Katerstimmung

Nach so einem Abend folgt natürlich auch eine Nacht. Nach dieser Nacht dann der Morgen und bei den vielen Getränken, die da durcheinander die Kehle der Beteiligten gespült hatten, gab es auch einige dicke Köpfe. In Las Vargas trafen sich alle unten beim Frühstück, wobei sie das nur noch ganz knapp erreichten. Pascal sass wie immer da und sah aus, als wäre er einem Herrenmagazin entsprungen. Ihm schien der Abend nichts ausgemacht zu haben. Auch Katja wirkte taufrisch und da sich Aisha nicht nennenswert am Alkohol vergangen hatte, schien auch noch munter. Der Rest sah ziemlich zerstört aus. Selbst Viper, den man normalerweise eher als trinkfest kannte, schien so seine Schwierigkeiten mit der ganzen Geschichte zu haben. Derrick und Phillip sahen sogar so aus, als müsste man einen Krankenwagen rufen.

Perry selbst hatte nicht ganz so viele Probleme, da er sich vornehmlich bei einem Getränk bedient hatte, dennoch ging es ihm nicht besonders gut. Voller Mühe schleppte er sich an das noch aufgebaute Buffet und schaute sich um. Es gab genug Brot und da war Rührei in Massenproduktion. Egal was er anschaute, immer hatte er dabei das Gefühl, er müsse noch etwas von seinem Mageninhalt dazu packen. Doch Donald hatte ihm ja gezeigt, wie es ging. Deshalb nahm er alles an Körperbeherrschung zusammen und fing an etwas von dem Ei auf den Teller zu schaufeln.

Ach, ging es dem frisch gebackenen Ehemann so mies! Er setzte sich neben seine Frau und musste sich stark überwinden, die Gabel mit Essen zu füllen und es zum Mund zu führen. Dabei fiel ihm auf, wenn es den Anderen auch schlecht ging und die genauso zu kämpfen hatten wie er, war das wirkliche Motivation, denn natürlich wollte er nicht hinter denen zurückstehen. Also, rein in den Mund, kurz kauen und schlucken. Nachdem er es dreimal wiederholt hatte, setzte auch schon die Besserung ein und zwei Bissen später fing es ihm sogar an zu schmecken.

So Rund 20 Minuten später waren die meisten Kater vertrieben und es wurde wieder munter am Tisch. Gerade Viper dachte wieder mehr mit seinem Schwanz, wie mit seinem Kopf.

»Sag an Katja. Wie war die Hochzeitsnacht?«

Derrick knuffte Viper mit dem Ellenbogen.

»Frag doch gleich, ob man sie jetzt wieder ficken kann!«

Viper knuffte zurück. Das brachte aber den armen Derrick ins wanken und der rammte gegen Phillip, der sich gerade ein Happen vom Ei in den Mund schaufeln wollte. Das fing daraufhin an zu fliegen und segelte kerzengerade in Richtung Aisha. Die sah es, senkte ein wenig ihren Kopf, öffnete den Mund und fing das herannahende Ei. Kurz kauen, schlucken und in Richtung Phillip den Daumen hoch zeigen. Perry war beeindruckt.

Das brachte die Gruppe natürlich zum applaudieren und zum lachen. Doch kurz darauf hatte Katja das Bedürfnis, Vipers Frage zu beantworten.

»Langsam, intensiv und unglaublich! Ich hatte selten so guten Sex!«

»Meine liebe Freundin. Es ist nicht verwunderlich, dass du den letzten Akt als besonders gut empfunden hast. Es war eine zur Gänze neue Situation für dich und dein Unterbewusstsein ist in dieser Hinsicht noch nicht abgestumpft. Natürlich hast du deshalb alles viel deutlicher und intensiver wahrgenommen, doch garantiere ich dir, es wird sich relativieren!«

»Waldi, wer hat eigentlich deine Meinung zu dem Thema angefragt?«

Waldemar trank einen Schluck Orangensaft. Natürlich war er absolut fit, da er natürlich keinen Tropfen angerührt hatte.

»Niemand mein lieber Freund Perry. Doch wollte ich die Aussage deiner entzückenden Ehefrau ins richtige Licht rücken!«

»Ich rück dir gleich was ins richtige Licht! Wenn ich sage, der Sex war unglaublich, dann ist das auch so! Scheiss drauf, ob ich irgendwo sonst abgestumpft bin, oder was auch immer. Es geht um den Moment und der war einfach himmlisch! Bevor du dich das nächste Mal einfach ungefragt in eine Gespräch einmischst, besorg dir erst einmal ein paar praktische Erfahrungen, geht klar?«

Waldemar nahm einen Bissen und schwieg. Er konnte es gar nicht haben, so angefahren zu werden. Zu gerne wäre er aufgestanden und gegangen, doch wollte er Mario gegenüber keine Schwäche zeigen.

»Gut. Nachdem das jetzt geklärt wäre, darf man dich jetzt wieder ficken?«

Derrick grinste frech in Katjas Richtung. Die Antwort kam jedoch von Perry.

»Die Hochzeitsnacht ist vorbei. Also von meiner Seite aus ja!«

»Und von deiner Seite?«

Donald hatte bislang dazu noch nichts gesagt, doch nun, da er die Frage gestellt hatte, juckte es Katja zwischen den Beinen.

»Von meiner Seite natürlich auch! Doofe Frage!«

»Leute, wie sieht denn der Plan heute aus?«

»Ich hab mich umgehört, aber nirgendwo hier kriegt man Ersatzteile für unseren Vogel. In New Apple hingegen haben wir ganz gute Karten.«

Pascal mischte sich ein.

»Was hat die Kiste denn jetzt und was brauchst du für Teile? Warum fragst du eigentlich mich nicht?«

»Ich hab es mir noch nicht angeschaut. Aber warum sollte ich dich fragen? Ich meine, du kriegst auch keine Teile aus der Luft, oder?«

Pascal nahm einen Schluck, schaute die ganze Zeit auf seinen Teller und sprach ungerührt weiter.

»Meine liebe Aisha. Wir sind unweit eines Luftwaffenstützpunkt und ich bin mir absolut sicher, dass man dort die Teile hat, die du brauchst!«

Aisha dachte kurz nach. Ja, in Las Vargas war auch ein Stützpunkt vom Militär. Doch der Vogel hatte nun einmal keine normalen Triebwerke. Wieso sollten ausgerechnet die Teile dafür haben?

»Denkst du, die Idee hätte ich noch nicht gehabt? Die haben aber auch nicht, was ich brauche!«

Pascal legte die Gabel weg, säuberte sorgfältig seinen Mund und legte die Serviette anschliessend gefaltet neben seinen Teller.

»Ich spreche nicht von dem Ableger hier in der Stadt, sondern von dem, der ein paar Kilometer weiter nördlich liegt!«

Waldemar drehte langsam seinen Kopf zu Pascal.

»Du meinst aber nun damit nicht die sagenumwobene Area 51, oder?«

Pascal drehte seinen Kopf genauso langsam zu Waldemar.

»Doch, die meine ich!«

»Ja klar. Dort bekommst du vielleicht die Teile, aber wenn wir versuchen dort zu landen, müssen wir weit mehr reparieren, als nur ein Triebwerk. Ich meine, wenn die Maschine als brennendes Häufchen auf dem Boden liegt, nützen die Ersatzteile für das Triebwerk auch nichts mehr!«

»Waldemar, mein lieber Waldemar. Wenn ich sage, wir können dort landen, dann können wir das! Hab Vertrauen!«

Nun schauten alle zu Pascal.

»Du willst wirklich, dass ich zur Area 51 fliege?«

»Ja Viper. Warum denn nicht? Ist auch nur ein Flughafen und bei der Landebahn sollte es ja nicht schwer sein, die Kiste zu landen, oder etwa doch?«

»Na, ich weiss nicht. Einzelteile fliegen sich nicht so gut!«

»Viper. Habe ich jemals Schwachsinn erzählt?«

»Nein, eigentlich nicht.«

»Also. Wir starten, in der Luft regele ich das mit der Landeerlaubnis, Aisha repariert das Triebwerk und dann fliegen wir nach New Apple. Kein Problem!«

»Kein Problem sagt der! Da ist doch alles streng geheim! Wie sollen wir da eine Landeerlaubnis bekommen?«

Pascal schaute Derrick mit einem vielsagenden Blick an.

»Ja, ja, hast ja Recht. Bislang war alles, was unmöglich ist, für dich nur eine Fingerübung. Also, fliegen wir eben mal zur Area 51. Dort, wo immer jeder der was mit Verschwörungen zu tun hat hin will und nicht kann. Wir landen dort einfach und tun so, als wäre es ganz normal!«

»Wenn ich mal dumm fragen darf, werden dort jetzt Aliens festgehalten und ihr Raumschiff studiert?«

Pascal fing an zu lachen.

»Echt jetzt Katja? Überleg mal genau. Da sind Wesen, die den interstellaren Flug beherrschen. Die stürzen hier ab und ihr Raumschiff wird geborgen. Wenn das Beste, was man aus dieser Technologie dann erlernen kann in einer F-22 oder schlimmer noch, in einer F-35 gipfelt, dann waren die Aliens echt nicht sonderlich gut in der Hinsicht. Also nein. Dort werden natürlich keine Aliens gefangen gehalten und keine Raumschiffe analysiert!«

Irgendwie beruhigte das Katja. Sie hatte zwar keine wirkliche Angst vor Ausserirdischen und so, aber der Gedanke, dass es auf dieser Basis welche geben könnte und die die Ankunft des Flugzeugs als Grund für einen Ausbruch sehen würden, fand sie gar nicht lustig. Wobei, konnten Aliens Sex haben? Wenn ja, wäre das vielleicht dann doch eine Erfahrung wert gewesen!

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