Zurück nach Heinzfort

Es dauerte noch ein bisschen, bis alle wieder fit genug waren, um in den Innenhof zu gehen. Gerade mit dem notdürftigsten bekleidet. Derrick und Phillip strichen bald schon die Segel. Die Autopflege wartete am nächsten Tag auf sie und sie brauchten noch ein bisschen Schlaf. Auch der Rest verabschiedete sich nach und nach. Amy und Markus gingen gemeinsam. Jedoch in Amys Schlafzimmer, also hatte sie in dieser Nacht beide Männer bei sich.

Wieder begann der nächste Tag viel zu früh. Besonders für Katja, die wirklich überall Schmerzen hatte. Als alle im Innenhof waren und zu frühstücken begannen, wurde schnell der Tagesablauf besprochen. Markus, Viper und Sarah würden sich bald verabschieden. Dann wäre auch der Aufbruch für Amy und die Anderen gekommen. Auch wenn es Waldemar mit Logik versuchte, Mario liess sich nicht erweichen, ebenfalls mit nach Heinzfort zu kommen. Die Zeit alleine hier wäre ihm zu kostbar, da er dann mal in Ruhe alle seine Arbeiten verrichten konnte.

Es kam der Abschied. Der war wieder so herzerweichend, dass selbst Donald wehmütig wurde. Sarah hingegen schrieb ihre Nummer noch schnell auf Perrys Unterarm und war damit die Zweite, die das jemals getan hatte. Nur, bei Katja war es die Erfüllung, bei ihr nur angenehm.

Die Autos fuhren los, kurz darauf startete auch der Hubschrauber. Doch kaum waren die ausser Sicht, bestiegen auch die restlichen Anwesenden die Autos und es ging los, zurück nach Heinzfort.

Dort war es Waldemar, der wieder aus der Rolle fiel. Alle waren mit auspacken beschäftigt, sassen herum und entspannten sich. Ausnahmsweise hatte sich Katja alleine auf einen Sessel gesetzt, da ihre Glieder einfach zu sehr schmerzten. Das die Nummer so anstrengend war, hätte sie nie für möglich gehalten.

Waldemar hingegen ging sofort an seinen Computer und kaum war der hochgefahren, fing er auch schon wieder an zu arbeiten. Erst überzeugte er sich jedoch vom Stand seiner Bestellung. Voller Freude konnte er erkennen, gegen Mittag wurde alles bereits an die Werkstatt geliefert.

»Schon brutal. Wir waren gerade einmal drei Tage weg und ich hab das Gefühl, da waren Monate dazwischen.«

»Kenn ich Katja. Das ist, wenn man so viel erlebt. Was macht man denn schon an normalen Tagen? Eigentlich immer das Gleiche und das Meiste davon registriert man nicht wirklich. Aber so ein Wochenende, was da nicht alles passiert!«

»Ja. Reicht aus, um mir mein vorlautes Mundwerk zurechtzurücken Amy.«

»Und wie sieht nun der Plan aus?«

»Das kann ich dir beantworten, lieber Freund Donald. Zuerst holen wir etwas von der Arbeit auf, die am Wochenende liegengeblieben ist. Dann geht es zur Werkstatt und ich beginne, meinen Arbeitsbereich aufzubauen. Ihr hingegen könnt den Garzella überprüfen, ob er das Wochenende gut überstanden hat.«

»Was willst du da überprüfen?«

»Er hat da nicht Unrecht Perry. Mario checkt die Autos auch nach jedem Wochenende komplett durch. Du glaubst gar nicht, wie solche Rennen das Material strapazieren können.«

»Na, von mir aus Rebekka.«

»Ja und wir checken mal in der Gruppe ab, ob wir das nicht alles verbessern können.«

»Da hab ich schon eine Idee Elena. Unter uns die Wohnungen sind doch auch noch frei. Wir könnten eine mieten und da quasi die Gruppenkommune draus machen.«

»Gruppenkommune Claudia?«

»Klar Schnabeltier. Eine Wohnung nur für die Gruppe, wo alle, die in der Gruppe sind, immer Zugang haben!«

Amy lachte.

»Dir gefällt das, wenn die Kerle immer auf Abruf in Reichweite sind.«

»Dir nicht?«

»Ich will nicht der Spielverderber sein, aber wenn ich meinem Vater sage, dass ich noch eine Wohnung zu dem Preis hier mieten will, nur damit immer Schwänze in meiner Nähe sind, zeigt der mit den Vogel.«

Auch Elena und Claudia schauten nachdenklich. Janine jedoch nicht. Die wusste genau, was jetzt kommen würde und kam der Sache einfach zuvor.

»Ach Quatsch. Amy fragt gleich nach der Nummer des Vermieters. Dem macht sie dann ein Angebot, was der nicht ablehnen kann und schnell wird alles geregelt, dass sie eine der Wohnungen übernimmt. Ihr kriegt dann die uneingeschränkten Nutzungsrechte mit der Bedingung, wann auch immer wir hier sind hat sie das Vorrecht auf die Typen.«

Die Heinzforter schauten nicht schlecht. Ihre Blicke trafen Amy, die nur unschuldig mit den Schultern zuckte.

»Das bringst du echt?«

»Perry. Ich hab viel mehr Geld, als ich ausgeben kann. In den letzten Jahren war es sogar immer so, ich geb Geld aus und wenn ich dann mal wieder das Konto checke, ist da mehr drauf als vorher. Selbst wenn wir wie gestört mit dem Flieger unterwegs sind, merke ich das nicht. Also. Wo liegt das Problem?«

»Eigentlich könnten wir doch gleich die beiden Etagen kaufen. Dann müsstet ihr auch keine Miete mehr bezahlen und wir hätten eine Wohnung hier.«

Gleichzeitig kam von Perry, Donald und Waldemar ein Veto.

»Okay? Wo liegt das Problem?«

»Ganz einfach, meine liebste Rebekka. Meine Freunde und ich wollen nichts, was wir uns nicht verdient haben! Dem folgt, wenn diese Wohnung irgendwann den Besitz zu uns wechselt, dann weil wir sie aus eigenen Kräften haben kaufen können.«

Rebekka schaute zu Perry und Donald. Die nickten.

»Na gut. Dann eben nur das Stockwerk unten drunter. Eine Wohnung Kommune, eine unser Domizil, wenn wir hier sind. Ist das akzeptabel?«

»Ich möchte es so ausdrücken, liebste Rebekka. Es ist euer Geld und wenn ihr es für so etwas ausgeben wollt, ist es eure Entscheidung!«

»Alles klar. Machen wir Nägel mit Köpfen. Wer hat die Nummer vom Vermieter?«

Schnell hatte Waldemar Amy eine Visitenkarte übergeben. Amy nahm ihr Handy, wählte jedoch keine Nummer. Offensichtlich rief sie jemand an, den sie schon gespeichert hatte. Kaum hatte sie das Handy am Ohr, sprach sie auch schon.

»Ja. Ja. Ganz genau. Machst du? Ja? Ganz sicher! Ja? Perfekt, hast was gut. Okay, bis zur Ohnmacht. Freu mich schon!«

Damit war das Gespräch beendet. Verwunderte Blicke trafen Amy.

»Was guckt ihr so? Das ist normal bei Pascal.«

»Pascal? Warum hast du Pascal angerufen?«

»Ach Schnabeltier. Weil Pascal der Mann fürs Grobe ist. Der setzt sich jetzt mit dem Vermieter in Verbindung. Natürlich lehnt der zuerst ab, um den Preis nach oben zu treiben. Aber nach ein paar Minuten hat Pascal ihn soweit, dass er die Etage für einen Spottpreis verkauft.«

»Und das klappt Janine?«

»Und das klappt Schnabeltier. Pascal ist da unnachgiebig. Der hat schon so viele Probleme für uns gelöst, die unlösbar schienen, wenn er was in die Hand nimmt, wird etwas grosses draus.«

»Wortwahl!«

Warf Elena ein und alle lachten. Ausser Waldemar.

»Ist schon irre. Vor ein paar Monaten haben wir uns noch Sorgen gemacht, dass wir irgendwann die Miete nicht mehr zahlen können, falls unser Projekt gescheitert wäre. Ihr kauft mal nebenbei eine ganze Etage.«

»Mach dir da nicht den Kopf heiss Donald. Als ich mit Phillip nach Neunburg gezogen bin, hatten wir auch nichts. Kleine Wohnung unterm Dach. Die erste Nacht haben wir auf dem Boden geschlafen und dann nur gebrauchte Möbel gekauft, weil das Geld knapp war. Das wir ein paar Jahre später ein Haus dieser Grösser bauen würde, hatten wir da auch nicht auf dem Schirm.«

»Ist ja auch nicht gerade alltäglich, dass man so durchstartet.«

»Tittenbonus Donald. Mehr war das nicht.«

»Denkst du Rebekka?«

»Das weiss ich sogar. Unsere Videos damals waren inhaltlich so grottenschlecht, hätten wir nicht immer viel Haut gezeigt und zweideutige Dinge gemacht, wären wir nie bekannt geworden. Mario kam ja erst später, da hatten wir schon einige Fans.«

»Und warum macht das dann nicht jeder?«

»Ganz einfach Elena. Weil sich die meisten Frauen dafür zu schade sind! Haut zeigen, frivol sein, dass könnte ja dem Ansehen schaden. Da uns das aber herzlich egal ist, konnten wir es machen. Als dann noch Mario dazu kam und die Rennen, ist alles richtig explodiert. Heute sind es die Möpse, die Qualität der Videos und die Inhalte, warum so viele Leute die Videos schauen. Aber am Anfang waren wir quasi nur Wichsvorlagen.«

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