Angriff auf Brassika

Als Krieger realisiert hatte, dass sie tatsächlich auf einen wirklich unfairen Trick der Thori hereingefallen waren, war die Megaclite schon auf dem Rückweg. Pamela erhöhte die Leistung immer wieder, was auf der Brücke Sorge aufkommen liess. Wie viel konnte man dem Antrieb noch abverlangen, bevor die Navigation schlapp machte und sie wieder irgendwo landeten, wo sie gar nicht hin wollten?

Der Rückweg dauerte weit weniger lang, als der Hinweg. Die Megaclite fiel im System von Brassika in den Normalraum und der Bildschirm zeigte sofort, dass hier die Hölle los war. Eine noch deutlich grössere Anzahl an Schiffen war hier vertreten. Ein Teil kümmerte sich um die unterlegenen Verteidiger, ein anderer Teil feuerte bereits auf Brassika. Krieger war schockiert.

»Pamela! Direkter Kurs auf die Angreifer von Brassika!«

Pamela hatte den Kurs schnell gesetzt und sprang. Sofort eröffnete Barry das Feuer und gab etwas von dem zurück, was die Thori bereits angerichtet hatten. Dieses Mal war ihr Verhalten so, wie man es erwarten konnte. Eine grosse Zahl Schiffe gaben ihr Feuer auf den Planeten auf und flogen auf die Megaclite zu. Auch jene, die sich derzeit noch mit den Brass auseinandersetzten, gingen auf die Megaclite los.

Auch wenn die Taktik weiterhin gut funktionierte, die Thori stellten sich so auf, dass zumindest ein paar ihrer Schiffe nach einem Sprung in Waffenreichweite blieben. Während Barry ein Schiff nach dem anderen zerlegte, schlugen nun auch Ladungen auf der Megaclite ein und brachten sie zum zittern.

»Krieger, trotz Einschlägen sind die Schilde noch auf 98%!«

»Gut gemacht Ray. Barry, ich muss nichts sagen?«

»Nö Krieger. Ich hab hier meinen Spass!«

Den hatte Barry eindeutig. Geschickt feuerte er aus allen Rohren. Tatsächlich aus allen, denn um die Megaclite herum befanden sich überall Angreifer. Sie wehrten sich und trafen auch immer wieder, doch reichte das nicht im Ansatz an die Gewalt der Megaclite heran. Während die Schilde der Megaclite nur um ein, manchmal auch zwei Prozent fielen, explodierte ein Schlachtschiff nach dem anderen. Torpedos flogen los und machten aus den Schiffen kleine Sonnen. Gleichzeitig stoben unglaubliche Mengen an Energieentladungen auf die Angreifer zu. Erst platzten Teile ihrer Hülle auseinander, bevor sie schliesslich im Ganzen explodierten. Pamela sprang immer wieder. Dennoch trafen die Thori fast dauernd. Sie schienen nicht viel Zeit zu benötigen, die Megaclite zu erfassen und auf sie zu feuern.

Der Einsatz zeigte jedoch Erfolg. Immer mehr Schiffe der Thori kümmerten sich um die Megaclite, bis Barry schliesslich die erhoffte Nachricht durchgab.

»Alle sind hinter uns her Krieger!«

»Sehr gut! Trotzdem heisst es Kapitän Krieger!«

Und weiter wurde gefeuert. Casper fragte sich schon, ob aus dem Trümmerfeld um Brassika irgendwann ein kleiner, künstlicher Mond entstehen würde. Pamela hatte derweil damit angefangen, die Angreifer wieder vom Planeten wegzuziehen. Wieder sah Tiffany etwas, was ihr nicht gefiel.

»Ich will ja jetzt nicht meckern, aber die sind überhaupt nicht blöd!«

»Ach nein? Warum Nummer eins?«

»Tiffany! Ganz einfach. Die fliegen nicht einfach hinter uns her. Seitlich sind auch welche, die uns überholen wollen. Pam, wenn die uns umzingelt haben, kannst du dann noch springen?«

»Klar doch. Brauche nur eine Lücke, die gross genug für das Schiff ist!«

Da behielt sie Recht. Sprung folgte auf Sprung. Barry zerlegte Angreifer und dann der nächste Sprung. Die Thori versuchten die Megaclite einzukesseln, doch immer wieder fand Pamela eine Lücke, durch die sie springen konnte. Aber, auch wenn es derzeit so aussah, als wäre alles in Butter, Tiffany gefiel es immer noch nicht.

»Sehe nur ich das so, oder locken die uns irgendwohin?«

»Ach was Tiff! Auch wenn sie uns irgendwohin locken, da ist nichts, was uns schaden könnte.«

Das sah Tiffany auch und war eigentlich rational gesehen der gleichen Meinung. Ihr Bauch sagte aber etwas anderes.

»Krieger, wenn das so weitergeht, dann ist in spätestens 15 Minuten Ruhe.«

»Ausgezeichnet! Sobald alle Thori vernichtet sind setzen sie Kurs auf Brassika Pamela, vielleicht können wir dort irgendwie …«

Barry sprang Krieger ins Wort.

»Feindkontakte! Ich habe Feindkontakte! Hunderte!«

Krieger sah es auf dem Bildschirm. Mit einem Mal kam eine unglaubliche Flotte der Thori in den Normalraum gefallen und zwar so, dass sie eine perfekte Kugel um das Schiff bildeten.

»Heilige Scheisse! Es war eine Falle!«

»Das sehe ich selbst Tiffany! Pamela, bringen sie uns weg hier!«

»Keine Chance! Ich hab nirgendwo genug Platz, um hindurch zu springen. Nicht einmal genug, um hier drin zu springen!«

Barry feuerte unterdessen weiter. Auch wenn um die Megaclite fiel explodierte, diese Übermacht war einfach zu heftig.

»Krieger, die besiegen wir nicht!«

»Immer weiter feuern! Ray!«

Krieger hatte wieder den Knopf für die Sprechanlage gedrückt.

»Kapitän?«

»Ich hoffe, der Notausgang ist einsatzbereit.«

»Ist er!«

»Sehr gut. Warten sie auf mein Kommando!«

»Notausgang?«

»Später Nummer eins. Barry, schiessen sie uns einen Bereich zum Springen frei. Das hat Priorität! Pamela, sobald wir springen können machen sie Meldung!«

Barry konzentrierte das Feuer sofort auf eine Stelle direkt vor der Megaclite. Die Angreifer explodierten, kamen jedoch in Waffenreichweite. Schon fing die Megaclite an zu vibrieren, denn von allen Seiten krachten die Energieladungen in den Schilf.

»Krieger! 80%, schnell fallend!«

Immer häufiger krachte es und man bekam den Eindruck, die Megaclite würde immer nur von einer, übermächtigen Ladung getroffen werden.

»60%! Das stehen wir nicht lange durch!«

Krieger blieb cool.

»Immer weiter feuern Barry, wir brauchen eine Lücke!«

Das war Barry schon klar und er feuerte, was die Megaclite hergab. Aus den Waffen, welche dieses Ziel nicht erreichen konnten, flogen die Ladungen und Torpedos auf andere Angreifer. Überall explodierte es, doch auf dem Bildschirm war nicht zu sehen, dass irgendwo die Schiffe weniger wurden. So eine erdrückende Übermacht war unglaublich.

»40%! Ich mache mir gleich die Hose nass!«

»Umziehen können sie sich nachher! Immer weiter Barry! Sie machen das gut! Pamela?«

»Das reicht noch nicht! Hin und wieder flammt das Signal zur Sprungbereitschaft auf, aber so schnell bin ich nicht!«

»Ganz ruhig bleiben! Das wird schon!«

Tiffany verstand das nicht. Die Megaclite war so massiv unter Beschuss, dass gleich die ersten Treffer zu verzeichnen sein mussten. Ein Schaden am Antrieb und die Sache war schon vorbei. Krieger schien aber absolut ruhig zu bleiben.

Auch bei Barry zeigte sich eine gewisse Panik. So ein massives Feuer überlastete langsam die Geschütze und die Torpedos schrumpften auch schnell zusammen. Noch ein bisschen und die Energiewaffen waren überhitzt und wenn dann auch nicht die Torpedos leer waren, war Feierabend.

»10%!«

Das hatte Krieger sich schon gedacht, denn die Einschläge verursachten mittlerweile Schaden. Der Alarm ging los, die Megaclite taumelte. Pamela hatte alle Hände voll zu tun, um den Kurs zu halten.

»Wir sind im Arsch!«

Sagte Tiffany und schien resigniert zu haben. Auf dem Bildschirm zeichnete sich die Niederlage und wohl auch die komplette Vernichtung deutlich ab. Die Kugel aus Angreifern kam immer näher und war noch so viel grösser, als die Megaclite überwinden konnte. Das konnte nur das Ende bedeuten.

»Krieger! Massive Schäden! Hüllenbrüche überall!«

»Abwarten und weiterfeuern!«

Barry feuerte ja, aber seine Waffen waren an der Leistungsgrenze. Nacheinander schrien Barry, dann Casper, Tiffany und schliesslich auch Ruug genau ein Wort.

»Krieger!«

Dann kam Pamela.

»Ich kann springen!«

Krieger schaute zu Tiffany hatte einen siegessicheren Blick und sprach ganz ruhig und in normaler Lautstärke.

»Es heisst Kapitän Krieger! Ray jetzt! Pamela, springen!«

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