Feuer Frei

Die Tage bis Samstag vergingen gewöhnlich. Insofern man das, was die Personen der WGs da so trieben als gewöhnlich angesehen konnte. Frühstück, Arbeit, danach gab es noch Spass und es ging wieder ins Bett. Donald verbrachte die Abende meist wieder bei den Mädels, während er oftmals schon gegen 20 Uhr zu den AAA ging, um sich um Katja zu kümmern. Eilte die dann um 22 Uhr rüber zu Perry, um sich um ihn zu kümmern, hatte Donald oftmals noch Spass mit den anderen beiden Mädels. Gelegentlich nur oral, aber Spass machte es dennoch.

Waldemar hingegen kommunizierte weiterhin sehr viel mit Veronika. Sie war ein Mensch, der offensichtlich genau auf seiner Linie lag. Sie war professionell, wenn es um die Arbeit ging, sprach ansonsten aber auch über Dinge, mit denen Waldemar sich auskannte. Beispielsweise Filme und Serien, wo sich die Leidenschaften der Beiden vorzüglich, wenn auch nicht gänzlich deckten. Auch spielte er gelegentlich Online mit ihr zusammen einen Ego-Shooter. Er war der Meinung, auf diese Weise könnte er seine Taktik verbessern und sich beim Paintball einen Vorteil verschaffen. Wenn es nach seinem Plan lief, würde er Veronika und Elena abschiessen und sie hinterher für seine Arbeit zeitweilig einspannen.

Veronika hatte da jedoch andere Pläne. Zwar hatte sie auch im Hinterkopf, Waldemar mit Farbe zu markieren, doch würde das zu dem Umstand führen, dass er ihr bei ihrer Arbeit helfen musste. Da musste noch eine ansprechende Website für sie her und auch wenn sie diese mit vielen Bildern versorgen konnte, selbst eine ansprechende Seite bekam sie nicht auf die Beine gestellt.

Donalds Plan für das Spiel war eigentlich klar. Möglichst alle Mädels erwischen und sich hinterher von ihnen verwöhnen lassen. Gleichzeitig. Aber auch wenn sein Plan nicht aufgehen würde, er würde sie mit Sicherheit bald dazu kriegen.

Für die Mädels war das Spiel eigentlich nicht besonders aufregend. Was konnten sie schon gewinnen? Perry bestenfalls. Selbst da änderte sich für Katja eigentlich nichts. Ob sie nun Perry alleine wollte, oder Donald, oder beide Gleichzeitig, ein Ruf von ihr und sie hätte es gehabt.

Bei Perry sah die Sache schon anders aus. Er hatte da etwas im Hinterkopf. Nach Erzählungen war seine Freundin eine ganze Zeit ja richtig heftig gewesen. Sex mit bis zu neun Männern gleichzeitig schien es da gegeben zu haben, wobei sie mächtig Spass daran gehabt hatte. Für Perry war das eine eigenartige Vorstellung. Seine Freundin, die gleichzeitig so viele Kerle bediente? Er fand den Gedanken aufregend, aber er wollte auch herausfinden, wie sie nach so einer Nummer drauf war. Von daher war sein Ziel, Katja abzuschiessen. Der Rest war ihm egal. Wobei, wenn Katja nicht so negativ auf Veronika reagiert hätte, wäre sie für Perry ein wunderbares Testobjekt gewesen. Er war nicht ihr Typ, okay. Aber würde er sie abschiessen, hätte er einen Wunsch frei und es reizte ihn herauszufinden, ob er sie im Bett auch so beeindrucken konnte, wie die anderen Mädels.

Samstag, zehn Uhr. Die Mädels hatten schon im Vorfeld Schutzkleidung und Waffen besorgt, es konnte also losgehen. Zur Sicherheit, damit niemand falsche Ansprüche erheben konnte, hatte jede Waffe eine andere Farbe. Beide Teams waren mit verschiedenen Autos losgefahren und erreichten den Wald an verschiedenen Stellen. Damit wollte man sicherstellen, dass kein Team direkt zur Position der Anderen laufen konnte. Claudia hätte da einen Vorteil gehabt, da sie das Gelände kannte.

Nachdem sie die Rüstungen angelegt hatten, ging der Spass auch schon los. Die Jungs schlugen sich in den Wald. Schon im Auto hatten sie sich eine Taktik zurecht gelegt. Waldemar sollte ein Stück hinter Perry und Donald gehen und die Lage im Blick behalten. So hofften sie darauf, einen Hinterhalt erkennen und aushebeln zu können.

Die Mädels gingen pragmatischer vor. Während Claudia und Elena im direkten Weg auf die wahrscheinliche Ankunftsstelle der Jungs zusteuerten, umrundeten Katja und Veronika den Wald an seinem Rand. Der Gedanke dahinter war, die Jungs sowohl frontal, wie auch aus dem Rücken angreifen zu können.

Beide Pläne gingen jedoch nicht auf. Die Jungs nahmen nicht die Route, die Claudia als wahrscheinlich angesehen hatte, so liefen sie in einem relativ geringem Abstand aneinander vorbei, ohne sich zu sehen. Die Mädels trafen aufeinander, während die Jungs ohne Feindkontakt den Waldrand erreichten. Zumindest bis hier hin war das Spiel zwar prinzipiell aufregend, war jedes Rascheln, jedes knacken von Holz schliesslich mit sofortiger Alarmbereitschaft verbunden, weiter geschah jedoch nichts.

Eine ganze Stunde irrten die Teams durch den Wald. Wenn sie gewusst hätten, wie nah sie sich dabei oft gekommen waren, hätten sie sich wahrscheinlich an den Kopf geschlagen. Doch so, sahen sie nur Wald. Viel Wald, aber keine Menschen.

Als die Jungs schliesslich eine Hütte erreichten, die vom Aufbau her definitiv für so ein Spiel gemacht worden war, verschanzten sie sich darin. Eigentlich war es eine wenig nutzbringende Idee, sich irgendwo auf die Lauer zu legen, denn die Mädels konnten auf die gleiche Idee gekommen sein und folglich würden dann beide Teams irgendwo lauern und nichts würde sich bewegen.

Die Mädels dachten jedoch gar nicht daran. Auch sie waren auf den Gedanken gekommen, die Jungs könnten sich irgendwo verschanzt haben und würden warten. Da gab es auch gleich ein paar Möglichkeiten, wo das hätte sein können. So gab es einen aus Sandsäcken aufgebauten Schutzwall, der jedoch leer war. Auch ein Hochstand war vorhanden, aber auch dort war niemand zu finden.

Schliesslich schlug Claudia den Weg in Richtung Hütte ein. Wieder trennten sich die Mädels, um die Hütte von zwei Seiten unter Beschuss nehmen zu können. Claudia und Elena erreichten das Ziel als Erste. Sie hatten einen kleinen Hügel als Deckung und konnten ausspähen, ob sich beim Ziel etwas bewegte. Bingo! Da waren die Jungs!

Elena dachte daran, sie hätten Funkgeräte mitnehmen sollen. So, ohne Kommunikationsmöglichkeit, war ein koordinierter Angriff kaum möglich. Dabei wäre die Ausgangssituation hervorragend gewesen! Claudia und Elena konnten das Feuer auf sich ziehen und die Jungs damit zu der Seite der Hütte bringen, die der Tür gegenüber lag. Veronika und Katja hätten die Tür öffnen und die Jungs wegputzen können. Aber so, war eine solche Koordination nicht machbar.

Viel schlimmer noch, Katja und Veronika sahen sich genötigt, einen Angriff zu starten. Auch sie hatten die Jungs erspäht, doch die schienen sich auf eine andere Richtung zu konzentrieren. Claudia sah, dass sich ihre Freundinnen der Hütte näherten. Ihr war aber auch klar, dass ohne Ablenkung das Unternehmen in die Hose gehen würde. Von daher gab sie Elena ein Zeichen und gemeinsam nahmen sie die Hütte unter Feuer!

Katja erschrak, als sie die Schüsse und auftreffende Farbpatronen hörte. Ihr erster Gedanke war, die Jungs hätten sie entdeckt und das Feuer eröffnet. Einen Moment dauerte es, bis sie den Grund dafür herausgefunden hatte. Auch Veronika hatte verstanden. Die Mädels lenkten die Jungs ab und gaben ihnen die Möglichkeit, unbemerkt anzugreifen.

Obwohl der Plan eigentlich narrensicher schien, hatten die Mädels nicht mit Perry gerechnet. Der fand es schon ein bisschen verwunderlich, dass die Mädels so einen unsinnigen Angriff starteten und dadurch ihre Position preisgaben. Er witterte einen Hinterhalt. Sein Verdacht wurde von Waldemar gestärkt, der sich sicher war, nur zwei Waffen würden abgefeuert werden.

Perry dachte nach. Ein Hinterhalt, Wie konnte der aussehen? Die Mädels konnten versuchen durch die Schiessscharten der Hütte zu Feuern, die seiner Meinung nach dafür aber eigentlich zu hoch waren und auch von der Hütte aus nur durch die angebrachten Fussbodenerhöhungen wirklich genutzt werden konnten. Ein wirklich effektiver Angriff konnte nur durch die Tür erfolgen.

Folglich gab Perry seine Position auf. Die Mädels hinter dem Hügel zu erwischen war praktisch unmöglich. Die kamen nie weit genug aus ihrer Deckung heraus, um sie wirklich zu treffen. Er sprang von der Erhöhung, legte sich auf den Boden und zielte genau auf die Tür. Donald und Waldemar bekamen davon nichts mit. Die waren zu sehr damit beschäftigt, den Hügel mit Farbe anzumalen.

Tatsächlich! Die Tür wurde aufgerissen und Perry hatte perfekte Sicht auf Veronika. Ohne zu zöger, drückte er ab und erwischte sein Ziel genau auf der Brust. Doch auch Veronika hatte abgedrückt, traf jedoch nur die Wand der Hütte, genau zwischen Waldemar und Donald.

Veronika krümmte sich, als sie den Treffer kassierte. Katja, die anscheinend von der doch schon heftigen Wirkung der Patronen überrascht war eilte zu ihr, um nach ihr zu sehen. Für Perry ein weiteres Ziel. Einen Moment überlegte er, ob er wirklich schiessen sollte. Es war seine Freundin und ihr wollte er nicht wehtun. Alternativ dachte er auch daran, wäre die Sache umgekehrt gewesen, Katja hätte geschossen. Dann war da auch noch die Sache mit dem Wunsch, den er hinterher äussern konnte. Er schoss und traf Katja genau an der Hüfte.

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