Der Mario und seine Ideen

Nachdem die Jungs draussen soweit alles gesehen hatten, ging es in das Flugzeug hinein. Der erste Eindruck war nicht anders, als in anderen Flugzeugen. Vielleicht etwas beengter, Aber da waren die typischen Sitze, die kleinen Fenster und was man eben erwartete. Nur, es gab nicht viele Sitze, bevor da eine Trennwand war mit Tür. Dort steuerte Viper hin.

»Gemütlich! Kleines Wohnzimmer!«

»Genau Perry. Bin ich nicht im Cockpit, bin ich meistens hier.«

Perry musste dran denken, dass seine Freundin vor kurzem hier drin bei Überschall gefickt wurde. Schon schwoll sein bestes Stück wieder an. Um das zu verhindern, wollte er schnell ins Cockpit. Viper kam dem natürlich zu gerne nach und Donald hatte nichts dagegen.

Das Cockpit war klein, aber voller Technik. Donald stellte sich vor wie es wohl war, da zu sitzen, während die Welt um einen herum eilt. Mario sass auf dem Platz des Bordingenieur und hatte schon einiges zerlegt.

»Wow. Wenn ich daran denke, was ihr uns schon alles erzählt habt. Beeindruckend!«

»Danke Donald. Ja, hier haben wir schon einiges erlebt. Glaub mir, als ich gegen die zweite Maschine kämpfen musste war ich mir manchmal gar nicht so sicher, ob wir das überleben können. Der andere Pilot war viel, viel besser als ich und kannte die Maschine perfekt.«

»Eigentlich ist es ja schon grotesk sich vorzustellen, dass zwei Verkehrsmaschinen gegeneinander kämpfen.«

»Och Perry, wenn man das Ding fliegt merkt man nicht, dass das Design von einem Verkehrsflugzeug stammt.«

»Und ihr macht hier alles kaputt?«

»Weit gefehlt, mein lieber Freund Donald. Ich beobachte Mario, wie er seine Kunst zelebriert.«

»Kunst? Wie kann das Kunst sein, wenn ich mir schon drei Mal eine eingefangen hab?«

»Mario, wenn du den Vogel kaputt machst ist was los!«

»Blödsinn Viper! Ich mache gar nichts kaputt. Bin nur manchmal ein wenig ungeschickt!«

»Was genau machst du da eigentlich?«

»Ich bastele da eine Schnittstelle dran, damit ich eine KI hinzufügen kann.«

»Was hast du nur immer mit diesen KIs? Der Vogel tut doch, was er tun soll!«

»Ja, schon. Aber wie oft hab ich schon alleine hier vorne gesessen? Ja, der Autopilot hält Kurs und Geschwindigkeit, oder nimmt an Wendepunkten auch Kurskorrekturen vor. Aber was, wenn mal was unvorhergesehenes passiert? Normalerweise sitzt ja immer mindestens ein Pilot am Steuer, aber ihr vögelt da hinten ja lieber, als hier zu fliegen!«

»Hallo? Manchmal bin ich auch zum essen da hinten!«

»Ist aber das Gleiche! Ihr seit nicht da und ich denke, es kann dann überhaupt nichts schaden, wenn eine KI den Flug überwacht!«

»Also, ich weiss nicht Mario. Ob ich mich da so wohlfühle wenn ich weiss, eine KI kann das Flugzeug übernehmen?«

»Mein lieber Viper. Ich finde es höchst bedauerlich, dass du die Leistung deines Freunde so herabwürdigst. Lass mich dir das erklären. Wie du eben selbst erfahren hast, will Mario eine Schnittstelle zwischen KI und Bordcomputer installieren. Ergo, er wird die künstliche Intelligenz nicht direkt in die Systeme einbinden. Daraus folgt, egal wann es notwendig sein sollte, es wird immer möglich sein, den Zugriff des Computers zu unterbinden. Darüber hinaus möchte ich anmerken, die KI der Autos ist auf einem so hohen Niveau, dass sogar unvorhergesehene Aktionen eintreten können, die dennoch den Protokollen entsprechen. Daraus ergibt sich der Schluss, dass eine KI dem Flugzeug viel nützen würde.«

»Danke Waldemar. Du kannst aber mal stark davon ausgehen, dass Viper nur die Hälfte deiner Worte registriert hat. Der hört nur unvorhergesehen und so.«

»Tja, mag wohl daran liegen, wenn der Lion das Gemisch falsch einstellt, verliert Amy bestenfalls ein Rennen. Wenn hier was nicht in Ordnung ist, verlieren wir im schlimmsten Fall unser Leben und nehmen noch Leute auf dem Boden mit.«

»Och Mann Viper! Ich hab nicht vor, die Maschine der KI zu übergeben! Die soll nur den Flug im Auge behalten, wenn ihr mal wieder nicht am Platz seit. Das ist alles!«

»Ja, genau. Aber nehmen wir doch mal an, wir sind gerade hinten und deine KI kommt auf die bekloppte Idee, mal eine Runde auf dem Rücken zu fliegen. Was dann? Wenn du sie ausschaltest liegt die Kiste immer noch auf dem Rücken! Wie genau sollen wir das dann wieder ändern?«

»Ach Alter! Für wie bescheuert hältst du mich? Natürlich kriegt die KI entsprechende Protokolle, um nur sichere Flugmanöver durchführen zu können. So etwas wie Rückenflug, oder Loopings, oder was auch immer baue ich da bestimmt nicht ein!«

»Ich darf aber doch meine Sorgen anmelden, oder?«

»Nein! Weil du mir damit echt auf die Nerven gehst. Gib es doch zu! Was dir am Meisten daran auf den Zeiger geht ist die Tatsache, dass ich das kann und du nicht!«

»Wie kommst du denn auf das schmale Brett? Ich will das gar nicht können und brauche es auch nicht. Guck dir die Viper an! Die hat noch alle Erfolge ganz ohne KI erreicht. Also komm mir mal nicht so!«

»Ich kenn dich doch! Bislang bist du der grosse Held hier vorne. Mit der KI bist du auf einmal gar nicht mehr so wichtig!«

»Was streitet ihr hier eigentlich so dumm rum? Mario scheint ja zu wissen, was er da macht, sonst würdet ihr ihn wohl kaum machen lassen und das Viper der Pilot ist, daran sollte sich ja auch nichts ändern. Also, warum der Streit?«

»Mein lieber Donald. Wie mir scheint bist du nach wie vor nicht bewandert im Beobachten von menschlichen Interaktionen. Es handelt sich hier keines Wegs um Streit. Beide Männer sind sich ihrer Fähigkeiten bewusst, sowie beide Männer ihre klare Position haben. Was sie hier tun ist nichts weiter als eine kleine Rivalität untereinander. Sie wollen schlichtweg ihre Rollen einhalten.«

Viper lachte.

»Und er ist wirklich zu dumm, um einen Toaster zu bedienen?«

»Anfangs schon. Aber das kriegt er dann schon irgendwann raus.«

»Lustig. Zu dämlich für einen Toaster, aber hier den Sigmund raushängen lassen.«

»Waldi eben. So eine Situation analysieren kann er, hat aber immer noch keinen Plan von Sarkasmus oder Ironie.«

»Mit Verlaub, Freund Perry, ich bin sehr wohl bewandert in Ironie und Sarkasmus!«

»Ja, stimmt. Du bist der Allerbeste!«

»Hab Dank, mein Freund!«

Viper fing an zu lachen.

»Wenn du mir die Frage gestattest, mein lieber Viper, was amüsiert dich an Perrys Aussage?«

»Och, nichts. Er hat nur hervorragend dein Verständnis für Ironie und Sarkasmus demonstriert!«

Waldemar blieb stumm. Natürlich hatte auch er nun erfasst, dass Perrys Aussage sarkastisch gemeint war und er hatte es wieder nicht verstanden. Da er sich jedoch in keine noch ungünstigere Situation manövrieren wollte, blieb er lieber still.

»Ich muss jetzt aber mal was ganz dummes fragen. Was kostet dieses Ding eigentlich im Unterhalt?«

»Sehr viel Donald! Mal eben in die USA fliegen kostet so viel, da kaufen sich Andere Autos dafür.«

»Und wer bezahlt das?«

»Normalerweise Amy und die Mädels. Wir haben hier fette Tanks im Boden und die sorgen immer dafür, dass genug Kerosin da ist. Aber auch Ersatzteile. Die besorgt zwar Aisha, aber die Mädels blechen dafür.«

»Einfach so?«

»Ja. Einfach so. Glaub mir, die merken das gar nicht. Mich verwundert das zwar selbst immer wieder, aber die könnten sich den Hintern mit 200€-Scheinen abwischen.«

»Und echt alles durch die Videos?«

»Perry, was denkst du, wie viele Leute sich die Videos immer anschauen? Wir veröffentlichen eins und das Kracht sofort. Da klingelt die Kasse schneller, als du gucken kannst.«

»Ja, aber wie? Die Videos sind zwar echt cool, aber warum dieser Hype?«

Viper verschränkte die Arme.

»Weisst du das wirklich nicht? Da sitzen drei Mädels, meist in Klamotten, dass man einen Titten-Blitzer annehmen könnte. Dazu den Quatsch von denen. Der Grossteil der Fans sind Kerle und die schauen sich die Videos auch nicht an, weil die Themen so toll sind!«

»Wichsvorlage?«

»Der Perry bekommt 100 Punkte! Klar, die meisten Fans rubbeln sich einen, wenn sie die Videos sehen und da die Mädels es quasi darauf anlegen, klickt es bei jedem Video gleich heftig.«

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