Letzter Tag in Neunburg

Pascal verschwand und liess die Mädels im Raum zurück. Elenas Verstand kehrte langsam wieder zurück, während Katja immer noch versuchte, ihre Beine wieder in die Reihe zu kriegen. Nur Amy stand dabei und fand die Sache einfach nur höchst amüsant.

»Na Mädels? Pascal ist schon eine Hausnummer, oder?«

»Was ich nicht verstehe, bei dem einen Stoss glaube ich ich sterbe, beim nächsten ist es geil wie die Hölle. Wie kann das sein?«

Amy lachte.

»Ich wünschte, ich könnte dir das beantworten. Aber das ist eben Pascal. Einmal denkst du, der Schwanz ist sogar zu mächtig für deine Hand, in dir fühlt er sich dann aber an, als wäre er die absolut perfekte Grösse. Keine Ahnung, ich hab es aufgegeben mir darüber Gedanken zu machen.«

»Glaub ich alles gar nicht! Ich bin überhaupt nicht gekommen und fühle mich trotzdem befriedigt, als hat mich gerade unsere ganze Gruppe genagelt.«

Wieder musste Amy kichern.

»Glaub mir Elena, bei Pascal ist alles unglaublich. Wir sind mal in den Nachbarort gefahren. Dabei hab ich ihm einen gewedelt. Das hat alles 15 Minuten gedauert und ich war dabei noch komplett angezogen. Trotzdem bin ich ausgestiegen und war befriedigt. Es ist Pascal. Einfach akzeptieren und nicht drüber nachdenken. Wenn du ihn fragst, kommen bestenfalls irgendwelche Sprüche von wegen er wäre der Neffe des Teufels. Eine echte Antwort kriegst du nie.«

Einen Moment war Elena gewillt, diese Aussage einfach zu glauben. Wäre er wirklich ein Dämon, wie er es ihr ja schon gesagt hatte, dann würde sich vieles erklären lassen.

Als Katja wieder stabil genug war, um sich anziehen zu können, gingen die Mädels nach draussen. Elena hatte sich bereits angezogen und fand es interessant, dass beim laufen immer noch ein bisschen das Gefühl von Pascals Schwanz in ihr nachhallte. Pascal stand vor dem Vorhang und wartete.

»Na die Damen? Lektion gelernt?«

Elena und Katja schauten sich dämlich an.

»Ja. Männer haben auch Gefühle.«

»Das meine ich nicht Elena.«

Wieder schauten sich die Frauen an und verstanden nicht, worauf Pascal hinaus wollte. Also erklärte es Amy.

»Hast du verstanden Elena, dass ein Orgasmus nicht immer das eigentliche Ziel beim Sex ist, sondern der Sex an sich? Katja, du hast verstanden, dass eine Bitch auch unangenehme Dinge über sich ergehen lassen muss?«

Elena verstand sofort. In der Tat war sie bislang immer der Meinung gewesen, hatte sie kein Orgasmus, war die Nummer nicht toll. Schon einige Male hatte sie eigentlich ziemlich geilen Sex gehabt, doch da sie nicht kam war sie hinterher frustriert. Katja hingegen verstand, dass sie als Bitch wirklich nur ein Lustobjekt war und dann nicht einfach meckern konnte, wenn ihr etwas nicht gefiel. Doch war das jetzt eine dramatische Lektion fürs Leben?

Egal, die Mädels nickten. Pascal hingegen lächelte zufrieden und es ging nach draussen.

Amy brachte die Mädels zurück ins Haus, wo das Leben schon tobte. Alle waren draussen und Katja fiel auf, dass Claudia die ganze Zeit um Janine herumschlich. Egal was die sagt, in aller Regel quittierte es Claudia, indem sie ihr über die Haare strich.

Natürlich wurde die ganze Zeit viel geredet. Viper war dabei sehr interessiert, wie die Mädels das Wochenende empfunden hatten. Die Antwort war sehr eindeutig. Es hatte ihnen unglaublich viel Spass gemacht und sie würden die Jungs jetzt aktiv dabei unterstützten, den Garzella bald startklar zu machen, damit sie an den Rennen teilnehmen konnten.

Janine fachsimpelte dabei mit Katja um den Sieg über Viper. Dabei fühlte sich Katja wie ein richtiger Rennfahrer, obwohl sie eigentlich immer noch nicht genau wusste, was sie da eigentlich gemacht hatte. Das war wirklich nur Fuss aufs Gas und Lenkrad festhalten. Viper hingegen wurde von seinen Niederlagen nicht negativ berührt. Es machte den Anschein, nach dem Wochenende war es ihm eigentlich egal, nur vorher gehörte es zur Rivalität.

Auch Mario hoffte, dass der Garzella in naher Zukunft anzutreffen sei. Ihn interessierte dabei mehr Waldemar. Wie die Mädels es ja mehrfach betont hatten, war der am Computer ein Freak wie er selbst und ihn dürstete es danach, sich mal mit einem anderen Profi austauschen zu können.

Da gab es aber etwas, was die Mädels jetzt schon schmerzlich vermissten. Nicht die Rennen, nicht den Sex und nicht die Leute. Es war Manfreds Essen. Als der den Grill anwarf und ans Werk ging, füllte bald wieder dieser Duft die Gegend, welcher den Mädels das Wasser im Mund zusammenlaufen liess.

Der Rest des Tages war dann super entspannt. Kein Stress, keine Hektik, keine Termine und keine Verpflichtungen. Nur draussen gammeln und das tolle Wetter geniessen. Auch wenn sie es kaum glauben konnten, Katja, Elena und Claudia waren absolut befriedigt und hatten nicht den Gedanken im Kopf, mal noch schnell eine Nummer zu schieben.

Es kam der Abschied. Nicht von Neunburg, sondern von Viper, Luigi und Manfred. Die wurden von Pascal zur Halle gebracht, wo sie schliesslich mit ihren Autos die Heimreise antraten. Vor dem Haus war die Stimmung gedrückt. Eigentlich eigenartig. Gut, die Drei wohnten gute 400 Kilometer von Neunburg entfernt, trotzdem sah sich die Gruppe so oft sie konnte. Dennoch schien es ein Abschied für immer zu sein. Besonders Mario war äusserst deprimiert. Er hing an seinem Luigi und schien ihn gar nicht gehenlassen zu wollen. Aber auch Luigi umarmte seinen Freund, man hätte den Eindruck gewinnen können, die sehen sich nie wieder. Dann waren sie weg.

Das änderte sich jedoch wieder, als die Reisenden ausser Sicht waren. Schlagartig war die Stimmung wieder gut und es ging zurück in den Hof. Die Gesprächsthemen wollten dabei nicht abreissen. Mal ging es um Sex und wie die Mädels das in Heinzfort mit ihrer Gruppe handhabten, dann um die Liebe und wie Katja nebst Claudia sie empfanden, obwohl sie ja eigentlich nicht treu waren. Hier meldete sich hauptsächlich Phillip zu Wort. Klar, er war schliesslich der Einzige, der eine Beziehung hatte. Von Mario mal abgesehen.

Gerade Katja schwärmte in den höchsten Tönen von ihrem Perry. Claudia und Elena wurden dabei nicht müde, die körperlichen Defizite des Schnabeltiers zu nennen. Das brachte dann wieder Amy auf den Plan.

»Ich verstehe euch aber schon richtig. Alle habt ihr mit Perry gevögelt, aber ausser Katja findet ihn niemand wirklich sexy?«

Elena lachte.

»Katja findet den auch nicht sexy. Sie ist aber verliebt und schaut darüber hinweg!«

Katja schämte sich ein wenig, weil diese Aussage absolut korrekt war.

»Wenn er aber doch nicht toll ist, warum wart ihr dann trotzdem mit ihm im Bett?«

»Na ja, bei mir war es eine Wette.«

Erklärte Claudia.

»Ich war neugierig, weil Katja so von ihm geschwärmt hat.«

»Okay. Dann habt ihr gefickt und er euch überzeugt?«

»Auf jeden Fall! Anfangs fand ich es überhaupt nicht toll, neben ihm im Bett zu liegen und zu wissen, dass wir es tun würden. Er hat mich dann aber so wild gemacht, dann war mir das ganze Fett irgendwie egal.«

»Und du Katja?«

»Och, ich hab ihn gesehen und wusste, der ist es. Ganz einfach!«

»Trotz Übergewicht?«

»Japp. Ich kenne so viele heisse Kerle und keinen davon würde ich mir als Freund wünschen. Die sind alles so arrogant und oberflächlich. Mein Perry ist da ganz anders. Der trägt mich auf Händen!«

»Kommt dir irgendwie bekannt vor, gell Schatz?«

Phillip grinste dabei.

»Ja. Sei mal lieber froh, dass Ted nicht mutig genug war. Sonst würde vielleicht er jetzt da sitzen!«

»Oder du wärst nie nach Neunburg gezogen und würdest irgendwo an der Kasse arbeiten.«

»Auch möglich. Auf jeden Fall kenne ich das. Wenn die Gefühle stimmen, ist die Optik völlig egal!«

»Irgendwann lernt ihr Perry ganz bestimmt kennen. Dann werdet ihr sehen, was er für ein toller Mann ist!«

»Mich würde da mehr interessieren, ob er wirklich so gut vögelt, wie ihr da erzählt.«

»Warum machen wir dann so ein Geschiss? Wir machen ein Event. Die Drei mit dem Wurm auf Tour in Heinzfort!«

Alle schauten zu Janine.

»Könnten wir machen. Was sagt ihr Mädels? Habt ihr Platz für uns in eurer WG?«

Na, die Frage war schnell beantwortet. Platz war da genug und diese drei Mädels in Heinzfort war eine super Idee!

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