Einige Zeit später

Nach diesem grandiosen Erfolg ging zuerst alles Schlag auf Schlag. Schon in den darauffolgenden Tagen registrierten sich eine unglaubliche Menge an Personen und Firmen, luden sich die Software herunter und bezahlten den Preis dafür. Einige Tage hatten die Jungs nichts besseres zu tun, als den halben Tag vorm Rechner zu sitzen und die Homepage, die sie für ihr Produkt eingerichtet hatten, zu aktualisieren. Sie konnten es gar nicht fassen, wie schnell das alles ging und wie das Firmenkonto in dieser Zeit anschwoll.

Natürlich bekam Katjas Vater und die anderen Sponsoren die Software gratis. Sie hatten im Endeffekt schon weit mehr für das Programm bezahlt, als den herkömmlichen Preis. Katjas Vater hatte, zur Verstimmung der Jungs, eine andere Software-Firma damit beauftragt, seine Erweiterung für den Handel an der Börse zu entwickeln. War er vielleicht doch nicht so ganz von der Qualität der jungen Firma überzeugt? Katja beschwichtigte. Das wäre bei ihm ganz normal, er würde nie alles auf eine Karte setzen und auf diese Weise nahm er es den Jungs ab, sich auch darum kümmern zu müssen.

Schliesslich erkannten die jungen Männer, dass es in der Tat für sie ein Glücksfall war, dass sie diese Erweiterung nicht programmieren sollten. Es kamen, nachdem die Kunden das Produkt eine Zeit im Einsatz hatten, eine ganze Reihe von Verbesserungsvorschlägen und es wurden Probleme aufgezeigt. Aus dem stetigen Aktualisieren der Homepage, um sich die Zahl der neuen Käufe anzuschauen, mussten die Jungs wieder an die Arbeit. Einzig Waldemar schien davon verschont zu blieben. Offensichtlich hatte er seine Routinen so exzellent ausgearbeitet, dass es daran keine Kritik gab.

Nichts desto weniger, nachdem Perry und Donald die Verbesserungen umgesetzt und Probleme gelöst hatten, kam schliesslich das erste, grosse Update und in der darauffolgenden Zeit wurde es wieder relativ still. Auch, was die Verkäufe anging. War die Software nur ein Strohfeuer? So schien es eine Zeit, doch gegen Mitte des Sommers pendelte es sich ein. Zwar waren die täglichen Verkäufe keines Wegs mehr so hoch, wie zu beginn, doch hielten sie sich und bescherten den Jungs quasi einen Geldsegen. Einen, den sie im Endeffekt komplett hätten verpulvern können, denn wirkliche Ausgaben hatten sie ja nicht.

Was nun tun mit dem ganzen Geld, was da auf dem Konto hing? Zuerst spendierten sich die Jungs neue Hardware. Natürlich nur das Beste vom Besten. Das Alles natürlich gleich dreifach! Doch auch wenn die Summen für diese Gerätschaften nicht gerade harmlos waren, schrumpfte der Kontostand nicht nennenswert.

Langsam fingen die Männer an zu realisieren, dass es wirklich ihr Geld war und sie damit tun konnten, was auch immer sie wollten! Gerade Donald fand schliesslich auch etwas, wo er sein Geld investieren konnte und was nichts mit der Firma zu tun hatte. Mit Schuld dürfte der neue Teil einer Filmreihe gewesen sein, in dem es in aller Regel um aufgemotzte Autos ging. Den hatte sich die komplette WG im Kino angesehen. Zum ersten Mal waren alle gemeinsam im Kino und bildeten eine Bunte Reihe. Angefangen mit Waldemar, dann Elena, Perry, Katja, Donald und schliesslich Claudia. Natürlich dachte Perry daran, dass während diesem Besuch etwas passieren würde, denn schliesslich waren die Mädels damals in dem privaten Kino auch nicht untätig gewesen, doch wurde er enttäuscht. So heiss sich die Mädels für diesen Anlass auch gekleidet hatten, mehr als Kuscheln bei Perry, Katja, Donald und Claudia kam nicht zustande. Wahrscheinlich war Waldemar der Grund. Irgendwie fungierte er immer mal wieder als Spassbremse.

Wie dem auch sei. Donalds Interesse an Autos war geweckt. Wohl auch, weil er sich mittlerweile sowohl ein entsprechendes Auto, wie auch die Teile und einen Ort, wo er daran schrauben konnte, leisten konnte.

Aufgrund der Tatsache, dass mittlerweile eher Verbesserungen auf der Tagesordnung standen, war auch ein Waldemar nicht mehr so kritisch, wenn seine Kollegen schon am Mittag mit der Arbeit aufhörten. Alles lief nach Plan und selbst er sass gelegentlich schon gegen Mittag auf dem Sofa und genoss die ganzen Serien, die er bislang aufgrund seiner harten Arbeit vernachlässigt hatte.

Donald und Perry, der ebenfalls ein gewisses Interesse an Autos entwickeln konnte, gingen auf die Suche nach einem Platz, wo man auch bei schlechtem Wetter an dem Vehikel arbeiten konnte. Fündig wurden sie schliesslich, keine 15 Minuten Fussmarsch von ihrer Wohnung entfernt, bei einem aufgegebenen Pizza-Service. Das war einst ein absoluter Geheimtipp in Heinzfort, was dem Laden eine grössere Flotte an Fahrzeugen gewährte, die hin und wieder mal repariert werden mussten. Um das auch in der Nacht realisieren zu können, bauten sie eine entsprechende Garage an ihr Gebäude an und beschäftigten einen Mechaniker.

Doch war Heinzfort schon immer eine Stadt gewesen, wo Trends nie lange hielten. War der Laden eben noch ein Geheimtipp und alle, die etwas auf sich hielten, bestellten dort, wechselte die Klientel schon nach wenigen Monaten zum nächsten Geheimtipp. Die Einnahmen brachen zusammen, die Kosten wurden zu hoch, schliesslich musste der Service dicht machen. Zurück blieb nur das Gebäude.

Ein Glücksfall für Donald. Die Hütte hatte alles und noch mehr! Platz für ein Auto, aber auch Platz, um anderen Schabernack zu treiben. Einsehen konnte man die ganze Hütte nur von vorne. Einzig dort war ein grosses Fenster, wo man einst reingehen und etwas zum mitnehmen bestellen konnte. Alles Andere war abgeschlossen. In Donald kam schon die Idee auf, nicht nur ein Auto aufzumotzen, sondern auch eine der Partys zu feiern, die man in dieser Filmreihe auch immer wieder sah.

Mit dem Besitzer des Gebäudes war sich Donald schnell einig. Der war sichtlich froh, dass sich endlich jemand für diesen Geldfresser interessierte und gab nahezu allen Forderungen von Donald nach. Lediglich verkaufen wollte er das Ding nicht.

Gut, nachdem das geklärt war, fehlte noch ein Auto. Mit Perry und den Mädels schaute sich Donald bei AAA verschiedene Angebote an. Was ihm gefiel, gefiel den Mädels nicht. Was ihm und den Mädels gefiel, dagegen hatte Perry etwas, da es oft ein Exot war, für den man kaum Teile bekam.

Tagelang ging das so. Am Morgen wurde aufgestanden, Donald kam ins Tierheim, Katja ging zu AAA. Die Jungs arbeiteten bis zum frühen Nachmittag, dann ging die Suche nach Autos weiter. Immer wieder durchzogen von kleinen Scharmützeln in den jeweiligen Schlafzimmern. Perry beschränkte sich dabei, so wie sein Herz das eben wollte, auf seine Katja, während Donald keine Scheu zeigte, alle zu nageln. Gelegentlich sogar Elena und Claudia gleichzeitig. Lediglich Katja nahm er sich immer alleine vor. Wahrscheinlich, weil er sie so am Besten dominieren konnte.

Waren die Mädels auf Tour, suchten Perry und Donald im Tierheim nach einem Fahrzeug. Beide waren verblüfft, wie kompliziert sich das gestaltete! Eine Person hielt sich in der ganzen Zeit relativ bedeckt. Veronika schien mit ihrer Arbeit so viel zu tun zu haben, dass selbst Waldemar, der bislang recht viel Kontakt mit ihr Pflegte, nur aufgrund von Fragen zur API hier und da mal eine Nachricht von ihr bekam.

Schliesslich kam es zu einem Tag, an dem Alle im Tierheim hockten und sich leckeres Essen schmecken liessen. Die Temperaturen waren mittlerweile sehr hoch, so dass die Kleidung der meisten Anwesenden recht knapp ausfiel. Die Mädels trugen nur das Nötigste. Knappe Bandeaus über den Brüsten, kurze Röcke, oder möglichst knappe Hotpants. Auch Donald und Perry beschränkten sich auf Boxer-Shorts, während Waldemar bei seinem gewohnten Kleidungsstil blieb, jedoch kein bisschen schwitze.

Zur Überraschung der Gruppe klingelte es. Da Waldemar sofort quasi aufsprang, insofern man das bei ihm so nennen konnte, war schon relativ klar, wer da zu Gast sein würde. Natürlich war es Veronika, die kurz darauf die Wohnung betrat. Perry und Donald verschluckten sich fast, als sie die junge Frau sahen. Auch sie trug nicht viel, war Bauchfrei und hatte einen Rock gewählt. Dennoch schien sie wieder so perfekt! Den Mädels gefiel das natürlich gar nicht und genauso synchron, wie die Jungs sich verschluckten, bekamen sie von ihren Freundinnen den Ellenbogen in die Rippen.

»Na Vero, wie läufts bei dir?«

»Es läuft, aber nicht ganz nach Plan. Meine Jungs haben immer wieder mit Problemen zu kämpfen. Uns fehlt definitiv ein Profi wie Waldemar!«

Perry war ein bisschen gekränkt. Er hatte den Hauptteil der Software geschrieben, von Waldemar kam nur die Verschlüsselung und die Übertragungsprotokolle.

»Waldemar ist aber nicht verfügbar, da wirst du dich wo anders umsehen müssen!«

»Ganz ruhig Perry! In ein paar Tagen stellt sich bei mir ein Spezialist für Verschlüsselungen vor. Ich denke, wenn der seinem Ruf gerecht wird, dann kriege ich das schon in den Griff! Was geht bei euch so?«

»Och, wir suchen ein Auto zum aufmotzen. Aber irgendwie finden wir kein ansprechendes. Total bescheuert!«

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