Kochen, Wasserski und die Frage, wie der Abend wird

Die Einen spielten, die Anderen schwammen und Claudia wartete ungeduldig darauf, dass endlich das Zeug zum kochen ankam. Zeitig zum Mittag kehrten die Freunde, von Claudia abgesehen, vorne ein uns bestellten essen. Amy war neugierig.

»Sag doch mal Katja, dieser Fabrizio. Ist der gut im Bett, oder wird das alles nur durch deine Fantasie beflügelt?«

»Du bist echt geil Amy! Für mich ist er super geil. Aber falls das nur durch meine Fantasie kommt, werde ich es wohl kaum merken du Nase.«

»Das ist gar nicht so unlogisch Schatz!«

»Ach, wer hat bitte Kuchen gegessen, damit du Krümel dich meldest?«

»Wow. Lässt du dir so was gefallen Phillip?«

»Japp. Das ist nur Provokation Donald. Die Dame will wieder den Popo gerötet kriegen.«

Phillip grinste böse.

»Och Mensch, ich hab doch gar keine Lust!«

Fügte Pascal ein.

»Du? Keine Lust? Ruft mal jemand den Notarzt?«

»Quatsch Rebekka! Ich hab nur keine Lust zu hauen.«

»Wer hat denn eigentlich von dir gesprochen?«

»Du hast doch gesagt, sie will den Arsch versohlt kriegen Phillip.«

»Ja, aber jetzt stell dir mal vor, ich kann das auch!«

Pascal lachte. Amy, die sich gerade ein Stück Schnitzel in den Mund geschoben hatte, griff ein.

»Ja, der kann das sogar ziemlich gut!«

Typisch Amy purzelten dabei natürlich einige Stücke der Panade und auch ein wenig Fleisch wieder aus ihrem Mund.

»Ach, ist aber doch wohl kein Vergleich zu mir!«

»Hat auch keiner gesagt! Nur eben, mein Schatz ist in der Hinsicht auch nicht gerade ungeschickt!«

»Ich muss dir glaub ich mal wieder zeigen, wer hier der wirkliche Meister ist.«

»Ja, aber du hast ja keine Lust. Pech für dich. Ich lasse mich heute Abend von dem Fabrizio durch schaukeln, dann darf mich mein Schatz ein bisschen verhauen.«

»Doofe Frage, wo ist eigentlich Claudia?«

»Immer noch drüben Maia. Ich denke mal, die wird gerade gut ausgefüllt.«

Elena fand das sehr lustig. Donald nicht. Auch wenn er es mal wieder nicht ganz klar sagen konnte, aber es gefiel ihm einfach nicht, dass Claudia so viel Spass hatte und das nicht mit ihm.

»Was guckst du so grimmig Kollege? Eifersüchtig?«

»Ich?«

Donald zeigte auf sich und spielte den total entsetzten.

»Ja, du!«

»Mach dich nicht lächerlich Derrick! Wenn sie da drüben ficken will, soll sie ruhig machen. Mir doch egal!«

»Ja, er ist eifersüchtig. Bei Donald tritt das nur immer in Form von Selbstkritik auf. Für ihn ist klar, wenn Claudia da drüben ficken will, sind die besser als er.«

Derrick schaute zu Perry, dann wieder zu Donald.

»Ach, so einer bist du.«

»Bin ich gar nicht!«

Wie dem auch sei, nach dem Essen ging es noch zurück zu den Wohnmobilen und nach etwas mehr als einer halben Stunde mit dem Schlauchboot zum Strand. Boot fahren und Wasserski laufen war angesagt.

Das sah wieder entsprechend lustig aus. Viper versuchte erneut sein Glück. Es wirkte schon etwas besser, aber toll war anders. Erneut konnte Phillip beweisen, dass er in der Hinsicht Viper überlegen war, was dieser nach wie vor nicht komisch fand.

Dann kam Perry. Der wollte eigentlich nicht, doch Katja hatte da so gewisse Überredungskünste.

»Wenn du es tust und besser bist als Phillip, blase ich dir heute Abend einen und erzähle dir ganz genau, wie geil Fabrizio mich und Amy gefickt hat!«

Das war ausreichend. Perry schnappte sich eine Schwimmweste und machte einen Satz ins Wasser, während Phillip ins Boot geklettert kam.

Zu seiner grossen Überraschung war es total einfach, die Ski anzuziehen. Was die Anderen da für Probleme hatten, konnte Perry nicht nachvollziehen. Er schnappte sich die Leine und wartete ab, bis Derrick das Boot ausgerichtet und die Leine gespannt hatte. Dann ging es los.

Perry fand es faszinierend. Das Boot zog an und ohne irgendeine Eigenleistung hob sich sein Körper aus dem Wasser. Er musste eigentlich gar nichts tun. Ein wenig lehnte er sich zurück, machte die Arme lang und liess sich ziehen. Irgendwie war das sogar super angenehm, wie er fand.

Da war er nun. Das Boot mit seinen Freunden vor ihm, dass Wasser unter seinen Ski. Der Wind wehte um seinen Körper und ja, es machte ihm richtig viel Spass. Auch, als Derrick eine Kurve einleitete, hatte Perry überhaupt keine Probleme, dieser zu folgen.

Er konnte erkennen, wie ihm seine Leute, Katja voran, vom Boot aus zujubelten. Von Viper abgesehen, der die ganze Geschichte offensichtlich richtig mies fand. Doch Perry fühlte sich toll. Richtig toll!

Von dem Erfolg verleitet liess Perry sich ein bisschen gehen. In der Bugwelle fing er an hin und her zu fahren, was ihm ungeahnt leicht fiel. Er ging auch in die Hocke, um seine Hand über die Wasseroberfläche gleiten zu lassen. Ein riesiger Spass.

Dieser fand jedoch ein jähes Ende. Derrick hatte keine Wahl, als die kreuzende Welle eines anderen Bootes zu überfahren. Dem Boot machte das nichts aus, doch Perry sah sich auf einmal vor einem ungeahnt tiefen Tal, welches von einer Wand aus Wasser gefolgt wurde. Ein Ski tauchte unter und der gute Perry machte einen spektakulären Abflug.

Claudia hingegen bekam endlich das, worauf sie die ganze Zeit gewartet hatte. Überraschenderweise war es dieses Mal kein Sex, aber ihr Verlangen danach war nicht minder gross.

Dennoch war sie selbst ein wenig von sich beeindruckt. Vieles von dem Zeug, was sie da geliefert bekommen hatte, kannte sie eigentlich gar nicht. Dennoch stellte sie in Windeseile alles so zusammen, wie sie es brauchte und begann mit der Produktion. Dabei war sie selbst schockiert, wie einfach das war. Irgendwie, es schien ganz natürlich zu sein, so etwas zu kochen. Wann wo welche Substanz zugegeben werden musste, in welcher Menge und in welchem Gefäss, lief einfach ganz von selbst.

Alles lief derart selbstverständlich und automatisch, dass Claudia Gedanken an andere Dinge verschwenden konnte. Zum Beispiel fragte sie sich, wenn es doch so unsagbar einfach war, dieses Produkt herzustellen, warum machte das nicht jeder? Oder anders gefragt, warum hatte sie es noch nie gemacht? Wie viel Kohle hatte sie über die Jahre für diverse illegale Substanzen aufgewendet und dabei war das wahrscheinlich potenteste so einfach herzustellen? Für das Geld hätte sie Unmengen kochen können. Genau für sie und ihre Freundinnen und in der Gruppe hätte sie es auch locker verteilen können.

Nicht ganz so schlüssig, ob Claudia auch wirklich wusste, was sie da tat, war ihr Gönner. Er hatte das ganze Zeug besorgt und in seinen Augen kippte Claudia da nur irgendwelche Substanzen wahllos zusammen. Wenn man ihn gefragt hätte, er hätte Claudia sofort Unfähigkeit, oder zumindest Unwissenheit unterstellt. Aber, ihn fragte niemand!

Was Claudia aber auch nicht ganz verstand, vor ihrem Blog war jegliche Art von Arbeit für sie undenkbar gewesen. Doch seit sie mit dem schreiben angefangen hatte, änderte sich ihre Einstellung zu dem Thema und was sie nun tat zeigte auch, ihr machte es überhaupt nichts aus. Nein, noch viel schlimmer. Es machte ihr Spass, so aktiv zu sein! Spass, ähnlich wie wenn sie Sex hatte. Das war eigenartig, fühlte sich aber auch irgendwie ganz gut an.

Die Zeit verging dabei sehr schnell. Claudia fragte sich, ob sie es noch zum Boot schaffen würde, um mit den Anderen zu fahren. Doch ein Blick auf das Handy zeigte, die würden wohl langsam schon auf dem Rückweg sein. Es ging auf 20 Uhr zu. Claudia hatte mehrere Stunden mit ihrer Arbeit verbracht und wenn es nach ihr gegangen wäre, hätte alles bestenfalls 30 Minuten gedauert. Unglaublich, wie relativ die Zeit manchmal sein konnte.

Wie weit die Zeit vorgeschritten war zeigte sich auch daran, dass die erste Charge Snowwhite tatsächlich fertig war. Claudia war von sich selbst beeindruckt. Wer hätte denn gedacht, dass sie so etwas so einfach zustande bringen würde? Dabei war das Zeug wirklich absolut weiss. Eben wie Schnee. Nicht eine Verfärbung, nicht die kleinste Verunreinigung. Vielleicht war das nur ein Glückstreffer, aber zumindest diese Ladung sollte perfekt geworden sein. Das hiess, es konnte getestet werden und sie war schon sehr gespannt auf sein Urteil.

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