Ein doch noch angenehmer Abend

Der Abend entwickelte sich immer angenehmer. Je mehr die beiden Gruppen ins Gespräch kamen, desto mehr zeigte sich, die hatten genug gemeinsam, um sich über Stunden super unterhalten zu können. Egal ob über Autos, Kerle, Frauen, oder Kampfsport.

Aber auch gefahren wurde. Viper war der Nächste, der sich die Ehre gegen einen Ruckzucki gab und auch er konnte einen Sieg verbuchen. Ebenso Rebekka, die den bislang brutalsten Vorsprung herausfahren konnte. Sie kam schon auf den Parkplatz gerollt, als ihr Gegner noch nicht einmal zu hören war. Janine und Katja hingegen mussten sich ihren Gegnern geschlagen geben. Beide lagen zwar nicht wirklich weit hinter ihren Gegnern, aber verloren war eben verloren.

Perry und Donald hielten sich zurück. Irgendwie, so cool der Rodge auch aussah, ein Rennen wollten sie damit nicht bestreiten. Mit dem Garzella jeder Zeit, aber der Rodge?

Etwas später kamen auch die Mädels zurück, die den Quertreiber ins Krankenhaus gebracht hatten. Seine Nase zwar zwei Mal gebrochen und musste operativ gerichtet werden. Doch gab er an, es sei ein Unfall beim einsteigen in sein Auto gewesen, wo er sich am Dach die Nase angeschlagen hätte. Glücklicherweise war das von den beiden Damen bestätigt und folglich akzeptiert worden. Das Thema war also abgeschlossen.

Etwa um Mitternacht war dann auch der Abend soweit abgeschlossen. Alexis hatte für den nächsten Tag ja wieder Programm und am Mittag musste auch noch Phillip vom Flughafen abgeholt werden. Zeit also, zurück zu fahren, was wieder über eine Stunde dauerte. Auch wenn Markus zusammen mit Amy den Rodge zu sich nachhause brachte, es war definitiv Zeit, an der Matratze zu horchen.

Da gab es nur ein kleines Problem. Dieses Mal waren alle bei Markus im Haus. Auch Viper, Derrick, Mario und Alexis. Die brauchten Platz! Alles aber kein wirklich nennenswertes Problem. Alexis kroch zu Amy und Markus ins Bett, Viper schlief bei Katja und Perry, Derrick hingegen bei Donald und Claudia. Mario bevorzugte derweil das Sofa als Schlafgelegenheit. Das war gross und breit genug, ausserdem auch noch super bequem. Er bekam von Morgen noch ein Kissen und eine Decke gebracht und schon war die Sache geregelt!

Elena hatte während der Fahrt schon ein kleines Nickerchen gehalten. Schon vor Jahren hatte sie die Fähigkeit erlernt, kurze, aber intensive Schlafphasen in den Tag einzubauen. Ähnlich wie die Fischer auf ihren Booten. Wenn sie ab und an mal 30 Minuten schlief, erfrischte sie das immens. Noch im Bus war sie zwar der Meinung gewesen, die Idee war ziemlich bescheuert, denn was sollte sie mit dem Rest der Nacht anstellen, wenn sie eh erst einmal nicht schlafen konnte? Doch als sie mit Waldemar im Bett lag, schien auch der nicht schlafen zu können.

»Elena, ich kann nicht schlafen!«

»Du kannst nicht schlafen? Was ist los? Falsch programmiert?«

»Immer wieder sehr erfrischend dein Humor, meine liebe Freundin.«

»Ja gell! Aber, wo liegt denn dein Problem.«

»Bei dem Erlebnis nach dem Essen!«

Elena drehte sich zu Waldemar.

»Ach Waldi. Amy und Katja hat das Spass gemacht! Da musst du dir keine Gedanken machen. Ja, es war wieder eine heftige Zeitverschwendung, aber tut ja keinem weh, oder?«

»Das ist es ja Elena! Ich halte es nicht für eine Zeitverschwendung. Ich frage mich nur, wärst auch du in so eine Kabine gegangen?«

»Um den Kerlen einen zu lutschen?«

»Ja, korrekt!«

»Ja klar! War doch eine lustige Sache und immer so einen Schwanz vor die Nase gehalten zu bekommen, da werd ich schon ein bisschen wuschig!«

»Aber wieso? Du hast im Prinzip nichts davon! Meines Wissens nach, sind die entsprechenden, zur Fortpflanzung benötigten Rezeptoren in den erogenen Zonen und der Mund gehört nicht dazu.«

»Mensch Waldi, du hast immer noch fast gar nichts verstanden! Sex ist etwas, was zum grössten Teil im Kopf stattfindet. Überleg mal, wenn ich zum Frauenarzt gehe, steckt der mir ja auch immer wieder was in die Muschi, oder fummelt an meinen Möpsen rum. Das erregt mich überhaupt nicht, obwohl es im Prinzip das Gleiche ist, wie wenn ein Liebhaber das macht. Die Sache ist eben, im Kopf ist es ganz anders und entsprechend kommt auch der Spass!«

»Nun gut, aber es kann ja nicht nur Kopfsache sein. Oder was denkst du?«

Elena wollte überhaupt nicht denken. Sie wollte spielen und hatte da schon eine Idee.

»Lust auf ein Experiment für deine Studie?«

»Insofern du mir die Rahmenbedingungen nennst gerne!«

»Sexuelle Stimulation. Kopfsache, oder Nervensache? Wir ermitteln, in wie fern sich die Sache im Kopf abspielt und in wie weit es körperlich ist. Einverstanden?«

»Klingt interessant, meine liebe Elena. Ich bin einverstanden. Versuchsaufbau?«

»Du bist das Versuchsobjekt und wir ermitteln, wie du auf Berührungen reagierst. Wie und wann du mehr Erregung verspürst. Okay?«

»Einverstanden. Durchführungen?«

»Ich frage rum, wer von den Mädels uns kurz zur Hand gehen möchte. Dann werden wir ja sehen, wie du auf verschiedene Frauen reagierst. Solltest du Recht behalten, sollte jede Berührung deiner erogenen Zonen den gleichen Effekt hervorrufen, unabhängig von deinem Kopf. Habe ich Recht, dann werden sich deine Empfindungen von Frau zu Frau unterscheiden. Okay?«

Waldemar dachte nach. Das bedeutete, noch andere Frauen würden ihn intim sehen und berühren. Das gefiel ihm einerseits überhaupt nicht, andererseits war es in der Tat ein wertvolles Experiment für seine Studie. Zudem, von Elena berührt zu werden gefiel ihm ja ohnehin. Vielleicht würde sich aber auch noch Amy zu ihnen gesellen, damit wäre ein kleiner Wunsch, den er aber eigentlich gar nicht haben wollte, erfüllt worden.

»Geht in Ordnung!«

Kurz darauf tippte Elena auf ihrem Handy und wenige Minuten später öffnete sich die Tür. Zwei Mädels kamen herein und zu seinem Bedauern musste Waldemar erkennen, Amy war nicht dabei. Es waren Alexis und Claudia.

»Claudi? Obwohl du Derrick im Bett hast?«

»Der redet ja nur mit Donald über irgendwelche Hirngespinste.«

»Und du Alexis?«

»Ich bin eigentlich schon fertig. Keine Ahnung warum, aber Markus hat angefangen zu fummeln und ich war schon super scharf. Dann hat Amy angefangen mich zu küssen, Markus mich zu ficken und peng, Orgasmus.«

»Cool. Also, kommt mal her ihr zwei. Ihr müsst und bei einem Experiment für Waldis Studie helfen. Ist Sex hauptsächlich Kopf, oder Nervensache! Das heisst, wenn es Nervensache ist, dann werden sich Waldis Empfindungen bei Berührungen nicht sonderlich unterscheiden, egal wer ihn berührt. Falls es Kopfsache ist, müsste sich ein deutliche Unterschied zeigen!«

Alexis hockte sich aufs Bett.

»Wir sollen ihm also einen runter holen?«

»Zum Beispiel. Seit ihr dabei?«

Alexis schaute zu Claudia, die nickte nur.

»Okay, sind dabei! Aber unter einer Bedingung!«

Elena schaute zu Waldemar, der hatte aber auch nur Fragezeichen in den Augen stehen.

»Wenn, dann fasst er uns auch an! Auch das sollte einen Unterschied für ihn machen. Also eine Frau zu berühren, die er gut findet und die er vielleicht nicht so gut findet.«

»Berühren? Ich? Wo?«

»Wohl wohl Waldi? Finger an und in die Muschi!«

Elena hatte brutales Kribbeln im Bauch. Unter Umständen würde da jetzt eine Antwort kommen, auf die sie schon lange gewartet hatte.

»Nun, ich nehme mal stark an, für die Forschung kann ich dieses Opfer bringen. Ich würde jedoch anmerken, da auch ich meinen Tastsinn zum Einsatz bringen soll, sollte ich alle erogene Zonen der Frau berühren, um auch dort die Unterschiede zu spüren.«

»Bitte? Auch Arsch und Möpse? Sollen wir uns dann ganz ausziehen, oder wie?«

Elena hätte Claudia gerne eine geklatscht. Wenn Waldemar schon so ein Vorschlag machte, dann hatte man den auch gefälligst zu unterstützen.

»So verhält es sich Claudia. Alles Andere könnte alleine schon durch das Textil die Empfindung verfälschen. Entsprechend sollte es schon Hautkontakt sein. Mir ist auch durchaus bewusst, wie sich eine solche Aufforderung anhören kann, doch bitte ich zu bedenken, mich als aktiven Part einzusetzen war eure Idee und ich tue das aus purem Interesse für die Wissenschaft und keines Wegs aus niederen, sexuellen Beweggründen. Seit also versichert, es ist keine Finte, um euch zu überrumpeln!«

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