Das Duell

Eines war den Heinzfortern klar. Dieses Essen war so üppig, hinterher hatte man ein derart schlechtes Gewissen, dass man sich ein Fitnessstudio wünschte. Vor allem Perry war sich nicht sicher, ob das eine gute Idee war. Er war gerade so schön am abnehmen gewesen, jetzt so ein Essen war fatal und dann musste er das an der Hochzeit ja noch einmal überleben!

Katja und Amy hingegen brauchten nicht lange, bis sie wieder voll da waren.

»So. Ich bin bereit. Was ist mit dir du Anfänger?«

Katja wischte sich den Mund ab und legte die Serviette ganz locker auf den Tisch.

»Also, mit dir nehme ich es noch auf, wenn ich eine Kiefersperre habe. Also, von mir aus kann es losgehen!«

Die Anderen waren viel zu voll gefressen, um an so etwas denken zu können. Fast drei Stunden hatte das Essen gedauert. Noch nie hatten sie von Zwischengängen gehört. Alles super leckeres Zeug, von dem nichts übrig blieb. Entsprechend voll waren die Mägen, doch war eines ziemlich klar. Amys Leute wussten, wenn sie was im Kopf hatte, dann wurde das auch gemacht. Genauso wie Katjas Freunde. Auch denen war klar, dass Katja nicht aufzuhalten war. Das hiess, als soweit alles mit dem Essen geklärt war, ging es zurück zum Partybus und der setzte sich in Bewegung in Richtung kleiner Lagerhalle.

Waldemar war inzwischen echt enttäuscht von sich. Sein Leben lang war er dazu in der Lage, seine Konzentration auf ein bestimmtes Ziel zu lenken. Das Funktionierte immer. Egal auf was er sich konzentrieren wollte, seine Gedanken fokussierten es. Doch dieses Mal wollte es nicht gelingen. Egal an was sich Waldemar zu denken zwang, kurz darauf kreisten seine Gedanken wieder um Amy in der Kabine und seinem Wunsch, sein Penis in so ein Loch zu stecken. Umgangssprachlich ausgedrückt, ihm ging es langsam echt auf den Sack. Seit er die Studie begonnen hatte, fing sein leben an aus den Fugen zu geraten und da er Veränderungen überhaupt nicht toll fand, fühlte er sich mehr als unwohl. Da musste doch irgendetwas dagegen zu machen sein! Nur hatte er darin keine Erfahrung und brauchte Rat. Nur, von wem?

Es waren ja genug Leute da und Waldemar war noch nie jemand gewesen, der sich nicht traute seine Fragen zu stellen. Ergo, sie zu stellen war kein Problem, nur an wen, damit hatte er Schwierigkeiten.

Perry konnte er vergessen. Der war noch nicht erfahren genug und sowieso, wenn eine Frau im Spiel war, war seine Konzentration ohnehin immer im Arsch. Donald sah alles viel zu locker. Wenn er sich nicht konzentrieren konnte, war das eben so, würde sich auch wieder ändern. Katja und Claudia schienen ihm ohnehin viel zu wenig Fokus auf etwas zu legen, um einen Rat geben zu können. Elena wäre zwar eine gute Wahl gewesen, aber die war ja mit ein Grund für sein Problem, fiel also genauso aus wie Amy. Aus irgendeinem Grund schien es nur einen perfekten Kandidaten für seine Frage zu geben. Auch wenn er bislang nie wirklich Kontakt mit dieser Person pflegte, sie schien perfekt. Sexuell hoch aktiv, aber auch fokussiert auf andere Dinge. Also, es würde Viper werden, den er um Rat bitten würde.

Nicht ganz 20 Minuten später war das Ziel erreicht. Was Markus kleine Lagerhalle nannte, war fast schon eine gigantische Halle. Die war jedoch fast leer.

»Markus, warum hast du die Halle? So gross und nichts drin?«

»Das ist so eine Art Puffer. Falls es irgendwo mal klemmt, kann man hier her ausweichen Viper.«

Perry und Donald waren verwundert. Markus produzierte individuelle Software. Dafür brauchte man eigentlich überhaupt keine Lagerhalle. Doch sie schwiegen, als Amy und Katja sofort in Richtung der aufgebauten Kabinen hüpften.

»Sollen wir da eigentlich alle vorne dran sitzen und zugucken, wie ihr da eure Dödel in die Kisten haltet?«

Da hatte Claudia eine gute Frage gestellt.

»Also, ich für meinen Teil würde sagen, wir bleiben draussen. Ist super Wetter und frische Luft tut gut. Dann gehen die Jungs nacheinander rein und fertig. Brauchen wir nur noch Kontrollorgane, damit die sich da drin nicht absprechen.«

»Ich setze mich da neben dran Rebekka und schaue, dass kein Mist gemacht wird!«

Nachdem Mario das ausgesprochen hatte, wollte Waldemar auch.

»Also, ich werde meinen guten Freund dabei unterstützen!«

Das klang vielversprechend, denn Waldemar war ja dafür bekannt, alles übertrieben genau zu nehmen.

Nun war draussen nur noch die Frage, wer würde anfangen? Derrick schlug deshalb vor, Schere, Stein, Papier zu spielen. Perry konnte gar nicht sagen, wie sehr ihn dieser Vorschlag freute, denn nun konnte er endlich etwas tun, worauf er sich schon Jahr gefreut hatte.

»Nein. Wenn dann spielen wir Schere, Stein, Papier, Echse, Spock!«

Donald schlug sich die Hand an die Stirn. Er wusste, wo Perry das herhatte und alleine, wie lange er zum auswendig lernen der Regeln gebraucht hatte, war schon bescheuert gewesen.

»Was ist denn das?«

»Wie das normale Viper, nur eben noch mit Echse und Spock.«

»Ah ja und wie funktioniert das?«

Perry fühlte eine ähnliche Aufregung in sich, wie damals beim ersten Sex mit Katja.

»Ganz einfach. Schere schneidet Papier. Papier bedeckt Stein, Stein zerquetscht Echse, Echse vergiftet Spock, Spock zertrümmert Schere, Schere köpft Echse, Echse frisst Papier, Papier widerlegt Spock, Spock verdampft Stein und Stein schleift Schere.«

Ungläubige, verdutzte Gesichter. Lediglich Donald schüttelte den Kopf und versuchte verzweifelt so zu tun, als wäre er überhaupt nicht anwesend und würde Perry nicht kennen.

»Wie jetzt? Das ging mir zu schnell.«

Perry freute sich, dass er es noch einmal sagen durfte.

»Okay, dann noch einmal Markus. Schere schneidet Papier, Papier bedeckt Stein, Stein zerquetscht Echse, Echse vergiftet Spock. Spock zertrümmert Schere, Schere köpft Echse, Echse frisst Papier, Papier widerlegt Spock, Spock verdampft Stein, Stein schleift Schere.«

»Spock köpft Echse?«

»Nein Derrick! Schere köpft Echse!«

»Hmm. Also, ich hab es glaub ich noch nicht verstanden.«

»Gut, dann noch einmal Derrick. Schere schneidet Papier, Papier bedeckt Stein, Stein zerquetscht Echse, Echse vergiftet Spock. Spock zertrümmert Schere, Schere köpft Echse, Echse frisst Papier, Papier widerlegt Spock, Spock verdampft Stein, Stein schleift Schere!«

Markus wollte ansetzen, doch Donald kam ihm in die Quere.

»Wag es ja nicht, noch einmal zu fragen! Der macht das den ganzen Tag, wenn ihr so weitermacht!«

Markus lachte. Natürlich hatten sie Perry nur verarscht, weil er die Erklärung wie einstudiert runter leierte. Aber gut, sie wollten ja auch langsam mal rein zu den Kabinen und deshalb fingen sie an zu spielen.

Ende vom Lied, es war Donald, der den Anfang machen durfte und der fand das natürlich besonders gut. Doch irgendwie, da gab es ein Problem.

»Schatz, ist das okay für dich?«

»Für mich? Klar! Wenn es okay für dich ist, dass ich auch mal in so eine Kabine will, um viele Schwänze lutschen zu müssen, dann ja.«

Damit hatte Donald keine Probleme, küsste seine Freundin und ging in die Halle. Doch Claudias Aussage hatte ein Nachspiel.

»Du willst auch in so eine Kabine?«

»Klar Janine. Irgendwie ist das reizvoll.«

»Da hat sie nicht ganz Unrecht. Würde mich ja eigentlich auch mal interessieren, wie man mich im direkten Vergleich so bewerten würde.«

Alle Blicke gingen auf Rebekka.

»Ja was? Würde mich wirklich mal interessieren! Jeder schreibt seine Bewertung auf eine Karte und niemand weiss, wer da eigentlich in der Kabine sitzt. Also keine Verunreinigung durch irgendwelche emotionale Vorbelastung, oder so.«

Tatsächlich erreichte diese Aussage auch Rebekka, Alexis, Claudia und Elena.

»Markus, kannst du noch paar Kabinen aufstellen?«

Markus schaute ungläubig zu Elena.

»Echt jetzt? Für jeden eine, oder wie?«

Gleichzeitig nickten die ganzen Mädels. Waldemar fand das gar nicht lustig. Elena in so einer Kabine zu wissen war zwar tatsächlich irgendwie ansprechend, aber dass jeder sein Glied durch das Loch halten und sie dann oral ans Werk gehen würde, fand er überhaupt nicht toll. Er ja, wenn er das tun würde gefiel ihm der Gedanke. Aber die Anderen? Das fand er schon fast richtig schlimm!

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