Zusammenarbeit

30 Minuten später ist Amy mit den Anderen in der Kommandozentrale. Jegliche Spur des Giftes scheint aus ihr komplett verschwunden.

»So. Da jetzt alle vollzählig sind, wie wäre es mit einem diskreten Abgang von euch?«

Pascal zog eine Augenbraue hoch. Janas Frage fand er irgendwie dämlich.

»Ähm, nein?«

»Ist euch noch nicht aufgefallen, dass es hier ziemlich rau zugeht? Wollt ihr noch eine Vergiftung riskieren, oder schlimmeres?«

»Mädel, ich muss hier mal was klarstellen.«

Viper plusterte sich regelrecht auf und wurde sofort von Kim angehimmelt.

»Wir sind keine Amateure! Zugegeben, Amys Unvorsichtigkeit mag dem ein bisschen entgegen sprechen, aber wir sind durchaus dazu in der Lage, auf uns aufzupassen!«

»Das hier ist keine Kaffeefahrt mein Lieber! Wir haben es hier mit einer ausserirdischen Invasion zu tun und ich glaube nicht, dass ihr damit klarkommt. Hier lauert überall der Tod!«

»Dann will ich dir mal was sagen Jana. Jana ist richtig?«

Jana nickte.

»Das ist nicht das erste Mal, dass wir uns in Gefahr begeben! Ich war mit den Mädels zum Beispiel auch schon in einem richtigen Terror-Nest und da haben wir unsere Mission auch erfüllt!«

Jana lachte.

»In was? Einem Terror-Nest?«

Kim mischte sich ein.

»Dann wart ihr das wirklich!«

Jana schaute fragend zu ihrer Freundin.

»Was ist? Kannst du dich nicht erinnern? Dieser Bericht über diese Insel in Japan? Wo dieses Superflugzeug entführt wurde?«

»Doch, weiss ich. Aber was hat das mit denen zu tun?«

Viper nahm sein Handy, wischte darauf herum und hielt dann Jana ein Bild vor die Nase, wo er und seine Freunde vor ihrem Flugzeug posierten.

»Und was soll das jetzt beweisen? Ich kann mich auch vor eine Concorde stellen und ein Bild machen.«

»Jana.«

Mischte sich wieder Kim ein.

»Das wird dieses Flugzeug sein! Ich hab ja die ganzen Videos gesehen, wo die Mädels von dieser Insel gemacht haben.«

Jana entglitten die Gesichtszüge.

»Ihr wart das?«

»Genau. Wir waren das! Wir haben vielleicht nicht so coole Waffen wie ihr, aber auch wir haben ein hochgerüstetes Flugzeug und die Beiden da versorgen uns mit Gadgets.«

Dabei zeigte Viper auf Mario und Waldemar.

»Okay. Mag ja alles sein. Aber denkt ihr wirklich, ihr seit auf das hier vorbereitet?«

Nun mischte sich Waldemar ein.

»Wenn ich dazu eine Frage stellen dürfte? Seit ihr es?«

Dieses Mal antwortete Natascha.

»Wir sind ausgebildet, ja!«

»Und wenn ich dann noch fragen darf, in was seit ihr ausgebildet? In der Bekämpfung einer ausserirdischen Lebensform, die als Schatten auftritt, Menschen infiltriert und diese unter seine Kontrolle bringt? Die sich in Insekten manifestieren kann?«

Natascha schwieg.

»Als Schatten? Manifestieren?«

»Das korrekt, Jana. Unsere bisherigen Erkenntnisse zeigen zweifellos, dass diese Lebensform, oder Lebensformen, nur aus Schatten bestehen. Erst durch die Infiltration eines Menschen, haben sie physische Gestalt. Oder eben, wenn sie sich als Insekten manifestiert.«

Schweigen von den drei Neuen. Das brachte wieder Pascal auf den Plan.

»Ich sehe hier zwei Möglichkeiten. Entweder, jeder kämpft für sich, oder wir bündeln unsere Kapazitäten. Ich wäre für letzteres.«

»Lasst mich das kurz mit meinen Kollegen besprechen!«

Sagte Jana, schaute zu ihren Freundinnen und zusammen gingen sie ein Stück den Flur runter, bis sie ausser Hörweite waren. Pascal verstand trotzdem jedes Wort.

»Was denkt ihr? Sind das Spinner, oder können die uns wirklich nützlich sein?«

»Na ja. Du hast es ja gesehen Jana. Janine hat mich problemlos besiegt. Dabei gilt sie als die Schwächste der Gruppe. Gegen Rebekka und besonders gegen Amy habe ich dann überhaupt keine Chance und ihr auch nicht!«

»Da ist wohl was dran Kim. Ausserdem, dieser Pascal hat mich voll links erwischt! Wir scheinen wirklich nicht besser vorbereitet zu sein, als die.«

»Mir gefällt das trotzdem nicht. Was, wenn denen was passiert?«

»Was machst du dir deinen Kopf heiss? Die sind nicht auf unsere Bitte hier! Wenn ihnen was passiert, dann sind sie eben selbst schuld.«

»Da hat Kim nicht Unrecht. Ausserdem, schau dich mal hier um. Die haben das Krankenhaus zur Einsatzzentrale ausgebaut. Doof sind die also nicht. Auch haben sie schon Informationen, die wir nicht haben. Also analytisch seinen die auch was drauf zu haben.«

»Also gut, von mir aus. Die sollen uns nur nicht im Weg stehen!«

Die Damen kamen zurück. Pascal hatte schon ein Grinsen im Gesicht.

»Also gut. Wir machen gemeinsame Sache! Aber, wir übernehmen für euch keine Verantwortung!«

Pascal lachte.

»Wir für euch auch nicht Jana!«

»Also, was wisst ihr?«

Fragte Natascha.

Etwas über eine Stunde später waren die Neuankömmlinge informiert. Mario hatte auch die Scans des Gefangenen gezeigt und Waldemar seine Untersuchungsergebnisse der Ölkäfer. Die Mädels waren beeindruckt.

»Gut. Das hört sich ja alles noch deutlich schlimmer an, als wir befürchtet haben. Aber, in dieser Kirche seit ihr ja auf der richtigen Spur gewesen zu sein. Die schauen wir uns an!«

»Das würde ich nicht tun, wenn ihr nicht fliegen könnt.«

Natascha schaute verwundert.

»Hubschrauber, Katja?«

»Das meine ich nicht. Wenn diese Käfer wieder angreifen, seit ihr auf dem Boden leichte Beute. Wir konnten abheben.«

Wieder schaute Natascha verwundert. Aber auch Kim und Jana schienen verwirrt.

»Wie, abheben?«

»Wir haben Jetpacks?«

Dabei zeigte sie auf die Geräte, die hinten in einem Eck standen und aufgeladen wurden.

»Wo habt ihr denn die her?«

Alle zeigten stumm auf Mario. Der wurde rot.

»Und die funktionieren?«

»Aber selbstverständlich funktionieren die, Jana. Was mein guter Freund Mario baut, hat Hand und Fuss. Er ist auch massgeblich an vielen Umbauten des Flugzeugs verantwortlich!«

»Beeindruckend! Habt ihr davon noch welche?«

»Nein. Aber da wir nicht alle gleichzeitig brauchen, können wir euch welche leihen. Das ist kein Problem!«

»Okay, super! Dann würde ich folgendes vorschlagen. Natascha macht ein paar medizinische Untersuchungen an den Gefangenen. Gerne mit Unterstützung. Da es mittlerweile recht spät ist, würde ich eine Untersuchung der Kirche für morgen ansetzen. Derweil können wir uns noch eine Strategie gegen diese Wesen unterhalten.«

Das gefiel Pascal. Jana versuchte nicht, dass Kommando an sich zu reissen. Er spürte aber auch, dass sie das nur aus dem Grund tat, um keine Verantwortung übernehmen zu müssen.

»Damit bin ich einverstanden. Wenn ihr wollt, dann kann Mario unsere Kommandozentrale mit eurem Hubschrauber vernetzen.«

Jana nickte. Dann kam Perry.

»Was habt ihr denn für Waffen dabei?«

Natascha fing an, voller Stolz das Arsenal aufzuzählen. Da war vom Taschenmesser bis hin zu hochexplosiven Raketen und sogar tragbaren Laserwaffen alles dabei. Die Gruppe um Pascal war beeindruckt.

»Das klingt ausgezeichnet, meine liebe Natascha. Gerade die angesprochenen Flammenwerfer dürften sich als sehr effektiv gegen die Insekten zeigen. Wie meine Untersuchungen zeigen …«

»Unsere Untersuchungen!«

Warf Mario ein.

»Haben diese Insekten eine natürliche Abneigung gegen Hitze. Nur leider, werdet ihr nicht Jetpack und Flammenwerfer gleichzeitig tragen können.«

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