Unfaire Herausforderung

Die Mädels blieben den ganzen Tag bei der Veranstaltung. Mit Schuld hatte Claudia, die auch nach Nummer zwei direkt mit Nummer drei anfing. Amy begnügte sich mit einem, während Janine ebenfalls auch einen zweiten Mann abschleppte. Ganz schön aktiv die Mädels.

Doch es kam die Zeit, wo der Gastgeber die Überlegenheit seines Autos beweisen wollte. Die Mädels bekamen die Adresse, gaben sie an die Jungs weiter und es ging los. Eine halbe Stunde später erreichten sie das Gelände. Was ein Areal! Sehr gross mit vielen Wegen, auf denen man tatsächlich so ein Rennen abhalten konnte. Rebekka bestand jedoch darauf, dass sie auf die Jungs warten würden. Der Gastgeber war sich sicher, die würden ein Auto mitbringen, mit welchem Rebekka das Rennen bestreiten würde. Denn, auch wenn sie den Lion ja schon dabei hatte, dem traute er nicht zu, dass er genug Power unter der Haube hatte.

Die Jungs kamen. Jedoch nur Perry und Donald. Als sie zur Gruppe kamen und ausstiegen, war Katja tatsächlich etwas erregt. Von Perry! Eigentlich das erste Mal, dass sie von seinem Anblick ein Kribbeln verspürte. Sofort war der Gastgeber bei Rebekka.

»Mit dem Ding willst du dich mit mir anlegen? Haben die Klamotten für dich dabei?«

»Nö.«

»Was nö?«

»Nö eben. Mit dem will ich mich nicht mit dir anlegen und Klamotten haben die auch keine dabei!«

Er schaute sich Rebekka genauer an. Das war zwar nicht die geforderte Kleidung, die man nicht gross ausziehen musste, aber ein Beinbruch war es auch nicht.

»Na gut. Welches Auto soll ich denn einseifen?«

Rebekka, die ihre Arme verschränkt hatte, zeigte nur lässig auf den Lion. Damit brachte sie ihn zu einem richtigen Lachkrampf, den gerade Amy persönlich nahm.

»Die Kiste? Einfach einen Spoiler an einen 45 kleben wird wohl kaum reichen! Willst du die Blamage wirklich haben, oder gehen wir gleich ficken?«

»Junge, drück lieber jemand die Fahrzeugpapiere in die Hand, damit er sie mir nachher geben kann!«

Er lachte immer noch, als er aus seinem Auto eine Mappe nahm und einem der Kerle mit der Anweisung gab, sollte er verlieren, würden sie an Rebekka übergeben. Der nickte nur.

»Mädels, macht für uns jemand den Start?«

Da schaute der Gastgeber nicht schlecht. Rebekka schien so abgeklärt. Katja meldete sich freiwillig.

»Okay. Wo ist der Start, wo das Ziel?«

Er zeigte auf eine Fabrikhalle.

»Die ist von Anfang bis Ende genau eine viertel Meile.«

Rebekka nickte und ging zum Lion. Auch er stieg in seinen Stern und es ging zum Start, der nicht weit entfernt war. Katja, Elena, Amy und Janine eilten hinterher. Claudia wurde von Donald abgefangen.

»Was geht hier eigentlich ab?«

»Er hat mit seinem Auto angegeben und da Rebekka nicht so staunend reagiert hat, wie er sich das wohl dachte, hat er sie herausgefordert. Gewinnt er, darf er Rebekka knallen. Gewinnt sie, kriegt sie sein Auto.«

»Sind die bescheuert?«

»Nur er. Rebekka kann das Ding nicht verlieren. Glaub mir!«

»Aber dem sein Ofen ist schon ganz schön heiss!«

»Trotzdem. Glaub mir einfach.«

»Okay. Aber warum sollten wir mit dem Garzella herkommen?«

»Ganz einfach Schnabeltier. Rebekka denkt, hier könnt ihr das Ding mal ein bisschen stressen und Erfahrungen sammeln. Ausserdem will sie auch herausfinden, was er wirklich kann im Moment.«

»Echt jetzt?«

»Nö. Ich sag das meiner Gesundheit zuliebe.«

Mehr war da nicht mehr zu reden, denn die Autos standen am Start. Sofort machte der Gastgeber wieder Wellen, indem er immer wieder den Motor aufheulen liess. Der Lion hingegen senkt sich nur ab, der Flügel am Heck fuhr etwas hoch und der Sound wurde beeindruckender.

Katja schritt, von Perrys Blick fixiert, zwischen die Autos und fing an sich zu räkeln und zu tanzen. Schliesslich hob sie die Arme, woraufhin der Lion sofort auf Drehzahl ging. Der Stern auch, doch selbst Donald hörte, dass der gequält klang. Wahrscheinlich war er nicht in seinem Leistungsoptimum.

Katja liess die Arme sinken und die Autos schossen los. Wobei, wirklich gut kam nur Rebekka weg. Der Stern liess die Räder durchdrehen, schlingerte ganz wenig am Heck und wurde nicht einmal ansatzweise so schnell wie der Lion. Perry bekam das kaum mit, denn seine Augen klebten an Katja. Noch nie hatte er sie so begehrt wie in dem Moment.

Rebekka sah, dass der Stern schon einiges an Rückstand hatte. So gemein wollte sie jedoch nicht sein und sorgte dafür, dass er aufholen konnte. Etwa in der Hälfte der Strecke hatte sie ihn neben sich. Auch wenn sie ja wusste, dass der Stern ihr nicht das Wasser reichen konnte, ein so einfaches Spiel hatte sie nicht erwartet. Das lag wohl auch daran, dass der Fahrer mit dem Schalten so gar nicht zurecht kam. Meistens schaltete er einfach zu früh. Dennoch, er blieb neben ihr, auch wenn das nur dem Umstand geschuldet war, dass Rebekka es so wollte.

Das Ende der Halle kam näher. Es war Zeit, die Sache einzutüten. Noch einmal schaltete Rebekka, drückte den Turbo und nachdem das Pfeifen ertönte, drückte sie auf die Tube. Die wenigen Meter reichten aus, um ihre im Ziel fast eine Wagenlänge Vorsprung zu geben.

Doch Rebekka wollte nun ihrerseits ein bisschen angaben. Sie sah, wie der Stern zum stehen kam, während sie zwar langsamer wurde, aber nicht anhielt. Als da genug Abstand war, riss sie das Lenkrad herum und trat voll aufs Gas. Die unglaubliche Kraft des Motors brachte die Räder zum durchdrehen und der Arsch ging rum, bis sie in Gegenrichtung stand.

Gemütlich fuhr sie zurück zum Start, wo viele ungläubige Gesichter, aber auch jubelnde Mädels standen. Als auch der Stern zurück war, stieg Rebekka aus und ging zu ihm. Der Fahrer war sichtlich schockiert. Weder stieg er aus, noch nahm er die Hände vom Lenkrad. Rebekka bekam in dem Moment die Mappe in die Hand gedrückt, wo sie den Stern erreichte. Sie klopft an die Scheibe. Es dauerte jedoch einen Moment, bis er sie öffnete.

»Komm, steig mal aus!«

Wieder dauerte es, bis er die Tür öffnete, sich abschnallte und ausstieg.

»Wie, warum, mit der Karre?«

»Tja, lass dich mal von der Optik nicht täuschen. Das ist ein optimierter Rennwagen! Der hat auf einem Rad so viel Newtonmeter, wie der ganze Stern. Ausserdem ist sein Abtrieb optimiert, er hat ein voll angepasstes Getriebe und so weiter. Du konntest nicht gewinnen!«

»Super! Hättest du ja vorher sagen können!«

»Hätte ich, wenn du gefragt hättest.«

»Ganz klasse. Aber freu dich, hast jetzt noch ein Auto.«

»Was das angeht, wie wäre es mit einem Tauchgeschäft, ich hab keinen Bedarf an dieser Karre.«

»Und was? Soll ich die ganzen Raten bezahlen und dir auch noch was geben, oder wie?«

»Jupp. Angebot. Du kriegst die Papiere zurück, dafür dürfen meine Freund mit dem Garzella hier ein bisschen üben. So lange, bis du mich anständig gefickt hast!«

»Wie? Aber ich hab doch nicht gewonnen!«

»Nein, aber vögeln will ich trotzdem!«

»Und warum dann der ganze Zirkus?«

»Eigentlich nur, um dir eine Lektion zu erteilen. Auf etwas stolz sein ist in Ordnung. Aber so angeben, nee, lass das in Zukunft lieber.«

»Und du willst jetzt echt mit mir ins Bett?«

»Bett, oder was es hier eben sonst so gibt. Ja, will ich. Aber eben, meine Freunde dürfen hier ein bisschen fahren üben. Wäre auch lieb, wenn du deine Karre für die Zeit Amy, oder Janine leihen würdest, als Gegner.«

»Ich, ja, von mir aus. Mein Büro?«

»Wo auch immer es hier geht. Aber lass dir ein bisschen Zeit, okay?«

Er nickte und die Beiden verschwanden. Rebekka grinste Katja an, als sie an ihr vorbei ging und die fand das unglaublich, was sie da gemacht hatte. Amy und Janine waren zwischenzeitlich bei Perry und Donald.

»Die Kiste ist echt unglaublich!«

»Was Donald? Der Stern?«

»Nein Janine, der Lion?«

Amy lachte.

»Quatsch. Rebekka hat extra langsam gemacht für den!«

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