Donalds Runde

Ein paar weitere Rennen wurden ausgetragen. Rebekka und der Lion mussten sich mit einem brachiales Geschoss auf vier Rädern auseinandersetzen. Die Jungs waren gespannt, während die Mädels sich schon denken konnten, wer da gewann. Für Donald wurde es jedoch schwer, sich auf die Autos zu konzentrieren, denn Claudia ging dazwischen und fing an sich zu bewegen. Auf eine Art und in einer Situation, dass Donald Platzprobleme in der Hose bekam.

Nach dem Start sah es einen Moment so aus, als würde der Lion ins Hintertreffen geraten. Bis zur Hälfte der Strecke lag er hinten und schien nicht herankommen zu können. Doch genau ab diesem Punkt entfesselte Rebekka seine Gewalt. Mit einem Schlag holte der Lion auf, fuhr einen kurzen Moment Kopf an Kopf, bevor er schliesslich mit einer unglaublichen Leichtigkeit an seinem Gegner vorbeizog und einen klaren Sieg einfuhr. Die Jungs waren mehr als beeindruckt. Das der Lion, der ja die letzten Tage immer vor ihrer Tür gestanden hatte, ein derartiges Monster war, wollte ihnen einfach nicht in den Kopf.

Bald musste sich Viper wieder beweisen. Wieder ging es zuerst zu Mario, Geld wechselte den Besitzer und es ging los. Viper schien sich einen Spass machen zu wollen, denn er blieb am Start stehen, während sein Gegner schon davon eilte. Perry vermutete schon einen Schaden an der Viper, als diese schliesslich doch davon schoss, schnell zum Gegner aufgeschlossen hatte und schliesslich mit ordentlichem Vorsprung gewann. Was ein Irrsinn! Warum legten sich die Leute immer wieder mit diesem Ding an? Wie verblendet oder eingebildet musste man sein um zu glauben, gegen dieses Auto eine Chance zu haben?

Es folgte eine Wiederholung, denn kaum war die Viper wieder verstaut, stand da wieder der Garzella auf der Anzeigentafel. Dieses Mal war es jedoch Phillip, der Donald als Fahrer nannte.

Ab da war es jedoch anders. Donald ging siegessicher zum Garzella und verspürte nur eine verhaltene Aufregung in sich. Ja, es war sein erstes Rennen, doch er hatte ein starkes Auto und war sich auch sicher, dass er die Situation meistern konnte. Entsprechend locker fuhr er zum Start.

An seiner Seite stand ein kleiner Opal. Eigentlich sah Donald darin keinen wirklichen Herausforderer. Selbst mit Turbolader und so konnte so ein Ding es nicht mit dem Garzella aufnehmen. Er musste sich nur konzentrieren, um im richtigen Moment zu schalten, dann war das ein sicheres Brett. Ach, der Start durfte natürlich auch nicht schief gehen, aber damit hatte Donald bislang ja weniger Probleme.

Wieder kamen die Mädels, um das Rennen zu starten. Entspannt und mit steigender Erregung schaute Donald dem Treiben zu, drehte dann aber den Motor hoch, als die Arme nach oben gingen. Gespannt wartete er darauf, dass sie wieder fielen.

Der Moment kam und Donald war zufrieden mit sich. Keine durchdrehenden Räder, viel Vortrieb, es brach auch nichts aus. Alles so, wie es sein sollte. Auch beim ersten Mal schalten klappte alles hervorragend. Wäre da nicht eine Kleinigkeit gewesen, die Donald echt irritierte. Der Opal wollte einfach nicht von seiner Seite weichen. Erneut schaltete Donald und das fast schon perfekt und dennoch, der Opal blieb dran. Langsam wurde Donald dann doch nervös. Hatte er seinen Gegner wirklich so heftig unterschätzt? Machte er vielleicht doch irgendwo einen Fehler?

Durch seine Gedanken abgelenkt, verpasste er den nächsten Schaltpunkt. Der Opal gewann an Boden, denn offensichtlich war der Fahrer Profi genug und schaltete perfekt. Hektisch versuchte Donald, die Sache wieder zu regeln. Doch dadurch schaltete er dieses Mal einen Tick zu früh, was seinem Gegner erneut Landgewinn einräumte. Schlussendlich war die Sache verloren. Mit angenehmem Vorsprung erreichte der Opal die Ziellinie und auch wenn sich Donald nicht verschaltet hatte, auch er musste geschlagen seinen Boliden wieder zum stehen bringen.

Doch auch Donald erfuhr, als er zurück am Start war, dass auch er keines Wegs verspottet wurde. Die Leute kamen, klopften ihm auf die Schulter und auch sein Gegner nickte ihm anerkennend zu. Half aber alles nichts, er hatte verloren. Genauso, wie Pascal es vorausgesagt hatte. Seine Überheblichkeit war seine Schwäche und sein Gegner hatte sie gnadenlos genutzt. Entsprechend enttäuscht fuhr er zurück auf den Parkplatz, wo ein Viper ihn schon erwartete. Doch zuerst kam da eine Claudia, die sich an ihn hängte und zu küssen begann. Ganz offensichtlich wurde sie von seinem Auftritt genauso erregt, wie Katja bei Perry zuvor.

»Gegner unterschätzt?«

»Scheint fast so. Wie kann so eine Kiste nur so viel Power haben?«

Viper musste lachen.

»Typischer Anfängerfehler. Wie oft habe ich das schon erlebt? Die Leute sehen Spoiler, Lackierungen, oder was weiss ich und denken dadurch zu wissen, was in so einer Kiste steckt. Du solltest dir angewöhnen, schon im Vorfeld die Autos zu begutachten. Ist dir die Auspuffanlage aufgefallen? Das die Kiste eigentlich viel zu grosse Räder hat? Oder, dass in den Kotflügeln Ausbeulungen sind?«

»Nein, eigentlich nicht.«

»Das war dein Fehler! Jede Wette, die Karre ist nur äusserlich ein Opal. Da ist mit Sicherheit alles verändert. Motor, Getriebe, Antriebsstrang usw. Der hat wahrscheinlich einen V6 mit mindestens 2,6 Liter Hubraum. Die Lufthutze in der Motorhaube lässt auch auf einen Turbo schliessen. 400 PS mindestens.«

»Das siehst du alles?«

Sarah, die natürlich an Vipers Seite stand lachte.

»Der sieht alles! Als ich ihn kennengelernt hab hat er immer schon vorhergesagt, wer gewinnen wird und hatte fast immer Recht damit. Autos, die optisch eine Katastrophe waren hat er favorisiert, weil er sich die Dinger ganz genau angeschaut hatte. Er ist ein Ingenieur, durch und durch.«

»Okay, wird mir so schnell nicht wieder passieren.«

»Das ist auch gut so! Verlieren ist keine Schande, aber aus seinen Fehlern nicht zu lernen schon. Ausserdem, du hast quasi noch ein Auto von der Stange und dennoch gegen das Ding eine ganz gute Figur gemacht. Abhaken, draus lernen, es wird weitere Rennen geben und du wirst auch gewinnen. Da bin ich mir sicher.«

Pascal kam nun auch heran, doch ging er nicht direkt zu Donald, sondern stellte sich in Claudias Nähe.

»Was denkst du Amy? So hart wie Katja sollte ich sie nicht ran nehmen, oder?«

Amy grinste.

»Hallo? Noch hast du nicht gewonnen!«

»Reine Formsache Donald. Reine Formsache.«

»Nein, solltest du nicht. Aber paddel sollte schon gehen. Fick sie und verhau mich. Dann mal wechseln.«

»Ich und mein grosses Maul!«

Claudia schaute dabei zu Boden, doch Amy war sofort zur Stelle.

»Ja, manchmal denkt man besser erst nach, bevor man redet. Ist mir auch schon oft genug passiert. Mach dir aber mal keine Gedanken, Pascal ist ein Profi und weiss, wie weit er gehen kann. Ich wette, hinterher sagst du, es war geil.«

Eine Wette? Donald spitzte die Ohren.

»Schon wieder eine Wette?«

»Mensch Donald, manchmal ist das einfach nur eine Redewendung!«

Pascal hatte wieder diesen Gesichtsausdruck drauf.

»Donald, lass uns ein paar Schritte gehen!«

Donald wusste nicht, was es damit auf sich hatte. Aber vielleicht wollte Pascal die Wette annullieren? Das hätte ihm sehr gut gefallen und deshalb ging er mit. Zwischen den Hallen vorbei, genau wie Elena es schon beschrieben hatte. Doch schon dahinter blieb Pascal stehen.

»Hör gut zu! Ich dulde normalerweise keinen zweiten Meister in meiner Nähe!«

»Keinen was? Pascal, du siehst das ganz falsch! Ich bin überhaupt kein Meister. Ich hab Katja noch nie als meine Sub gesehen. Wir haben da so etwas laufen, aber ein Meister bin ich deshalb nicht!«

»Mag sein, aber das Potential hast du! Ich rate dir, mir nicht in die Quere zu kommen, es könnte schlecht für dich enden!«

Da wurde Donald böse.

»Sag mal hast du einen Stich? Ich hab kein Bedarf irgendein Meister zu sein, oder dir in die Quere zu kommen! Das zwischen Katja und mir ist einfach so passiert und eigentlich ist das auch gar nicht mein Ding. Also jetzt beruhig dich mal und hör auf mit solchen Drohungen! Ich weiss zwar nicht was du für einer bist, aber einschüchtern kannst du vergessen!«

Pascal lächelte.

»Geht doch!«

»Was geht doch?«

»Na, du bist eine starke Persönlichkeit und ich wollte wissen, ob du dich gegen mich stellen würdest, oder nicht. Ich mag Menschen nicht um mich haben, die beim kleinsten Anzeichen von Konsequenzen den Schwanz einziehen.«

»Nein, so bin ich nicht. Sonst hätte ich die Wette nicht angenommen! Meine Freundin ist mir wichtig!«

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1 Kommentar

  1. Die Botschaft dieses Mal kann man getrost auf sämtliche Bereiche des Lebens ausdehnen sie ist allgemein gültig und leider wird das oft genug zu spät, manchmal auch zu spät erkannt.

    Dankeschön das du das auf die Agenda mal gesetzt hast kann für manche lehrreich sein.

    LG
    Maia

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