Urlaub für die Mädels

»Was denkt ihr, wie lange die Jungs brauchen, bis sie den Garzella aufgemotzt haben?«

»Du fragst Sachen Elena! Die wissen ja noch gar nicht, was sie da überhaupt verändern wollen. Dann will Waldi ja erst rechnen, die müssen die Teile bestellen und vergessen sollte man auch nicht, dass sie absolute Anfänger sind. Das wird wohl aber eine Zeit dauern!«

»Das habe ich befürchtet Katja. Ich will aber nicht so lange warten!«

»Müssen wir auch gar nicht Süsse. Niemand hat gesagt, dass wir nicht schon vorher mal da hin können, oder?«

Elena und Katja schauten zu Claudia.

»Meinst du, wir sollten vorab schon hinfahren? Ohne die Jungs?«

»Genau das meine ich Katja. Ich sehe das ähnlich wie Elena. Die Mädels dort scheinen ähnlich gestört zu sein wie wir. Ich will die kennenlernen. Vielleicht ist es auch von Vorteil, wenn die Jungs da noch nicht mitgehen.«

»Warum von Vorteil?«

»Katja, du hast doch selbst gelesen, was Amy geschrieben hat. Dort geht es nicht nur auf der Rennstrecke heiss her. Gehen wir alleine, müssen wir uns um niemand kümmern und können machen was wir wollen.«

»Na auf! Dann schreiben wir Amy, dass wir kommende Woche anreisen.«

Claudia nickte sofort. Katja dachte nach. Seit sie mit Perry zusammengekommen war, waren sie nicht mehr getrennt gewesen. Zumindest nie über Nacht. War die Zeit dafür schon reif? Eine ganze Wochen ohne ihren Perry? Das würde aber auch eine Woche voller Ausschweifungen und neuen Bekanntschaften bedeuten.

»Warte noch, bevor du schreibst. Ich will nachher erst mit Perry reden.«

Die Mädels schüttelten den Kopf.

»Du hast dich ganz schön verändert, weisst du das?«

Katja grinste.

»Ja, ich hab mich verändert. Aber soll ich dir was sagen? Es ist wirklich schön!«

Nun gut, da Katjas Entschluss feststand, warteten die Mädels eben ab. Zum Glück mussten sie nicht wirklich lange warten. Kurz nach 19 Uhr kamen die Jungs in die WG. Sie hatten mit dem Garzella einiges vor. Alleine die optischen Veränderungen hatten es in sich. Breiter sollte er werden. Da sollte ein fetter Spoiler dran und schlussendlich bekam auch Motor und Bremsen ein Update. Insofern das alles den Berechnungen standhalten würde. Katja hatte Mühe, die Ausführungen abzuwarten, damit sie endlich fragen konnte.

»Klingt alles super Schatz. Aber, wie lange wird es denn dauern, bis die Kiste dann fertig ist?«

»Kein Plan. Ein paar Wochen mindestens. Warum?«

»Weil die Mädels und ich schon Kontakt mit denen in Neunburg aufgenommen haben und die sind echt gut drauf. Wir wollen dorthin und uns das anschauen. Würde es dir was ausmachen, wenn ich ab Montag mit den Mädels für eine Woche dorthin fahren würde?«

Perry war schockiert. Mit einer solchen Frage hatte er nicht gerechnet. War das okay für ihn? Prinzipiell ja, aber wie würde es sein, wenn Katja eine ganze Woche von ihm weg war? Umringt von Männern wie diesem Viper? Klar, sie würde mit Sicherheit viel Sex haben, aber war ihre Beziehung deshalb in Gefahr?

»Weiss nicht. So eine ganze Woche ohne dich wäre neu für mich.«

»Schon klar. Aber wir könnten mal das Feld sondieren, Kontakte knüpfen und das alles.«

»Stell dich nicht so an Schnabeltier! Hab mal Vertrauen zu deiner Freundin! Wenn sie dich verlassen wollte, dann müsste sie nicht extra wegfahren.«

Perry war schockiert, dass Elena seine Gedanken so gut erkannt hatte.

»Was? Glaubst du, du könntest mich verlieren? Nur weil ich da runter fahre?«

»Glauben. Ich mache da jetzt keine Religion draus. Aber du wirst verstehen, dass die Situation neu für mich ist.«

»Klar Schatz, aber Elena hat es doch ganz gut erkannt. Wenn ich wollte, dann müsste ich nicht extra wegfahren. Ausserdem, um da runter zu ziehen, müssten meine Mädels auch mit und ich glaube, denen gefällt es hier in der Wohnung genauso gut wie mir. Also, keine Gefahr.«

»Okay. Ich frage mal anders. Was, wenn ich dich drum bitte nicht zu fahren?«

»Dann fahre ich nicht. Ich wäre zwar traurig und eingeschnappt, aber würde es dann mit Sicherheit nicht tun.«

»Gut. Wollte nur wissen, ob ich überhaupt eine Wahl habe. Aber von mir aus. Wehe ihr kommt zurück und habt dort unten nicht schon einen Draht zu allen!«

»Du meinst wohl, wehe wir kommen nicht zurück und kennen nicht alle Drähte!«

Die Mädels lachten über Elenas Aussage. Perry erregte es noch zusätzlich. Doch damit war die Sache klar, die Mädels würden fahren. Donald hatte die ganze Zeit geschwiegen, was Claudia nicht gefiel. Als alles soweit geklärt war und Katja bei Amy anfragte, ob sie schon ab kommendem Montag kommen konnten, zog Claudia ihren Freund bei Seite.

»Dir gefällt das nicht, kann das sein?«

»Doch schon. Ich mache mir auch keine Sorgen.«

»Aber? Du hast was, ich seh es doch.«

»Ja. Ich möchte dich um etwas bitten.«

»Und um was?«

Donald atmete einmal tief durch.

»Kein Sex!«

Claudia riss die Augen auf.

»Was? Ich dachte, da haben wir keine Probleme?«

»Ist auch so. Ich bitte ich trotzdem darum. Du hast keinen Sex und auch ich werde in der Zeit keinen haben. Einfach weil ich wissen will, ob wir das durchhalten können. Für den anderen.«

Claudia verstand. Irgendwie war das sogar romantisch.

»In Ordnung. Keinen Sex! Ich versprech es dir. Aber du musst mir auch was versprechen!«

»Und was?«

»Mein Wort genügt dir! Wenn ich sage, ich hatte keinen Sex, dann ist das auch so. Du fängst dann nicht an nachzuforschen.«

»Okay. Vertraue also.«

»Ganz genau!«

Damit war die Sache geklärt.

Die nächsten Tage vergingen zudem wie im Flug. Waldemar war von den Umbauten, welche die Jungs sich da ausgedacht hatten begeistert. Auch laut seiner Rechnung musste fast alles harmonisch zusammenarbeiten. Lediglich beim Spoiler und beim Turbo hatte er etwas zu korrigieren und es würden andere Teile werden, als die Jungs sich gedacht hatten. Der Unterschied war jedoch rein optisch vernachlässigbar.

Der Tag des Abschieds war gekommen. Perry musste zugeben, dass es ihm deutlich schwerer viel, als er angenommen hatten. Das Auto war gepackt, die Mädels abfahrbereit. Natürlich versammelten sich die Jungs draussen, um ihre Freundinnen zu verabschieden. Interessanterweise schien es auch Waldemar schwerzufallen, denn beim verabschieden drückte er Elena an sich, was in aller Regel nicht seine Art war. Auch Katja und Claudia mussten sich fast zwingen, dass Auto zu besteigen und die Fahrt anzutreten. Alles eigentlich total unsinnig, denn sie waren nur knappe 50 Km entfernt. Wann auch immer sie wollten, konnten sie zurückkehren. Auch wenn es nur für ein paar Stunden war. 50 Km waren runde 30 Minuten Fahrzeit und das war nun wirklich nicht dramatisch.

Trotz allem, wäre Elena nicht gefahren, wären die Mädels wahrscheinlich nicht losgekommen. Doch kaum waren Claudia und Katja eingestiegen, rollte Elena schon los. Sie hatte keinen Bedarf daran, dass ihre Freundinnen die Unternehmung noch vor Beginn schon abbrechen würden. Also schaute sie, dass die Jungs möglichst schnell ausser Sicht waren und siehe da, nachdem sie ein paar Mal abgebogen und die Autobahn schon fast erreicht hatten, schlug die Stimmung schlagartig um. Eben war noch alles leise, auf einmal fingen alle an von der Woche zu reden, die da vor ihnen lag.

Wie Amy angekündigt hatte, sei diese Woche auch Viper mit seinen Freunden anwesend. Wohl extra, um die Mädels zu begrüssen. Mittlerweile hatten die Mädels die Information bekommen, dass dieser Viper gar nicht in Neunburg lebte, sondern in Brücken. Also um die 400 Kilometer von Neunburg entfernt. Was den aber nun veranlasst haben konnte, extra wegen den Mädels eine ganze Woche Auszeit zu nehmen, konnten sie sich noch nicht erklären. Elena freute sich aber darüber. Dieser Viper war auf den Videos ein echter Leckerbissen der Bad-Boy-Fraktion. Genau so etwas, was sie toll fand. Natürlich hofften die Mädels auch darauf, diese extremen Autos zu sehen. Wie dem auch sei, diese Woche würde mit Sicherheit ziemlich heiss werden. Für alle, ausser für Claudia.

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