Perrys Training

Als der nächste Morgen anbrach, Katja zu AAA gegangen und Donald ins Tierheim gekommen war, ging Donald sofort zu Perry.

»Los Dicker, wirf dich in Schale! Geht gleich los!«

»Und wo soll es hingehen?«

»Siehst du dann. Zieh dir sportliche Klamotten an!«

Sportliche Klamotten? Hatte Donald nicht am Vortag gesagt, da wäre eine heisse Frau im Spiel? War da ein solches Outfit dann nicht eher kontraproduktiv?

Wie dem auch sei. Perry war neugierig und wollte nun herausfinden, was Donald da vorhatte. Sie bestiegen sein Auto und es ging los. Vor einem nichtssagenden Haus blieb Donald schliesslich stehen. Perry stieg aus.

»Und was sollen wir hier? Kollege, Sex habe ich mittlerweile!«

»Weiss ich Dicker. Warte einfach mal ab!«

Hinter Donald ging es zum Haus. Perry sah keinen Hinweis darauf, was er hier überhaupt sollte. Nichts gab Aufschluss über das, was Donald vorhaben könnte. Bis er klingelte und kurz darauf die Tür geöffnet wurde.

Was Perry da sah war der Hammer! Eine grosse, schlanke Frau mit schwarzen, langen Haaren und einem silbernen Outfit. Also nur ein sportliches, knappes Oberteil und eine Boxershort. Sie trug die Haare als Pferdeschwanz und ein Stirnband lag darüber. Auch an den Armen trug sie Schweissbänder. Sie kam sofort zu Donald und der bekam Küsschen.

»Schön dich zu sehen! Hast dich ja ganz schön rar gemacht!«

»Ich weiss. Bin ja jetzt auch in Beziehung und so.«

»Echt jetzt? Du? Ist sie schwanger?«

»Ach quatsch. Ist eben so passiert. Aber jetzt zum Geschäftlichen. Das ist Perry!«

Perry bekam zwar keine Küsschen, aber immerhin die Hand.

»Angenehm. Du bist also der Patient?«

Perry dachte nach. Patient? Er war doch gar nicht krank!

»Patient? Wieso Patient? Mir fehlt nichts?«

Sie fing an zu lachen.

»Nein. Aber Donald meinte, ich soll dich ein bisschen in Form bringen. Der ist echt zu geil. Nach all der Zeit treibt er seine offenen Forderungen so ein. Hab ich mir anders vorgestellt.«

Perry verstand gar nichts mehr.

»Würde mich mal jemand darüber informieren, was hier eigentlich los ist?«

Sie schaute fragend zu Donald.

»Ganz einfach Dicker. Ich hab dich doch gesehen, als wir den Garzella begutachtet haben. Wie verletzt du warst, dass die Mädels immer nur von mir hinterm Steuer geredet haben. Das ist in meinen Augen absolut nicht korrekt! Da wir aber kaum die Ansicht der Mädels ändern können, machen wir eben aus dir jetzt jemand, bei dem die Karre auch heiss aussieht, wenn du drin sitzt!«

»Jetzt mal langsam. Wir sind hier, damit ich abnehme?«

»Genau? Meine Freundin hier ist ein Personal-Trainer. Wenn dich einer in Form bringt, dann sie!«

»Ei klar doch! Hatte schon schwierige Fälle. Darf ich mal fragen, wie viel du wiegst?«

Perry wurde rot und schaute zu Boden.

»So 100 Kg.«

»Das geht ja noch! Kriegen wir alles hin!«

Das konnte Perry nicht wirklich glauben. Er hatte es schon mit allen möglichen Diäten versucht, scheiterte aber immer kläglich.

Es ging nach drinnen. Dort in den Keller, wo die Dame ein richtiges Studio mit allerhand Geräten eingerichtet hatte. Die ganzen Wände waren verspiegelt und Perry bekam schon das Zittern, als er die ganzen Folterinstrumente sah.

»Gut, fangen wir gleich an. Zieh dich aus, da hinten ist eine Waage.«

»Ausziehen? Jetzt? Einfach so?«

»Probleme damit? Ich hab schon einige Leute nackt gesehen. Glaub mir, du bist nicht der Erste!«

Vielleicht war er nicht der Erste, aber schüchtern war er dennoch. Donald warf ihm jedoch einen ernsten Blick zu und die Tatsache, dass Donald das alles für ihn angeleiert hatte, brachte ihn schliesslich in Zugzwang.

Als er nackt auf der Waage stand und von ihr überhaupt kein Kommentar zu seinem Äusseren kam, wurde er erneut rot und beschämt.

»Na, da haben wir mit den 100 Kg aber nicht ganz die Wahrheit gesagt!«

Sie lachte. 122 Kg stand auf der Waage. Perry war selbst schockiert.

»Na gut. Dann fangen wir mal an, aus dem ganzen Fett Muskeln zu machen. Ich schätze mal, 80-90 Kg, dann passt deine Figur.«

»Ich soll 30-40 Kg abnehmen? Das werde ich kaum schaffen!«

»Das ist gut! Behalt die Einstellung! Je mehr du es bezweifelst, desto stärker wirken sich die Erfolge aus. Jetzt aber anziehen, da hinten stehen Fahrräder. 30 Minuten, dann trapst du an. Hast du irgendwelche Gebrechen, von denen ich wissen müsste?«

»Ausser einem ramponierten Ego eigentlich nicht.«

»Super! Ich mache mir dann meine Gedanken wegen einem Trainingsplan.«

Und so kam es. 30 Minuten auf dem Fahrrad waren für Perry die Hölle. Das Ding hatte mehrere Stufen und schon die erste Stufe war für ihn kaum zu schaffen. Aber, wenn er schon da war, dann gab es ja vielleicht doch eine ganz kleine Chance, dass alles von Erfolg gekrönt war. Er biss also auf die Zähne und zog es durch.

Nachdem die 30 Minuten um waren, war Perry schon so fertig mit der Welt, dass er sich nichts mehr wünschte, als ein Bett. Doch daran war nicht zu denken.

»Okay mein Freund. Deine grössten Probleme sehe ich im Bereich Brust, Rücken, Bauch und Kinn. Das heisst, wir werden uns darauf konzentrieren. Leg dich da hinten auf die Matte!«

Hinlegen klang himmlisch und nachdem Perry lag, wäre er auch schon fast eingeschlafen. Doch sie kam neben ihn und legte sich ebenfalls hin. Er sollte nachmachen, was sie ihm zeigte.

Das sah eigentlich gar nicht so kompliziert auf. Rumpfbeugen kannte er, doch bewegte sie dabei eigentlich nur die Schultern und hielt dann die Spannung. Es war eine wirklich kurze Bewegung und Perry war der Meinung, dass würde nicht so schwierig werden. Da dachte er falsch.

Schon nach der fünften Wiederholung taten ihm seine oberen Bauchmuskeln so übertrieben weh, dass er am liebsten geschrien hätte. Doch war das ja erst die Hälfte. Zehn sollte er machen und das dann auch noch drei Mal wiederholen.

Als das endlich geschafft war, kam die nächste Übung. Er sollte die Beine ausstrecken und dann nur wenige Zentimeter über den Boden halten. Für jeweils 30 Sekunden. Perry tat es und dachte, gleich würde er sterben. 30 Sekunden klangen so wenig, doch schon nach etwa zehn Sekunden taten ihm nun die unteren Bauchmuskeln weh. Das wurde dann ebenfalls drei Mal wiederholt und Perry war der Meinung, eine Notaufnahme wäre jetzt genau das Richtige.

Auf dem Boden kamen noch ein paar Übungen. Alle sahen banal aus, taten aber bei der Ausführung richtig weh. Doch es blieb nicht auf dem Boden. Er musste aufstehen und sich vor einen Spiegel stellen. Das Mädel kam mit einem Hula Hoop Reifen und machte ihm die Übung vor. War ihm das so peinlich, wie ein kleines Mädchen mit so einem Ding zu spielen. Er hatte jedoch seine Startschwierigkeiten. Doch nachdem die überwunden waren und er den Bogen raus hatte, war es eigentlich ganz einfach.

Zehn Minuten sollte er das durchziehen. Perry hielt es für lächerlich, machte aber mit. Zehn Minuten? Schon nach einer Minute merkte Perry, wie viele Muskeln bei dieser Übung beansprucht wurden und das tat ja so weh! Er war selbst schockiert, welches Durchhaltevermögen er da an den Tag legte und er zog die zehn Minuten auch voll durch. Bei den Wiederholungen dachte er jedoch, er müsse sterben.

Zum guten Schluss ging es dann auch noch auf die Hantelbank. Bankdrücken sollte er machen. Doch da zeigte sich, wie wenig Power er eigentlich hatte. Sie machte es ihm mit 40 Kg vor. Als er auf der Bank lang, konnte er die 40 Kg kaum drücken. Das Gewicht musste bis auf 20 Kg reduziert werden, bis Perry endlich zehn Wiederholungen schaffte. Das Ganze dann auch wieder drei Mal und Perry war der glücklichste Mensch, als er zum Abschluss noch einmal 30 Minuten auf das Fahrrad durfte und es dann vorbei war.

Das Mädel war zufrieden. Da gab es zwar jede Menge Arbeit, doch wenn Perry das durchhalten würde, dann wäre das mit seinem dicken Bauch bald geregelt. Perry wollte nur nachhause und solche Gedanken wie, er müsse das nun regelmässig machen, kamen in ihm gar nicht auf.

Als er dann jedoch mit Donald im Auto sass und total abgeschlafft war, fühlte er sich eigentlich ziemlich gut! Er hatte mal wirklich etwas für seinen Körper gemacht und wer konnte schon sagen, wo es am Ende hinführen würde? Wenn Katja tatsächlich irgendwann auch optisch von ihm erregt wurde, dann war es die Sache wert!

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