Ein ungeahntes Wochenende (Teil 5)

Maia hing noch halb auf der Motorhaube, als ich der Blick bei Pluto auffiel. Er schaute noch einen Moment auf sein Sperma, welches über und zwischen ihren Brüsten lief, dann veränderte sich der Blick. Waldemar war zurück.

»Welch Segen wäre es doch für mich, wenn meine Rückkehr ähnlich nüchtern vonstatten gehen würde, wie mein Verschwinden.«

Maia rappelte sich auf. Das Sperma lief immer weiter.

»Wie meinst du das?«

»Nun, meine liebe Maia, wenn ich verschwinde, dann ist in aller Regel alles noch platonisch. Doch kehre ich zurück, finde ich oft eine ähnliche Szenerie vor. Eine nackte Frau, besudelt mit Sperma, welches wahrscheinlich meines ist. Darauf könnte ich verzichten.«

»Ich könnte darauf verzichten, dass mir alles in die Klamotten läuft. Hast du irgendwie ein Taschentuch dabei, oder was ähnliches?«

Waldemar ging an ihr vorbei zur Fahrertür und öffnete den Kofferraum. Er kam zurück, hob die Haube an und brachte ein sauberes Handtuch hervor.

»Auf alles vorbereitet? Kann das sein?«

»Aber natürlich, meine liebe Maia. Es ist nicht auszuschliessen, dass bei den Rennen ein Problem auftritt und nach Möglichkeit möchte ich dabei nicht zu viel Schmutz abbekommen.«

Maia machte sich sauber. Waldemar fand es tatsächlich widerlich, wie dabei sein Sperma auf ihrem Körper verwischt wurde. Er schaute weg.

»Jetzt müssen wir aber zurück. Ich brauche Schlaf!«

»Dem stimme ich zu! Auch ich werde mir nur noch die Daten anschauen und dann schlafen.«

Es ging zurück. Als sie die neue Behausung erreichten, war dort die Party in vollem Gange. Einen Moment lang wurden die Beiden mit einem merkwürdigen Blick gemustert. Dann setzte sich Waldemar jedoch hin und fing an an seinem Laptop zu spielen. Das reichte aus, um die Freunde davon zu überzeugen, dass er wirklich nur Daten erfasst hatte. Die Party ging weiter.

Eigentlich wollte Maia ins Bett, doch als sie Pascal sah, schnappte sie ihn sich und zog ihn in ihr Schlafbereich. Natürlich war Pascal klar, was sie von ihm wollte. Den Anderen auch, doch die irrten. Maia wollte Informationen.

»Wie war der Sex?«

»Das war kein Sex! Das war ein richtiger Fick! Aber darüber will ich nicht reden. Ich brauche Infos und die kannst nur du mir geben.«

Pascal setzte sich aufs Bett.

»Dann frag!«

Maia setzte sich neben ihn. Ganz platonisch.

»Du bist dir absolut sicher, dass ich nicht aus versehen mal krank oder schwanger werde?«

»Natürlich bin ich mir sicher. Erst in vielen Jahren, wenn du wirklich den Kinderwunsch hast, wird dein Frauenarzt dir nach einer gründlichen Untersuchung zeigen, dass du derzeit komplett unfruchtbar bist.«

Maia erschrak. Zwar wollte sie im Moment keine Kinder, aber so auf längere Sicht hatte sie schon den Wunsch Mutter zu werden. Bevor sie jedoch einen richtigen Schock bekam, sprach Pascal ungerührt weiter.

»Das ist aber mit einer ganz einfachen Hormontherapie behandelbar. Du kriegst ein paar Pillen, bekommst dann einmal massiv deine Periode und von da an kannst du schwanger werden.«

Maia beruhigte sich. Aber, sie hatte eine weitere Frage.

»Du, auch wenn ich das jetzt nicht bezweifeln will, woher weisst du das? Wie kannst du die Zukunft vorhersagen?«

»Immer die gleiche Frage. Ich werde jetzt auch mal die nahe Zukunft vorhersagen. Meine Antwort lautet, ich bin ein Dämon. Du grinst dann, erzählst irgendwas von wegen, ich solle doch einmal die Wahrheit sagen, dann erkläre ich, es sei die Wahrheit und du wirst lachen. Schlussendlich erzähle ich dir dann, dass ich einfach nur naheliegende Fakten auswerte, daraus eine Prognose erstelle und gut darin bin. Das wirst du dann akzeptieren.«

Maia lachte.

»Na ja, langsam bin ich drauf und dran dir das mit dem Dämon zu glauben.«

»Das wäre doch mal erfrischend.«

»Andere Frage. Das mit Waldemar und Pluto. Wird das Bestand haben, oder lasse ich mich da auf etwas ein, was sich bald in Wohlgefallen auflöst?«

»Durch dich wird es Bestand haben. Eigentlich würde es so laufen, dass Pluto immer mehr die Kontrolle übernimmt, sich alles aber später mit Waldemar vermischt. Herausgekommen wäre eine ganz neue Persönlichkeit. Der alte Waldemar wäre dabei verschwunden. Durch dich aber, werden beide existieren. Aber mach dir keine falschen Hoffnungen. Das wird ein sehr steiniger Weg, bis sich das richtig einpendelt.«

»Ich hab keine Angst vor Arbeit. Dieses Geheimnis finde ich ja so extrem spannend!«

»Jetzt schon? Maia, du bist ganz am Anfang. Da wird etwas entstehen, dagegen ist das hier noch gar nichts! Aber, du wirst noch den richtigen Weg finden müssen, dass Waldemar damit auch wirklich klar kommt. Derzeit ist das zurückwechseln für ihn jedes Mal ein emotionaler Schock!«

»Das hab ich schon gemerkt. Kriege ich aber alles noch hin. Ich hab grosses vor.«

»Da bin ich gespannt!«

Maia zog eine Augenbraue hoch.

»Du? Gespannt? Weisst du es denn nicht?«

»Maia, ich kann dir gewisse Dinge vorhersagen, ja. Ich weiss auch jede Menge. Aber ich kann jetzt nicht in der Zukunft lesen wie in einer Tageszeitung! Ich mag ein Dämon sein, aber wirklich in die Zukunft schauen kann ich dann doch nicht. Ich sehe, spüre und weiss einfach nur sehr viel und kann dadurch ableiten, was kommen wird. Was du mit Waldemar vorhast, da weiss ich einfach nicht genug. Das ist aber auch gut so. Glaub es oder nicht, aber ich mag es auch, wenn man mich überrascht.«

Maia stand auf.

»Das ist auch gut so!«

»Jetzt renn mal nicht weg! Ich wollte dich noch zu deinem Rennen beglückwünschen.«

Maia lachte.

»Ja, mein grandioses Rennen. Ich bin richtig froh, dass man nicht ins Auto schauen und hören konnte. Ich hab geschrien, mich an einer Tour erschrocken und weiss eigentlich gar nicht so genau, wieso ich gewonnen habe.«

»Du machst eben das richtig, was unser lieber Viper immer wieder gegen Janine falsch macht. Dein Bewusstsein war so mit den ganzen Schreckmomenten überfordert, dass du rein instinktiv gehandelt hast. Zum Glück ist dein Unterbewusstsein kein Hasenfuss, sondern ein Draufgänger. Wenn Viper gegen Janine fährt, hat er nur seine Niederlagenserie im Kopf und den verzweifelten Drang nun zu gewinnen.«

»Und ohne das würde er gewinnen?«

»Anfangs war das so. Mittlerweile hat Mario den Lori aber so brutal abgestimmt und verbessert ihn in einer Linie, dass die Viper da mittlerweile wohl wirklich kein Land mehr sieht. Aber ja. Anfangs war es seine Überheblichkeit. Ihn und seine Viper kann niemand besiegen. Dann hat Janine aber gewonnen und seither macht er wie gestört, um wieder die Nase vorne zu haben. Aber er stellt sich zu sehr unter Druck.«

»Warum verlierst du eigentlich dauernd gegen ihn?«

»Desinteresse. Ich mag es ihn herauszufordern und auch gegen ihn zu fahren. Mich würde auch ein Sieg freuen, aber darauf kommt es mir nicht an. Ich selbst mache ja auch gar nichts an meinem Auto. Am Montag sage ich meinen Leuten, was ich daran verändert haben will und die machen das. Ob das gut oder schlecht war, sehe ich aber erst wieder bei den Rennen. Sieg, Niederlage, alles eigentlich so unnötige Kriterien. Viper hat sein Auto von der ersten Skizze an selbst gebaut. Ich hab meins gewonnen. Er steckt sein Herzblut da rein. Ich will nur, dass es bei den Rennen nicht auseinander fällt. Da ist es schon in Ordnung, wenn er gewinnt.«

»So siehst du das?«

»Klar. Schau dir Amy, Janine, Rebekka und Mario an. Die haben einen schrottreifen Lion 45 gekauft und alles selbst verändert. Da steckt viel Arbeit drin, aber auch viele Gedanken. Eben auch viel Herzblut. Für die ist der Lion nicht nur ein Auto. Er ist wie ein Freund. Bei deinen Freunden ist es ja auch so. Oder bei Manfred, Luigi und Sarah. Für die alle bedeutet ein Sieg, dass sich ihre harte Arbeit gelohnt hat. Bei mir würde es nur bedeuten, dass ich die richtigen Leute beauftragt und genug Geld ausgegeben habe.«

»Warum steckt du da kein Herzblut rein?«

»Dafür bin ich viel zu beschäftigt. Ausserdem stecke ich mein Herzblut in meine Familie. Also euch alle. Ihr werdet noch sehen, dass ich da sehr viel investiere und mit Feuer und Flamme dabei bin. Aber, die Erkenntnis wird noch etwas dauern!«

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