Die Jagd

Natürlich bekamen auch Waldemar und Donald mit, dass hinter ihnen etwas los war. Sie gingen in die Hocke und drehten sich um. Gerade in dem Moment, wo Perrys Schuss Katjas Hüfte traf.

»Du Penner! Das tut vielleicht Weh!«

Perry stand auf.

»Sorry Schatz, aber ich hab dir gesagt, ich drücke ab.«

»Ja, ist ja schon gut. Aber, woher hast du gewusst, dass wir durch die Tür kommen?«

»Hab ich nicht. Ich hielt es nur für logisch. Das Feuer hinter dem Hügel war ziemlich bescheuert und konnte nur darauf zurückzuführen sein, dass es sich um ein Ablenkungsmanöver handelt.«

»Ach Mensch. Haben wir wohl vergeigt!«

»Kommt rein und macht die Tür zu! Wehe ihr ruft irgendwas zu den anderen! Offiziell seit ihr aus dem Spiel. Das wäre gemein.«

»Keine Bange Ente. Ist schon klar!«

Perry grinste.

»Das heisst, ich kann jetzt von euch fordern was ich will!«

Katja guckte grimmig. Der Gedanke, dass Perry von Veronika Sex wollen könnte, gefiel ihr nicht. Aber, wenn es so gewesen wäre, sie hätte nichts gesagt. Mit ein Problem bei solchen Spielchen war eben, es konnte auch das eintreffen, was man eigentlich nicht mochte.

»Okay Jungs. Nur noch Elena und Claudia. Die müssten wir doch packen!«

»Positiv Donald. Sie haben ihr Feuer eingestellt und da von ihren Kameraden kein Signal kommt, dass sie den Hinterhalt erfolgreich abgeschlossen haben, müssen sie von einem Misserfolg ausgehen.«

»Hat denn jemand eine Idee, wie die jetzt vorgehen?«

»Meiner Meinung nach, lieber Perry, werden sie hinter dem Hügel genau das nun beraten. Sie haben uns in einer prinzipiell günstigen Position. Wenn sie uns belagern, können sie uns aushungern!«

»Aushungern Waldi? Die müssen um 19 Uhr auf einer Party sein und es ist nun nicht gerade so, dass wir bis dahin verhungert sind!«

»Nein Perry, verhungert nicht! Doch kenne ich deine Gewohnheiten der Toilette gegenüber. Jetzt haben wir 1220 Uhr und ich gehe stark davon aus, dass du spätestens 1400 Uhr Stuhlgang hast. Doch leider sehe ich hier keine Toilette!«

Da war wohl was dran! Perry dachte ebenfalls mit Schrecken daran, tatsächlich bis etwa 18 Uhr nicht aufs Örtchen zu können. Da musste also eine Lösung her. Die Mädels fanden es hingegen bescheuert, dass Waldemar diesen Militärton an den Tag legt. 1220 und 1400 Uhr. Wie man es aus Filmen kannte.

»Okay. Vorschläge?«

Nach Donalds Frage stellte sich Waldemar wieder auf eine Erhöhung neben der Tür und schaute nach draussen. Geschossen wurde nicht. Er begutachtete die Umgebung. Dann kam er wieder zu den Anderen.

»Gentleman, die Frauen werden auch wissen, dass sie aus ihrer vermeintlich aktuellen Position nicht viel ausrichten können. Von dem Hügel aus ist die Tür der Hütte nicht zu sehen. Wir könnten also heraus schleichen, dass Gelände umrunden und sie angreifen. Da Claudia jedoch das Areal offensichtlich gut kennt, wird zumindest eine der Beiden sich hinter die Hütte schlagen. Dort gibt es auch eine entsprechende Deckung. Mein Vorschlag lautet also, einer von uns sollte sich dort einfinden und abwarten. Erscheint eine der Frauen, oder Beide, kann die Bedrohung sofort ausgeschaltet werden!«

»Alles klar, ich gehe! Perry hat schon genug Abschüsse!«

»In Ordnung Donald. Vergiss aber bitte nicht, auch mir wäre ein Abschuss ganz Recht!«

»Schon klar Waldi! Bis später!«

Perry und Waldemar gingen neben der Tür in Stellung und schauten nach draussen. Perry sah die Deckung, die Waldemar angesprochen hatte und zielte darauf. Ein Zeichen an Donald, der öffnete die Tür und schlich leise nach draussen. Es war schon aufregend, diese Situation zu erleben. Perry sah, wie Donald der Deckung immer näher kam. Würde dort schon jemand auf ihn warten?

Donald erreichte die Deckung. Mit der Waffe im Anschlag umrundete er sie, schaute kurz und hob dann den Arm. Auch wenn es nicht abgesprochen war erkannten die Jungs dennoch, dass die Deckung offensichtlich sicher war. Donald ging aber nicht dahinter, sondern nahm etwas Abstand davon und versteckte sich hinter einem auf dem Boden liegenden Baumstamm.

Es verging etwas Zeit. Katja fühlte sich gelangweilt und wollte Veronika auf den Zahn fühlen.

»Sag mal Vero, Donald hat mir erzählt, deiner Meinung nach würde ich mich in naher Zukunft von Perry trennen?«

»Jupp, sehe ich so. Warum?«

»Wie kommst du auf die Idee?«

»Sei mir jetzt bitte nicht böse Katja, aber was will eine Frau wie du mit einem Mann wie Perry? Der steht vom Rang her doch weit unter dir?«

»Warum? Weil er dick ist?«

»Seine ganze Erscheinung und seine Art. Sei doch mal ehrlich. Bei den Veranstaltungen sind Männer, denen kann Perry selbst im Traum nicht das Wasser reichen!«

»Ja, da hast du Recht. Aber dafür können die aufgrund ihres Verhaltens, ihrer Einstellung und ihrer Art Frauen gegenüber nicht mit Perry konkurrieren. Schonmal daran gedacht?«

»Ach Katja! Das sind doch Nebensächlichkeiten!«

»Hallo? Warst du es nicht, die sich wegen arroganter und überheblicher Art deiner Ex-Freunde beklagt hat?«

»Doch, klar und ich bewundere dich auch immer noch, dass du deine Zeit mit Perry verbringst. Aber dennoch. Lieber Sex mit einem egoistischen, dafür aber erotischen Mann, als mit Perry!«

Katja war sauer. Mit einem Mal hoffte sie, dass Perry seinen Wunsch dafür einsetzen würde, Veronika ins Bett zu kriegen. Damit sie am eigenen Leib erfahren würde, was Perry für ein Mann war. Alternativ, würde Veronika einen solchen Wunsch ablehnen, wäre sie raus aus der Gruppe. Sie mochte besser aussehen als die Mädels, aber in der Gruppe herrschte ein Kodex. Wettschulden waren Ehrenschulden und wer das brach, der war raus.

»Okay Vero. Das ist dann eben deine Meinung. Ich versichere dir aber, dass Manko des Aussehens macht Perry ganz locker wett. Alleine schon, was er im Bett drauf hat. Dazu noch seine liebevolle Art und das es ihn reizt, wenn ich mit anderen Männer vögele, hergeben werde ich den nie! Egal, wie er aussieht.«

»Ist deine Entscheidung. Versteh mich da bitte nicht falsch! Du bist meine Freundin und wenn du die nächsten 100 Jahre glücklich mit ihm bist, dann wünsche ich dir auch, dass ihr euch nicht trennt. Nur eben, ich kann es mir nicht vorstellen.«

Wie machte Veronika das eigentlich? Eben war Katja noch total sauer auf sie, doch nachdem sie diese Worte gesprochen hatte, wirkte sie auf einmal gar nicht mehr so oberflächlich und eingebildet. Katjas Zorn verflog, dennoch hoffte sie, Perry würde sie von seinen Qualitäten überzeugen.

Schon kurz nach dem Gespräch spannten sich die Jungs auf ihren Positionen an. Donald, den sie von ihrer Position aus zumindest teilweise sehen konnten, hatte sich in Bewegung gesetzt und robbte an dem Baumstamm entlang. Offensichtlich hatte er etwas gesehen.

Nur was? Ob sich etwas hinter der Deckung tat, konnten die Jungs nicht einsehen. Sie behielten Donald im Blick, von dem nur noch die Füsse zu sehen waren. Wie gerne hätten die Jungs das gesehen, was Donald in dem Moment sah. Doch die Spannung wuchs.

Dann fiel ein Schuss und hinter der Deckung gab es Geräusche.

»Ah Scheisse! Voll auf die Titten du Arschloch!«

Das war Claudia. Offensichtlich hatte Donald sie erwischt. Gleichzeitig sprang aber auch Donald hinter seiner Deckung auf und hüpfte durch die Gegend, während seine Hände an seinen Hintern griffen.

»Voll in die Kimme! Oh Verdammt, voll in die Kimme!«

Waldemar suchte die Umgebung ab. Wenn Donald getroffen worden war, musste Elena dort irgendwo sein. Doch er fand nichts.

»Alles okay Donald?«

»Scheisse Mann, nichts ist okay! Die hat mir voll in den Arsch geschossen! Weisst du, wie weh das tut?«

»Bei mir ist auch alles okay, du Arschloch!«

Claudia war offensichtlich brüskiert, dass nach ihr niemand fragte.

Gemeinsam kamen die beiden Erschossenen zur Hütte gelaufen. Claudia hielt sich die Brüste, Donald weiterhin seinen Hintern. Sie traten ein und hatten keinen besonders glücklichen Gesichtsausdruck drauf. Von Elena war weiterhin nichts zu sehen, obwohl Waldemar die Gegend so genau es nur ging absuchte.

Fazit der Aktion, zwei Jungs gegen ein Mädel. Nach Perrys Meinung wäre das zu schaffen gewesen. Es musst nur ein Plan her, wie die Jungs ungehindert die Deckung verlassen konnten. Doch wenn Elena noch in der Nähe war, konnte das schwierig werden.

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