Wieder Veronika

Anmerkung

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Die Jungs waren wieder bei der Arbeit, als es unvermittelt klingelte. Natürlich war Waldemar sofort ungehalten. Warum immer diese Störungen? Sie hatten nichts bestellt und da sie auch keinen Publikumsverkehr hatten war es höchst unwahrscheinlich, dass da irgendwas in Bezug auf ihre Arbeit im anrücken war. Dementsprechend blieb er vor seinem Rechner sitzen und kümmerte sich nicht weiter um die Störung.

Donald hingegen stand auf und ging an die Sprechanlage. Soweit war das für Waldemar noch nicht verwunderlich, aber störend. Das Donald jedoch auf den Knopf drückte, um die Tür zu öffnen, passte ihm gar nicht in den Kram.

»Mein lieber Donald! Nun weiss ich zwar nicht, wem du da den Zutritt zu unserer Wohnung gestattest, doch bin ich höchst aufgebracht wegen dieses Umstandes. Wir sind am arbeiten und sollten uns nicht stören lassen!«

»Behalt mal Nerven Waldi. Jede Wette, auch du wirst dich über den Besucht freuen!«

»Erlaube mir bitte, dies schwer zu bezweifeln!«

»Erlaube ich dir.«

Kurz darauf öffnete Donald die Tür. Waldemar drehte sich nicht einmal um, um nach dem Besuch zu schauen, bis er eine Stimme hörte, die ihm sehr bekannt vorkam.

»Hey Jungs, alles frisch?«

Das war doch Veronika! Waldemar schaute auf sein Handy. Tatsächlich! Da waren Nachrichten von ihr und sie fragte, ob es in Ordnung wäre aus geschäftlichen Gründen vorbeizuschauen. Unter Umständen war es doch keine so gute Idee, dass Handy während der Arbeitszeit gänzlich lautlos zu stellen, so Waldemars Gedanken.

»Veronika, welch Freude dich zu sehen! Verzeih bitte, ich hatte mein Handy lautlos geschaltet und so deine Nachrichten nicht gesehen.«

»Na schau an. Wer hat Recht gehabt!«

»Donald, natürlich erfreut es mich, Veronika zu sehen. Zumal ich gesehen habe, dass sie aus geschäftlichen Gründen angereist ist!«

»Also. Ich hab gesagt, dass du dich freust!«

Auch Perry drehte sich um.

»Geschäftlich also. Wo drückt denn der Schuh?«

Donald besorgte Veronika einen Stuhl und positionierte ihn so, dass die Jungs, wenn sie ihre Bürostühle drehten, zu ihr schauen konnten. Ein wenig kam sie sich vor wie bei einem Verhört, als sie sich schliesslich setzte.

»Der drückt gar nicht. Ich war aber in den letzten Tagen nicht untätig und kann mit Freude vermelden, dass ich mein Team zusammenhabe.«

»Nach der kurzen Zeit?«

»Sicher Donald. Ich hab dir doch gesagt, wie man sich gut in Szene setzt und ansprechend wirkt, habe ich voll drauf! Wenn ich ehrlich bin, ich hätte ein kleines Grossraumbüro füllen können, so viele qualifizierte Programmierer haben sich bei mir gemeldet.«

Unbemerkt von den Anderen hatte Perry sein Handy gezückt und an Katja die Frage gestellt, ob er seinen Wunsch an Veronika äussern könnte, da die gerade da war. Katja bestätigte das und merkte noch an, er solle sie genauso überzeugen wie Claudia. Perry musste grinsen. Genau das war sein Plan! Veronika zeigen, dass auch ein dickes Schnabeltier wie er es im Bett drauf haben konnte.

»Ich bin gleichermassen überrascht und erfreut. Du kannst also mit deiner Arbeit beginnen und Module für unsere Software entwickeln?«

»Korrekt Waldemar. In der Tat haben meine Jungs schon damit begonnen, ein Shop-System zu entwickeln. Alles, was ich nun noch brauche wäre die Beschreibung eurer API. Ich hoffe, die ist dokumentiert?«

»Im Entwurf ja, teuerste Veronika.«

Perry und Donald schauten zu Waldemar.

»Im Entwurf? Hast du angefangen was zu schreiben?«

»Welch eine Frage, mein Freund Perry. Selbstverständlich habe ich damit begonnen, die API zu dokumentieren. Während ihr eure Zeit mit den Frauen verschwendet, habe ich die Zeit und die Muse, meine Arbeit auch korrekt fortzuführen!«

»Sehr gut. Mir reichten schon die Informationen, wie man ein externes Programm anbindet und die Funktionsbeschreibung.«

»Das kann ich dir gerne geben. Hast du einen Stick, oder ähnliches dabei?«

Veronika nahm einen Stick aus der Handtasche und warf ihn zu Waldemar. Der war von der Situation sofort total überfordert und wedelt unkontrolliert mit seinen Armen herum, in der wagen Hoffnung, den Stick damit zu fangen. Natürlich wurde diese Hoffnung nicht erfüllt, doch da Donald seinen Freund kannte, hatte er sich schon bereit gemacht und fing den Strick, bevor dieser in Waldemars Monitor einschlagen konnte. Schliesslich überreichte er ihn Waldemar.

»Sorry, ich wusste nicht, dass du nicht so gut im fangen bist.«

»Nicht so gut? Waldi könnte kein Haus fangen, wenn es auf ihn drauf fällt!«

»Sehr komisch, mein lieber Donald. Verzeih, wenn meine motorischen Fähigkeiten zugunsten meines überlegenen Intellekts weniger entwickelt sind.«

Perry lachte.

»Überlegener Intellekt. Soll ich nachher die Programme im Fernseher verstellen und schauen, wie lange dein überlegener Intellekt braucht, um damit zurecht zu kommen?«

Bevor Waldemar antworten konnte, setzte Donald noch einen drauf.

»Mach es doch nicht so schwer! Sortier einfach die Besteckschublade um und beobachte, wie Waldi mit Löffel und Kuchengabel versucht sein Essen zu schneiden!«

»Sehr komisch meine Freunde! Es ist mir eben sehr wichtig, dass alles seinen festen Platz hat. So muss ich keine Gedanken daran verschwenden, wo etwas zu finden ist!«

»Donald, wir sollten nachher seinen Schrank etwas um räumen. Dann kommt er morgen und hat Unterhosen an den Füssen, weil er seine Socken nicht findet!«

»Ihr seit echt gemein! Seit doch lieber froh, dass ihr einen so hoch intelligenten Freund in eurem Team habt!«

»Sind wir doch Vero. Es ist nur anstrengend, dauernd von seinem überlegenen Intellekt zu hören, wenn wir ihn, falls wir mal einen neuen Toaster kaufen, wie ein kleines Kind die ersten Male unterstützen müssen, bis er seine Bedienelemente versteht.«

»Trotzdem. Ich habe selten einen Mann kennengelernt, der mit seinem Verstand mithalten könnte.«

»Kann ich mir vorstellen. Wahrscheinlich muss man keine grosse Leuchte sein, um über einen Laufsteg zu flanieren.«

»Nein, sicher nicht!«

Zwischenzeitlich hatte Waldemar damit angefangen, seinen Entwurf für die API auf den Stick zu kopieren.

»Ich bin mal neugierig. Hast du deine Ankündigung wahrgemacht? Sex mit den Angestellten nach Einstellung?«

»Klar. Aber nur bei drei von den fünf. Der Eine ist verheiratet und der Andere homosexuell.«

»Die haben doch bestimmt dumm geguckt, als du sie zur Einstellung flachgelegt hast, oder?«

»Ich will mal so sagen. Die kamen, haben die ganze Zeit mehr auf mich gestiert, als auf den Vertrag und waren dann schon ein bisschen verwundert, als ich sie schliesslich zu meinem Sofa geleitet habe. Allerdings muss ich auch sagen, wirklicher Sex kam nur einmal bei rum.«

»Schnellspritzer?«

»Zwei ja. Der Eine ist gekommen, als ich ihm das Kondom übergezogen hab, der Andere nach den ersten Stössen. Nur einer hat es echt durchgezogen.«

Perry war der Meinung, dass wäre der perfekte Moment, seinen Wunsch vorzubringen.

»Dabei fällt mir ein Vero, ich habe noch einen Wunsch an dich frei!«

Veronika machte einen missbilligenden Blick, da sie sich nur zu gut vorstellen konnte, was da nun folgen würde.

»Ja, ich weiss. Schiess schon los.«

»Du, ich, mein Zimmer. Jetzt! Ich verspreche dir auch, ich bin kein Schnellspritzer!«

Veronika verdrehte die Augen. Donald lachte, während auch Waldemar von diesem Wunsch, vielmehr dem Zeitpunkt mehr als abgeneigt war.

»Na prima. Sonst noch Wünsche?«

»Ja klar. Keine halben Sachen. Das volle Programm!«

»Oh Mann. Meine Mutter hat immer gesagt, ich soll nie solche Wetten eingehen. Aber gut, Wettschulden sind Ehrenschulden. Dann zeig mir mal dein Zimmer. Hoff aber nicht, dass ich dabei Spass habe!«

Nun, Perry ging schon davon aus, dass sie Spass haben würde.

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