Zuverlässigkeit beim Generator

Es vergingen ein paar Tage, in denen nur frustrierende Resultate erarbeitet werden konnten. Dabei stellte sich die Zuverlässigkeit als wirklich grosses Problem dar. Selbst Mario, Waldemar und auch Benjamin konnten es nicht leugnen. Die Viper als Beispiel herangezogen ergaben sämtliche Berechnungen, dass es nur eine einzige Stelle für den Generator geben konnte, wo er störungsfrei laufen würde. Genau in der Fahrerkabine. Um die Viper dazu dann auch noch auf die entsprechende Power zu bringen, hätte der Generator zudem auch noch fast den ganzen Innenraum ausgefüllt.

Um es auf den Punkt zu bringen, Ernüchterung machte sich in der Gruppe breit. So breit, dass Waldemar als Erster Optimist zu zweifeln begann.

»Benjamin, mein guter Freund, ich bin ungern der Überbringer schlechter Nachrichten, aber nach allem, was ich sehe, scheint unser Projekt unter keinem guten Stern zu stehen.«

»Waldi bitte! Ich weiss selbst, dass wir im Moment Probleme haben. Trotzdem. Aufgeben ist für mich keine Option!«

»Ich habe auch nicht von Optionen gesprochen! Ich spreche einzig von Fakten und diese besagen leider eindeutig, dass wir niemals die Zuverlässigkeit in den Griff bekommen, ohne Gewicht und Dimensionen des Generators massiv zu erhöhen. Woraus folgt, dass nicht einmal ein Stressanfahrzeug damit akzeptable Leistungen erbringen können wird. Von Flugobjekten wollen wir hierbei gar nicht erst reden!«

»Waldi, jetzt mach mich mal nicht irre, ich muss nachdenken!«

»Ich möchte dir nicht zu nahe treten, mein Freund, aber deine Gedanken sind überflüssig. Wir haben die Zahlen hier vorliegen und daran lässt sich nichts rütteln!«

»Wenn du das so siehst, ist es mir eigentlich ziemlich egal! Ich bin mir sicher, wir finden einen Weg!«

Kim fing an zu lachen.

»Was denn für einen Weg? Sollen wir so ein Teil unten an den Hubschrauber hängen? Die Leistung, die wir für den Flugbetrieb brauchen, würden den Generator bleischwer machen. Ich sehe aber kein Einsparpotential mehr! Du kannst die Magneten nicht leichter machen, die Spulen nicht und die Abschirmung erst Recht nicht. Also. Wie willst du es machen?«

»Das weiss ich noch nicht Kim! Ich bin mir aber super sicher, dass Aisha damals bei dem Superflieger auch oft hören musste, wie unmöglich das ist.«

Nun lachte Viper.

»Alter, so etwas kannst du doch nicht vergleichen! Aisha hat ein bewährtes Design mit modernsten Materialien und neusten technischen Erkenntnissen gebaut. Da stecken Minimum 40 Jahre intensive Entwicklung mit unzähligen Arbeitsstunden dahinter.«

»Und weiter?«

»Was und weiter? Ben, was willst du machen? 40 Jahr Entwicklung für uns über Nacht passieren lassen? Klar, wenn wir da ganze Horden der klügsten Köpfe dran setzen und die in den nächsten Jahrzehnten daran forschen, dann finden die ganz Sicher einen Weg.«

Er schaute sich um.

»Ich sehe aber weder ganze Horden von Wissenschaftlern, noch eine Zeitmaschine!«

Natascha rieb sich das Kinn.

»Du Jana, erinnerst du dich noch, wo wir in Südafrika mit Dom und seinem Team zusammengearbeitet haben?«

Jana schaute skeptisch zu Natascha.

»Ja? Tue ich?«

Kim runzelte die Stirn.

»Ich aber nicht. Erklärt mir das jemand?«

Jana grinste.

»Boris?«

Benjamin sah, wie Kims Augen mit einem Schlag so gross wie die einer Manga-Figur wurden. Leider musste er neugierig bleiben, denn Natascha lenkte das Thema gleich wieder auf ihr Anliegen.

»Wenn ich mich recht entsinne, waren wir doch da in einer Forschungseinrichtung, wo diese extremen Magneten erforscht wurden.«

Wieder lachte Viper.

»Ja, ist klar. Leute, ich komme mir gerade vor, als wären wir in einem Blockbuster, oder in einer fantastischen Geschichte eines Autors mit Hirnschaden. Wollt ihr mir etwa erklären, dass ihr so ganz rein zufällig dann jetzt wieder jemand kennt, der genau das utopische Bauteil hat, was wir brauchen? Fliegen wir zu dem, fragen, was uns entsprechende Magnete kosten, der erzählt dann was von einer Milliarde Dollar, wir bieten ihm einen Scheck an und dann sagt einer, wir sollen die Mastercard benutzen, weil es da Bonusmeilen gibt?«

Mario schüttelte den Kopf.

»Im Kern ist Viper ein echt guter Kerl!«

Dabei betonte er das Wort Kern übertrieben um Viper zu erklären, dass er genau wusste, auf welchen Film er anspielte. Natascha hingegen lehnte sich an die Werkbank und verschränkte die Arme.

»Viper. Wie wäre es denn damit? Wir fliegen zu deinem Flugplatz, krabbeln in das Flugzeug, heizen dort hin, besorgen uns unser Material, gehen noch ein paar Runden schwimmen, oder essen und sind morgen wieder hier?«

Verdutzt schaute Viper Jana an.

»Die meint das Ernst, oder?«

Jana nickte nur. Gleichzeitig wurde Benjamin euphorisch. Das würde bedeuten, er konnte eine Runde in dieser Superkiste mitfliegen.

»Und wo kriegen wir auf die Schnelle einen Copiloten her? Derrick wird ganz bestimmt wissen wollen, was wir da vorhaben, als müssten wir ihn einweihen. Der hält zwar dicht, aber dann haben wir ihn an der Backe. Ich könnte auch Amy, oder Aisha fragen, aber wenn die davon Wind bekommen, dann haben wir gar keine Ruhe mehr.«

Mario schien nachdenklich.

»Obwohl. Aisha könnte uns durchaus von Nutzen …«

Viper wehrte sofort ab.

»Nein, nein, nein! Ich bin ja schon kritisch, was den Umbau von meinem Auto angeht. Aber du weisst selbst ganz genau, wenn man Hand an ihren Flieger legen will, dann wird sie ganz komisch.«

Mario nickte.

»Ja, da muss ich dir leider Recht geben.«

Jana hatte sich das alles angehört, dabei aber die ganze Zeit leicht den Kopf geschüttelt.

»Muss man für den Vogel irgendwie ein Raumschiff steuern können? Oder fliegt es Linkskurven, wenn man nach Rechts steuert?«

Viper schaute erschrocken, da er Janas Frage überhaupt nicht verstand.

»Also, ähm, nein. Das Ding fliegt sich wie jedes andere Flugzeug auch.«

»Und warum brauchst du dann einen Copiloten? Ich bin nur ungern der Klugscheisser, aber ich darf nicht nur Hubschrauber fliegen. Ich hab einen Schein für so ziemlich jeden Typ.«

Viper machte grosse Augen.

»Das hast du mir nie gesagt!«

»Und? Du hast mich auch nie gefragt, oder?«

Nun war Benjamin total aus dem Häuschen.

»Dann können wir ja fliegen. Oder Viper? Komm schon, sei kein Spielverderber!«

Resignierend schaute Viper zu Boden.

»Oh Mann. Leute, ihr macht mich fertig. Okay, wir fliegen. Aber!«

Nach seinem Satz schaute er auf und die drei Mädels direkt an. Weiter musste er auch nicht sprechen, die wussten schon Bescheid.

»Die Beiden da kannst du von mir aus knallen! Von mir bleibst du weg!«

Augenblicklich hatte Viper einen Schreck im Gesicht.

»Warum?«

»Ich bin Schnabeltier geschädigt! Mit weniger gebe ich mich nicht mehr zufrieden!«

Fragend schaute Viper zu Kim und Natascha. Kim gab ihm Antwort.

»Ist so, schau nicht so blöd. Seit wir da unsere Mission hatten, fickt sie keinen mehr!«

Viper musste nachdenken. War da nicht eine Abmachung, nach der er Jana noch flachlegen durfte? Da war er sich mit einem Mal unsicher.

»Und was heisst eigentlich, uns kann er knallen? Seit wann bestimmst du das?«

»Tue ich doch gar nicht Natascha! Ich weiss aber, dass ihr zwei ohnehin spitz seit und auf ihn abfahrt.«

Natascha fühlte sich ertappt.

»Also gut. Wir fliegen hin und auf dem Rückweg gehen wir drei nach hinten und lassen es krachen. Einverstanden?«

Auch wenn die Beiden eher missmutig nickten, erkannte Benjamin ganz deutlich in ihren Augen, dass sie es kaum erwarten konnten.

»Gut dann. Ich hoffe ihr habt Kartenmaterial dabei, damit ich weiss, wo wie und wann wir nicht auftauchen dürfen und hoffentlich ist da auch eine Landebahn in der Nähe!«

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