Unterdessen in Neunburg

Amy und Markus hatten ihre Nummer hinter sich gebracht, was man deutlich an Amys Gang sehen konnte. Aber auch Derrick war seine Ladung losgeworden und alle sassen wieder draussen im Innenhof.

»Ich glaub das echt nicht, dass Alexis den Schritt wagen will.«

»Ich eigentlich auch nicht Amy. Wenn ich daran denke, was sie da eigentlich für Vorstellungen hat, ich hätte nie für möglich gehalten, dass mein Bruder damit einverstanden ist.«

Das machte Claudia natürlich neugierig.

»Darf ich fragen, was sie für Vorstellungen hat?«

»Ja klar. Das fängt schon bei der Entführung an. Sie will auf der Feier entführt werden, aber nicht so, wie man es auch hier bei euch gewohnt ist. Nein, sie will entführt und zu Rasmus gebracht werden. Auch will sie, dass ausser ihr und Jerry niemand in festlicher Kleidung auftaucht. Alle in Alltagskleidung. Dann die Spiele. Das harmloseste ist noch Twister. Sie meinte, wenn auch nur eines dieser Mainstream-Spiele auftaucht, haut sie sofort ab. Ausserdem will sie das nicht irgendwo in einer Festhalle, sondern bei Jerry zuhause.«

»Wie darf ich das verstehen, sie will zu Rasmus entführt werden?«

Amy lachte.

»Rasmus war, als ich das Jahr in Amerika war, über lange Zeit unser Liebhaber. Wenn wir die Nacht nicht bei Jerry, oder Markus verbracht haben, kam der immer nach der Schicht zu mir und hat uns gefickt.«

»Ah und das soll er bei der Hochzeit dann auch machen?«

»Insofern Jerry sie nicht vorher findet ja.«

Claudia hatte so ein Kribbeln im Bauch, als Markus das sagte. So in etwa stellte sie sich ja auch ihre Hochzeit vor.

»Meint ihr die Jungs sind uns böse, wenn wir da hinfliegen und der Garzella ist noch nicht fit?«

Katja schüttelte den Kopf.

»Nein. Dafür sorge ich schon!«

»Gut. Ich muss unbedingt beim Junggesellenabschied dabei sein!«

»Warum? Stipper?«

Wieder lachte Amy.

»Oh nein! Alexis hat da ihre Vorstellung. Sie liegt einfach auf einer Luftmatratze und alle, die sie ficken wollen, dürfen sie ficken. Am Ende sollen dann alle schön auf sie abspritzen.«

Wieder kitzelte es bei Claudia.

»Jetzt muss ich aber mal was fragen. Wie kommt es zu dieser Verpflichtung mit dem Auto?«

»Hab ich dir doch erzählt Babe. Katja, Rebekka und ich haben uns von Perry ficken lassen. Dabei kam Rebekka so schnell, dass ich es mir nicht vorstellen konnte. Also hab ich dem gesagt, wenn er mich auch zum Höhepunkt bringt, kann er sich wünschen was er will und das war eben sein Wunsch.«

»Ja, okay, aber wie? Ich meine, er macht jetzt nicht so den Eindruck, als wäre er ein besonders guter Liebhaber.«

»Dann würde ich sagen, trügt der Eindruck.«

Katja sprach das mit eingeschnapptem Tonfall.

»Der hat also echt was drauf?«

Gleichzeitiges, langsames Nicken aller Mädels, ausser Sarah und Janine. Markus guckte nicht schlecht.

»Und so im Vergleich? Besser als ich?«

Amy brauchte einen Moment, bis sie eine Antwort geben konnte. Das war natürlich für Markus etwas erschreckend.

»Kann man so nicht vergleichen. Ihm fehlt deine dominante Art. Ich würde ihn generell nicht mit euch Jungs vergleichen. Er ist einfach anders. Aber mit seiner Art echt ein Highlight.«

»Und er ist dein Freund Katja? Du hast gegen solche Seitensprünge nichts?«

»Nö. Ist nur Sex. Das stört mich nicht. Aber warum fragst du? Amy wird doch auch munter von fremden Kerlen genagelt und du gehst nicht an die Decke.«

»Na ja. Also so ganz einig war ich mir anfangs über die Sache jetzt nicht. Aber was soll ich tun? Amy gibt es nur in dieser Ausführung. Ich hatte also nur die Wahl, sie so zu akzeptieren, oder die Hände weg zulassen.«

»Aber gefallen tut es dir nicht?«

»Ich will es so sagen. Anfangs fand ich diesen Umstand schon ungewöhnlich und meine Eifersucht nahm hier und da groteske Formen an. Aber sie hat mir auch immer gezeigt, dass es mit denen wirklich nur Sex ist und das macht die Sache tatsächlich besser.«

»Okay gut, so weit kann ich das ja noch alles nachvollziehen. Aber wenn ich euch richtig verstanden habe, ihr seit jetzt in Deutschland und da ist Amy gar nicht deine Freundin?«

»Ja. Genau. Deutschland heisst, sie ist Phillips Freundin.«

»Und damit kommst du auch klar?«

»Ungewöhnlich, nicht wahr? Ich war damals hier bei den Leuten, als Amy noch in Amerika war. Die Leute hier musste ich einfach kennenlernen. Es ging damals darum, ob ich wieder mit Amy zusammenkommen will, oder nicht. Pascal nahm mich damals zur Seite und hat so auf mich eingeredet, dass ich jetzt wirklich kein Problem mehr darin sehe.«

Katja runzelte die Stirn.

»Ihr seit das zweite Mal zusammen?«

»Ja. Frag nicht Katja.«

»Tue ich aber. Ich dachte, ihr wärt damals zusammengekommen und das hätte sich alles so entwickelt. Was war denn schiefgelaufen?«

»Die Wahrheit ist schiefgelaufen.«

Das verstand Katja natürlich nicht. Amy erklärte.

»Das war so. Ich war ja da drüben und eine der Bedingungen war, ich durfte niemandem sagen, wer ich wirklich war. Also, dass ich in Deutschland Freund und Familie habe, dass ich Geld hab usw. Wichtig war, ich musste da drüben alles alleine bestreiten. Er hat es dann rausgefunden und das fand er nicht komisch.«

»Fand ich auch nicht. Ihr müsst euch das so verstellen. Ich hab versucht sie mit dem, was ich mir aufgebaut habe zu beeindrucken. Sie in die BDSM-Szene einzuführen und ja, so etwas eben. Da war es schockierend zu erfahren, dass sie weit mehr erreicht hat als ich, dass sie Rennfahrer ist und schon die Sub eines Herren.«

»Du bist also eher materiell ausgerichtet.«

»Was? Nein, eigentlich nicht Elena. Aber kannst du dir vorstellen wie ich mich gefühlt habe? Ich hab mich da voll zum Narren gemacht. Ich zeige ihr mein Hubschrauber, sie könnte sich eine ganze Flotte leisten. Mit meinem Auto wollte ich sie beeindrucken. Da wusste ich aber nicht, dass sie eines hat, was meines zu Lametta zerfetzen würde. Mein Haus sollte sie beeindrucken. Woher sollte ich denn wissen, dass sie so einen Bunker hier stehen hat? Ausserdem wollte ich ihr mit meinem Erfolg zeigen, dass sie es bei mir gut hat. Dabei könnte sie meine Firma vor dem Frühstück übernehmen, weil ihr die Müsli nicht schmecken. Eben alles, was ich von ihr zu wissen glaubte, war falsch.«

»Und trotzdem wolltest du sie zurück?«

Wieder lachte Amy.

»Hallo? Was Amy will, kriegt Amy auch. Altes indianisches Gesetz!«

Nun lachte Rebekka.

»Na ich weiss nicht, ob die Indianer was damit zu tun haben. Aber was Amy sagt ist schon richtig. Wenn sie was im Kopf hat, dann wird das auch passieren. Wenn sie es nicht alleine schafft, dann mit uns. Reicht das auch nicht, wird Pascal gerufen.«

»Aber mal was anderes. Wann könnt ihr denn Urlaub machen?«

Katja, Elena und Claudia schauten sich fragend an.

»Wer, wir?«

»Na ihr? Ihr Mädels und eure Jungs.«

»Im Prinzip wann wir wollen. Müssen das nur mit den Jungs abklären. Warum?«

»Weil ich sehr neugierig auf euch bin. Was mir die Leute von euch so alles erzählt und ich bisher erlebt habe, möchte ich euch wirklich besser kennenlernen. Ich würde euch deshalb einladen, sagen wir eine Woche zu mir zu kommen.«

Claudia war sofort begeistert. Amerika war voll ihr Ding und so ein Urlaub konnte lustig werden.

»Echt jetzt? Also ich bin sofort dabei!«

»Lass uns das erst mit den Jungs besprechen Claudi.«

»Klar, aber trotzdem. Ich will das da drüben alles mal erleben. Diese langen Strassen durch die Wüsten, die Menschen und das alles.«

»The worm goes to amerika.«

Lachte Janine.

»Dann hoffe ich, eure Freunde können das möglich machen.«

»Waldemar wird wohl quer schiessen. Dem ist seine Arbeit heilig!«

»Da hätte ich schon eine Idee. Ich habe von dem Produkt der Firma gehört und finde es äusserst interessant. Eigentlich wollte ich mir das hier mal anschauen. Aber, vielleicht können wir es ja anders machen. Zur Einladung spreche ich noch einen Termin für die Vorstellung des Programms aus. Die sollen alles mitbringen und in meiner Firma präsentieren. Das müsste doch ziehen!«

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