Janine und Kincaid

Es war wieder einer dieser Zufälle. Janine war den ganzen Tag in der Kommune gewesen und wartete darauf, dass Kincaid auftauchen würde. Fehlanzeige. Nachdem Claudia dann ihren Hormonstau vorerst abgebaut hatte und wieder nach oben wollte, folgte Janine aus einer Eingebung heraus und war überrascht, was Claudia alles zu erzählen hatte. Man konnte sagen, genau in dem Moment, wo die Mädels die AAA-WG erreichten, öffneten sich ein Stockwerk tiefer die Türen des Fahrstuhls und Kincaid kam heraus.

Janine war sichtlich überrascht, als sie Claudias Pläne im Detail vorgetragen bekam. Claudia war nicht dumm, da was sich Janine sehr sicher. Bislang hatte sie nur nicht vermutet, dass diese Frau so viel Ehrgeiz für etwas entwickeln konnte, was man prinzipiell als Arbeit bezeichnen konnte. Claudia war dabei derart fokusiert, dass sie nicht einmal auf Janines Ablenkung reagierte. Janine hatte sich einfach den Stift von Claudia gediebt, ihre Haare zusammen gedreht und den Stift hindurch geschoben, um sie zu fixieren. Claudia hatte es beobachtet, sprang jedoch nicht darauf an. Test bestanden, so wertete es Janine.

Ihr war natürlich klar, dass Claudia nur dann in kurzer Zeit Erfolg haben würde, wenn sie und ihre Freundinnen etwas Werbung auf MyTube für sie machen würden. Das gab es aber nicht geschenkt! Wenn Claudia diesen Vorteil nutzen wollte, dann musste sie auch den nötigen Einsatz zeigen. Für einen Blog Werbung machen, der nach einer Woche bereits wieder eingeschlafen war, dass ging gar nicht!

Gut. Claudia hatte alles erklärt und Janine damit stark beeindruckt. Die war jedoch langsam aber sicher zu lange weg gewesen und wollte nun nach unten. Claudia verstand natürlich und liess sie ziehen, wollte auch noch nachkommen, insofern Donald nicht noch etwas geplant hatte. Nur ihren Stift wollte sie wieder, was in Janine ein gewisses Schmunzeln auslöst.

Kaum war Janine wieder unten und fragte nach, war sie erschüttert. Kincaid war zwischenzeitlich aufgetaucht und hatte sein Büro schon besetzt. Ausserdem hatte er gerade Veronika vor sich, welche die erste Nummer an diesem Tag gezogen hatte und natürlich sofort aufgerufen wurde. Maia hatte die zweite Nummer, wodurch Janine erst die Dritte im Bunde sein würde. Dabei fiel Janine auf, keine Katja, keine Elena? Wo waren die wohl abgeblieben?

Maia erkannte, dass Janine wie auf Kohlen durch das Wohnzimmer der Kommune tigerte und den anderen Jungs bestenfalls schnippische Kommentare an den Kopf warf. Maia konnte sich durchaus vorstellen, woher diese Unruhe bei Janine kam und sie war diejenige, die etwas dagegen unternehmen konnte.

Maia stand auf, ging zu Janine und hielt ihr den kleinen Zettel mit der Nummer hin. Janine schaute fragend, woraufhin Maia nur nickte. Wortlos nahm Janine die Nummer, gab Maia die ihre und lächelte. Dennoch dauerte es noch gut eine Stunde, bis Veronika breitbeinig, wie ein Schaukelpferd aus dem Büro kam. Dann ein Klingeln und die Nummer von Janine wurde angezeigt.

Was war denn nun das? Janine hatte geplant, sobald die Nummer aufgerufen wurde in das Zimmer zu sprinten und Kincaid zur Rede zu stellen. Doch nun ja, nun war die Nummer da, Janine konnte sich jedoch nicht bewegen. Was zur Hölle war da nun wieder los?

Schliesslich, nachdem sie alles an Kraft in sich mobilisiert hatte, bewegte sie sich doch. Deutlich langsamer, als eigentlich geplant. Veronika und Maia nahmen das als Zeichen, dass ihre Lust einfach zu gross war und sie die Beine nicht weit spreizen wollte. In Wirklichkeit war es aber eine innere Unruhe, die Janine ausbremste.

Doch dann. Tür auf, Janine hindurch und Tür wieder zu. Sie schaute aufs Bett und da lag Kincaid. Der Schwanz noch hart und einsatzbereit. Doch das interessierte sie weniger. Auch das Kincaid die Augen geschlossen hatte und zu warten schien, störte sie nicht. Eher im Gegenteil. So konnte sie sich anpirschen.

»Kannst du mir mal verraten, warum du jetzt schon ewig nicht mehr auf mich reagierst?«

Kincaid riss dich Augen auf und sofort stand Panik in seinem Blick.

»Janine, du bist zurück?«

»Japp. Bin ich. Dachtest du, ich bleibe ewig in Amerika?«

»Nein, natürlich nicht! Aber dachtest du, du ziehst durch die Gegend, ich höre ewig nichts von dir und sobald du mir dann schreibst springe ich sofort im Dreieck?«

»Quatsch! Reagieren hättest du nur irgendwie sollen.«

Kincaid richtete sich etwas auf und stützte sich auf die Unterarme.

»Ach, hätte ich das? Du hättest dich auch regelmässiger Melden können! Aber nein, kaum bist du in Neunburg, höre ich kaum von dir. Dann erfahre ich mehr durch Zufall, dass du in Amerika bist. Hast du dir das die Mühe gemacht, mich zu informieren? Nö. Also ich hätte es mal nicht gehört! Dann bist du auch nicht gerade ein oder zwei Tage weg. Ich weiss eigentlich gar nicht, wie lange du genau unterwegs warst. Wo ich mir nur sicher bin, deine Muschi ist von nicht nur einem Schwanz da drüben gefickt worden! Also. Was denkst du, was ich in der Zwischenzeit hier mache? Jeden Tag in meiner Wohnung vor dem Handy sitzen und warten, dass mir Line ein neue Nachricht anzeigt, die dann hoffentlich von dir ist?«

»Hat niemand von dir verlangt! Nur eben, wenn ich mich melde, könntest du wenigstens antworten!«

»Und wenn ich da gerade keine Zeit hatte? Stell dir mal vor, in dem Moment war ich vielleicht hier und bin meiner Arbeit nachgegangen? Oder ich war bei meinem Tagesjob? Oder ich war mit Freunden unterwegs? Habe dabei nicht aufs Handy geschaut und es dann Abends einfach vergessen? Wie gesagt, ich habe auch ein Leben ohne die allmächtige Janine!«

Janine wurde ernstlich sauer. Noch nie in ihrem Leben hatte ein Kerl, der irgendwas von ihr wollte, einen derartigen Ton an sich. Sie wusste damit nicht umzugehen, doch wusste sie auch, sie musste ihre Emotionen kontrollieren, sonst gab es hier Kleinholz.

»So, so. Ich scheine dir also nicht allzu viel zu bedeuten!«

Kincaid stand auf und stellte sich direkt provozierend vor Janine.

»Einen Moment mal! Ich habe meine Zeit nach dir ausgerichtet, dir oft geschrieben und auch längere Texte. Was kam von dir zurück? Okay, ja, gut. Habe ich nicht geschrieben, kam auch nichts von dir. Wenn du es wolltest, haben wir uns gesehen, sonst nicht! Ich bin nicht einfach ein paar tausend Kilometer abgehauen! Also komm du nicht zu mir und unterstell mir, ich meine irgendetwas nicht ernst oder du bedeutest mir nichts!«

»Du bist ganz schön mutig, dich so dicht vor mich zu stellen und mich so zu provozierend!«

»Bin ich das? Okay, ich weiss ja, du könntest mich problemlos in kleine Streifen reissen und als Lametta im Raum verteilen. Aber soll ich dir etwas sagen? Nur weil du mich zerlegen kannst, habe ich keine Angst vor dir! Verprügel mich doch, wenn es dir dann besser geht! Ich werde aber nicht hier stehen und dir nach dem Schnabel quatschen, nur weil du mir wehtun kannst! Ich sage was ich meine und das ist meine Meinung!«

»Du verstehst wohl nicht, wer hier die stärkere Meinung hat!«

Kincaid schaute nach unten, dann nahm er Janines üppige Brüste in die Hand.

»Doch, verstehe ich durchaus und da gebe ich dir auch Recht!«

»Ich würde mich loslassen an deiner Stelle.«

»Sonst was? Verhaust du mich dann? Denkst du, dann geht es dir besser, die Lage hätte sich verbessert oder du hättest dann etwas geklärt, beziehungsweise gewonnen?«

Janine war durchaus klar, dass Gewalt die ganze Sicher in keiner Weise hätte bessern können. Sie hatte aber so grosse Lust, ihm ihren ganzen Unmut jetzt einfach um die Ohren zu hauen.

»Sehe ich ja dann!«

»Okay. Dann nur zu! Sei froh, dass ich dir in der Hinsicht nicht das Wasser reichen kann, sonst würde ich mich gerne erkenntlich zeigen! Dafür, dass du mich wie eine Nebensache behandelst, ich dir kaum zwei Worte pro Antwort Wert bin und du einfach mal für längere Zeit verschwinden kannst, ohne mir etwas davon zu sagen!«

»Jetzt mal mal nicht so, als wärst du hier das Opfer!«

»Warum nicht? Denk einfach mal darüber nach!«

Das tat Janine und zu ihrem Entsetzen musste sie für sich anerkennen, er hatte ja Recht! Genau genommen war ihre Art die gewesen, die unter aller Sau war, wenn man es mal umgangssprachlich formulierte.

»Angebot. Du ignorierst mich nicht mehr, ich melde mich öfters.«

»Anderer Deal! Wir kommunizieren so wie es sich für ein Paar gehört und dafür fick ich dich jetzt!«

Janine grinste.

»Paar?«

»Klar. So eine Szene macht man nicht einem Liebhaber. Nur jemand, mit dem man auch was hat. Also. Was denkst du?«

»Einverstanden. Nur den Fick kannst du knicken. Hab eine Nummer, du fickst mich jetzt so oder so!«

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