Entspannter Abend

Bald schon war die Gruppe zwischen den Wohnmobilen versammelt. Viper hatte ein Lagerfeuer angezündet und drum herum sassen die Freunde mehr oder minder Pärchenweise. Mehr oder minder, da ausser Mario und Luigi überall mal das Pärchen wechselte. Zur Überraschung von Perry, Claudia und Elena, fand sich Katja auch immer wieder an Amy gekuschelt wieder, was immer wieder merkwürdige Gesichter nach sich zog.

»Hört mal. Soweit ist das ja alles sehr cool hier, aber uns fehlt irgendwie ein Boot. Ich hab die Leute heute beobachtet. Es ist ja cool, die ganze Zeit im Wasser zu sein, aber so ein Boot hätte doch einen echten Fun-Faktor. Denkt ihr nicht?«

»Hast du überhaupt einen Führerschein Viper?«

»Nö Donald. Pascal?«

Pascal schaute zu Viper hoch und spielte den erschrockenen.

»Ich hab auch keinen Führerschein für Boote Viper!«

»Pascal?«

»Ja, ja, schon gut. Brauchen wir auch nicht. Ich regele das dann!«

»Geht doch. Bliebe nur die Frage, wo bekommen wir so ein Boot her?«

Maia schaute gar nicht aus den Flammen auf, als sie Viper antwortete.

»In der Schweiz kann man so Dinger kaufen. Sehr gute Qualität, aber auch total überteuert!«

Amy streckte sich und nahm dann Katja wieder liebevoll in die Arme.

»Ach, im Urlaub muss alles überteuert sein. Das ist doch quasi ein Naturgesetz.«

»Bliebe die Frage, wie kommen wir dorthin? Laufen?«

Wieder gab Maia die Antwort.

»Sei mal nicht so phantasielos! Wir mieten uns einfach zwei Roller vorne an der Rezeption.«

»Zwei?«

Fragte Pascal und hatte da schon ein ganz mieses Gefühl.

»Klar. Viper und ich fahren auf dem Ersten und ich zeige euch, wo es lang geht. Du fährst mit Amy auf dem Zweiten. Falls es was zu regeln gibt und wie ich Amy kenne, bezahlt die ja eh wieder.«

»Einverstanden. Aber ich fahre!«

»Und ich soll dann den Sozius machen Amy? Nie im Leben!«

»Dann fährst du eben alleine und bezahlst dann eben auch!«

So im Prinzip wäre das für Pascal kein Problem gewesen. Geld hatte er weit mehr, als er in seinem Leben ausgeben konnte, aber er gab es eben nur ungern aus. Besonders dann, wenn auch jemand anderes schadlos die Rechnung übernehmen konnte.

»Ja, ist ja schon gut. Aber denk dran, es ist ein Roller und kein Motorrad mit Nachbrenner!«

»Sehen wir ja morgen!«

Amy grinste, Pascal fand das wenig komisch. Maia hingegen stellt sich schon vor, wie sie sich von hinten an Viper kuscheln konnte und ihm dann sagte, wo es langgehen würde. Vielleicht konnte sie das ja über seinen Steuerknüppel machen?

»Und der Rest von uns geht schwimmen!«

Grinste Claudia hoch erfreut, schaute dabei aber auch zu Phillip rüber und schien ihm signalisieren zu wollen, dass sie noch eine Runde nicht ausschlagen würde.

»Na, ich laufe mal lieber da in den Ort. Ich kann mir nicht helfen, aber ich brauche ein Federballspiel, und Softball. Oder ein paar Boule-Spiel. Ich war schon so lange nicht mehr campen, ich hab das alles total vergessen.«

»Au ja. Da lauf ich gerne mit dir Schatz!«

Glühte Katja ihren Mann an. Der Gedanke, bei diesem unglaublichen Wetter mit ihm zusammen Hand in Hand durch Italien zu spazieren, war einfach grandios.

»Da geh ich dann aber auch mit!«

Erklärte Janine.

»Alles klar. Ich lauf dann mal über den Platz und schaue mir die ganzen Leute mal an. Hier gibt es doch bestimmt Nachschub, wenn uns das Material ausgeht!«

»Wie soll uns denn das Material ausgehen? Du hast noch nicht ein Stängel gerollt!«

Tatsächlich war Claudia das total entfallen, da hier alles doch tatsächlich wirklich grandios war. Doch kaum hatte es Elena ausgesprochen, sprang sie schon auf und verschwand im Wohnmobil.

»Wollt ihr jetzt hier echt anfangen zu kiffen?«

»Ähm, ja Viper?«

Luigi löste sich von seinem Schatz und richtete sich auf. Mit einem eindringlichen Blick schaute er Viper an.

»Bleib ruhig Luigi! Du weisst genau, dass ich das im Griff habe!«

»Das haben schon ganz andere behauptet!«

Schweigen. Bis dann Claudia zurück war, sich setzte und das gerollte Genussmittel anzündete. Sofort verströmte dieses einen süsslichen Geruch.

»Was genau ist das eigentlich mit dir und Drogen Viper?«

»Lange Geschichte Perry!«

»Ja und? Ich hab nichts vor!«

»Also gut. Nachdem ich mich damals mit meinem Vater zerstritten hatte, hat der mir alle Möglichen Felsbrocken in den Weg geworfen. Egal was ich tat, überall Sabotage. Ich habe wirklich nicht einen Fuss auf den Boden gebracht. Bis ich dann auf die Idee kam, mit Drogen anzufangen. Das hat auch echt gut funktioniert, muss ich sagen. Ich habe sogar ein eigenes Produkt entwickelt. Cloud 9. Affenartig geiles Zeug. Du wirst High, hast keine körperlichen Beschwerden mehr und dir geht es einfach nur irre gut. Ich hab das damals in einem Bunker zusammengemischt. Da fing das auch an, dass ich mich mit Leuten geprügelt habe. Es gab damals nur zwei Wege. Entweder war ich der Chef, oder hatte nichts mehr zu melden. Da ich keinen Bedarf daran hatte, mein eigenes Produkt herzustellen und am Ende Abgaben an jemanden leisten zu müssen, habe ich mich eben für die Variante mit dem Chef entschieden.«

»Hast du das Zeug auch selbst genommen?«

»Hat er Elena! Anfangs ganz human, aber dann ist Sam gestorben und da war er sein bester Kunde. Ganz ehrlich, ich war felsenfest der Meinung, auch er würde bald das Handtuch werfen.«

Die Tüte machte die Runde. Allerdings nur bei Katja, Elena und Claudia. Man sah Viper jedoch an, wie gerne auch er da einen Zug genommen hätte.

»Und was ist dann passiert?«

»Na, was wohl. Auf einmal sass ich dann im Knast. So wurde ich dann von Hubble zu Viper.«

»Hubble?«

Fragte Waldemar interessiert.

»Ja, Hubble. So haben ich mich damals als Dealer und Produzenten genannt.«

Donald fing an zu lachen.

»Warum denn nicht gleich Heisenberg?«

Viper schaute finster.

»Den gab es schon du Nase!«

»Und wieso dann Viper?«

»Den Namen hab ich im Knast bekommen. Die Leute haben angefangen mich so zu nennen, als ich angefangen hatte, mich zur Wehr zu setzen. Auf einmal hiess es immer, man solle sich mit mir nicht anlegen. Ich sei wie eine Schlange, eine Viper eben. Blitzschnell und tödlich.«

Janine lachte.

»Ja. Dann kam er zu uns und wir haben ihm die Zähne gezogen.«

»Das wohl nicht. Aber ich wusste immer, dass es immer einen geben wird, der mehr drauf hat als ich. Dass es hier dann jetzt gleich vier sind und dann auch noch Frauen, also woher hätte ich so etwas denn wissen sollen?«

»Schon irre, dass wir hier so einen Drogendealer sitzen haben!«

Derrick räusperte sich.

»Einen? Donald, ich war so viel dicker im Geschäft als der Amateur da, sogar der BND hat nach mir gesucht!«

Donald schaute zu Viper. Der nickte nur.

»Du? So eine grosse Nummer?«

»Donald, unterschätz mal Derrick nicht! Seit der aus dem Geschäft ist, liegt halb Deutschland trocken!«

»Kann man so jetzt auch nicht sagen Pascal. Da gibt es doch jetzt dieses Snowwhite.«

»Das kann es aber nur geben, weil Derrick seine Geschäfte eingestellt hat. Sonst hätten die da keine Chance gehabt, es so gut auf dem Markt zu platzieren.«

»Merkst du was Perry? Wir sind hier die ganz, ganz harmlosen!«

»Ja und? Trotzdem seit ihr süss und gut im Bett!«

Fügte Janine ein. Katja zog derweil an der Tüte und reichte sie zurück zu Claudia.

»Auch wenn es ja schon aufregend ist, so Bad Bodys wie Derrick und Viper in der Nähe zu wissen. Ich glaube, einer von euch muss mich gleich mal zeigen, wie Bad er wirklich ist!«

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