Neunburg, ein Paradies für die Mädels

In der Tat dauerte die Fahrt nur etwas länger als 30 Minuten. Die Mädels staunten nicht schlecht, als sie in die Strasse einbogen und ein fast schon riesiger Kasten an Haus immer näher kam. Laut Navi war das ihr Ziel. Es war zwar kein Hochhaus wie jenes, in dem die Mädels wohnten, doch gehörte es ausschliesslich dieser Gruppe und beherbergte keine grösstenteils leerstehende Büroräume.

Kaum hielt Elena das Auto an, öffneten sich schon beide Haustüren und eine ganze Horde an Menschen kam heraus. Die Mädels erkannten viele von den Videos und hatten kaum genug Zeit auszusteigen, bevor sie schon umringt waren. Eine Blondine mit pinkem Haarreif kam sofort quasi angesprungen.

»Hey. Da sind ja die verlorenen Schwestern aus Heinzfort.«

Katja wurde als Erste in die Arme geschlossen.

»Dann musst du Amy sein.«

»Genau! Du bist Katja?«

Katja nickte.

»Dann bist du Claudia und du Elena. Stimmt?«

Die Mädels nickten.

»Sau cool! Freue mich riesig, dass ihr da seit. Lasst mich mal meine Leute vorstellen.«

Amy trat einen Schritt zurück und ging dann nach und fing an ihre Leute vorzustellen.

»Da hätten wir Phillip. Mein Mann fürs Leben. Diese hochgewachsene Dame ist Rebekka. Die zierliche Maus daneben ist Janine.«

Damit waren die Mädels abgegrast. Katja und die Anderen fanden die Ähnlichkeiten verblüffend. Die Mädels aus Neunburg glichen ihnen zwar optisch nicht, aber die Grössenverhältnisse waren sehr ähnlich. Eine nach der Anderen und Phillip kamen und gaben Küsschen.

»So, jetzt zu den anderen Jungs. Den da habt ihr ja schon per Mail kennengelernt. Das ist Mario. Kopf und Herz von allem eigentlich. Ein technisches Genie, aber macht euch keine Hoffnungen. Er ist schwul.«

Die Mädels schauten sich an. Gab es da einen Grund, warum Amy das so in den Vordergrund stellte? Natürlich kam Mario sofort und begrüsste die Mädels per Handschlag.

»Der da ist Derrick. Bei dem müsst ihr aufpassen. Noch nie hat eine Frau nein zu ihm gesagt!«

Derrick kam näher und räusperte sich.

»Einmal schon!«

Das brachte diese Janine zum grinsen. Die Mädels verstanden jedoch nicht so genau, was es mit dem ganzen Spuk auf sich hatte. Darum konnten sie sich auch später noch Gedanken machen, denn das Vorstellen ging weiter.

»Dieses Musterexemplar ist der legendäre Viper. Rennfahrer, Pilot, Herzensbrecher und kommt ihm nicht in die Quere. Der schlägt eine schwere Kelle!«

Claudia bekam sofort weiche Knie, als Viper näherkam und Handküsse verteilte. Aber auch Katja und Elena mussten sich eingestehen, dass dieser Mann extrem viel Erotik ausstrahlte.

»Dann hätten wir da den guten Manfred. Der gehört zu Vipers Leuten und ist regelmässig Grund dafür, dass wir unkontrolliert zunehmen!«

Auch Manfred kam näher. Ebenfalls ein Bär von einem Mann.

»Lasst die nur reden. Nur weil ich gut grille müssen die ja nicht fressen bis sie platzen!«

Hier hatten die Mädels auch noch keinen Durchblick, was es mit dieser Aussage auf sich hatte.

»Gut, dann kommen wir zum Letzten in Vipers Truppe. Das ist Luigi. Eine Seele von Mann und nebenbei auch Marios Freund.«

Die Mädels kicherten, als Luigi näher kam.

»Ihr könnt ruhig lachen. Bei Mario und Luigi ist das eigentlich ganz normal!«

Nachdem auch Luigi begrüsst wurde, ging Amy zum letzten Mann. Alle Anderen hatte sie einfach nur vorgestellt, zu dem ging sie jedoch hin. Die Mädels erkannten ihn als den Mann, durch den Perry auf die ganze Szene aufmerksam geworden war.

»Das ist Pascal. Der Mann für alle Fälle und alle Probleme. Wenn es irgendwo klemmt, Pascal kennt die Antwort!«

Von diesem Mann ging etwas aus. Die Mädels konnten nicht sagen was, aber er war anders. Auch als er näher kam spürte jede von ihnen, dass er kein gewöhnlicher Mann war. Wie genau sich das allerdings ausdrückte, konnten sie nicht sagen. Er begrüsste erst Claudia, dann Elena, doch vor Katja blieb er einen Moment stehen, bevor er seine Hand hob. Als Katja sie ergriff, schien sich in seinem Blick etwas zu verändern.

»Du bist anders! Ich weiss noch nicht genau warum, aber definitiv bist du anders!«

»Das kann ich zurückgeben! Du hast meinen Freund kennengelernt, richtig?«

»Du meinst den jungen Mann von der Zulassungsstelle?«

»Japp. Mein Perry!«

Pascal blieb einen Moment stehen, sagte nichts und hielt nur ihre Hand.

»Ja. Habe ich.«

Katja spürte, dass da irgendetwas passierte. Nur was? Elena musste jedoch eine Frage stellen.

»Was macht eigentlich jemand aus Neunburg auf der Zulassungsstelle von Heinzfort?«

Darüber hatten die anderen Mädels sich gar keine Gedanken gemacht. Die Antwort kam jedoch von Amy.

»Macht euch um so etwas bei Pascal keine Gedanken. Vieles ergibt bei dem am Anfang keinen Sinn, stellt sich hinterher aber immer irgendwie als wichtig heraus. Jetzt würde ich aber sagen, die Jungs schnappen sich euer Gepäck und wir schauen mal, wo ihr schlafen könnt.«

»Bei mir natürlich!«

Trat Derrick sofort hervor. Die Kleine rammte ihm sofort den Ellenbogen in die Rippen.

»Gib denen wenigstens einen Tag, bevor du sie knallst!«

Die Mädels schauten sich an. War es so offensichtlich, dass sie allgemein leicht zu haben waren?

»Nur keine Panik. Wir wissen uns schon zu wehren!«

Janine schaute zu Elena.

»Glaub mir, bei Derrick wehrt man sich nicht. Der will, die Frau macht mit. Ist nahezu immer so.«

Auch wenn die Mädels es nicht aussprachen, ihre Gedanken schwangen im Gleichklang. Von allen anwesenden Männern war Derrick eigentlich der, den sie am wenigsten als potentiellen Sexpartner im Auge hatten. Doch bevor da weiter geredet wurde, hatten Viper und seine Jungs schon das Gepäck aus dem Auto genommen und wanderten in Richtung einer der Haustüren.

»Im Endeffekt könnt ihr es euch aussuchen. Bei jedem ist Platz.«

Da es den Mädels egal war, wollten sie einfach in das am einfachsten zu erreichenden Domizil gebracht werden. Das war dann in der Tat bei Derrick.

Schon während die Mädels damit beschäftigt waren, ihr Zeug zu verstauen, vernahmen sie einen höchst angenehmen Geruch. Dieser wurde immer stärke und sie konnten sich kaum dagegen wehren. Es war wie in den Cartoons, wo der Geruch von Etwas die Riechenden zum schweben verleitete. Kaum war alles an Klamotten soweit verstaut, folgten die Mädels ihren Nasen und suchten den Grund für den Geruch.

Draussen wurden sie schliesslich fündig. Dort hatten sich alle schon versammelt und Manfred stand an einem beachtlichen Grill. Genau von dort kam der Geruch und der konnte besser kaum sein.

»Hey Mädels. Kommt, sucht euch einen Landeplatz. Das dauert noch ein bisschen, bis Manfred fertig ist. Haben wir noch ein bisschen Zeit zum quatschen.«

Der Aufforderung kamen die jungen Damen natürlich nur zu gerne nach.

»Erzählt mal. Von wem kommt die Idee, sich bei einem Rennen als Einsatz anzubieten?«

Claudia hob die Hand. Das machte Viper neugierig.

»Dann sag mal an. Mit welchen Autos sind eure Jungs da unterwegs?«

Elena räusperte sich.

»Also, ich für meinen Teil bin Freiwild. So nebenbei. Während die Zwei sich ja mittlerweile gebunden haben, geniesse ich meine Freiheit!«

Das machte offensichtlich Derrick neugierig.

»Es geht auch nur um ein Auto. Ein Garzella.«

Beantwortete Katja die Frage.

»Ein Garzella. Okay, hat Potential. Ich hab aber so den Eindruck, ihr habt alle noch gar keine richtige Ahnung, wie es an so einem Wochenende zugeht.«

»Richtig Luigi. Deshalb sind wir ja hier!«

»Und trotzdem denkst du schon darüber nach, dich als Siegprämie anzubieten?«

»Richtig Viper. Ich finde den Gedanken total aufregend. Aber noch sind die Jungs ja nicht hier. Im Moment biete ich mich für gar nichts an. Nur der Gedanke reizt mich eben sehr!«

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