Eine neue Ära

Zur Verwunderung von Krieger dauerte es genau 25 Minuten, bis von jedem einzelnen Besatzungsmitglied ein Treueschwur gekommen war. Selbst von Ruug und Raschniposa. Zum guten Schluss kam dann sogar Baki und schwor der Megaclite die Treue. Unglaublich, wie Krieger fand. Zwei Brass einfach so übernommen? Die Megaclite musste ja mächtig Eindruck gemacht haben.

»Casper, noch einmal eine Übertragung im Schiff.«

»Fertig.«

»Okay Mannschaft. Ihr habt mich nicht enttäuscht. Also will ich euch auch unseren nächsten Schritt erklären. Wir fliegen zurück und suchen die Piraten. Ich denke mal, es wird nicht so schwer sein sie zu finden. Dann ist die Frage, hat unsere letzte Begegnung irgendwie Eindruck gemacht? Kann man mit ihnen verhandeln und Informationen über ihre Transportertechnologie bekommen? Wenn nicht, dann nehmen wir sie uns einfach!«

Krieger pausierte kurz, um seine Worte sacken zu lassen.

»Ziel der Aktion ist es, den Ältesten der Brass und den Chef der Thori zu entführen. Wir bringen sie weit weg, stecken sie in einen Raum und lassen sie so lange reden, bis da irgendwie eine Einigung in Sicht ist! Ich will diesen dämlichen Krieg aus dem Weg haben, damit unser Versprechen einlösen und dann mit Volldampf verschwinden!«

Krieger liess ein paar Minuten verstreichen und als sich daraufhin niemand gemeldet hatte, schienen ja alle damit einverstanden zu sein.

»Okay. Steuermann, Kurs auf den Punkt, wo wir zuletzt Kontakt mit den Piraten hatten. Volle Kraft voraus! Barry, wenn wir dort sind alle Sensoren auf Maximum. Versuchen sie ein Piratenschiff zu lokalisieren. Wenn wir Kontakt haben und die uns angreifen sollten, denken sie bitte daran, wir brauchen so ein Schiff intakt!«

»Warum macht eigentlich immer jeder so, als würde ich alles nur zu Schrott ballern?«

»Weil es eben so ist Barry! Sicherheit, unter Umständen müssen wir ein Piratenschiff entern. Falls dem so ist, solltet ihr darauf vorbereitet sein!«

Krieger schaute zu Tiffany. Ihm gefiel es, dass sie in den richtigen Bahnen dachte. Auch er wollte dieses Kommentar noch abgeben, doch da es Tiffany gemacht hatte, fühlte er sich in seinem Handeln bestätigt.

Als die Megaclite ihr Ziel jedoch erreicht hatte, war weit und breit kein anderes Schiff zu finden. Auch die Vorschläge von Ruug, wo man eventuell ein entsprechendes Schiff auftun könnte, erwiesen sich als wenig nutzbringend. Stundenlang kreuzte das Schiff durch den Raum und suchte die Piraten. Eigentlich irrwitzig. Normalerweise versuchten doch alle, den Piraten aus dem Weg zu gehen und die schienen überall zu sein. Wenn man sie aber mal brauchte, waren keine zu finden.

»Gut, dann eben anders. Steuermann, lassen sie das Schiff driften. Es soll so aussehen, als hätte sich unser Antrieb verabschiedet. Casper, wenn wir schön am treiben sind, geben sie ein Mayday raus und bitten um Hilfe, da wir verderbliche Fracht von hohem Wert an Board haben.«

Tiffany war beeindruckt. Anstatt die Piraten weiter zu suchen, versuchte Krieger sie anzulocken. Da konnte jeder sagen was er wollte, aber Krieger Trickkiste schien tief zu sein.

Der Erfolg zeigte sich runde 30 Minuten später. Ein ganzer Pulk an Raumschiffen nahm Kurs auf die Megaclite.

»Ich schätze mal, da sind sie Krieger. 30 Raumschiffe nehmen direkten Kurs auf uns.«

»30? Okay. Problem für uns?«

»Das kommt drauf an. Sind wir die braven Menschen, die warnen, Warnschüsse abgeben und dann warten, bis die Mühle fast Schrott ist, bevor wir zurückfeuern, oder zeigen wir Zähne?«

»Blöde Frage Barry! Sobald sich abzeichnet, dass man mit denen nicht reden kann, Schilde hoch, Waffen aktivieren und Ziel nehmen! Warte aber bitte, bis Kapitän Krieger den Befehl gibt!«

Krieger schaute wohlwollend zu Tiffany und grinste.

»Gehört Barry? Es läuft so, wie Tiffany es gesagt hat!«

Barry schüttelte den Kopf. Irgendwas musste da auf SchlaHa schiefgegangen sein. Waren das überhaupt die richtigen Krieger und Tiffanys? Langsam war sich Barry da nicht mehr so sicher.

»Wir sind in Kommunikationsreichweite!«

»Hier spricht Kapitän Krieger vom …«

»Krieger! Ohne offene Frequenz hören die sie nicht!«

»Sie sagten doch gerade Casper, wir wären in Reichweite?«

»Ja, sagte ich. Da war aber nicht die Rede davon, dass sie die rufen wollen und …«

Casper tippte etwas.

»Krieger, die rufen uns!«

»Na toll. Dann lassen sie hören!«

Kurz darauf tauchte eins dieser merkwürdigen Kreaturen auf dem Bildschirm auf.

»Deaktivieren sie alle Systeme und erwarten sie, dass sie geentert werden! Verhalten sie sich ruhig und wir werden ihnen ein schnelles, schmerzfreies Ende bereiten, ansonsten …«

»Moment mal! Erstens, hier spricht Kapitän Krieger! Ich habe bei unserer letzten Begegnung drei ihrer Leute aus der Gefangenschaft entlassen! Wir haben auch nur ein Anliegen an sie. Wir brauchen …«

»Krieger! Die feuern auf uns!«

»Schilde hoch! Visier das feuernde Schiff an und erklär denen, dass die Nummer nicht läuft!«

Auch wenn Barry nicht auf die Bestätigung von Krieger wartete, der war zufrieden. Noch vor Ankunft der Energieentladungen, waren die Schilde aufgebaut und durch die ganzen Modifikationen interessierte die Megaclite den Angriff überhaupt nicht. Dafür explodierten die drei Schiffe, die gefeuert hatten, in riesigen Feuerbällen.

»So. Also noch einmal. Wir wollen etwas von euch und da ich denke, bei unserer letzten Begegnung haben wir unser Entgegenkommen gezeigt, will ich nun hoffen, dass auch ihr entgegenkommend …«

»Neuer Angriff!«

Die Ladungen schlugen wirkungslos im Schild der Megaclite ein.

»Na gut, wenn die es so haben wollen! Barry, sie haben Feuer frei! Zerstören sie was sie wollen. Aber lassen sie fünf der Piraten intakt! Sicherheitsmannschaft, ihr achtete darauf, dass sich niemand ohne Befugnis auf das Schiff transportiert!«

Barry hatte sichtlichen Spass. Die Energieladungen flogen in alle Richtungen und zerlegten einen Pirat nach dem Anderen. Es dauerte nur wenige Minuten, da war rings um die Megaclite der Raum ziemlich leer. Fünf Schiffe der Piraten trieben nur noch antriebslos und wehrlos umher.

»Hervorragend Barry! So gefällt mir das!«

»Danke Krieger, hat auch irgendwie Spass gemacht!«

»Casper, können die noch funken?«

»Denke schon.«

»Dann eine Verbindung bitte.«

Das Bild sah nicht mehr so toll aus, wie bei dem letzten Anruf. Der Pirat war im Bild und überall um ihn brannte es.

»Also. Wie gerade schon gesagt. Wir wollen etwas von euch. Es ist das letzte Mal, dass ich darum bitte. Werden wir uns einig, oder müssen wir euch wirklich erst platt machen?«

Krieger fiel erst dabei auf, dass er die Piraten verstehen konnte und anscheinend auch umgekehrt. Beim letzten Mal musste Ruug noch übersetzen.

»Was wollt ihr?«

»Nur Informationen, wie ihr euch auf ein anderes Schiff transportieren könnt.«

»Ach, mehr nicht?«

»Hör mal Kumpel. Ich hab keine Lust lange Spielchen zu spielen. Sprich dich aus, oder lass es bleiben!«

»Ihr werdet die Informationen nie …«

»Barry, ich denke wir müssen entern!«

»Nein! Schon gut! Wir schicken euch die Unterlagen!«

»Dann mal los! Wir haben nicht den ganzen Tag Zeit!«

Schon Sekunden später konnte Casper den Empfang wirklich grosser Datenmengen bestätigen.

»Sehr gut. Ray, wir haben neue Daten über die Transportertechnologie in der Datenbank. Schauen sie sich das mal an und sagen sie mir, ob wir da auch wirklich Informationen haben, oder ob alles nur Blödsinn ist!«

Fünf Minuten später meldete sich Ray.

»Die Infos sind Golf wert!«

Krieger wandte sich zu dem Piraten auf dem Bildschirm um.

»Okay. Dann zieht mal ab! Im Übrigen, gebt euren Leuten etwas zum bedenken. Die Megaclite wird in Zukunft wahrscheinlich öfters zu sehen sein. Lasst uns in Ruhe! Ihr seit keine Gegner für uns und ein weiteres Zusammentreffen könnte mit eurem Tod enden! Seit also so gut und nehmt Abstand!«

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