Grosser Einsatz

Nach Pascals Rede gab es zuerst gutes Essen, dann guten Sex. Eigentlich war es ein sprichwörtliches Rudelbumsen, dem sich selbst ein Mario nicht entziehen konnte. Was bis Dato niemand wusste, er hatte sich ausführlich mit Luigi über Seitensprünge unterhalten und der hatte ihm die Genehmigung erteilt, wenn es mal wieder heiss herging und er seine Triebe nicht, oder nur noch schwer kontrollieren konnten, war Handarbeit mit Donald in Ordnung. Der freute sich natürlich darüber.

Ansonsten war es nicht viel anders, als bei einer Veranstaltung in der Gruppe der Mädels. Mit einem kleinen Unterschied. Auch Waldemar war dieses Mal mit wechselnden Frauen gesegnet. Wobei man in seinem Fall weniger von gesegnet reden konnte. Sein logisches ich versuchte sich zwar bei jedem Wechsel seiner Gespielin zu wehren, doch sein neues, cooles ich konnte sich den Reizen einer Katja, einer Amy und schon gar nicht einer Rebekka entziehen.

Entsprechend sah es am Morgen auch aus. Mario hatte den Timer in der Maschine auf neun Uhr eingestellt und das Flugzeug wusste, wie man seine Insassen aus den Träumen reissen konnte. Nach und nach erwachten alle, genau so, wie sie nach dem munteren Treiben eingeschlafen waren. Perry lag nackt auf dem Bett. Links neben ihm Maia im Arm, Rechts Katja und Amy zwischen seinen Beinen, sein Bein als Kopfkissen benutzend. Waldemar und Elena hatten nackt gekuschelt, Pascal und Rebekka, Donald war von Claudia und Mario umzingelt und auf Viper lag immer noch Janine. Niemand war sonderlich begeistert davon, einfach so geweckt zu werden, doch sie hatten viel vor.

Bereits um zehn Uhr ging es los. Die eine Gruppe im Hubschrauber, der dieses Mal jedoch von Viper geflogen wurde, die andere Gruppe flog mit den Jetpacks davon. Sie landeten auch als Erste und begannen mit der Untersuchung. Im Vergleich zum Vortag hatte dieses Mal jedoch niemand die Headsets vergessen.

Die Mädels teilten sich auf. Katja, Janine, Elena und Maia, sowie Amy, Rebekka und Rebekka. Sie untersuchten gleichzeitig die Gebäude Rechts und Links der Strasse. Alles noch kleine Häuser, mit zwei Stockwerken und einem Keller. Als Katjas Gruppe das erste Haus betreten hatte, machten sie sofort Meldung.

»Ist das Gespenstig hier! Im Wohnzimmer liegt noch eine zurückgeschlagene Decke auf dem Sofa, eine verrauchte Zigarette in einem Aschenbecher und da steht noch eine teilweise gefüllte Tasse Kaffee!«

»Sieht bei uns nicht anders aus. Hier ist ein gedeckter Tisch. Sieht so aus, als wäre hier irgendetwas direkt beim Essen passiert. Aber nichts ist irgendwie durcheinander. Als ob die Leute hier einfach während dem Essen verschwunden wären.«

»Mit so etwas habe ich gerechnet. Seit vorsichtig!«

Das musste Pascal nicht extra erwähnen. Natürlich waren die Mädels vorsichtig.

Während deren Untersuchung weiterging, erreichten die Jungs das Krankenhaus. Dort gab es nur drei Wege, wie man sich durch die Stockwerke bewegen konnte. Die Fahrstühle, das Treppenhaus und draussen die Feuerleiter. Zuerst ging es an die Fahrstühle, was einem Waldemar so gar nicht gefiel. Noch oben auf dem Dach brachte Pascal die Fahrstühle dazu, ganz nach oben zu fahren. Für Wartungsarbeiten konnte man sie dort mit massiven Stahlstangen fixieren, wodurch sie nicht mehr fuhren. Ein Problem gelöst, wenngleich Waldemar nun auf die Treppen angewiesen war. Das glich jedoch Sport und darauf hatte er eigentlich keine Lust.

Amy machte derweil in einem der nächsten Häuser eine weniger schöne Entdeckung.

»Leute, hier ist zur Abwechslung mal was anderes. Wir haben hier Blutspuren an den Wänden, teilweise dem Mobiliar und dem Boden. Hier scheint jemand mit seinem Schicksal so gar nicht einverstanden gewesen zu sein.«

»Gibt es Leichen?«

Pascal fragte das mit einer Teilnahmslosigkeit, welche die Freunde erschütterte.

»Nein Mann! Keine Leichen, sonst hätte ich ja was gesagt. Kümmert es dich eigentlich überhaupt nicht, was mit den Menschen hier passiert ist?«

»Amy, ich kann ja verstehen, dass du aufgebracht bist. Aber wir haben hier eine Mission zu erfüllen und es war klar, dass nicht alle Menschen aus einer ganzen Stadt infiltriert wurden. Nein, mir ist es nicht egal! Aber ich kann daran nichts ändern und wenn wir nicht Klarschiff hier machen, na ja, mal dir die Konsequenzen selbst aus.«

Rebekka blieb rational.

»Es sieht so aus, als hätte hier ein heftiger Kampf stattgefunden. Die Leute hier scheinen erst getötet worden zu sein und die Leichen wurden anschliessend nach draussen geschleift.«

»Bist du sicher, dass sie tot sind?«

»Ja Mario, da bin ich mir ziemlich sicher! So viel Blut wie hier überall ist, dass kann niemand überlebt haben. Ausserdem sind auch die Fände recht rot eingefärbt. Da war also jemand nicht zimperlich und solche Verletzungen können einfach nicht gesund sein!«

»Ja, okay Leute. Bleibt dran, aber schön vorsichtig!«

Wenig später sahen sich die Jungs einem anderen Problem gegenüber.

»Hat der grosse Anführer sich auch schon Gedanken gemacht, wie wir Treppenhaus und die Feuertreppe sichern können? So ohne Werkzeug?«

»Ja Viper, der grosse Anführer hat sich darüber Gedanken gemacht! Schnapp dir zwei Leute und geht runter in den Keller. Der Hausmeister hat dort seine Werkstatt und da müsstet ihr alles finden, was wir brauchen! Mario, Waldemar, ihr richtet die Kommandozentrale ein!«

»Ach, wie er wieder lustig ist! Na, wen nehme ich denn da? Mario? Waldi? Pascal? Ach nee, ihr macht ja die Kommandozentrale. Oh je, wen wähle ich da nur?«

»Mach kein Geschiss Viper, wir kommen ja schon!«

Sagte Donald und rammte Perry dabei seinen Ellenbogen in die Rippen. Wohl war dem bei der Nummer nicht. Er war vielleicht körperlich deutlich fitter, als noch vor ein paar Monaten, aber ein Kämpfer war er nicht. Donald auch nur so halb. Wie sehr wünschte er sich Katja an seine Seite.

Die hatte kurz darauf ebenfalls etwas zu melden.

»Leute, ich hab was gefunden! Hier scheint jemand Notizen gemacht zu haben! Ich kann zwar kein Wort lesen, aber so wie es aussieht, hat er mitten im Satz einfach damit aufgehört.«

»Prima, pack ein und bring mit!«

Katja wollte die Papiere gerade einstecken, als Maia sich neben sie drängte.

»Lass mal sehen!«

»Kannst du russisch?«

»Ja klar! Denkst du, ich kann weltweit meine Geschäfte abwickeln und verstehe die Sprache nicht?«

Darüber hatte sich Katja bislang keine Gedanken gemacht. Auch Janine und Elena kamen heran. Maia fing an zu lesen, hielt dann kurz inne und schien nachdenken zu müssen.

»Das ist wie eine Art Tagebuch. Hier steht zum Beispiel, dass merkwürdiges in der Stadt vor sich geht. Menschen seien nicht mehr wiederzuerkennen. Dann hier, ein paar Tage später, zweifelt der Verfasser an seinem Verstand. Er hätte an ein paar Häuserwände Schatten mit menschlichen Umrissen gesehen, auch wenn kein Mensch zu sehen war. Diese hätten sich auch bewegt. Oder hier, wieder ein paar Tage später. Er will sein Haus nicht mehr verlassen. Viele seiner Nachbarn wären mittlerweile richtig beängstigend. Sie wären nur dastehen, ihn anstarren und auf keine Rufe regieren. Er vergleicht sie mit so etwas wie Zombies.«

»Gut Maia. Jetzt macht aber bitte weiter, wir können uns das später in der Zentrale genauer durchlesen!«

»Alter, ich hoffe du weisst, dass ich hier massive Gänsehaut habe!«

»Weiss ich zwar nicht Janine, aber ich kann es mir vorstellen. Lustig finde ich das alles auch nicht!«

Unterdessen waren Viper mit den beiden Jungs unten angekommen. Diese langen Gänge beunruhigten sie zutiefst, auch wenn diese gut ausgeleuchtet waren. Natürlich war die Werkstatt des Hausmeisters ziemlich am Ende eines solchen Ganges. Vorsichtig öffnete Viper die Tür, während Donald und Perry den Gang im Auge behielten.

»Scheint niemand drin zu sein!«

»Dann lass uns schauen, dass wir das Zeug finden und hier wieder abhauen! Mir gefällt es hier unten beim besten Willen nicht!«

Dem konnte Viper nicht widersprechen. Er und Perry gingen hinein, Donald stand an der Tür schmiere. Mit jeder Sekunde wurde er mehr von Furcht erfüllt. Es war, als würde da jede Sekunde jemand in den Gang einbiegen. Irgendein grausames Monster. Wie gerne schaute er doch Filme und Serien, mit genau diesem Szenario. Nun aber selbst in einer solchen Situation zu strecken, gefiel ihm überhaupt nicht! Mit aller Gewalt musste er seine Panik bekämpfen. Mit jeder Sekunde wünschte er sich mehr, einfach wegrennen zu können.

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3 Kommentare

  1. Auch hier sind die Charaktere irgendwie lebendig so kommt es mir vor wenn ich hier lese und denke das ich mitten in der Szene bin, das können nicht sehr viele so mit Leidenschaft zu schreiben, schade nur das es nicht genug gewürdigt wird auch was deine wirklich tollen Bücher bei Amazon angeht hier ist es ja zum Glück viel besser denn hier sind tolle Menschen versammelt.

    Ich möchte mich auch an dieser Stelle noch einmal bei unserem lieben Autor für die Mühen bedanken und die Zeit die das erfordert, frohe Weihnachten.

    LG
    Maia

    1. Vielen Dank für dein Kommentar. Das hier nicht genug gewürdigt wird, würde ich so jetzt nicht sagen. Die Zahl der Zugriffe auf die neuen und alten Teile der Serien ist am wachsen, was ich schon als eine Art von Bestätigung ansehe. Auch, dass viele Zugriffe schon recht früh nach erscheinen eines neuen Teils erfolgen, freut mich tatsächlich immer wieder sehr.

      1. Das war auf die Bücher bei Amazon bezogen, hier im Blog ist das ja zum Glück sehr viel besser da hast du recht.

        Danke das du mich da verbessert hast hab das falsch rüber gebracht.

        Frohe Weihnachten.

        LG
        Maia

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