Überführung

»Wie gemein könnt ihr eigentlich sein? Das ihr gerade dem Schnabeltier das Herz brecht kriegt ihr gar nicht mit, oder?«

Katja machte schuldbewusste Augen. Sagte jedoch nichts.

»Die Wahrheit tut eben manchmal weh Elena! Perry ist ein toller Kerl und fickt echt gut, sieht aber trotzdem eher bescheiden aus. Soll ich lügen, nur damit es ihm besser geht?«

»Nein Vero, aber ein bisschen taktvoller kann es schon sein!«

Was Veronika dachte, war Perry eigentlich ziemlich egal. Das Katja so dachte, dass tat ihm weh. Daran musste dringend etwas geändert werden!

»Hört jetzt auf! Ich weiss, dass ich hässlich bin! Hat man mir mein ganzes Leben lang gesagt! Warum sollte Vero und Katja es also anders sehen?«

»Schatz aber …«

»Nein Katja! Egal was du jetzt sagst wird durch dein Verhalten als Lüge identifiziert! Also lass es einfach. Ich weiss, dass du mich liebst und mit mir zusammen sein willst. Das du mich aber kein bisschen erotisch findest, hast du mir schon ein paar Mal demonstriert. Also. Kein Grund darüber lang zu diskutieren! Jungs, wie kriegen wir das Ding in unsere Garage?«

Katja war sichtlich betrübt. Natürlich hatte Perry Recht und zwar mit allem. Sie liebte ihn und nach wie vor war er der Mann für ihr Leben. Der Mann, mit dem sie sich sogar eine Hochzeit und Kinder vorstellen konnte. Doch tat es ihr weh, dass sie ihn einfach nicht erotisch finden konnte. Wie sehr hätte sie sich gewünscht, dass sie bei seinem Anblick genauso reagieren würde, wie bei Donald, oder den anderen Jungs aus der Gruppe. Aber eben, es war nicht so und das brachte ich unglaubliche Schuldgefühle ein.

»Ach, dass ist kein Problem! Einer unserer Jungs hat ja ein Autohaus. Der hat auch so eine Karre, mit der man ein Auto transportieren kann.«

»Und der leiht dir das einfach Schatz?«

Donald hatte eine Augenbraue gehoben. Er konnte sich schon denken, dass es kein Freundschaftsdienst für den Typ sein würde.

»Weiss nicht. Werd wohl mal mit ihm ficken müssen.«

»Hast du Vorstellungen Claudi! Du weisst genau, dass der sehr eigen mit seinem Eigentum ist. Du wirst dem sicherlich nicht reichen!«

»Kann sein Katja. Ich weiss aber auch, dass der schon ewig in deinen Arsch will!«

Aus Perrys Depression wurde etwas Erregung, schliesslich ging es um den Hintern seiner Freundin.

»Der will allgemein wieder in mich rein. Aber du weisst genau, dass ich auf den keinen Bock habe!«

Nun war Perry verwundert. Katja hatte auf einen aus der Gruppe keinen Bock? War das der, der sie mal als seine Freundin bezeichnet hatte? Damals, als Perry auf seiner ersten Party war? Der Gedanke schien unmöglich, denn diese Person war schon vor längerer Zeit aus der Gruppe entfernt worden.

»Aber erst, seit der da den Ring durch die Eichel hat!«

Perry wurde schlecht bei dieser Aussage. Aber auch Donald verzog angewidert das Gesicht.

»Genau! Damit kann ich echt nichts anfangen!«

Was ein Glück, dachte sich Perry. Doch hatte er etwas vergessen! Da war noch Donald und dem war es offensichtlich wichtiger, ihr neues Fahrzeug zu überführen.

»Katja, du vögelst mit dem! Egal wie, damit er die Kiste in unsere Garage bringt!«

Perry war schockiert! Musste sein Freund das sagen? Katja hingegen hatte sofort diesen Drang in den Augen.

»Okay! Dann gehen wir das an!«

Damit war das geklärt. Auch wenn Perry es überhaupt nicht gut fand und nur zu gerne etwas dagegen unternommen hätte, er war chancenlos. Nun, nicht ganz! Er hätte androhen können, dass er Katja verlässt, wenn sie wirklich mit dem Typ intim werden würde. Dann hätte sie auch Donalds Befehl widerstanden. Doch sah er sich ausserstande, so etwas auch nur ernsthaft in Erwägung zu ziehen.

Schon am nächsten Tag machte Claudia die Sache klar. Während die Jungs am arbeiten waren, klärte sie mit dem Typ ihre Bitte ab und siehe da, natürlich forderte der Sex für seine Gefälligkeit. Doch wollte er mehr, als die Mädels eigentlich ausgemacht hatten. Zu Katja und Claudia wollte er auch noch Veronika und Elena. Während Claudia Elena dazu überreden konnte, eben auch mit dem Typ ins Bett zu gehen, war Veronika für sie nicht zu knacken. Erst gegen Abend, etwa eine Stunde, bevor sie sich mit dem Kerl zur Überführung treffen wollten, konnte Katja schliesslich bei Veronika punkten.

Perry hatte gemischte Gefühle, als die Mädels kurz im Tierheim vorbei kamen, um ihre Abreise anzukündigen. Sie würden sich melden, wenn sie den Garzella auf dem Transporter hatten und auf dem Weg zur Garage waren. Die Jungs sollten dann dort sein und alles vorbereiten.

Das Melden dauerte dann deutlich länger, als Donald und Perry erwartet hatten. Ganze fünf Stunden mussten sie warten. Perry war die ganze Zeit hin und her gerissen, weil seine Freundin Sex mit einem Mann haben sollte, den sie gar nicht wollte. Das gefiel ihm nicht. Doch erregte es ihn, dass sie es für ihn und das Auto tat und eben auch, weil sie nicht als seine Freundin, sondern als Donalds Eigentum agierte. Ein seltsamer Mix aus Erregung und Abneigung. Das war neu!

Dann endlich. Nach quälenden Stunden, die auch Donald nicht so wirklich zu gefallen schienen, kam endlich die Nachricht, dass sie den Garzella nun auf dem Transporter hatten und gleich losfahren würden. Donald und Perry machten sich stehenden Fusses auf den Weg zu ihrer Garage.

Keine 30 Minuten später war das Auto schliesslich da. Der Typ lud es ab und half noch dabei, die Kiste in die Garage zu schieben. Als er sich schliesslich verabschiedete, wäre es fast zu einem Unglück gekommen. Natürlich forderte er von allen Mädels noch Küsschen und kniff allen dabei auch in die Hupen. Donald sah es und auch das nicht so begeisterte Gesicht seiner Freundin. Wie gerne hätte er dem Typ ein paar Vorderzähne auf links gebürstet, doch hielt er sich zurück. Der Typ würde verschwinden und damit war die Sache geklärt.

Nachdem er schliesslich weg war, schauten sich die Jungs das Auto an. Es sah noch schlimmer aus, als in Veronikas Lager. Aber nur, weil durch den Transport der flächendeckende Staub an einigen Stellen verschwunden, oder irgendwie zusammengeschoben war. Das sah wüst aus, aber nach einer Reinigung wäre das beseitigt. Perry hatte zudem ganz andere Sorgen.

»Und? Wie war es?«

»Abartig! Da muss man echt die ganze Zeit angestrengt an was anderes denken, um nicht zu kotzen!«

»Was du dich dran stellst Katja! Ich fand es gar nicht so schlecht!«

»Stimmt Claudi. Ist schon ein interessantes Gefühl!«

»Also ich kann euch nur sagen Mädels, Frauen-Kodex hin oder her, mit dem mach ich nichts mehr! Hält sich für den grössten Rammler, weil er so ein Ding im Schwanz stecken hat und kann es nicht einmal mit Perrys Finger aufnehmen!«

Veronikas Worte brachten Perry zum grinsen. Es gefiel ihm, wenn man seine sexuellen Leistungen über die eines anderen Mannes stellte.

»Ist schon richtig Vero. Ein wirklicher Freudenspender ist er nicht!«

»War aber nicht immer so Elena. Erinner dich mal! Vor einem Jahr war er eigentlich ziemlich gut!«

»Bevor er angefangen hat diesen Höhenflug zu kriegen Süsse. Oder siehst du das anders Claudi?«

»Nope. Er war definitiv schon besser. Aber als Mittel zum Zweck war er vertretbar.«

Das Gespräch heizte Perry natürlich mächtig an, während Donald nur beruhigt schien, dass seine Freundin keinen wirklichen Spass bei dem Kerl hatte.

»Gut. Donald, kümmerst du dich dann um eine Grundreinigung? Dann hetzen wir Waldi her, damit er seine Vermessungen durchführen kann und wir schauen, was wir alleine alles reparieren müssen, um den Hobel fahrtüchtig zu machen. Dann TÜV und Anmeldung und wir sehen weiter.«

»Geht klar Dicker. Du kommst aber morgen Früh mit mir, hab was organisiert. Ist aber Geheimsache!«

Die Mädels wurde neugierig.

»Geheimsache? Was für eine Geheimsache?«

»Schatz, der Name drückt es doch schon aus. Ist eben geheim! Aber keine Bange, ihr werdet früh genug erfahren, um was es geht. Ich sag euch nur so viel. Eine unglaublich attraktive Frau ist im Spiel! Katja, sorg dafür, dass die Mädels nicht weiter stochern!«

War das so gemein für Katja! Es war ein Befehl und sie wollte ihn natürlich unbedingt ausführen. Doch war sie selbst so unglaublich neugierig. Geheim? Frau? Perry? Was konnte das nur sein?

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