Die Zukunft

Tage kamen und gingen. Die Normalität war wieder da und es schien, als wäre der ganze Urlaub, die Arbeiten an der Rennstrecke und was noch so geschehen war, einem Traum entsprungen. Die Jungs sassen abends im Tierheim und schauten in die Röhre. Auf Perry sass Katja, auf Donald Claudia, während Elena versuche nah an Waldemar zu sein und Maia sich einen der Bürostühle geangelt hatte.

»Denkt ihr, dass die Zukunft so aussehen könnte?«

Perry schaute zu Donald.

»Weiss ich nicht. Klar, wieso nicht?«

»Wieso nicht? Mein lieber Perry! Vieles, was man in diesen Filmen sieht, entbehrt jeder Beschreibung. Wie du in diesem Film ja gesehen hast, fliegen Menschen mit Raumschiffen durchs All, welche grundlegend unsinnig konstruiert sind. Niemand würde ein windschnittiges Vehikel bauen, um damit durchs All zu fliegen. Zudem macht es auch keinen Sinn, ein Raumschiff, um damit eine Kurve zu fliegen, auf die Seite zu legen. So fliegen Flugzeuge und das aus aerodynamischen Gründen, die im All nicht vorherrschen. Auch haben die Raumschiffe allesamt einen Antrieb, der nach hinten gerichtet ist. Dennoch können sie auf Kommando einen vollen Stopp ausführen. Womit? Sie müssten das Raumschiff erst drehen, tun sie aber nicht.«

Waldemar machte eine kleine Pause, um seine Worte sacken zu lassen. Bevor jedoch jemand darauf reagieren konnte, ging es schon weiter.

»Ausserdem werden Techniken genutzt, die, wenn ich einen blumigen Begriff wählen darf, hirnrissig sind. Ein Lebewesen Molekül für Molekül zu zerlegen, an einen anderen Ort zu transportieren und dort wieder zusammenzusetzen, alleine die Datenmenge wäre abartig. Schon für eine Person. Die transportieren aber auch gleich mehrere zusammen mit Fracht durch die Gegend. Ausserdem entsteht wieder die Frage, ist es die gleiche Person, die den Transporter verlässt, die ihn zuvor auch betreten hat? Dummerweise könnte das nur die Person selbst beantworten. Problematisch ist aber, natürlich würde diese Person behaupten, sie sei sie selbst. Es wäre aber auch denkbar, dass die Person, die den Transporter betritt, während des Transportvorgangs das Zeitliche segnet. Nur sie würde wissen, ob dann für sie alles einfach beendet ist, oder je nach Glauben, ob sie in die heiligen Hallen einfahren durfte. Gezeigt wird das in diesen Filmen auch ganz gerne. Eine Person wird transportiert und es tauchen plötzlich zwei von ihnen auf. Beide sind am Leben und beide behaupten, die entsprechende Person zu sein. Also nein. Eine Zukunft wie diese, wird es nicht geben, mein lieber Freund Donald.«

Donald war sauer. Egal wann man über einen Film, oder eine Serie sprechen wollte, Waldemar machte einfach immer alles kaputt. Nie durfte man träumen.

Was nun kam, überraschte alle. Ganz besonders Waldemar. Elena meldete sich zu Wort.

»Gut, du hast in einigen Punkten natürlich absolut Recht, mein Schatz!«

Waldemar hasste es, wenn sie das tat. Einerseits fühlte er sich durch die Bestätigung geschmeichelt, doch es nervte ihn auch, wenn sie Schatz zu ihm sagte. Da sein Ego jedoch zumeist gewann, lächelte er, was Elena auch bezweckt hatte. Doch sie hatte erst angefangen.

»Rufen wir mal Einstein. Der hat ja gezeigt, dass die Raumzeit durchaus biegbar ist. Auch gibt es schon Theorien, wie man mittels einer solchen Faltung schneller als das Licht reisen könnte, ohne die Höchstgeschwindigkeit zu überschreiten. Kommt es dann zu fundierten Theorien über einen solchen Antrieb, wird immer von einer Voraussetzung ausgegangen. Ein Raumschiff befindet sich in einer Blase, vor ihm wird der Raum zusammengezogen, hinter ihm ausgedehnt.«

Waldemar fiel ihr ins Wort, was er bei sich ja so gar nicht leiden konnte.

»Ich kenne diese These. Sie setzt jedoch das Vorhandensein exotischer Materie voraus und einer Möglichkeit, die unglaublichen Temperaturen im Inneren der Blase zu überstehen!«

»Wenn mein Schatzi mir jetzt noch einmal ins Wort fällt, wird er nachher im Bett zulassen müssen, dass ich meinen Mund dadurch halte, dass ich seinen Schwanz darin verstecke!«

Kurz flammte das „normale“ Ich von Waldemar auf, wurde aber sofort von dem logischen Ich verdrängt. Er blieb still.

»Was ich mir aber überlegt habe, warum faltet man denn nicht den Raum vor einem Raumschiff? Man zieht einfach einen Punkt, der 600.000 Kilometer vor dem Raumschiff liegt, direkt vor das Raumschiff. Dann fliegt man hindurch und normalisiert das Gefüge wieder. Man hat also binnen einer Sekunde 600.000 Kilometer überbrückt, womit man die doppelte Lichtgeschwindigkeit erreicht hätte, ohne schneller als das Licht gewesen zu sein. Könnt ihr mir noch folgen?«

Waldemar konnte und er versuchte auch schon Formeln zu finden, mit welchen man so etwas hätte berechnen können. Sein Kopf hatte da ein grosses Problem. Elena hatte etwas vorgeschlagen, was er nicht mit seinem Wissen widerlegen konnte. Es war eine These, doch während er an allen anderen Ansätzen bislang technische Probleme fand, waren die hier nicht offensichtlich. Klar, man würde sehr viel Energie dafür benötigen, doch stand das in einem ganz anderen Kapitel.

»Gut. Gehen wir also davon aus, wir haben eine Technik, die vor dem Raumschiff eine Energie erzeugen kann, welche die Raumzeit stark genug krümmt. Wer sagt denn, dass man diese Methode dann nicht auch verwenden kann, um einen Ort auf einem Platen in einen Raum des Raumschiffs holen zu können?«

Da wurden die Jungs hellhörig. Wenn an Elenas These irgendetwas dran war, dann konnte das tatsächlich beide Dinge aus den Filmen Realität werden lassen.

»Meine geschätzte Freundin. Ich bin hoch erfreut, in welchen Ausmassen du dir um dieses Thema schon Gedanken gemacht hast. Doch nennst du in deiner These auch schon einen gravierenden Kritikpunk. Die Energie! Selbs unsere Sonne, krümmt die Raumzeit nicht stark genug, um eine signifikante Abkürzung zu bilden. Nun stelle dir vor, welche Energie du für dein Vorhaben aufbringen müsstest. So interessant ich deinen Ansatz auch finde, er gehört ins Reich der Fiktion!«

Perry hatte eine Stimme in seinem Kopf und wusste auf einmal ganz genau, wie er darauf antworten musste.

»Fang es an zu berechnen Waldi. Verschliess dich nicht vor neuen Ideen und sei kreativ, beim Lösen der Probleme. Vielleicht findest du ja auf das Energieproblem eine ganz, ganz simple Lösung!«

Diese Worte stärkten Waldemars Ego und zugleich wurde er dadurch herausgefordert.

»Das werde ich tun, mein lieber Freund! Wir werden sehen, ob es sich auf irgendeine Weise lohnt!«

»Apropos lohnen. Katja, ich hab heute lange mit den Typen von der Kondomfabrik gesprochen. Die sind positiv eingestellt, was meinen Einkauf angeht. Pascal meinte, er hätte sogar schon lange nach so etwas gesucht.«

»Dann schlag zu. Du weisst ja, wenn du Versuchskaninchen brauchst, ich bin dabei. Könne ja genug Schwänze in unterschiedlichen Grössen. Da kann ich dir meine Meinung zu abgeben!«

Sofort spürte Katja etwas unter sich hart werden.

»Klar. Dauert aber noch ein bisschen. Da muss erst alles geregelt werden und dann brauchen die auch dringend eine Modernisierung. Aber dann komme ich auf jeden Fall auf dich zurück.«

»Du willst dich zum testen von Gummis knallen lassen?«

Katja schaute ihren Mann an.

»Klar. Ich teste die Dinger auf Herz und Nieren. Maia soll ja Qualität verkaufen, findest du nicht?«

Quantität machte sich in Perrys Hose breit.

»Donald, dich nehm ich mir dann als Erste. Viper muss auch ran und Pascal sowieso. Oha Kincaid! Langzeit Stresstest für die Dinger. Yeah. Wir haben eigentlich alles, was wir brauchen!«

»Ähm und was ist mit mir? Mit mir kannst du auch testen!«

Katja lächelte.

»Schatz. Dein Ding ist durchschnitt. Da muss man nicht wirklich testen. Wenn die Gummis die harten Tests überstehen, funktionieren sie auch mit deiner Nudel!«

Perry schwieg. Er spürte da schon wieder einen Orgasmus kommen.

»Aber Katja, ich kann meinen Freund auch benutzen zum testen!«

»Ja klar! Ich hoffe ja schon, dass ihr mich da unterstützt. Ich denke aber, zum Testen sollte man eine Muschi als Referenz haben. Oder eben viele, aber nicht der eine Schwanz mit der Muschi und der andere mit einer anderen. Ein gleichbleibender Faktor sollte schon dabei sein.«

»Katja, du musst die Gummis aber auch im Mund und im Arsch testen!«

»Maia, sehe ich aus wie ein Anfänger? Alles schon auf der Checkliste.«

Perry wünschte sich, so schnell wie möglich ins Bett zu kommen.

Print Friendly, PDF & Email

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.