Hochzeit

Perry hatte den Punkt erreicht, an dem er keine einzige Antwort mehr auswerten konnte. Alles, was Pascal ihm ab jetzt gesagt hätte, wäre irgendwo unbeachtet in seinem Gehirn untergegangen und da er das nicht wollte, stellte er keine weiteren Fragen. Er ging nur, nachdem er noch einige Minuten da gesessen hatte, wieder runter zu den Anderen. Wobei, eine Frage musste er noch stellen.

»Warum erzählst du mir das eigentlich alles und warum sagst du so oft Alter? Bist du besoffen?«

»So etwas in der Art Perry. Ich sage es mal so. Innerhalb der Königskammer gibt es Energien, die sich wie Alkohol auf meinen Versand auswirken. Dann muss ich eine Zeitlang warten, bis alles wieder gut ist. Deshalb hab ich mich ja hier verkrochen, aber nein, du musst ja hier rein platzen.«

»Heisst das, in der Pyramide gibt es wirklich Energien?«

»Ja, gibt es. Aber ganz anders, als die Erbauer sich das vorgestellt hatten. Auch nur in der grossen Pyramide. Die Anderen sind einfach nur stupide Nachbauten weniger qualifizierter Architekten, die zudem keine Ahnung hatten, was das überhaupt für ein Ding war.«

»Also sind Waldi und Mario auf dem richtigen Weg?«

»Wegen der Energie?«

»Ja.«

»Nö. Das wussten die Erbauer ja selber nicht. Sie haben nur gemerkt, dass an diesem Ort etwas war. Für sie war klar, wenn sie das Ding genau da bauen, würde es noch viel besser funktionieren. Dem war aber nicht so. Eher im Gegenteil. Aber, die Zwei finden das schon raus. Sie sind auf jeden Fall auf einem sehr guten Weg. Hoffentlich können sie schlussendlich alle Zusammenhänge richtig zusammensetzen. Dann sollten sie wissen, wofür zumindest die grosse Pyramide gebaut wurde.«

»Die war also wirklich keine Grabkammer?«

»Nope. War für etwas ganz anderes gedacht. Die Form hat man jedoch wirklich von den alten Pyramiden übernommen. Aber nicht wegen der Grabkammer, sondern weil man einfach die nötige Erfahrung hatte, auf diese Weise ein Bauwerk dieser Grösse errichten zu können. Ausserdem hatte man schon vorher erste Anzeichen dafür entdeckt, dass diese Form besonders günstig für das Vorhaben war.«

Perry merkte wieder, dass er Pascals Worten nur kurzfristig folgen konnte. Schon drifteten seine Gedanken wieder in den Weltraum ab, mit einer sexy Astronautin in hautengem Anzug. Er nickte nur und ging.

Es kam der Rest des Abends, der Morgen und dann wurde es Ernst. Die Jungs fuhr mit Jerry vor zum Ort des Geschehens, um dort alles vorzubereiten. Die Mädels blieben zurück, um Alexis vorzubereiten.

Das war auch ein ganz schöner Aufwand. Erst musste Alexis in das Kleid gezwängt werden, damit später die Frisur nicht beschädigt wurde. In dem Kleid konnte sie jedoch nicht besonders gut sitzen, ohne alles zu zerknittern. Also mussten extreme Vorsichtsmassnahmen getroffen werden und nachdem sie schliesslich Platz genommen hatte, durfte sie sich auch nicht mehr bewegen.

Während die Mädels um sie herum wuselten, wurde Alexis immer nervöser.

»Katja sag mir mal, wie ist das, verheiratet zu sein?«

Katja schaute verwundert zu Alexis.

»Du bist auch verheiratet?«

»Nein, bin ich nicht. Nur dieses Zeug vom Standesamt.«

»Genau und damit bist du verheiratet.«

»Katja, man wird von einem Priester getraut!«

»Dann kann ich dir auch nicht helfen. Es wird sich wohl nichts für dich ändern, wenn sich jetzt noch nichts geändert hat.«

Alexis verstand Katja einfach nicht. Sie wurde ja von einem Priester getraut, also musste sie doch wissen, ob es danach anders war. Warum gab sie ihr da keine Auskunft?

»Amy, mach ich das richtige?«

»Das musst du doch wissen!«

»Boah, kann mir hier niemand eine echte Antwort geben?«

»Was soll ich dir denn sagen? Seit ich dich und Jerry das erste Mal gesehen habe strahlst du. Egal was ihr macht, du bist glücklich. Andere Kerle schmachten dich an, aber du stellst lediglich fest, ob die heiss sind, oder nicht. Für dich gibt es keinen anderen Mann mehr als Jerry, also was einen Lebensgefährten angeht. Von meiner Sicht aus gesehen, tust du definitiv das Richtige. Aber, ich kann nicht in dich hinein schauen, also kann ich dir auch nicht sagen, was in dir los ist.«

»Ich bin aber so aufgeregt und nervös. Ich hab Angst und bin gleichzeitig super glücklich.«

»Hmm. Schade eigentlich. Das hatte ich gar nicht. Bei mir ging alles so schnell, dass ich weder glücklich war, noch ängstlich. Auf einmal war es so und fertig.«

»Sei froh Katja. Das ist echt die Hölle!«

»Nicht jeder reagiert so wie du Alexis.«

»Bestimmt nicht Amy und ich kann dir nur sagen, wenn du mal heiratest hoffe ich sehr, du hast dieses Problem nicht. Das ist echt asozial!«

»Was mich mal interessieren würde, ob ich Waldi irgendwann auch dazu kriege, mich zu heiraten.«

Alle schauten verwundert zu Elena, die sich etwas abseits hingesetzt hatte.

»Willst du das überhaupt?«

»Ja, will ich. Denke ich. Ja, denke ich wirklich Claudi. Er hat was und wenn wir Nachts zusammen sind, seit er diesen Sinneswandel da hatte, fühlt es sich auch echt so an, als sind wir zusammen. Es muss jetzt nicht sofort sein, aber ich könnte mir schon wünschen, ihn zu heiraten!«

»Rück raus die Kohle!«

Nun schauten alle verwundert zu Rebekka, die ihr Hand in Richtung Janine ausgestreckt hatte. Die zog ein kleines Bündel mit Geld aus dem BH und knallte es Rebekka in die Hand.

»Darf ich mal dumm fragen, was die Nummer jetzt sollte?«

»Darfst du Elena. Janine und ich haben gewettet. Ich hab gesagt, du willst Waldi heiraten. Sie hat gesagt, du willst nur Sex mit ihm. Tja, wiedereinmal hat die schlaue Rebekka gewonnen!«

»Echt jetzt? Ihr wettet auf mich?«

Amy lachte.

»Wir wetten auf alles und jeden. Da musst du dich dran gewöhnen. Meistens geht es aber irgendwie um Sex und nicht um Geld. Also ob das Janine jetzt irgendwie wehgetan hätte, oder Rebekka jetzt nennenswert reicher wäre.«

»Um wie viel habt ihr gewettet?«

Fragte Elena neugierig.

»10.000 Euro. Der Betrag, den Janine noch unauffällig bei ihren riesigen Möpsen verstecken kann!«

Elena schüttelte den Kopf. 10.000 Euro. Sie hatte schon mehr Geld einfach so ausgegeben, aber nie ihres. Immer war es die Kreditkarte von Papa, die sie da belastete. Irgendwie war das aber mittlerweile komisch. Ihr ganzes Leben lang hatte sie keine Probleme damit. Sie gab das Geld einfach aus. Mittlerweile, nachdem sie Perry, Donald und Waldemar sah, wie sie ihr eigenes Geld verdienten, oder Amy, Rebekka und Janine, da kam sie sich so unbedeutend vor.

»Rebekka, hast du einen Moment für mich?«

Rebekka ging zu Elena. Die stand jedoch auf und ging noch etwas weiter nach hinten. Rebekka folgte. Erst, als sie relativ ausser Hörweite der Anderen waren, fing Elena leise an zu sprechen.

»Rebekka, du bist doch die Logik in eurem Team. Kannst du mir sagen, womit ich Geld verdienen kann?«

»Such dir einen Job!«

Elena setzte einen missbilligenden Blick auf.

»Echt jetzt? Ich meine eine Einkommensmöglichkeit, bei der ich auch mal 10.000 Euro verwetten kann!«

»Ach so. Hmm. Schwierig. Was kannst du denn?«

Die Frage tat Elena weh. Sie konnte eigentlich gar nichts. Ausser Sex eben. Gelernt hatte sie nichts und sie wusste auch nicht, ob sie Talent für irgendwas hatte.

»Das weiss ich leider nicht.«

Sagte sie deutlich betrübt.

Rebekka dachte nach. Sie hatte doch in der Werkstatt gesehen, dass Elena was geschrieben hatte. Für Waldemar und das hatte ja funktioniert.

»Wie wäre es mit einem Blog? Vielleicht ein erotischer, oder so? Werbung drauf, dann könnte das klappen, wenn du gut schreiben kannst.«

»Schreiben kann ich, denke ich. Aber das liest doch keiner.«

Rebekka grinste.

»Hör mal. Wenn wir ein Video darüber machen, dann bricht dein Server zusammen! Aber, du musst von denen dann auch eigene Fans gewinnen, sonst kommen die nicht wieder. Kriegst du das hin?«

»Ich kann es auf jeden Fall versuchen!«

Tatsächlich sah Elena da etwas vor sich. Ein Blog, der alltägliche Dinge in ein sexuelles Licht rückte!«

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