Hochzeit Katja und Perry

Tatsächlich war es nicht weit, bis sie die kleine Kapelle erreichten. Ein wirklich schöner Ort, den sie da gefunden hatten. Klein, gemütlich, keines Wegs protzig und auch Elvis war hier nicht zu finden. Es gab auch keine Anmeldung, kein Wartebereich, oder was auch immer. Es war einfach eine kleine, echte Kapelle.

»Super und jetzt?«

»Keine Ahnung Schatz, aber die hätten uns ja nicht hier her geschickt, wenn man hier nichts machen könnte.«

Perry war noch nicht ganz fertig mit seinem Satz, als ein Priester, oder Pfarrer, oder was auch immer in Erscheinung trat.

»Guten Tag. Kann ich ihnen helfen?«

Perry trat einen Schritt vor.

»Das hoffe ich. Wir kommen aus Deutschland und haben gerade entschieden, unsere Beziehung zu einer Ehe zu erweitern. Man hat uns gesagt, hier würde es so funktionieren, dass es auch in Deutschland anerkannt wird?«

»Das ist korrekt. Es muss zwar noch ein wenig in Deutschland gemacht werden, aber allgemein kann man sagen, eine hier geschlossene Ehe hat auch in Deutschland und den Meisten anderen Ländern der Welt Bestand.«

»Super. Dann einmal heiraten bitte!«

Der Priester lächelte.

»Gerne. Haben sie ihre Ausweise? Ich muss prüfen, ob sie nicht schon irgendwie verheiratet sind.«

Das kam für die Beiden zwar etwas verwunderlich, aber schnell hatten sie dem Priester die Dokumente übergeben und der verschwand wieder.

»Und du bist ganz sicher, dass du das machen willst?«

»Katja, wenn überhaupt, dann müsste ich dich fragen. Ich werde in meinem Leben mit Sicherheit keine Frau finden, die dir ernsthaft das Wasser reichen kann. Du bist doch eher die, die 100 Männer haben kann, gegen die ich kein Land sehe.«

»Vielleicht von der Figur und dem Schwanz her. Aber als Mensch gibt es gar keinen, der irgendwie besser sein könnte also du.«

Das reichte aus, damit Perry sie küssen musste. Der Kuss dauerte dann auch lange genug, um die Zeit bis zur Rückkehr des Priesters zu überbrücken.

»Gut, alles klar, wir können die Trauung vollziehen!«

Perry grinste wie ein Honigkuchenpferd.

»Haben sie Trauzeugen?«

Perry schaute total entsetzt zu Katja, die gleicher Massen entsetzt war.

»Japp, sind anwesend!«

Perry zuckte zusammen. Als er sich umdrehte kam da Donald gerade herein und grinste selbstgefällig.

»Katja, wenn du willst würde ich mich freuen, dein Trauzeuge sein zu dürfen!«

Katja lächelte glücklich.

»Gerne Aisha!«

»Wo sind denn die Anderen?«

»Die warten draussen Dicker. Sie sind der Meinung, wenn unsere anderen Freunde nicht hier sein können, dann sollten sie sich nicht vordrängen. Nur eben wir sind gekommen, damit ihr Trauzeugen habt!«

Dem Priester schien das zu reichen.

»Okay, dann brauche ich auch noch ihre Ausweispapiere!«

Donald und Aisha gaben ihre Ausweise und schon ging es los.

»Hervorragend. Kommen sie bitte hier zu mir?«

Der Priester war schon zum Altar gegangen und wartet nun auf die Gruppe. Perry und Katja stellen sich direkt vor ihn, Aisha und Donald jeweils an ihre Seiten.

»Gut. Ich könnte jetzt erzählen, dass Katja und Perry sich wirklich lieben, zusammengehören und nichts sie trennen kann. Doch behaupte ich immer, man sollte eine Ehe nie mit einer Lüge beginnen. Deshalb sage ich, wir sind hier zusammengekommen, um Katja und Perry in den heiligen Bund der Ehe zu bringen. Im Laufe meiner Zeit hier habe ich schon viele Paare getraut, doch selten habe ich so viel Liebe in den Augen des Paares gesehen, wie bei diesen beiden. Niemand wird vorhersagen können, wie es mit ihnen weitergeht, aber ich für meinen Teil habe ein wirklich gutes Gefühl!«

Perry fühlte da eine Wärme in sich aufsteigen, denn solche Worte waren schon etwas besonderes von einen Mann, der sie gar nicht kannte.

»Katja, ich frage dich jetzt. Willst du Perry, den Mann an deiner Seite zu deinem Ehemann nehmen? Ihn lieben und ehren, ihm treu sein und ihn mit all deiner Kraft unterstützen?«

»Ja also, treu sein soll sie mir ja nicht!«

Der Priester schaute so, als wäre ihm das noch nie passiert.

»Mein Sohn, hier geht es um die wirkliche Treue. Für einander dazu sein, hinter einander zu stehen und sich gegenseitig zu stützen. Was ihr im Schlafzimmer macht spielt hier gar keine Rolle!«

Katja war überrascht. Sie dachte, dass gerade von der Kirche das mit der Treue immer auf den Sex bezogen wurde. Offensichtlich ein Irrtum. Sie spürte auch unglaubliche Aufregung in sich und bekam die Worte fast nicht heraus. Aber aus dem Grund, da wollten so viele Worte durch ihren Mund und die verursachten einen Stau.

»Und wie ich das will! Absolut, 100%«

Der Priester lächelte und wendete sich dann an Perry.

»Und du Perry? Willst du den Rest deiner Tage mit Katja verbringen? Sie lieben und ehren, ihr immer treu sein und sie mit all deiner Kraft stützen, in guten wie in schlechten Zeiten?«

»Moment, die Nummer mit den guten und schlechten Zeiten gab es bei Katjas Schwur nicht!«

»Schatz!«

Knurrte Katja.

»Davon aber mal ganz abgesehen, ich will das mit aller Kraft! Nie wieder werde ich eine Frau wie sie kennenlernen und …«

»Ich werte das als ja.«

Leichtes Gelächter in der Gruppe.

»Würden sie dann bitte die Ringe tauschen?«

Katja wurde rot.

»Ich habe keinen Ring für ihn!«

Auch Perry bekam Panik, denn ihm war die Schachtel mit dem Ring im Restaurant aus der Hand geflogen und er hatte sie nicht wieder eingesammelt. Dann spürte er etwas an seinem Ärmel. Als er schaute drückte Donald die Schachtel dagegen. Perry war Happy, so einen Freund zu haben. Schnell nahm er die Schachtel an sich, entnahm ihr den Ring und drehte sich zu Katja.

»Ich brauche keinen Schatz. Ich trage das grösste Juwel der Welt immer bei mir, wenn du bei mir bist!«

Katja hätte am liebsten geheult bei diesen Worten. Doch Perry nahm ihre Hand, hob sie an und steckt ihr vorsichtig dieses sündhaft teure Teil an den Finger. Er passte, als wäre er für sie gemacht und funkelte so heftig, dass Katja ihn nicht lange anschauen konnte.

»Sehr gut. Kraft des mir verliehenen Amtes erkläre ich euch hiermit zu Mann und Frau. Sie dürfen …«

Da war Katja schneller. Sie sprang Perry fast an und drückte ihm so unglaublich intensiv die Zunge, wie Perry es bislang noch nie erlebt hatte. Der Kuss dauerte dabei so lange, dass die Beiden gar nicht mitbekamen, wie der Priester kurz wieder verschwand, mit ein paar Papieren zurückkam und Donald samt Aisha unterschreiben liess. Erst, als er die Beiden störte, beendeten sie den Kuss.

»Sie müssten hier noch bitte unterschreiben.«

Katja nahm den Stift und setzte ihren Namen auf die Linie. Perry tat es ihr gleich und schon ging der Kuss weiter. Der Priester erledigte den Rest. Als er mit zwei grossen Umschlägen zurückkam, Aisha und Donald waren schon nach draussen gegangen, unterbrach er die Beiden erneut.

»So. Hier sind die entsprechenden Papiere. Legen sie die bei ihrem Standesamt vor, dann wird sich darum gekümmert!«

Ach was ein Gefühl. Perry glitt fast den Weg zwischen den Sitzreihen entlang und auch Katja fühlte sich, wie von einer Wolke getragen. Als sie die Tür öffneten und nach draussen gingen, standen da schon die Anderen und applaudierten mächtig. Pascal hatte dabei etwas in den Augen stehen, als ob alles genauso laufen würde, wie es sollte.

»So, jetzt gehen wir aber mit Jerry Party machen. Hab ihr Zwei auch Chips bekommen?«

Perry und Katja schauten sich dumm an.

»Schaut mal in die Umschläge!«

In der Tat waren da Chips drin. Jeder hatte einen 100 Dollar Chip, die laut Pascal in jedem Casino akzeptiert wurden.

Perry konnte es nicht glauben. Die Gruppe sass schon wieder im Auto und war auf dem Weg zurück ins Hotel, wo man natürlich auch spielen konnte. Er hatte Katja an der Hand. Nicht seine Freundin, sondern wirklich seine Frau. Wie konnte das nur so schnell passieren und wieso hatte er das Gefühl, als hätte Pascal das von Anfang an schon gewusst? Irgendwie war sein Leben so viel anders geworden, seit die Mädels nebenan eingezogen waren, dass konnte alles kein Zufall sein!

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