Donalds Nachforschungen

»Ich verstehe! Aber ich muss mir nachher deine Freundin vornehmen. Ich will wissen, ob ich da einen Unterschied spüre!«

Perry grinste.

»Mach das, ist ja dein Eigentum!«

Donald schaute Perry mit einem nicht ganz nachvollziehbarem Blick an.

»Macht dir das gar nichts aus?«

»Nö. Ist ja ihr Wille!«

»Wie meinst du das?«

»Ganz einfach! Wenn sie es nicht wollen würde und du dennoch aus irgendeinem Grund über sie bestimmen könntest, wäre das nicht toll für mich. Ich weiss aber, dass sie es will. Von daher finde ich es geil!«

»Verstehe. Es geht dir also um ihre Gefühle dabei?«

»Jupp. Zumindest macht es mich jetzt nicht an, was du eben gesagt hast. Da ich aber weiss, dass sie jetzt schon Ameisen im Bauch hätte, wenn sie es wüsste, dann wäre das was anderes.«

Donald nahm sich sein Handy.

»Och, da kann man ja Abhilfe schaffen!«

Er tippte eine Nachricht und schickte sie ab. Keine Minute später kam auch schon die Antwort. Donald grinste, doch bevor er ihre Antwort Perry zeigen konnte, vibrierte auch dessen Handy. Er musste grinsen, als er die Nachricht las.

»Katja?«

»Jupp. Sie hat gemeint, du willst sie nachher benutzen. Könnte also sein, dass sie erst später zu mir kommt.«

»Aha. Wie findest du das?«

»Ziemlich gut! Ich kann mir lebhaft vorstellen, wie sie jetzt da drüben sitzt. Was hat sie denn dir geschrieben?«

Donald hielt ihm sein Handy hin.

»Wann immer du willst! Kann es kaum erwarten, von dir benutzt zu werden!«

Perry grinste.

»Sag ich doch!«

»Und das geht dir jetzt ab?«

»Jupp. Nicht wenig!«

»Irre! Ich wünschte echt, ich wäre auch so.«

»Ist schon lustig! Als ich diese Neigung entdeckt hab, wollte ich sie erst nicht akzeptieren weil ich dachte, die wäre falsch. Mittlerweile bin ich richtig froh deshalb!«

»Kann ich mir vorstellen. Aber würdest du mir einen Gefallen tun?«

»Sicher doch. Was denn?«

»Kannst du Claudia flachlegen?«

Perry hob verwundert eine Augenbraue.

»Wie bitte?«

»Du hast mich schon verstanden.«

»Und warum?«

»Weil ich wissen will, wie ich darauf reagiere!«

»Na toll. Und hinterher zimmerst du mir eine!«

»Blödsinn! Ich hab ja gesagt, dass du das sollst.«

Perry schnaufte.

»Na gut. Aber das kläre ich erst mit Katja.«

»Das mach ich schon. Keine Bange!«

Perry war fasziniert. Nicht nur, dass er noch einen Wunsch bei Veronika frei hatte und sie damit nageln konnte, nein, nun sollte er auch wieder Spass mit Claudia haben. Das faszinierende daran war jedoch, dass er auf beides eigentlich keine Lust hatte. Einzig Katja erregte in ihm den Wunsch, sexuell aktiv zu sein.

Der Tag verging. Gegen Nachmittag hatte sich auch Claudia mehrere Gedanken gemacht und wollte nun eine externe Meinung einholen. Während die Mädels in ihrem Wohnzimmer hockten und die Handys quälten, wollte sie es wissen.

»Mädels, sagt mal. Wenn ich was mit Donald anfangen würde, wie würdet ihr das finden?«

Elena zog eine Augenbraue hoch, während Katja irgendwie entsetzt schien.

»Mit der Ente? Damit der mich dann nicht mehr benutzt?«

»Ja, mit der Ente! Oder kennst du noch einen Donald?«

»Nicht ausweichen!«

»Stell dich nicht so an! Du weisst genau, dass es mir bei dir nichts ausmacht.«

»Warum fragst du das überhaupt?«

»Ganz einfach Elena. Er ist heute Morgen zu mir gekommen, hat mich wach gestreichelt und wir haben dann gepoppt. Ich weiss auch nicht, aber es war anders, als mit den anderen.«

»Verliebt?«

»Ich weiss nicht. Kann aber sein!«

Katja war sich noch nicht so einig, ob sie das gut finden sollte. Claudias Liste, was ihren Traummann anging, widersprach eigentlich ihrer Aussage, dass er sie weiterhin benutzen konnte. Aber, sie war schliesslich auch ihre Freundin. Der wollte sie natürlich beistehen.

»Was ist denn mit deiner Liste? Hat er da alles abhaken können?«

»Nein, nicht ganz alles. Aber vieles. Ausserdem habe ich auch schon mit ihm geredet und er meinte, wer nicht zu Kompromissen bereit ist, sollte auch keine Beziehung führen. Da muss ich ihm leider Recht geben. Das Schlimme ist aber, ich bin zu Kompromissen bereit! Zumindest bei ihm!«

»Dann sag mal Süsse. Er hat mir vorhin geschrieben, dass er mich nachher benutzen will. Wie findest du das?«

Erst war Claudia schockiert. Hatte sie sich da am Morgen was eingebildet? Oder warum wollte Donald jetzt schon Katja knallen? Andererseits war sie auch schockiert, weil es ihr eigentlich nichts ausmachte.

»Wie soll ich das finden? Genauso, wie letztes Mal.«

»Keine Eifersucht?«

»Nö. Eigentlich nicht! Finde es nur ein bisschen komisch, dass er jetzt schon wieder auf dich drauf will. Wir hatten doch vorhin erst.«

Das kam auch Katja spanisch vor. Nur Elena schien den Durchblick zu haben.

»Was du dir Gedanken machst! Jede Wette, die Ente sitzt genauso da drüben, wie du hier! Der wird sich auch Gedanken machen, ob er das alles überhaupt will und ob es für ihn sinnvoll ist. Deshalb behaupte ich jetzt einfach mal, der will auch herausfinden, wie du reagierst. Vielleicht auch, wie er reagiert!«

Damit traf sie zwar nicht genau ins Schwarze, doch immerhin lag sie in sofern richtig, dass es nicht Donalds Drang war, warum er Katja benutzen wollte. Eigentlich wollte er nur seine Reaktion sehen.

»Da könnte was dran sein.«

»Süsse, was machst du dir da eigentlich für einen Kopf? Wenn du ihn willst, dann nimm ihn dir! Bei Perry und mir funktioniert es doch auch super!«

»Schon Katja, aber ich bin nicht du und Donald nicht Perry!«

»Stimmt Claudi, aber Katja hat schon Recht! Die wusste ja auch nicht, was auf sie zukommt. Aber schau sie dir an? Wann hast du sie mal so glücklich gesehen?«

»Ich weiss Elena. Ich mache mir eben Sorgen. Wenn das in die Hose geht, die sind unsere Nachbarn und gehen hier dauernd ein und aus. Das würde sich auch hinterher nicht ändern!«

»Ach Mensch, mach doch nicht alles so kompliziert! Wenn es in die Hose geht, dann ist es eben so. Du kannst dir nie sicher sein.«

»Das wäre ja voll der Knaller. Ich mit Donald, du mit Perry, müssten wir nur noch Waldi mit Elena verkuppeln!«

Elena zeigte Claudia den Vogel.

»Sonst gehts noch, oder? Macht ihr nur euer Ding, ich hab keinen Bedarf an einer Beziehung!«

»Das hab ich vor kurzem auch noch gesagt!«

»Ja, aber dann hat bei dir Amor zugeschlagen. Bevor der sich bei mir nicht blicken lässt, denke ich gar nicht an so was!«

»Der kommt manchmal schneller, als man meinen könnte!«

»Möglich Claudi. Aber wenn der mich nicht mit einem zielsuchenden Langstreckenpfeil attackiert, trete ich ihm in seinen kleinen Arsch, wenn der mir zu nahe kommt.«

Die Mädels lachten. Claudia hatte dabei das gute Gefühl echte Freundinnen zu haben. Die machten sich Gedanken über ihr Situation und gaben ihr Rat. Tatsächlich ging es ihr, nachdem sie geredet hatten, wirklich besser. Sie war auch gespannt darauf, wie sie denn nun wirklich reagieren würde, wenn Donald kam, um Katja zu benutzen. Würde sie eifersüchtig werden? Aber auch die Frage stand im Raum, würde sich bei Donald was verändern? Hatte er vielleicht nicht mehr den gleichen Spass bei der Sache, wie noch zuvor?

Schlussendlich konnte sie darauf keine Antworten finden. Das war aber auch nicht zwingend notwendig, denn die Zeit schritt unnachgiebig voran. Gegen 20 Uhr, die gewohnte Zeit für Donald, öffnete sich auch schon die Tür. Er lächelte Claudia an, sagte dann aber Katja, dass sie mit ihm kommen sollte.

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