluckte. Damit hatte er nicht gerechnet. Aber, dafür musste man nicht zwingend ein Hellseher sein. Auch ein normal sterblicher Mensch war dazu in der Lage den Trend zu erkennen und der stand bei seinem kleinen Unternehmen sehr stark auf Erfolg.

»Dann erzähl mir doch mal. Was ist da mit Katja und der Schwangerschaft?«

Pascal schaute Perry an und der hatte irgendwie das Gefühl, sein Freund schien betrunken.

»Alter, mach dir da keinen Kopf. Sie ist nicht schwanger, nur zum Schein. Das kommt von Donalds Frage, ob er sie schwängern dürfte. Seither hat sich ihr Körper da drauf vorbereitet und jetzt kommt es eben so.«

Perry wurde stutzig. Hatte Pascal irgendjemand gesagt, dass Donald Katja diese Frage gestellt hatte? Oder ihre Reaktion darauf? Er selbst hatte es nicht gesagt. Aber gut, vielleicht ja Katja, oder Donald. Das war möglich.

»Und da bist du dir sicher?«

»Alter, na klar bin ich mir da sicher! Überleg mal! Langsam müsste der Bauch schon viel grösser sein. Aber nein. Nichts. Das ist ein bisschen gewachsen und seither ist nichts mehr passiert. Sie geht zum Frauenarzt, der steckt ihr dieses Ultraschallding unten rein und stellt zweifelsfrei fest, da ist kein Embryo. Fertig.«

»Sag mal, woher weisst du das alles?«

»Woher? Alter, ich bin ein Dämon! Zum keine Ahnung wievielten Mal!«

Perry war schockiert, denn er glaubte diese Aussage.

»Gut. Sagen wir, ich glaube dir das jetzt. Dämonen sind doch normalerweise böse!«

»Ach Blödsinn Alter! Das sind diese Ammenmärchen aus dem Fernsehn. Klar, viele Dämonen und Monster, die ihren Weg in diese Welt schaffen, sind nicht gut drauf. Aber das ist wieder was ganz anderes. Kann ich dir so aber sehr schwer erklären, dafür fehlt es in deinem Verständnis an den nötigen Voraussetzungen! Das hat was mit Mehrdimensionalität zu tun und so. Das kann sich ein menschliches Gehirn so noch nicht vorstellen.«

Perry schmunzelte.

»Klar. Wenn so etwas ist, sind die dummen Menschen nicht bereit es zu verstehen.«

»Alter, ist so! Aber warte, ich beweise es dir. Denk mal an …«

Pascal schien zu überlegen. Perry fiel dabei auf, dass Pascal sehr oft »Alter« sagte. Eigentlich nicht seine Art.

»Erster April vor fünf Jahren.«

Perry erinnerte sich gut an den Tag. Er war wieder verliebt, Donald war ausgezogen, um seine geliebte zu ficken und Waldemar war bei einem Vortrag. Perry hatte sich alleine in einen Park gesetzt, die ganze Zeit geheult und mit niemandem gesprochen.

»Okay. Was jetzt?«

Pascal schaute kurz und Perry war für den Bruchteil einer Sekunde der Meinung gewesen, ihn verschwinden zu sehen. Das mochte aber an den schlechten Lichtverhältnissen in dem dunklen Cockpit gelegen haben.

»So. Dann erzähl mal, was war am ersten April?«

»Was soll ich da erzählen? Donald hat die Frau, die ich geliebt habe gefickt, Waldi war bei irgendeinem Vortrag und ich hab im Park auf einer Bank gesessen und geheult.«

»Und was habe ich damals zu dir gesagt?«

»Das ich mir keinen Kopf machen soll ich …«

Perry erschrak. Was war das denn? Eben hatte er doch noch klar vor Augen gehabt, dass er ganz alleine war. Zumal, damals kannte er doch Pascal noch gar nicht. Wieso hatte er jetzt genauso klar vor Augen, dass sich Pascal zu ihm gesetzt, sich vorgestellt und ihm gesagt hatte, er würde die Frau fürs Leben finden. Eine echte heisse Braut, die ihn über alles lieben würde?

»Moment mal! Was geht hier ab?«

»Mehrdimensionalität Alter! Ich kann zwar nicht durch die Zeit reisen, aber wenn ich hier und da an ein paar Dimensionen zupfe, ergeben sich andere Situationen. Siehst du ja. Jetzt kennen wir uns eben schon bevor ich dich auf der Zulassungsstelle getroffen habe. Dämon eben. Glaubst du jetzt?«

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