Neugierige Elena

»Wo steckt denn Elena?«

»Nun, mein Freund Perry, da kann ich dir leider wenig zu sagen. Ich weiss, dass sie ein Telefongespräch geführt hat und anscheinend von Alexis abgeholt wurde. Über mehr bin ich nicht informiert!«

Was Waldemar nicht wissen konnte, in den paar Stunden, in welchen er geschlafen hatte, war Elena aufgestanden und hatte seine Unterlagen studiert. Alle Aufzeichnungen, die er betreffs der Studie angefertigt hatte und da fiel ihr natürlich etwas bemerkenswertes auf. Offensichtlich gab es einen Weg, Waldemar doch zu erregen und genau den wollte sie auch gehen.

Doch da sie in New Apple auf verlorenem Posten stand und Amy unterwegs war, blieb ihr nur Alexis, mit der sie losziehen konnte. Beide sassen im Auto.

»Das ist also der berühmte Tarot, von dem Amy schon so viel erzählt hat?«

»Sagen wir, teilweise ist er es noch. Amy und ich haben so viel dran verändert, da könnte man fast schon von einem neuen Auto sprechen. Aber, es ist mein Baby und ich liebe jede Schraube daran.«

»Total irre wirklich hier zu sein. Amy und die Anderen haben immer wieder Geschichten auf Lager, die man ihnen niemals glauben würde. Aber jetzt bin ich echt hier.«

»Glaub mir eins Elena. Elena war doch richtig, oder?«

»Japp, ist richtig.«

»Gut. Komme mit euren Namen manchmal durcheinander. Ich habe mich mal mit Pascal unterhalten. Den halte ich zwar auch für mysteriös, aber gegen Amy, Rebekka und Janine ist das ja gar nichts. Du kannst ja echt machen was du willst, aber nie, wirklich nie blickst du hinter deren Gedanken. Als Amy damals im Hot-Shots anfing, war sie mir sympathisch und mit ihr abzuhängen war lustig. Aber nur am Anfang. Wenn du mit ihr zusammen bist, dann veränderst du dich einfach. Pascal hat das mal schön auf den Punkt gebracht. Wenn du mit dem Teufel spielst, verändert sich nicht der Teufel. Der Teufel verändert dich! Genauso ist es bei Amy und den beiden Anderen!«

»Musst du mir nicht sagen. Katja und Claudia waren vorher nie auf Frauen aus. Mittlerweile hat sich das wegen denen geändert.«

»Das ist typisch. Ich war mal mehr oder weniger schüchtern. Zwar schon immer ein Freigeist, aber direkt auf etwas los bin ich nie gegangen. Dann kam Amy. Die hat mich zuerst mal Bi gemacht, dann das mit Rasmus und Jerry und keine Ahnung. Du gehst brav ins Bett und stehst als Schlampe wieder auf. So in etwas ist das bei ihr.«

Elena musste lachen.

»Und vor allem, es klappt immer, was sie sich so vornimmt.«

»Ja. Bis auf das eine Mal, wo Markus sie abgeschossen hat. Die folgenden Wochen war sie nur noch ein Roboter. Super komisch. Pascal musste sogar herkommen und siehe da, kaum war sie wieder in der Spur hatte sie im Handumdrehen einen Plan und zack, Markus ist wieder mit ihr zusammen. Trotz Phillip und Deutschland.«

»Ja, so kommt sie mir vor. Wenn sie die Sahara zufrieren lassen will, wird es auch passieren.«

»Stimmt. Aber sag mal, was hast du da eigentlich vor?«

»Waldemar spitz machen.«

»Warum ausgerechnet den? Warum nicht Donald?«

»Ich hatte Donald schon und Perry auch. Die sind sehr gut, aber Waldi ist was besonderes. Eben weil den bislang keine knacken konnte.«

»Und du denkst, ein neuer Fummel reicht?«

»Nein. Aber es ist ein Teil meines Plans. Den erwartet heute Abend die Überraschung seines Lebens!«

»Da musst du mich aber auf dem Laufenden halten!«

»Worauf du dich verlassen kannst Süsse! Aber sag, warum ist Amy diese Nacht alleine in ihre Wohnung?«

Alexis grinste total böse.

»Wer spricht denn von alleine?«

»Ach, du warst mit?«

»Ja, ich und Rasmus. Der Kleine hat wieder mal ran gedurft. Wir vernachlässigen ihn eigentlich viel zu viel finde ich. Aber irgendwie ist ja nie wirklich Zeit!«

»Ist der echt so gut?«

»Was heisst so gut? Er ist anders. Sein Schwanz ist jetzt nicht besonders gross, aber der wird einfach unglaublich hart. Kannst du dir nicht vorstellen und er hat irgendwie eine andere Art. Er stellt ein Kontrast dar und das macht ihn irgendwie besonders.«

»Ist das für euch eigentlich wirklich so normal? Du lässt dich von Männern ficken während ihr kurz vor eurer Hochzeit steht?«

»Ja. Klingt wirklich merkwürdig, ist aber in Wirklichkeit kein Problem. Es ist total anders mit Jerry zusammen zu sein, als mit irgendeinem anderen Mann. Bei ihm bin ich seine Frau, ein Teil seines Lebens. Bei den anderen nur eine Bitch die gefickt wird. Das macht schon wirklich einen echt grossen Unterschied.«

»Und da gab es nie Eifersucht, oder so?«

»Nö. Na gut, Markus war Anfangs bei Amy natürlich nicht begeistert davon, aber bei Jerry und mir gab es nie wirkliche Probleme.«

»Das ist auch so eine verdrehte Welt finde ich. Bevor wir nach Heinzfort gezogen sind, war alles ganz normal. Wir haben eben viel gefickt und deshalb nie eine Beziehung angefangen, um frei sein zu können. Wir ziehen nach Heinzfort, erst kommt Katja mit Perry zusammen, dann Claudi mit Donald. Aber ficken beide weiter munter durch die Gegend. Was heisst beide, alle!«

»Und du bleibst lieber Single?«

»Ja. Wobei. Bei Waldi weiss ich nicht. Er ist der einzige Mann bisher, der meinen Körper auch oberhalb vom Bauchnabel zum kribbeln bringt. Vielleicht, weil er sich so ziert, keine Ahnung. Auf jeden Fall, mit ihm könnte ich mir was vorstellen. Nur mit ihm.«

»Mit Treue?«

»Du fragst mich Dinger! Ich weiss ja nicht einmal, ob ich ihn überhaupt rum kriegen kann. Woher soll ich denn da dann wissen, ob das auch mit Treue funktionieren würde? Keine Ahnung!«

Knapp eine Stunde später hatte Elena gekauft, wonach sie gesucht hatte. Ein enges, rotes Outfit mit etwas Gold. Zwei grosse Armreifen und so etwas wie eine Krone, was sie auf den Kopf ziehen konnte und was dabei die Stirn verzierte. Dazu die passenden Schuhe natürlich. Als sie draussen waren stellte Alexis eine Frage.

»Warum genau das Outfit?«

»Weiss nicht genau. Gefällt mir einfach am Besten. In den Filmen sieht das immer super aus!«

Alexis grinste.

»Willst du die Schauspielerin mal kennenlernen?«

Elena riss die Augen auf.

»Ist das möglich?«

»Klar. Im Hot-Shots verkehren mittlerweile recht viele Filmstars, seit Natalie hin und wieder da arbeitet.«

»Und du kannst da ein Treffen klarmachen?«

»Versuchen kann ich es, oder? Wir waren schon ein paar Mal im Kino, die ist eigentlich ziemlich gut drauf!«

»Mit einem Filmstar im Kino?«

»Klar. Die gehen auch ins Kino, stell dir vor! Nur sie nicht in  Filme, wo sie eben dabei ist. Findest sie peinlich, meint sie immer.«

Elena war doch ein bisschen aufgeregt. So jemand kennenzulernen war doch eine wirklich interessante Sache! Zwar wusste sie nicht so genau, was sie der sagen sollte, aber alleine ein Hallo war schon irgendwie aufregend.

»Das wäre ja super. Da müssen aber die Anderen dabei sein!«

»Na, was denkst du denn?«

»Weiss ja nicht. Wollte es aber gesagt haben!«

»Ja, verständlich. Aber, geht es jetzt zurück, oder brauchst du noch was?«

»Nee, lass uns zurückfahren. Ich hab langsam Hunger und ich denke mal, da wird wieder irgendein Programm am Start sein.«

»Nö, heute nicht. Aber ich denke, es geht nachher wieder zu Markus, damit ihr nicht wieder im Hotel pennen müsst.«

Zurück im Hotel waren alle da, ausser Amy, Markus und Katja. Perry machte das nervös, denn natürlich dachte er die ganze Zeit daran, was seine Freundin da wohl gerade trieb. Ausserdem hatte Amy am Morgen etwas angefangen, was noch nicht fertig war und das ging ihm ebenfalls auf die Nerven. Alle Anderen hatten hingegen beste Laune und unterhielten sich. Elena und Alexis stiessen dazu.

»Ach, die beiden Verschollenen! Wo habt ihr euch denn rum getrieben?«

»Das wüsstest du wohl gerne Entchen!«

»Klar, sonst hätte ich ja nicht gefragt!«

»Ja, okay. Dann sagen wir mal so. Es hat auch etwas mit einer Studie zu tun. Aber mehr verrate ich jetzt noch nicht. Da müsst ihr euch definitiv noch gedulden und je nachdem kann ich ein paar von euch sogar ernsthaft überraschen!«

Claudia lachte.

»Ja, wenn du mal was intelligentes auf die Beine stellst!«

Print Friendly, PDF & Email

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.