Das Hochzeitsessen

Pünktlich erreichten alle die Festhalle, in welcher die Party stattfinden sollte. Perry und Donald waren sichtlich überrascht. Das war eine halbe Kathedrale! Nicht so, wie sie das gewohnt waren. Einfach ein viereckiger Bau. Rundbögen, Verzierungen und alles sahen so klasse aus, dass es den Beiden die Sprache verschlug. Selbst die Tische und Stühle, die da aufgefahren wurden, waren weit festlicher als alles, was die Beiden bislang gesehen hatten. Augenblicklich fühlten sie sich nicht angemessen gekleidet.

Waldemar hingegen dachte nur an seine Forschung. Egal wie weit er bislang in die Materie eingedrungen war, immer wieder kamen neue Fragen, oder seine Formel war unzureichend. Auch wenn er noch keinen wirklichen Sinn im Sex sah, die Thematik war auf jeden Fall komplex und es war höchst interessant, sie zu studieren. Eingangs war er ja der Meinung gewesen, Sex sei einfach nur das Produkt aus dem Verlangen der Hormone, die Gene zu verbreiten. Für ihn stellte sich Sex so dar, dass man unter Anstrengung die Körper an einander rieb und dadurch zur Ejakulation gebracht wurde. Wie viele Faktoren bei der Geschichte jedoch ihren Einfluss hatten und wie sie die Gefühlswelt beeinträchtigen konnten, damit hatte er niemals gerechnet.

Derzeit beschäftigte ihn eine Frage besonders. Warum waren Elena und Amy für ihn zwei aussergewöhnliche Frauen, die einen Reiz auf ihn ausüben konnten? Alle anderen Mädels konnten das nicht. Okay, da war seine Formel, die er sich erarbeitet hatte, nur inwieweit er sie anwenden konnte, da war er sich nicht sicher. Der Superhelden-Term schien hier eigentlich keine wirkliche Rolle zu spielen, da Amy weder kämpfte, oder auf sonstige Weise überragend war, noch Elena ihre geistigen Fähigkeiten benutzte. Die waren eigentlich beide eher unkoordiniert und ausgeflippt. Waldemar verstand es nicht.

Aber wenn es nicht dieser Term war, was macht die Beiden sonst speziell? Alexis und Katja hätten zumindest prinzipiell ebenfalls einen Schlag bei ihm haben müssen, wenn man den Superheld ignorierte. Offensichtlich war da noch etwas nicht ganz korrekt an seiner Formel. Nur was?

Als Alle am Tisch sassen und die ersten Speisen aufgetischt wurden, begannen auch die Gespräche.

»Katja, hast ja noch gar nichts zu deiner Probearbeit gesagt!«

Katja schaute zu Alexis.

»Stimmt. Hat mich ausser Perry aber auch noch keine gefragt.«

»Muss man dir alles aus der Nase ziehen?«

»Nö. Aber ich muss damit auch nicht hausieren gehen. Wenn es jemand interessiert, erzähle ich das gerne, aber ich dränge es niemandem auf.«

»Aha. Okay. Also, wie fandest du es?«

»Äusserst interessant. Da unten zu hocken und auf Fingerzeig was machen zu müssen, ist schon beeindruckend. Besonders wenn jemand da ist und der natürlich nichts von mir mitbekommen soll. Ich fand es aber ein bisschen schwierig, ihn per Kommando zum kommen zu bringen.«

»Fandest du? Ich hatte kaum das Zeichen gegeben, hab ich gespritzt wie ein Vulkan.«

»Zufallstreffer.«

»Oder du bläst einfach zu gut!«

Das fand Amy natürlich nicht komisch.

»Hallo? Und wenn dein Schwanz in meinem Mund ist, ist das nicht gut?«

»Hat keiner gesagt Schatz! Du weisst wie gern ich es habe, wenn du mir einen bläst.«

Wieder war Waldemar irritiert. Zum ersten Mal verfolgte er ein solches Gespräch und bei den Worten fiel ihm Elena wieder ein, wie sie zum guten Schluss auch sein Genital in den Mund gesaugt hatte und welches Gefühl das in ihm hervorrief. Schon das war ungewöhnlich, dass er jedoch eine Regung in sich verspürte, fand er irritierend. Wohl auch, weil er sich auf einmal Amy vorstellte und nicht mehr Elena und der Gedanke ihm unglaublich gut gefiel.

»Scheinst ja aber eine bessere gefunden zu haben!«

»Seit wann so eifersüchtig? Ich hab nichts davon gesagt, dass Katja besser ist!«

»Boah, voll der Kindergarten! Regelt das wie Erwachsene!«

Nachdem Claudia ihren Einwand vorgebracht hatte, schauten sich Katja und Amy mit einem Blick an, als wollten sie sich duellieren.

»Schatz, kannst du zwei Kabinen auftreiben, mit einem Loch in einer Wand?«

Alexis fing an zu lachen.

»Gloryhole Amy?«

»Ganz genau Alexis. Also Schatz?«

»Sicher kann ich. Wo, wann?«

»Sobald es geht. Katja und ich verkriechen uns in die Kabinen, ohne das ihr wisst, wer wo ist. Dann kommen die Jungs, stecken ihre Dödel durch das Loch, wir geben unser Bestes und die schreiben ihre Bewertung von eins bis fünf auf eine Karte und am Ende wird vergleichen.«

»Wenn es weiter nichts ist!«

Markus nahm sein Handy und fing an zu tippen. Perry fand das unglaublich. Seine Freundin würde in so eine Kabine gehen, um Schwänze zu lutschen? Um bewertet zu werden? Wie gut,dass sein Becken unter dem Tisch war, sonst wäre seine Beule sicherlich aufgefallen.

Für Alle war die Sache ein Spass. Wenn man bedachte, dass Amy und Katja tatsächlich schon mit allen am Tisch befindlichen Schwänzen intimen Kontakt gehabt hatten, war das auch nicht verwunderlich. Nun, ausser die Teile von Mario und Waldemar natürlich. Apropos Waldemar. Der hatte mal wieder einen Konten in den Gehirnwindungen.

Wie oft hatte er schon solchen Gesprächen beigewohnt? Zu oft. Normalerweise blendete er sie einfach aus, indem er sich mit etwas wichtigerem beschäftigte. Beispielsweise der Frage, ob er bei seinem Abendessen diese, oder jene Serie schauen wollte. Doch dieses Mal blieb er voll bei dem Thema und ertappte sich dabei, wenn er gewusst hätte, in welcher Kabine Amy war, hätte er vielleicht auch seinen Penis durch das Loch geschoben. Dieser Umstand erschütterte ihn derart, dass er sein Messer fallen liess und alle erschrocken zu ihm schauten.

»Alles klar Waldi?«

»Aber natürlich, mein Freund Perry. Ein kleines Missgeschick meinerseits.«

Perry fand das äusserst ungewöhnlich. Er konnte sich nicht daran erinnern, wann Waldemar jemals Besteckt hatte fallen lassen. Aber gut, er war auch nur ein Mensch, auch wenn man es manchmal nicht glauben mochte.

»Okay. Heute Nachmittag ist alles in meiner kleinen Lagerhalle vorbereitet. Kabine, Stimmzettel und ein Whiteboard. Einer muss dann nur die Auswertung durchführen.«

Alle schauten zu Waldemar.

»Oh? Mir wird diese Ehre zuteil? Ich bin begeistert! Mit Freuden komme ich dieser Verantwortung nach!«

»Dann gehst du unter Fräulein!«

Amy hatte einen wirklich fiesen Blick drauf, aber auch Katja wusste finster zu schauen.

»Ach ja? Wenn du vor der Kabine neben dir etwas knallen hörst, dann ist einer umgekippt, weil ich zu geil lutsche!«

»Lächerlich! Wenn die Bullen kommen, weil sie denken ein Gewaltverbrechen wäre im Gange, dann weil ich die Jungs so zum schreien bringe, dass Passanten die Ordnungshüter rufen!«

So ging das während eines grossen Teils des Essens hin und her. Alle wussten, dass es im Endeffekt nur ein Spass war, aber die Mädels gaben echt alles. Perry dachte schon, wenn die so blasen würden, wie sie sich nun stritten, dann würde das noch ganz schön brutal werden. Bliebe nur die Frage, wie lange blieben die Jungs vor den Kabinen? Wohl kaum, bis sie kamen, sonst würde das eine unendliche Geschichte werden. Ihm gefiel aber eigentlich der Gedanke, einem der Beiden in den Mund zu spritzen, ohne zu wissen wem.

Waldemar analysierte seine Empfindungen derweil und wurde eigentlich nur noch verwunderter. Der Gedanke, seinen Penis in Amys Mund zu haben erregte ihn eindeutig. Aber wenn er daran dachte, dass er in der falschen Kabine Katja erwischen würde, relativierte seine Empfindungen wieder. Warum? Katja war auch eine Frau, hatte ein wirklich schönes Gesicht und auch wenn die Proportionen nicht ganz so perfekt waren, eigentlich sprach nichts gegen mündlichen Kontakt an seinem Glied. Aber nein, in ihre konnte er niemand sehen, bei dem er das wollte. Bei Amy hingegen schon. Wäre Elena in der zweiten Kabine gewesen, er hätte höchst wahrscheinlich das Spiel wirklich mitgemacht, so unglaublich es für ihn auch war. Seine ganze Welt wurde gerade erschüttert und er hatte tatsächlich auch Angst davor, wo das hinführen konnte.

Das gefiel ihm alles überhaupt nicht. Er stellte sich auch die Frage, ob sein kurzer Ausflug in die intime Welt schon ausgereicht hatte, ihn irgendwie süchtig zu machen. Ein echter Witz!

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