Amy und Katja in grosser Gefahr

»Was soll das heissen, der Durchgang ist weg?«

Amy schaute Katja mit einem resignierenden Gesichtsausdruck an, bevor sie Pascal antwortete.

»Was ist denn das für eine doofe Frage? Eben war da ein Durchgang und jetzt nicht mehr!«

»Das ist richtig! Ich habe den Durchgang versiegelt!«

Drang da auf einmal eine Stimme durch den Raum, die von überall zu kommen schien. Die Frauen drehten sich um. Da war aber niemand. Egal, wie sehr sie auch suchten.

»Ich bin fasziniert. Bislang konnte ich noch in jedes Lebewesen eindringen, was ich hier vorgefunden habe. Nur ihr verweigert euch.«

Amy verstand langsam.

»Ja Hallo? Wer mich fickt, ist immer noch meine Entscheidung!«

»Und mit wem redest du?«

Fragte Katja verwundert.

»Na, zähl doch mal eins und eins zusammen. Von uns redet keiner, also muss es dieses Schattendings da sein.«

»Schatten. So werden wir hier oft genannt. Sagt mir, warum wollt ihr mich vernichten?«

»Bist du irgendwie mit Pascal verwand?«

Fragte Amy irgendwie genervt.

»Diese Aussage verstehe ich nicht!«

»Macht nichts. Du willst wissen, warum wir dich vernichten wollen? Na ja, wollen wir im Prinzip ja eigentlich gar nicht. Aber du hast dich ungefragt hier in der Stadt ausgebreitet und bevor du mit der Nummer weitermachst, wollen wir da mal eben ein Riegel davor schieben. Wenn du dich also netterweise verziehen würdest, müssten wir auch keinen auf Rambo machen.«

»Deine Ausdrucksweise erschliesst sich mir nicht!«

Katja griff ein.

»Du, die Stadt unter deine Kontrolle bringen, keine gute Idee. Du machst den Abflug, dann wird nichts vernichtet.«

»Ach ja und das hat das Ding jetzt besser verstanden, oder wie Katja?«

»Ich verstehe das Problem nicht! Wenn wir eure Körper übernehmen, befreien wir euch von allen Krankheiten, von allen Defekten. Die Lebensspanne erhöht sich dadurch immens!«

»Tja siehst du, er hat mich verstanden!«

Katja grinste.

»Okay. Die Menschen leben dann länger. Aber sie stehen unter deiner Kontrolle und sind nicht mehr die, die sie davor waren.«

Das kam von Kim.

»Wieder verstehe ich das Problem nicht. Ist es denn nicht euer Bestreben, möglichst lange zu überdauern?«

»Doch klar, aber als wir, nicht als du. Ist dir nicht aufgefallen, dass vorher alle Menschen hier Individuen waren?«

»Ja, es ist mir aufgefallen. Eine fragwürdige Art der Existenz. Ich habe die kontrollierten von dieser nutzlosen Art des Daseins befreit.«

»Hast du einen an der Klatsche? Die Individualität macht uns aus du Brain!«

Katja und Kim schauten ein wenig erschüttert zu Amy. So mit diesem Wesen zu reden, da jegliche Fluchtmöglichkeit abgeschnitten war, fanden sie ein wenig fraglich.

»Du sag doch mal, bist du ein Wesen, oder mehrere.«

Katja versuchte die Situation zu entschärfen.

»Ja.«

Die Mädels warfen sich fragende Blicke zu.

»Was ja?«

»Ja. Ich bin ein Wesen und ich bin viele Wesen.«

»Grossartig. Jetzt sprichst du in Rätseln!«

»Wir sind viele und wir sind eins.«

»Du weisst also alles, was da draussen mit den Infiltrierten los ist?«

Kim hatte da einen Gedanken.

»Ja.«

»Dann erklär mal. Die Infiltrierten im Krankenhaus, warum liegen die nur rum und schauen an die Decke?«

»Wir sind nicht in der Lage, diese Körper zu nutzen. Also warten wir, bis sich die Lage ändert!«

»Du findest das aber wahrscheinlich gar nicht lustig, wenn wir hier und da einen der Typen von deiner Kontrolle abschneiden, oder?«

Katja wollte dadurch in Erfahrung bringen, ob dieses Wesen es merkte, wenn sie die animalischen Triebe der Männer stimulierten.

»Tatsächlich habe ich gemerkt, dass sich hin und wieder einer der Körper gegen meine Kontrolle zu wehren vermag. Es überkommt mich dann ein Gefühl, als wäre ich nicht mehr Herr der Lage.«

Katja musste lachen.

»Ja, so sind die Kerle eben! Kaum geht man ihnen an den Schwanz, schaltet sich der Verstand ab.«

Kim wurde das zu doof.

»Genug geredet. Sag mir, was müssen wir tun, damit du dich wieder vom Acker machst?«

»Derzeit befinde ich mich nirgendwo auf einem Acker!«

»Boah. Was müssen wir tun, dass du die Menschen wieder frei gibst und den Planeten verlässt?«

»Ich bedauere! Weder werde ich eure Artgenossen wieder in diese unzulängliche Lebensart zurückkehren lassen, noch diesen Planeten verlassen! Nein. Ich werde einen Weg finden, wie ich alle von euch von dieser unsinnigen Lebensart befreien kann.«

»Träum weiter! Wenn du nicht freiwillig gehen willst, werden wir dich entweder dazu zwingen, oder dich vernichten!«

Katja schüttelte den Kopf. Offensichtlich hatte nach Amy nun auch Kim den Verstand verloren. Sie waren gefangen und hatten wahrscheinlich nichts dabei, was dieses Wesen hätte aufhalten können. Da jetzt eine dicke Lippe riskieren, war für sie äusserst kontraproduktiv.

»Dann ist diese Unterhaltung beendet!«

Augenblicklich manifestierte sich ein Körper in der Mitte des Raumes. Ein gewaltiger Körper, der Amy und Katja Gänsehaut bereitete. Es war eine Spinne und zwar eine gewaltige.

»Super Kim! War da das Mundwerk wieder schneller als der Kopf?«

Fragte Katja resignierend.

»Ach was.«

Sagte Kim, benutzte ihren Flammenwerfer und bevor sich diese Spinne auch nur bewegen konnte, fing sie an zu brennen und löste sich wieder auf.

Für eine Sekunde schien die Lage geregelt. Doch dann tauchten zwei dieser Biester auf. Etwas kleiner, aber keines Wegs weniger eklig.

»Und jetzt?«

Fragte Katja. Kim gab keine Antwort, sondern brannte auch diese beiden Exemplare einfach weg. Es tauchten vier auf. Wieder etwas kleiner.

»Du Kim, wenn du so weiter machst, schwimmen wir gleich in diesen Dingern!«

Kim gab keine Antwort, sondern feuerte.

So ging das noch einige Male. Aus vier wurden acht, aus acht 16, aus 16 32. Amy und Katja sahen sich genötigt, nun ebenfalls ihre Flammenwerfer einzusetzen. Mit gleichem Ergebnis. Es wurden immer mehr Spinnen, die bei der Grösse von etwas einer Armlänge nicht mehr weiter schrumpften. Dafür wurden es einfach immer mehr, bis alle Flammenwerfer im Dauerfeuer arbeiteten. Ohne nennenswerten Erfolg.

»Geil gemacht Kim! Sobald die Flammenwerfer leer sind, sind wir geliefert!«

»Ganz ruhig Amy, ich weiss schon, was ich mache!«

Da war sich Amy überhaupt nicht so sicher. Nicht nur, dass die Flammenwerfer irgendwann leer sein mussten, nein sie vernichteten auch noch massiv den Sauerstoff im Raum. Also egal wie, die Nummer schien sich für die Mädels als Endstation zu entpuppen.

»Meiner ist leer!«

Rief dann Kim. Amy schielte auf ihre Anzeige, während sie weiter alles abfackelte, was sich vor ihr zeigte.

»Meiner auch gleich! Gut gemacht Kim. Wir gehen gleich hier drauf. War das so deine Vorstellung?«

»Feuert weiter, ich weiss, was ich mache!«

Ja. Allen dem sicheren Tod aussetzen. Mehr Optionen sahen Katja und Amy nicht mehr. Selbst wenn sie fliegen würden, war die schiere Masse diese Spinnen einfach zu gross. Ausserdem würden sie ohnehin bald ersticken. Für Katja war das jedoch ein tröstlicher Gedanke. Lieber ersticken, als von diesen Spinnen gefressen zu werden.

Unvermittelt gab es eine Explosion. Trümmer flogen an Amy vorbei. Schockiert drehte sie sich um.Natascha stand in dem nun wieder geöffneten Durchgang, hatte einen Flammenwerfer zur Hand und fing an zu feuern.

»Los, raus jetzt! Ich hab da noch eine kleine Überraschung dabei!«

Amy, Katja und Kim nahmen sofort die Beine in die Hand.

Print Friendly, PDF & Email

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.