Bedrängnis in Heinzfort

Der Tag in Neunburg ging schliesslich zu Ende. Als der Trupp zurück im Haus war, verkroch sich Claudia ganz schnell ins Bett, um allen Konfrontationen mit den Männern aus dem Weg zu gehen. In der Tat hatte auch sie der Abend so angestachelt, dass sie sich wohl kaum einem Viper hätte entziehen können. Einem Derrick logischerweise schon gar nicht. Doch auch Katja und Elena strichen schnell die Segel. Der nächste Tag würde ja wieder so lang werden und dieses Mal sollte da auch was passieren.

In Heinzfort startet der nächste Tag, also der Samstag ganz ruhig und angenehm. Nachdem die Männer aus ihren Betten gekrochen kamen, ging es auch gleich an die Rechner. Schon am Vorabend war die Runde beim Spiel richtig lang geworden und nun sollte es weitergehen. Bis kurz vor Mittag blieb es auch dabei. Gerade Perry blieb steif und fest bei seiner Meinung. So toll das alles mit Katja auch war, auch diese Spielerei gehörte einfach zu seinem Leben und der würde er, auch mit Freundin, in Zukunft treu bleiben.

Es klingelt. Doch keiner der Männer hatte eigentlich die Zeit zum öffnen. Viel zu intensiv steckten sie im Spiel und da sie ohnehin niemand erwarteten, hatten sie es auch nicht eilig. Dann wurde wieder geklingelt und nach einigen Minuten schliesslich ein drittes Mal. Niemand stand auf. Wie auch? Sie befanden sich gerade in einem Kampf, da konnte man nicht einfach abbrechen.

Bis schliesslich Donalds Handy vibrierte. Da er davon ausging, Claudia hätte sich gerade gemeldet, schaute er nun doch darauf, ohne dabei wirklich vom Spiel abzulassen.

»Scheisse. Vero steht vor der Tür!«

Waldemar schaute auf. Sofort erhob er sich und ging zur Tür. Perry hatte da gemischte Gefühle. So eine Frau in der Testosteron verseuchten Wohnung? Das konnte nur ins Auge gehen. Als Veronika schliesslich die Wohnung betrat, sah er seine schlimmsten Befürchtungen bestätigt. Veronika sah umwerfend aus. Ein knappes Top zierte ihren Oberkörper und die Hotpants waren eigentlich auch kaum nennenswert. Die Haare hatte sie zu einem wirklich hübschen Pferdeschwanz zusammengebunden und setzte sich sofort total geschafft auf einen freien Sessel.

»Vielen Dank, dass ihr mich in der Hitze draussen stehen lasst!«

»Bitte. Hättest du uns gesagt, dass du kommst, wäre das nicht passiert.«

»Sehr lustig. War gerade in der Gegend Donald und dachte, ich sage mal Hallo!«

»Auch wenn es mich sehr freut, teure Veronika, deine Anwesenheit könnte zu Komplikationen führen.«

»Komplikationen? Warum Waldemar?«

»Nun, meine Freunde sind seit gut einer Woche auf Entzug. Ich nehme stark an, deine Anwesenheit und deine optische Erscheinung wird ihre Lage nicht verbessern. Zumal der gute Perry kürzlich erwähnte, es wäre vielleicht eine gute Idee, dich zu einer Wiederholung eurer Paarung aufzufordern.«

Perry wurde sofort knallrot. Musste Waldemar das einfach so erzählen?

»Ah ja? Ist dem so? Na wenn ich ganz ehrlich bin, ich könnte langsam auch einen echten Mann gebrauchen.«

Bevor Perry etwas sagen konnte, reagierte Donald.

»Da wirst du bis Montag warten müssen. Vorher läuft da nichts.«

»Montag? Wieso, ich verstehe nicht?«

»Nun, der liebe Donald hat mit seiner Freundin die Vereinbarung getroffen, solange sie weg ist hat niemand von ihnen Sex. Ich nehme an, darauf bezieht er sich.«

Veronika legte den Kopf schief und schaute zu Donald.

»Was ist denn das für eine bescheuerte Vereinbarung?«

»Ich weiss ja auch nicht. Bevor sie gefahren ist kam das so über mich. Glaub mir, niemand bereut es so sehr wie ich!«

»Du hast aber keine so bekloppten Vereinbarungen getroffen, oder Perry?«

»Nee. Katja soll ruhig Gas geben.«

»Das heisst dann aber auch, du dürftest, wenn du wolltest.«

»Ähm, denke schon. Weiss nicht, hab ich sie nicht gefragt.«

»Hallo? Baggerst du gerade Perry an?«

»Ich hole nur Informationen ein Donald.«

»Das klingt aber irgendwie anders.«

»Kann ja sein. Ich meine ich sagte ja, ich könnte wieder einen richtigen Mann gebrauchen.«

Waldemar tat etwas, was er nur selten machte. Er fing an zu lachen.

»Veronika, meine liebe. Ich gehe davon aus, dass Donald sich bei deiner Aussage angesprochen fühlte und nicht an Perry gedacht hat.«

»Ich jetzt auch nicht zwingend Waldi.«

»Interessant. Aber Donald, warum sollte ich da an dich denken? Wir hatten noch nicht das Vergnügen, oder habe ich da nur was verdrängt?«

»Ja nein, aber …«

Donald blieb das Wort im Hals stecken als er erkannte, dass Veronika wohl wirklich Perry gemeint hatte.

»Donald, mein Freund. Du wirst es akzeptieren müssen! Perry hat mittlerweile, wenn auch vielleicht nur bei jenen Frauen, die ihn persönlich kennen, einen ähnlichen Stellenwert wie du.«

Nun lachte Veronika.

»Leute, hier ist doch kein Wettkampf! Ich kenne eben nur Perry und weiss was er kann! Dich kenne ich noch nicht Donald. Also kann ich da doch gar nicht vergleichen! Ich weiss nur, ein richtiger Mann wäre genau das, was ich im Moment gebrauchen könnte. Am Besten sofort!«

Perry bekam Schnappatmung. Sollte das heissen, Veronika wollte ihn jetzt im Bett haben? Wollte er das denn? Wenn er ehrlich war, im Moment war er der Sache sehr positiv zugeneigt.

»Alter Vero. Sag mir jetzt bitte nicht, dass du dich gerne jetzt von Perry mausen lassen würdest!«

»Mausen? Hab ich ja noch nie gehört! Aber gut, sage ich es eben nicht!«

»Wenn ich kurz nachfragen darf, dass du es nicht sagst ist im Grunde die Bestätigung für dein Interesses es doch zu tun, liebste Veronika?«

Sie lachte.

»Ja, ist es! Aber, ich soll es ja nicht sagen.«

»Toll! Man könnte zu dem Schluss gelangen, ich komme langsam hinter das Geheimnis der irrationalen Kommunikation!«

»Mir doch egal, welche Geheimnisse du findest Waldi.«

Perry war dran mit lachen.

»Mensch Donald, jetzt hab dich mal nicht so! Darf es denn nicht mal so sein, dass eine Frau lieber mit mir ins Bett will, als mit dir?«

»Darum geht es gar nicht Perry! Es geht darum, normalerweise würde ich Vero jetzt schnappen und ihr das mit dem echten Kerl mal zeigen. Aber nee. Dumm wie ich bin, geb ich so ein Versprechen ab. Das kotzt mich echt an!«

»Ach Donald. Ganz ruhig. Du kommst schon noch zum Zug. Glaub mir, ich denke oft an deinen Schwanz. Wie der sich anfühlt und schmeckt. Den will ich schon auch mal in mir haben!«

»Ja toll. Meld dich mal für Dienstag, oder Mittwoch an. Dann können wir das gerne machen. Vorher darf ich aber nicht!«

»Und warum erst dann?«

»Hallo? Am Montag kommt Claudi wieder und mit der hab ich einiges zu regeln. Dann einen Tag Regeneration, dann kanns losgehen!«

Veronika lachte erneut.

»Okay. Aber Perry, was ist? Lust meinen Notstand zu befriedigen?«

Und wie Perry Lust hatte. Doch irgendwie, er fand es nicht fair Donald gegenüber. Wie oft war die Sache umgekehrt gewesen und wie mies fühlte er sich dann, wenn Donald seinen Spass hatte?

»Nein Vero. Nicht böse sein, aber heute nicht.«

»Wie jetzt? Hast du mich gerade abgelehnt?«

»Ja. Schätze schon!«

Donald war von Perrys Reaktion nicht minder verblüfft.

»Und warum, wenn ich mal fragen darf? Sagtest du nicht, du wolltest mich schon rufen?«

»Ja. Aber ich habs ja nicht getan, oder?«

»Versteh ich nicht. Du könntest die da haben, den und die und du lehnst ab?«

Dabei Drückte sie ihre Hand auf ihre Brüste, strich mit dem Finger über ihre Lippen und griff sich in den Schritt. Donald und Perry standen kurz vor der Explosion.

»Ja. Ja, tue ich. Tut mir leid.«

»Waldemar, bin ich hier von lauter irren umgeben?«

»Also meiner bescheidenen Meinung nach ja. Die Beiden verschwenden viel ihrer kostbaren Zeit und ihrer Konzentration auf die Penetration. Das kann ich alles nicht nachvollziehen. Wenn ich die Kontrolle hätte, würde ich Sex nur noch zum Zwecke der Fortpflanzung dulden. Das würde viel bewirken!«

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