Die Rückkehr

»Meine Freunde, ihr werdet mich aller Wahrscheinlichkeit nach wieder für verklemmt halten, doch ich möchte mir dieses Schauspiel nicht mit anschauen! Von daher werde ich mich zum Wagen zurückziehen!«

Perry stand immer noch wie versteinert da und verfluchte den Genitalschutz, der seinen Kleinen beim ausfahren massiv hinderte.

»Gute Idee Waldi. Schnabeltier, komm mit!«

Elena wartete nicht darauf, dass Perry sich bewegte, sondern zog ihn einfach mit sich und schloss die Tür. Nachdem das Bild vor Perrys Augen verschwunden war, kehrte sein Verstand zurück.

»Donald ist echt zu beneiden. Der sitzt einfach da und gleich drei Frauen können nicht von ihm lassen.«

Während die Drei sich in Richtung Auto bewegten, musste Elena etwas anmerken.

»Du bist echt zu hohl Perry. Du beneidest Donald? Überleg mal, als er sich Katja damals vorgenommen hatte. Claudia und ich versuchten dich zu verführen und du nur die ganze Zeit abgelehnt. Was heulst du jetzt also rum?«

Tatsächlich musste Perry an diesen Tag denken. Tatsächlich hatten Claudia und Elena alles versucht, um zumindest mit ihm spielen zu können. Ganz ohne, dass er etwas gesagt hatte. Sein Neid verflog.

»Wenn ich die Spielregeln korrekt interpretiere, kann ich nun einen Wunsch an dich äussern Elena!«

»Jupp und ich an Perry.«

»Gut, dieser Umstand ist nun nicht ausschlaggebend für mich. Doch werde ich einen Wunsch an dich richten. Durch unsere Gespräche habe ich dein Interesse an meiner Arbeit ja hinlänglich feststellen können und ich halte dich auch für kompetent. Deshalb bezieht mein Wunsch sich darauf, dass du, sobald es deine Zeit erlaubt, mit mir meine Protokolle durchgehst und versucht mir eine weitere Sicht darauf zu geben. Ein neuer Blickwinkel könnte dazu führen, dass ich Schwachstellen identifizieren kann.«

Perry schüttelte den Kopf.

»Echt jetzt Waldi. Du kannst einen Wunsch an eine aufregende Frau wie Elena richten und denkst dabei nur an deine Arbeit?«

»In der Tat Perry! Dir sollte mittlerweile bewusst sein, dass ich an fleischlichen Gelüsten kein Interesse habe. Auch wenn ich Elena zu 80% mit dem Schönheitsideal gleichsetze, werde ich von diesem Umstand keines Wegs beeinflusst.«

»Zu 80%? Hallo? Gehts noch?«

»Warum diese Erregung Elena? 80% ist doch ein hervorragender Wert!«

»Und wo sind die 20%, die nicht passen?«

»Wenn du es genau wissen möchtest, dein Gesicht ist leicht asymmetrisch. Ich persönlich finde diesen Umstand zwar angenehm, doch entspricht er nicht dem Schönheitsideal. Du bis zudem noch zu klein, um dem Schönheitsideal zu entsprechen und deine Proportionen stimmen nicht. Dein Brust-Bauch-Po-Verhältnis ist nicht korrekt. Entweder ist dein Gesäss zu gross, oder deine Brüste zu klein.«

»Du findest meine Möpse zu klein?«

»Das habe ich nicht gesagt! Es würde dir gut zu Gesicht stehen, wenn du meine Worte nicht aus dem Zusammenhang reissen würdest. Ich sagte, dein Brust-Bauch-Po-Verhältnis entspricht nicht dem Schönheitsideal! Ich habe nicht gesagt, dass in meinen Augen deine Oberweite zu klein ist!«

»Findet der meine Brüste zu klein, ich glaub es ja gar nicht!«

Perry musste lachen. Waldemar fand das gar nicht komisch.

»Liebe Elena. Ich verstehe deine Aufregung nicht! Erstens, ich habe nicht deine Oberweite bemängelt. Zweitens, wir sprechen von dem der Norm entsprechenden Schönheitsideal, welches ich nicht geprägt habe. Drittens, du liegst mit 80% an der Spitze, da ich Katja nur 70% und Claudia nur 50% einräume!«

Nun war Perry erschüttert.

»Wie bitte? Wieso hat Katja nur 70%?«

»Sehr einfach, mein lieber Perry. Während auch Katja eine gewisse Ungleichheit in ihren Gesichtshälften aufweist, stimmen ihre Proportionen weniger, als die von Elena. Um in dem Punkt dem Schönheitsideal zu entsprechen, müsste ihr Bauch flacher werden, die Brüste etwas grösser und der Po etwas kleiner.«

»Du spinnst wohl! Die Brüste von Katja sind perfekt!«

Nun grinste Elena.

»Ich muss zugeben, ich bin verwirrt. Wie kann es sein, dass meine Aussage ausschliesslich auf die Oberweite reduziert wird?«

»Ist eben so Waldi. Aber lass dir gesagt sein, du bist auch nicht unbedingt eine Schnitte!«

»Das ist mir wohl bewusst, liebe Elena. Aus meiner Sicht entspreche ich zu gerade einmal 40% dem Schönheitsideal.«

»Nun, zumindest bist du ehrlich!«

»Natürlich bin ich ehrlich! Doch lass dir gesagt sein, ein solches Ideal hat in meinem Verständnis keinen nennenswerten Stellenwert. Ich mag dem äusseren Anschein nach unter dem Durchschnitt liegen, doch kann mein überlegener Intellekt ein weit erfolgreicheres Leben zur Folge haben, als eine optisch ideale Erscheinung.«

Perry lachte.

»Dein überlegener Intellekt. Ich erinnere dich daran, wenn wir einen neuen Toaster kaufen!«

»Aber okay Hündchen. Wie bewertest du Perry und Donald?«

»20 und 90%.«

Da wurde Perry knurrig.

»20% für mich? Du gehst also davon aus, dass du doppelt so attraktiv bist wie ich?«

»Korrekt Perry!«

Elena fand Waldemars Aussage köstlich und deshalb lachte sie auch.

»Wo bitte bist du so viel attraktiver, als ich?«

»Von Attraktivität habe ich nicht gesprochen! Es wäre schön, wenn mir mal jemand korrekt zuhören würde!«

»Von mir aus. Dann eben, wieso bist du bei 40% und ich nur bei 20«

»Sehr einfach mein Freund. Auch wenn mein Körperbau hager erscheint, liegt er doch weit näher an dem, was allgemein als Schönheitsideal angesehen wird. Du hingegen bist mit deiner Körperfülle weit davon entfernt. Du hast keine markanten Gesichtszüge und der Umfang deines Körpers liegt weit entfernt vom Ideal. Zudem bist du nicht gross.«

»Alter Schwede. Nur weil ich dick bin?«

»Und zu klein Perry!«

Elena konnte nicht mehr. Das Gespräch war einfach zu komisch. Wohl auch, weil Waldemars emotionslose und direkte Art zu deplatziert wirke.

Nachdem sie das Auto erreicht hatten, stellte Waldemar etwas fest.

»Liebe Elena. Auch wenn es mich in der Tat gefreut hat, dass du uns auf dem ganzen Weg begleitet hast, du bist am falschen Fahrzeug!«

»Hab ich den Mädels schon geschrieben. Die wissen Bescheid.«

»Du wirst also mit uns zurückfahren?«

»So ist der Plan. Ein Problem damit?«

»Keines Wegs.«

»Ja, falls die irgendwann mal auftauchen.«

»Och, da mach dir keine Gedanken Perry. Katja und Claudi alleine sind schon viel für ein Mann. Dann noch Vero dabei, die werden nicht lange brauchen, bis dein Freund spritzt.«

Da hatte Elena sogar Recht! Keine 20 Minuten später tauchte Donald auf und schien angenehm befriedigt zu sein.

»Na Leute, wir haben euch hoffentlich nicht zu lange warten lassen?«

»Nun, da du die Frage stellst, in der Tat war die Wartezeit unangebracht. In gleicher Zeit hätten wir den Rückweg hinter uns bringen können. Dem folgt, ich könnte bereits wieder meine Arbeit aufgenommen haben und folglich bin ich der Meinung …«

»Schon klar Waldi. Es gibt aber Dinge, die ihre Zeit brauchen!«

»Korrekt und deshalb bin ich der Meinung, sexuelle Aktivitäten sind unproduktiv!«

»Tja, mein Freund, du hast es eben noch nicht erlebt! Glaub mir, die Zeit war sehr produktiv!«

»Ich hoffe aber, die haben noch was übrig gelassen! Ich bin nämlich drauf und dran meinen Wunsch auszusprechen Entchen!«

»Was sage ich immer? Es ist genug Donald für alle da!«

Perry war ein wenig traurig. Elena hatte auch ihn abgeschossen, bislang ihren Wunsch mit keinem Wort erwähnt. Er schien wohl doch keinen so grossen Eindruck bei ihr hinterlassen zu haben.

»Zum Thema Wünsche. Ich bin schon sehr gespannt, was du dir von Vero wünschst Perry!«

»Wie ich den kenne, muss sie sein Zimmer säubern, oder was in der Art. Der ist ja so fixiert auf Katja, da wird nichts passieren.«

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