Eine schwerwiegende Entscheidung

Nachdem Tiffany geendet hatte, schienen die Ältesten zu beraten. Sie sprachen zwar kein Wort, doch der Älteste schaute Einen nach dem Anderen eingehend an. Als alle durch waren, schaute er zu Krieger, der den Platz auf dem Podest wieder einnahm.

»Wir haben entschieden! Es mag Zweifel daran geben, ob ihr wirklich die Götter seit, die von der Vorhersehung genannt wurden. Doch die Zustimmung übersteigt diese Zweifel bei weitem! Wenn ihr gewillt seit, unseren Weg so lange zu begleiten, bis wir den Schatten verlassen haben, nehmen wir euer Angebot an.«

Ganz so hatte Krieger sich das nicht vorgestellt. Ja, den Olympen helfen war der Plan gewesen, doch war es nie Bestandteil davon, für längere Zeit zu verweilen. Alternativ, es konnte nicht schaden, die Olympen auf seiner Seite zu wissen. Ihr Raum war gross, ihre Flotte stark. Zumindest hätte die Megaclite einen sicheren Hafen gewinnen können. Je nachdem, vielleicht auch neue Technik.

»Dann lasst uns die Vorhersehung bestätigen. Nennt uns ein System, welches wir für euch erobern sollen und wir werden unverzüglich mit der Planung beginnen!«

»Ehrenvolle Worte. Ich werde umgehend die Strategen informieren. Erwartet ihre Nachricht in den kommenden Tagen. Seit solange unsere Gäste. Was uns gehört, soll auch euch gehören!«

Rein juristisch eine zweifelhafte Aussage, denn nach dieser konnte sich die Besatzung jetzt nehmen, was sie haben wollte und dann eigentlich wieder verschwinden. Doch Krieger war der Meinung, dieses Volk sollte er nicht hintergehen. Sie als Freunde zu haben war sicherlich nutzbringender, als als Feinde.

Tage vergingen. Krieger hatte die Megaclite auf dem Planeten landen lassen und zeigte sie bereitwillig den neugierigen Olympen. Für die Besatzung war das ein willkommener Landurlaub. Wie sich schnell zeigte, die Olympen waren ein sehr offenes Volk. Auch wurden sie ihrem Ruf nicht gerecht, wie gerade Ruug stark betonte. Nach allem, was man bislang über sie wusste, waren es blutrünstige Monster. Doch hier, auf ihrem Heimatplaneten, war davon nichts zu spüren. Das Volk war in viele Gruppen aufgeteilt. Die Ältesten eben, dann gab es Wissenschaftler, Arbeiter, Strategen und Militärs. Doch ihnen war eines gemein. So intensiv und konzentriert sie ihrer Arbeit nachgingen, so sehr schätzten sie auch ihre Freizeit. Streitigkeiten schien es nicht zu geben, dafür aber ein reichhaltiges Angebot an Freizeitaktivitäten. Die Olympen verstanden es Spass zu haben!

Schnell hatte die Besatzung dieses Angebot angenommen. Viele der Männer vergnügten sich schon bald mit den Frauen, was nach Casper kein Problem darstellte. Sie waren nicht nur optisch gleich, sonder auch in Sachen Sexualität. Lediglich ihr Genom unterschied sich so voneinander, dass eine ungewollte Befruchtung ausgeschlossen war. Besser konnte es die Besatzung also nicht treffen.

Es gab aber auch Tavernen. Auch dort wusste man zu feiern. Die Betreiber des Arsch hatten sofort einige Quellen für neuen Alkohol und waren erfreut, dass man die Währung auch hier akzeptierte. Wobei das Zeug echt der Hammer war. Nicht nur einen Rausch erlebte man. Es gab auch Getränkte, die in anderer Hinsicht die Gefühlswelt stimulierten. Da war ein seltsam grünes Zeug. Es schmeckte furchtbar, doch erlebte man danach so etwas wie einen Orgasmus. Eine blaue Flüssigkeit schmeckte übertrieben süss, doch brachte sie den Körper dazu, sich verliebt zu fühlen. Auch Getränke mit halluzinogenen Wirkungen gab es. Alles wurde, gedeckt von Tiffany, in die Megaclite geschafft.

Dann wurde Krieger endlich zu den Strategen gerufen. Er nahm Tiffany und Barry mit und fand sich kurz darauf in einer Zentrale wieder, die auf der Erde ihres Gleichen suchte. Ein riesiger Raum, vollgestopft mit Technik und Bildschirmen. In der Mitte ein gigantischer, runter Tisch, der holografische Informationen anzeigen konnte. Ein Mann, der optisch noch keine 20 Jahre alt sein konnte, kam zu Krieger.

»Sie sind Krieger? Der Kommandant der Megaclite?«

»Bin ich.«

»Sehr gut. Ich bin Mong. Oberster Feldherr.«

Krieger war schockiert. So ein junger Mann?

»Ich nehme an, sie haben ein System gewählt?«

»So ist es!«

Mong schaute sich um. Kurz darauf zeigte der Tisch ein Planetensystem. Man konnte drum herum gehen und alles perfekt erkennen.

»Dieses System liegt dicht hinter der Grenze. Auf gleich vier der Planeten können sehr wichtige Ressourcen gewonnen werden. Der grösste Gasriese enthält so viel Wasserstoff, dass wir unsere Generatoren über eine sehr lange Zeit damit versorgen können. Auf den Gesteinsplaneten finden sich weitere Rohstoffe, die wir für den Bau von Waffen und Raumschiffen verwenden können. Dieses System zu erobern und zu halten würde uns in die Lage versetzten, unsere Streitkräfte binnen kürzester Zeit stark zu erweitern.«

Tiffany verstand es nicht ganz.

»Okay, die Rohstoffe wären dann vorhanden. Aber habt ihr die Kapazitäten, die auch voll zu nutzen?«

»Die haben wir! Jedes unserer Systeme verfügt über mindestens eine grosse Werft. Derzeit liegen fast alle aufgrund von Rohstoffmangel still, doch sie zu reaktivieren ist kein Problem. Schürfen wir die Rohstoffe, kann die Produktion beginnen.«

»Gehe ich davon aus, dass diese kleinen Punkte Raumschiffe sind?«

»So ist es Kommandant! Die Angriffskreuzer der Thori.«

»Angriffskreuzer? Gibt es Spezifikationen?«

Mong schaute zu Barry. Der machte sich das so seine Gedanken. Bei den Brass hatten sie bislang eher gegen so etwas wie Jagdmaschinen gekämpft. Mong schaute sich kurz um, schon verschwand das System und ein Schiff wurde gezeigt.

»Das ist die Standardklasse der Angriffskreuzer.«

»Okay. Ganz schöne Brummer. Ist etwas über Waffen und Verteidigung bekannt?«

Sofort wurden einige Bereiche des Schiffes blau und Text erschien. Barry las. Zum Glück verwendeten die Olympen anscheinend die selbe Schrift wie die Menschen. Oder, es wurde für sie übersetzt.

»So ein Schiff und dann so eine lahme Verteidigung?«

»Was denken sie Barry. Kommen wir damit klar?«

»Damit klar kommen? Okay, es sind sehr viele Schiffe. Aber die Verteidigung ist ja wohl ein Witz! Einer, vielleicht zwei Torpedos und die bricht komplett zusammen. Bei den Waffen macht es nur die Menge. Die können uns schon zusetzen, aber da dauert es lange, bis wir wirklich Schaden nehmen. Alles in Allem ist die einzige Herausforderung die Anzahl der Schiffe.«

»Verzeihen sie, wenn ich nachfrage. Aber ist ihr Schiff wirklich so stark?«

Barry nahm ein Pad aus seine Tasche, tippte kurz darauf herum und hielt es dann Mong hin. Der nahm es, las und seine Augen weiteten sich.

»Sind das theoretische Werte, oder sind die real?«

»Die sind real. Die Megaclite mag viele schwächen haben, aber sie ist wirklich unglaublich stark.«

»Ich sehe es. Dennoch, die Stärke ihrer Schilde wird nicht gegen das ganze Feuer der Gegner standhalten.«

Krieger mischte sich ein.

»Nein, natürlich nicht. Doch ist es ohnehin wichtig, dass ihr uns mit euren Schiffen unterstützt. Die Thori sollen wissen, dass sie von den Brass angegriffen werden.«

»So wurde es mir gesagt und wir stehen bereit, eine grosse Flotte mit euch zu schicken. Doch ich nehme an, gegen die grossen Schiffe werden wir nicht viel ausrichten können. Wir haben nur ein Schiff dieser Bauart und das ist nicht betriebsbereit.«

»Ach, mach dir da keinen Kopf. Ihr kommt mit, greift an und verwickelt die Brummer in Kämpfe. Dann kommen wir und putzen sie weg. Das klappt schon.«

»Ich wünschte, ich hätte ihre Zuversicht. Das letzte Mal, wo wir ein System angegriffen haben, verloren wir sehr viele Schiffe und wurden danach unbarmherzig gejagt.«

»Das war aber ohne die Megaclite und ich versichere ihnen, dieses Mal wird der Kampf erfolgreich sein. Seit ihr dann auch in der Lage, die Planeten zu erobern?«

»Aber natürlich? Unsere Bodentruppen sind stark und reichhaltig. Wenn ihr es schafft, unsere Landungsschiffe auf die Planeten zu bringen, können sie sie auch erobern. Mein Wort darauf.«

»Gut. Dann sollten wir jetzt eine Taktik ausarbeiten. Hauptaugenmerk sollte darauf liegen, dass die Thori die Brass als Angreifer identifizieren. Die Megaclite darf nur eine Randerscheinung sein.«

»Informieren sie mich bitte genau, über die Fähigkeiten ihres Schiffes. Wir haben schon einige Szenerien ausgearbeitet, unter Umständen können wir eine davon mit ihrem Schiff adaptieren.«

»Barry, erzählen sie unserem Freund alles, was er wissen will. Wir haben keine Geheimnisse vor unseren neuen Freunden!«

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