Es geht los am Garzella

Noch während Rebekka den Garzella genau in Augenschein nahm, hörten die Freunde das unverkennbare Geräusch des Lion näherkommen. Wieder parkte Amy in der Seitenstrasse und da waren die Mädels. Donald und Perry blieb fast das Herz stehen. Alle in schwarzen Blaumännern, was den Namen ein bisschen an der Nase herumführte. Aber, die Dinger gingen nur bis zu den Knien. Auch das war neben der Farbe ungewöhnlich. Darunter dann ein silbernes Bandeau, was die optische Erscheinung noch aufregender machte. Alle hatten die Haare zu einem simplen Knoten zusammengeknotet und Eine sah aufregender aus als die Andere.

»Alter, wie sollen wir uns denn so auf die Arbeit konzentrieren?«

»Das klappt schon Entchen.«

Katja grinste frech und man konnte an ihrem Gesichtsausdruck erkennen, wie gut ihr die Verwunderung und Erregung der Jungs gefiel.

»Rebekka, wir haben dir auch so eine Kombi besorgt. Ziehst du an?«

»Klar. Bring her und kommt mit rüber, dann erzähle ich euch, was ich herausgefunden habe.«

Gesagt, getan. Kurz darauf waren alle, ausser Waldemar und Elena, im Aufenthaltsraum. Donald schaute nicht schlecht, als Rebekka sich einfach so auszog, um sich umzuziehen. Perry hingegen war wieder etwas überfordert. Diese Frau hatte er am Vorabend befriedigt. Was ein Irrsinn!

Nach dem Umziehen waren Amy und Janine auf dem neusten Stand.

»Okay. Im Prinzip ist die Kiste also noch von der Stange. Stichwort Bremsanlage. Ihr seit euch im Klarem, dass das viel Aufwand wird und auch nicht gerade billig?«

»Hat Rebekka schon gesagt Amy. Einzelabnahme und so.«

»Genau. Ist das ein Problem?«

»Nein, denke nicht. Aber wie ist das? Wenn wir das jetzt umbauen ist das Ding ja nicht mehr Strassentauglich. Können wir dann trotzdem zum TÜV fahren?«

»Ach Donald, mach dir deshalb keinen Kopf. Wir haben mittlerweile einen super Typ vom TÜV an der Hand. Ich sag dem einfach Bescheid, dass er mit herkommen soll. Das wird schon.«

Das gefiel Perry nicht.

»Amy, ich will nicht undankbar erscheinen, aber wir vertrauen dem Ding ja unser Leben an. Ich will da nicht, dass so ein Typ irgendein Auge zudrückt.«

»Wo denkst du hin Perry? Der Typ ist super kritisch! Wenn der der Meinung ist, eine Schraube ist nicht lang genug, oder entspricht nicht den Vorgaben, lässt der die ganze Kiste durch die Prüfung fallen und ihr müsst nachbessern!«

Das klang schon mehr nach Perrys Geschmack.

»Okay, dann hab ich das wohl einfach nur falsch verstanden.«

»Es geht nur darum, der hat eine mobile Anlage und alles was man braucht, um so ein Auto gleich hier zu checken. Dann müsst ihr nicht extra irgendwohin fahren.«

»Ich will jetzt nicht kleinlich sein, aber fährt der einfach mal so 50 Km?«

Rebekka lachte.

»Donald, der würde auch zum Mond fliegen, wenn wir ihn darum bitten. Weisst du wie viel Kundschaft der wegen uns hat? Wir machen immer mal wieder ein bisschen Werbung für den in unseren Videos und der kann sich vor Arbeit kaum retten. Alleine deshalb reicht ein Anruf und der steht eine Sekunde später mit seinem Zeug hier vor der Tür.«

Donald erkannte langsam, wie viel Macht die Mädels mit ihren Videos hatten. Eine positive Bemerkung von ihnen konnte ein Geschäft immens beflügeln. Andersherum, eine negative Kritik wahrscheinlich ein Unternehmen auch ruinieren. Alles, weil die Drei vor der Kamera sassen und mit ihren Videos eine unglaubliche Zahl Menschen erreichten.

»Okay. Wie fangen wir an?«

Amy lächelte, weil Katja so ungeduldig war.

»Das ist ein bisschen schwierig. Ihr habt hier keine Hebebühne, wie ich gesehen habe. Normalerweise würde ich sagen, wir demontieren die Bremsen, suchen uns dann einen Händler und schauen, was der uns da anbieten kann. Aber ohne Bühne funktioniert das nicht wirklich. Entweder wir bocken ihn überall auf und stellen Böckchen drunter, oder wir bauen nur an einem Rad die Bremse ab und gehen schauen, wo wir was besseres finden.«

»Was heisst, was besseres finden? Da wird es doch wohl was passendes für den Garzella geben.«

Janine verschränkte die Arme.

»Donald. Ihr wollt das Ding so aufmotzen, dass es sich mit dem Lion messen kann, richtig?«

Donald schaute zu Perry. Der zuckte jedoch nur mit den Schultern.

»Ja?«

»Es gibt sicherlich viele Teile für das Auto. Aber damit machst du kein Geschoss aus dem Ding. Zumindest keins, was mit dem Lion konkurrieren könnte. Da muss schon weit mehr Power dahinter. Wenn es aber keine Teile gibt, um diese Leistungssteigerung zu erreichen, wirst du auch keine finden, um die Leistung auch wieder abzubremsen. Klar soweit?«

»Und das heisst im Klartext?«

»Das wir schauen müssen, welche Bremsanlage wir da verwenden. Vielleicht haben wir Glück und es gibt eine, die wir direkt einbauen können. Wenn nicht heisst es die ganzen Achsen umbauen, oder eine anfertigen lassen und in beiden Fällen müssen die Leute sehen, was wir brauchen.«

»Ja, okay, verstehe. Klingt nach viel Arbeit.«

Katja klatschte freudig in die Hände.

»Ja, gell! Wird bestimmt richtig spassig!«

Rebekka war die letzte Zeit eher stumm geblieben und stand da mit verschränkten Armen.

»Ich bin jetzt nur ungern der Materialist hier, aber das wird sicherlich viel Arbeit und wir werden dann eine ganze Zeit hier festhängen. Ich hoffe ihr seit damit einverstanden, wenn wir das in einem Special verarbeiten?«

Genau in dem Moment kamen Elena und Waldemar in die Garage.

»Dazu will ich dir augenblicklich mein Einverständnis geben. Unter der Bedingung, dass wie zuvor unsere Werbung auf dem Auto anbringen können.«

»Das soll mich nicht stören. Nur eben, Videos aus Heinzfort werden die Zuschauer schnell langweilen. Das will ich denen nicht antun.«

»Also ich hab da auch nichts gegen Rebekka.«

»Und ich schliesse mich Donald und Waldi an. Also, steht!«

»Super. Also? Ein Rad, oder ganz aufbocken?«

»Ganz aufbocken wäre sinnvoller, oder Janine?«

»Schon, aber wenn ihr mit der Kiste morgen mit nach Neunburg wollt, dann müssen wir heute alles ab und spätestens morgen wieder dran bauen.«

»Ach so. Dann nur ein Rad. Okay?«

»Geht klar. Rebekka, was brauchen die an Werkzeug?«

»Ist eigentlich alles da Amy.«

»Supi. Aber Jungs, ihr solltet wirklich in eine Hebebühne investieren. Ohne wird das auf Dauer eine echt anstrengende Arbeit.«

»Wo kriegt man so was her?«

»Mach dir keinen Kopf. Wir messen die Garage aus und besorgen euch so ein Ding. Wird geliefert, aufgebaut und getestet. Also kein Stress.«

Janine bat um einen Meter und fing an zu messen. Gleichzeitig gab Amy die Anweisung, die Kiste vorne Rechts auf zu bocken. Das übernahm Donald. Das Rad nahm Perry ab und dann hiess es, die Bremse zerlegen. Amy erklärte, was da alles weg musste und obwohl Donald sich an die Arbeit machen wollte, stand Katja schon bereit und drängelte sich vor. Perry fand das natürlich voll süss, während Donald es genoss, als Katja an den Schrauben scheiterte. Das musste dann doch er übernehmen.

30 Minuten später war alles zerlegt. Den Jungs fehlte aber noch etwas. Behälter! Das musste noch organisiert werden. Da derzeit jedoch nichts da war, warf Donald kurzerhand alles, egal wie versaut es war, in seinen Kofferraum.

»Prima soweit. Ich würde sagen, die Jungs, ich und Janine gehen uns umschauen, wo wir da was finden können. Rebekka? Waldi ist wohl schon ganz heiss, seinen Turbo zu planen. Hilfst du ihm dabei?«

»Sicher doch.«

Rebekka grinste bei ihrer Antwort. Da war ja der Punkt, dass sie es bei Waldemar versuchen wollte.

»Und was machen wir?«

»Am Besten hier alles sauber. Wenn die Teile schon ab sind, solltet ihr das erledigen. Bremsstaub krabbelt wirklich überall hin.«

»Geht klar Amy! Einmal polieren!«

Katja war nicht gerade der Hit, wenn es ums saubermachen ging, aber in dem Fall gefiel ihr die Arbeit überaus gut.

Print Friendly, PDF & Email

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.