Was passiert mit Waldemar?

Wie so oft, die Tage kamen und gingen. Der Tag der Rückkehr war ein Montag gewesen. Das fiel den Freunden aber erst auf, als sie wieder ihren normalen Tagesablauf in Angriff nahmen. In Zabrovst schien die Zeit keine Rolle gespielt zu haben.

Donald war fasziniert. Sie waren kaum wieder zuhause angekommen, als der normale Alltag sie wieder gefangen hatte. Es war, als wären sie nie weg gewesen. Ein merkwürdiger Umstand. Sollte man nicht denken, nach solchen Erlebnissen würde es einer längeren Phase bedürfen, bevor man sich davon erholt hatte? Nun, dem war offensichtlich nicht so. Sie waren wieder in ihren vier Wänden und alles lief so, als hätte es da gar keine Unterbrechung gegeben.

Das bedeutete, Waldemar und Katja waren zuerst wach. Waldemar kümmerte sich um sich, Katja machte für sich und Perry Frühstück. Der kam dann aus seinem Zimmer gekrabbelt, sie frühstückten und währenddessen zeigte sich dann auch Donald. Nach dem Frühstück verschwand Katja nach drüben, um sich um Veranstaltungen zu kümmern. Nun ja, erst legte sie sich aufs Sofa und schlief noch eine Runde, dann ging es an die Veranstaltungen. Währenddessen war oft auch schon Claudia wach und kümmerte sich um ihren Blog. Ziemlich unbemerkt wickelte sie dabei dann auch noch ihre nicht ganz so legalen Geschäfte darüber ab und freute sich, mittlerweile völlig von ihrem Vater losgelöst leben zu können. Das veränderte allerdings nicht ihr Verhältnis. Sie belastete nur einfach nicht mehr so intensiv seine Kreditkarte.

Elena hingegen hatte so ihre Probleme. Wenn sie unterwegs waren, war sie in der Nacht immer dicht bei Waldemar. Hier jedoch verweigerte er ihr in der Nacht den Zugriff. Das gefiel ihr überhaupt nicht und sie fing an zu planen, wie sie das ändern konnte.

Nach etwas Arbeit eilten dann Donald und Perry zum Training. Wie jeden Tag knurrte Waldemar erneut, da sie dadurch ihre Arbeit vernachlässigten. Dummerweise konnte er nichts dagegen sagen. Die Beiden hatten ihren Job im Griff und es blieb keine Arbeit liegen. Trotzdem hätte er sich sehr gefreut, wenn die Beiden ihre Arbeit ernster genommen hätten.

Maia war derweil sehr unscheinbar. Sie war da, schlief meistens in Katjas Zimmer und harrte der Dinge, die da kamen. Selbstredend war auch sie immer erpicht darauf zu erfahren, wo welche Veranstaltung stattfinden würde und was es da für Jungs gab. In der Hinsicht hatte sie sich voll integriert.

In der Regel so ab 16 Uhr ging es dann in die Werkstatt. Auch ein Waldemar war mittlerweile total heiss darauf, am Wochenende sowohl das Auto, wie auch die neue Rennstrecke zu erleben. Ausserdem freute er sich immer darauf, wieder Zeit mit Mario verbringen zu können. Rein professionell natürlich, an Homosexualität konnte er rein gar nichts finden.

Hier zeigte sich nun aber ein Unterschied. Während Katja, Elena, Claudia und Maia oftmals erst relativ spät in die Werkstatt kamen, war Veronika mittlerweile immer pünktlich am Start. Das war der Tatsache geschuldet, wenn Waldemar an seiner Arbeit war, konnte man ihn nur selten stören, beziehungsweise normal mit ihm reden. In der Werkstatt hatte er jedoch ein offenes Ohr und zeigte Interesse an den Veränderungen, die Veronika vorschlug oder forderte.

Was niemand, auch Elena nicht wussten, Waldemar fieberte jeden Tag dem Eintreffen von Veronika entgegen. Das führte so weit, dass er Mittwochs so intensiv gearbeitet hatte, um schon um 15:30 Uhr mit der Arbeit Feierabend mache zu können. Jeden Tag sass er im Vorraum der Werkstatt an seinem Computer und wartete auf Veronikas eintreffen. Sie kam in der Regel durch die Garage, die offen stand und begrüsste erst Perry und Donald. Dann kam sie jedoch zu ihm. Dabei musste sie, da sie sich in der Regel vor der Theke aufhielt, an Waldemar vorbei und ihm dabei ihren Rücken zeigen. Jedes Mal schielte Waldemar auf ihr Arschgeweih, hatte Herzklopfen dabei und wenn er es sah, erregte es ihn heftig. Von da an versuchte er die ganze Zeit, möglichst unauffällig, hinter Veronika zu sein, ums ich an dem Tattoo weiden zu können.

Das war für ihn jedoch ein Problem. Seine neue Seite konnte er erklären. Das war allein Elenas Schuld, denn sie hatte ihn mit vielen Tricks dazu gebracht, Spass am Sex zu bekommen und genau das hatte auch dazu geführt, dass er in ihr einen besonderen Menschen erkannte.

Ja. Auch Veronika hatte in seiner Achtung einen hohen Stellenwert. Allerdings als Mensch und nicht als Frau. Sie war sehr attraktiv, dass hatte er schon oft betont, aber Erregung verspürte er nie bei ihr. Bis jetzt! Das war jedoch so unglaublich irrational! All seine Bemühungen, sein Verhalten zu erklären, liefen ins Leere. Eine einzige Erklärung war in gewisser Hinsicht akzeptabel. Er hatte einen Fetisch. Doch diese Erklärung wollte er nicht akzeptieren. Er und einen Fetisch. Wie genau hätte das dann passieren sollen? Er war überdurchschnittlich intelligent, ja fast schon eine gehobene Form des Menschen. So etwas banales wie einen Fetisch, wie sollte das bei ihm denn möglich sein? Nein! Da musste etwas anderes dahinterstecken. Zumindest war das seine Meinung.

Es bliebe nur die Frage, wie genau sollte er das ergründen? Das Internet war keine Hilfe. Je mehr er suchte, desto mehr Finger zeigten auf Fetisch. Wen hätte er fragen sollen? Donald? Nein, sicher nicht! Donald war in der Hinsicht viel zu einfältig. Perry? Das war auch keine Option. Der war zu stark von seinem Fetisch vorbelastet. Auch von ihm hätte er nur gesagt bekommen, es wäre eben ein Fetisch.

Elena bliebe noch. Doch wusste Waldemar auch, da hatte er ebenfalls ein Problem. Er konnte sich nicht sicher sein, ob Elena ihn da unvoreingenommen beraten würde. Schliesslich hatte sie immer stärker werdende Gefühle für ihn. Das konnte ihr Urteilsvermögen trüben.

Nein. Es blieb nur eine Person, die er fragen konnte und das war Veronika selbst. Zwar war ihm nicht ganz klar, warum er zu diesem Schluss gekommen war, doch seine Meinung stand fest. Da kam es ihm sehr gelegen, als Perry und Donald an jenem Donnerstag zu einer Probefahrt aufbrachen. Datengewinnung für Leistung im Dauerbetrieb, Kühlung, Getriebe und vieles mehr stand auf dem Plan. Die Beiden waren also eine ganze Zeit unterwegs, er und Veronika blieben alleine zurück.

Nach der Abfahrt trafen sich die Beiden im Aufenthaltsraum. Waldemar hatte nun seine Chance, Informationen einzuholen.

»Meine liebe Veronika. Dürfte ich dich nach etwas fragen?«

Veronika fläzte sich in einen Stuhl und legte ihre Beine auf einen der anderen. Eigentlich hätte das Waldemar stören müssen, der bemerkte das jedoch nicht einmal.

»Klar Waldi. Was ist los?«

»Nun, seit unserer Rückkehr ist mir eine Veränderung an mir aufgefallen. Diese bezieht sich auf deine Verzierung auf deinem Rücken.«

»Mein Arschgeweih? Ich dachte mir schon, dass dich das stört. Aber glaub mir, ich wollte schon immer so etwas haben. Schon immer! Dann hatte ich mit so einem Studio zu tun. Die haben auch einen Shop bei mir. Die haben mir ein kostenloses Tattoo angeboten und ich dachte mir, jetzt oder nie!«

Waldemar nickte.

»Du verkennst die Lage, meine liebe Freundin! Ich nehme keinen Anstoss daran. Um der Wahrheit die Ehre zu geben, wenn ich es sehe, erfahre ich eine starke Form der Erregung!«

Erschrocken sprang Veronika auf.

»Bitte wie? Du wirst geil von meinem Tattoo?«

»So verhält es sich!«

Veronika schüttelte den Kopf.

»Du? Das glaube ich nicht!«

»Nun, es steht dir frei, es auf die Probe zu stellen!«

Waldemar verstand sich selbst nicht. Das war ein egoistisches Angebot. Sie sollte ihn auf die Probe stellen, denn dafür musste sie ihm das Tattoo ja zeigen. Mit Erfolg! Veronika trat vor ihm und drehte sich um. So blieb sie einige Sekunden stehen und zeigte Waldemar die Tätowierung. Dann drehte sie sich wieder um und griff ihm in den Schritt. Es kam keine Gegenwehr, obwohl sie eine erwartet hatte. Was sie da spürte, war jedoch unglaublich hart.

»Boah Waldi! Du hast einen Tattoo-Fetisch?«

Oh nein! Das böse Wort!

»Das ist eine irrationale Annahme! Mein Intellekt ist viel zu hoch, als dass er sich mit solchen Banalitäten abgeben würde!«

»Ach, ist das so?«

»Aber natürlich!«

Veronika drehte sich wieder um, schob Waldemars Beine zusammen, so dass sie sich auf seine Knie setzen konnte. Dabei fing sie an, hinter sich im Blindflug an Waldemars Hose zu hantieren. Bis sie schliesslich befreit hatte, was da so energisch gegen die Hose gedrückt hatte. Sie fing an, den harten Liebesstab zu bearbeiten.

»Ja, du hast natürlich vollkommen Recht! Es ist absolut rational, dass ich die am Schwanz spielen kann, ohne eine Gegenwehr!«

Waldemar war schockiert! Ja, er hatte sehr wohl gemerkt, was sie da tat und fand es wirklich angenehm. Das durfte nicht sein!

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